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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 27 Feb 2011, 16:56

Pekudei (Kostenberechnung) & Shekalim

Für die Woche 5. März 2011 / 29 Adar 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 38:21 - 40:38; 30:11-16
Haftarah: 2 Melachim / 2. Könige
12:1-17; 1. Samuel 20:18-42

Die Sichtbarkeit Gottes

„Denn die Wolke des HERRN war bei Tag auf der Wohnung (Stiftshütte), und bei Nacht war ein Feuer in der Wolke vor den Augen des ganzen Hauses Israel, solange sie auf der Wanderung waren.“ (Shemot / 2. Moshe 40:38)

Der Torahabschnitt lehrt uns zwei wesentliche Faktoren über das Wesen Gottes. Erstens ist Gott irdisch. Er ist nicht
aus den natürlichen Elementen entstanden, wie die Schöpfung. Das ist auch ein Grund dafür, warum er nicht
als Götzenbild dargestellt werden soll. Jeder hilflose Versuch des Menschen, Gott durch künstliche Dinge darzustellen, ist sinnlos, weil seine ganze Fülle durch unsere menschlichen Sinne niemals erfasst werden kann.


Der zweite wesentliche Faktor ist die Tatsache, dass Gott zwar selbst nicht irdisch ist, dass er sich jedoch innerhalb der irdischen Welt offenbart hat. Auch wenn er selbst unsichtbar ist, so kann Er an Seinem Wirken klar erkannt werden. Die Schöpfung ist der wohl
wichtigste Beweis für seine Existenz. Die Schaffung des Weltalls vom kleinsten Partikel bis hin zur Weite des Weltraumes künden von der Realität des Schöpfers. Darüber hinaus offenbart sich Gott auch durch Sein übernatürliches Eingreifen auf der Grundlage Seiner Kraft. Die Rettung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten durch das Eingreifen Gottes ist nur ein Beispiel
dafür. Die zehn Plagen waren keine Naturkatastrophen. Sie waren vom Gott beabsichtigt, um sich gegenüber Israel, Ägypten und der ganzen Welt als der Starke und Mächtige zu erweisen, aber auch als derjenige, der absolut treu ist.

Während der vierzigjährigen Wüstenwanderung des Volkes Israel offenbarte Gott sich auch durch verschiedene Wunder der Bewahrung, der Versorgung, jedoch auch der Strafe. Israel sollte erkennen, dass Gott nicht einfach nur ein Konzept oder eine Macht war, die man nach Belieben manipulieren konnte. Obwohl er selbst nicht sichtbar ist, und kein Bildnis von Ihm erstellt werden konnte, das ihn angemessen darstellt, war und ist er dennoch absolut real.


Eine andere Weise, wie Gott sich offenbarte und sichtbar wurde, war eine Wolke, die bei ihnen blieb während ihrer Jahre in der Wüste. Die Wolke schützte das Volk und führte es auf ihrer Wanderung. Die Wolke selbst war jedoch nicht Gott. Sie beteten die Wolke nicht an. Und doch war die Wolke eine sichtbare Darstellung seiner Gegenwart.

Wie wunderbar wäre es doch, wenn wir solch eine sichtbare Darstellung der Realität und Gegenwart Gottes auch heute unter uns haben könnten! Wie sicher wären wir dann doch hinsichtlich der Existenz Gottes, sowie Seiner Liebe und Seiner Führung!
Aber, wäre das wirklich so? Die Sichtbarkeit Gottes durch die Wolke machte bei der Mehrheit unter dem Volk Israel keinen wirklichen Unterschied. Alle Erwachsenen, die aus Ägypten auf übernatürliche Weise befreit wurden, mussten von Gott für ihre Untreue gerichtet werden. Sie starben, ohne jemals in das verheißene Land einzugehen. All diese sichtbaren Manifestationen der
Realität Gottes machten keinen Unterschied in ihren Leben.


Das Versagen der Menschen im Hinblick auf ihre Treue gegenüber Gott ist in keiner Weise zurückzuführen auf eine verminderte
Realität der Sichtbarkeit Gottes. Vielmehr zeigt dieser Mangel nur die Tiefe der Entfremdung des Menschen von Gott. Für diejenigen, die Gott treu waren, war seine Sichtbarkeit ein großer Trost und eine große Hilfe. Die Sichtbarkeit Gottes allein bewirkt jedoch keine echte und persönliche Beziehung zu Ihm. Aber gegenüber denjenigen, die wirklich auf Ihn vertrauen, offenbart sich Gott auf ganz unterschiedliche Weise, und das macht dann auch den grundlegenden Unterschied aus.


Damit ist nicht gesagt, dass die Erkenntnis Gottes lediglich eine persönliche, subjektive Erfahrung ist, als ob die Sichtbarkeit
Gottes vom Glauben abhängig wäre. Genau, wie das ganze Volk Israel die Wolke sah und ihren Nutzen daraus zog, so offenbart sich Gott auch heute auf ganz unterschiedliche und vielfältige Weise. Der Unterschied, der sich aus dem Vertrauen Ihm gegenüber ergibt, hat zu tun mit den Auswirkungen Seiner Sichtbarkeit auf unser Leben. Wenn wir in einer wahrhaften und persönlichen Beziehung mit ihm stehen, dann kann die Art und Weise, wie er sich offenbart, diese Beziehung nur noch weiter vertiefen.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 07 März 2011, 07:50

Vayikra (Und er rief)

Für die Woche 12. März 2011 / 6 Adar 2 5771

Torah: Vayikra / 3. Moshe 1:1 - 5:26

Haftarah: Jesaja 43:21 - 44:23



Das Volk Gottes


Dieser wird sagen: Ich gehöre dem HERRN! Und jener wird sich mit dem Namen Jakob nennen. Und jener wird auf seine Hand schreiben: Dem HERRN eigen! und wird mit dem Namen Israel genannt werden.“ (Jesaja 44:5)

Der rote Faden, der sich durch die ganze Bibel zieht, beinhaltet Gottes Plan, die rechte Beziehung zu den Menschen wiederherzustellen. Nachdem Gott zu Beginn der Schöpfung sagen konnte, dass es "sehr gut" war, wiesen unsere Urahnen Gottes Wort ab und hörten auf den Versucher, was die Menschheit in einen Zustand der Entfremdung von unserem Schöpfer brachte. Bereits von diesem Tage an hatte Gott beschlossen, unser zerbrochenes Verhältnis zu ihm wiederherzustellen (siehe Bereschit / 1. Moshe 3:15). Man könnte sich fragen, warum Gott den Schaden nicht sofort bereinigt hat. Warum hat sich die Versöhnung der Menschheit mit Gott als so langwierig, schwierig und komplex erwiesen? Die Komplexität dieser Lösung deutet natürlich die Komplexität dieses Problems an. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr erkenne ich, wie schrecklich unser abtrünniger und rebellischer Zustand wirklich ist. Gottes Lösung für dieses Problem ist absolut angemessen, und es ist die effektivste Lösung.

Es sollten noch Jahrhunderte vergehen zwischen Gottes Verheißung der Wiederherstellung im Garten Eden und dem tatsächlichen Beginn der Umsetzung seines Planes der Wiederherstellung. Dies geschah, als Gott der ganzen Welt durch den Samen Abrahams Segen verheißen hatte. Während der Schwerpunkt in den hebräischen Schriften ganz stark auf Israel selbst und deren Angelegenheiten liegt, erkennen wir, wie Gottes Wirken in und durch Israel letztlich zu einem großem Nutzen und Segen für alle Völker und die ganze Schöpfung wird.


Ein Beispiel hierfür findet sich in der
Haftarah- Lesung dieser Woche. Durch den Mund des Propheten Jesaja spricht Gott von einer Zeit, wo er das eigensinnige und abtrünnige Israel wieder herstellt zur Gemeinschaft mit Ihm. Dies schließt auch diejenigen mit ein, die ursprünglich nicht zum Volk Israel gehörten, sich jedoch als dazugehörig fühlen und sich als Kind des Gottes Israels betrachten.

Die Hinwendung von nichtjüdischen Nationen zum Gott Israels ist letztlich die Erfüllung der Verheißung an Abraham – sowie die Erfüllung der Verheißung Gottes im Garten Eden. Israel wurde nicht nur als ein heiliges Volk für sich selbst auserwählt, sondern zu einem Segen für die ganze Welt.

Wie dies funktionieren sollte, war eine der großen Herausforderungen für die frühen Anhänger von Jeschua. Unter der ersten Generation der jüdischen Gläubigen brauchte es eine Weile, um Gottes Vorhaben zu akzeptieren und anzunehmen, sich auch gegenüber den nichtjüdischen Nationen bekannt zu machen. Als dann immer mehr Nicht-Juden begannen, an den Messias zu glauben, kam es zum Streit darüber, wie man die Stellung der Nicht-Juden innerhalb der Gemeinde der Gläubigen angemessen verstehen sollte. Mit der Zeit wurden nichtjüdische Gläubigen dann als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft der Gläubigen des Neuen Bundes angenommen.

Durch Jeschua sind alle Menschen, jüdische und nichtjüdische gleichermaßen, wiederhergestellt zu einer rechten Beziehung mit Gott. Demgemäß können alle Gläubigen gleichermaßen als Teil des Volkes Gottes betrachtet werden. Gott ist der Vater für all diejenigen, die mit Ihm versöhnt und zu Ihm hin wiederhergestellt sind, durch den Glauben an den Messias. Wir alle haben den gleichen Zugang zu Ihm. Bei Gott gibt es keine Favoriten. Wie viel der Einzelne von seiner Beziehung zu Gott und seiner besonderen Berufung und Begabung profitieren kann, ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Dennoch sind alle Gläubigen gleichermaßen ohne Unterschied Teil der Familie Gottes.

Die Einrichtung der Gemeinschaft des Neuen Bundes als multinationale Gemeinschaft von Menschen, die an den Messias glauben, sollte allerdings nicht vermischt werden mit den besonderen und ganz speziellen Plänen und Zielen Gottes für das Volk Israel. Während die verbreitete Tendenz in Israel, sich als alleinige Empfänger und Wohltäter von Gottes Segen zu sehen, mitunter auch ein Hindernis war für die Erkenntnis der Berufung Gottes, dass sie letztlich auch ein Instrument waren, um diesen Segen an alle Völker weiterzugeben, untergräbt die Einbeziehung der Nationen als Teil des Volkes Gottes in keiner Weise den besonderen und speziellen Aspekt von Gottes Plan, der insbesondere Israel allein betrifft.

Dieses "sowohl - als auch", das einerseits das messianische Volk Gottes betrifft und fortdauernd natürlich auch Gottes Treue zu Seinem Bundesvolk, den Nachkommen Abrahams durch Isaak und Jakob, ist ein wesentliches Element der biblischen Wahrheit. Wenn wir die Bedeutung dieser beiden wesentlichen Aspekte des gesamten Plan Gottes zur Versöhnung und Wiederherstellung nicht erkennen, dann schließen wir uns damit selbst aus von der vollen Teilhabe an diesem Plan Gottes.

Israel bekam die Berufung und den Auftrag, Gottes Instrument des Segens für die ganze Welt zu sein. Entgegen der landläufigen Denkweise konnte dies umgesetzt werden durch den jüdischen Messias und seine ersten jüdischen Nachfolger.




Die Schriften des Neuen Bundes (Neues Testament) sind das Erbe Israels für die ganze Welt. Das vorläufige Scheitern der Mehrheit des Volkes Israel, seine messianische Berufung in Jeschua anzunehmen, untergräbt in keiner Weise den Plan Gottes für die Welt oder Israels eigenes Schicksal, denn Gott wird seine Verheißungen ihnen gegenüber noch erfüllen.



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Zuletzt von Reinhard am Mo 21 März 2011, 11:09 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 14 März 2011, 07:35

Zav & Zakhor

Für die Woche 19. März 2011 / 13 Adar 2 5771

Torah: Vayikra / 3. Moshe 6:1 - 8:36;

Devarim / 5. Moshe 25:17-19

Haftarah: 1. Samuel 15:2-34



Was ist Sünde?


Und der HERR redete zu Moshe: Wenn jemand sündigt und Untreue gegen den HERRN begeht, dass er seinem Nächsten ein anvertrautes Gut ableugnet oder ein Darlehn oder etwas Geraubtes, oder er hat von seinem Nächsten etwas erpresst, oder er hat Verlorenes gefunden und leugnet es ab, und er schwört falsch oder irgend etwas von allem, was ein Mensch tun mag, sich darin zu versündigen:“

(Wajikra / 3. Moshe 5:20-22).



Dieser Abschnitt aus dem dritten Buch der Thora enthält Anweisungen darüber, was zu tun ist, wenn eine Person in irgendeiner Weise Unrecht getan hat gegenüber einer anderen Person. Man beachte, dass in den oben zitierten Versen solche Dinge als Sünde gegen den Herrn bezeichnet werden, und eben nicht nur als Sünde gegenüber dem direkt Betroffenen. Die Torah rückt auf diese Weise unser Verhalten in die richtige Perspektive. Wenn wir anderen Menschen etwas Schlechtes antun, dann beeinflusst das unsere Beziehung zu Gott.

Einige mögen vielleicht meinen, wenn Gott hier Bezug nimmt auf das menschliche Verhalten, dann sei dies einfach nur ein Weg, um das Verhalten und das Miteinander unter den Menschen zu regeln. Letztlich ist die Torah jedoch ein geistliches Buch. Natürlich nimmt Gott Bezug auf die allermeisten Dinge im Leben der Menschen. Aber der Gott der Torah ist eben nicht nur ein unpersönlicher Herrscher, der alles regelt. Es macht keinen Sinn, Seine Gebote nur als Regelwerk für unser Verhalten zu sehen. Die Moral in der Torah ist tief verwurzelt in der Realität eines Gottes, der die enge Beziehung zu uns Menschen sucht.


Gott errettete das Volk Israel aus einer schrecklichen Situation in Ägypten. Diese Erlösung und Befreiung aus der Knechtschaft schuf eine einzigartige ewige Bindung zwischen den Menschen und Gott.
Daraus ergibt sich, dass ihr Leben das Wesen und den Charakter Gottes widerspiegelt. Wenn wir hierin scheitern, dann geschieht das, war wir "Sünde" nennen. Die Sünde ist nicht etwa die Abkehr von einer willkürlichen oder gar tyrannischen Herrschaft, sondern es ist die Leugnung dieser persönlichen Beziehung zu uns oder der Versuch, diese Beziehung zu zerstören.




Sünde ist nicht zu vergleichen mit einer schlechten Note oder Fehlern in einer Examensprüfung, wo immer etliche letztlich mit der Abschlussnote "mangelhaft" dastehen können. Vielmehr ist die Sünde jene schlechte Frucht, die aus dem Zustand eines Menschen erwächst, der nicht im Einklang mit dem steht, wozu wir bestimmt sind, nämlich zu einer persönlichen Beziehung zum Herrn. Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Respekt vor dem Besitz und Ehrlichkeit sind wesentliche Aspekte des Wesens Gottes. Diese Dinge zu ignorieren bedeutet letztlich die Abkehr von Gott. Einem anderen Menschen Unrecht zu tun zerstört nicht nur die Beziehung zu diesem Menschen, sondern die Beziehung zu Gott, mit anderen Worten, es ist Sünde.

Nur wenn wir erkennen, dass unsere Missetaten untereinander in erster Linie ein Affront gegen Gott sind, der uns geschaffen hat, werden wir uns auch erfolgreich von diesen Missetaten abwenden können. Philosophie, Psychologie und alle möglichen Formen von Religionen versuchen, das Problem des menschlichen Versagens zu lösen, aber kein noch so großes Maß an Selbsterkenntnis, persönlicher Bemühungen der Besserung, psychologischer Spielereien oder der Verhaltenstechniken kann jemals unsere Unfähigkeit auflösen, uns gegenüber unserem Nächsten immer richtig zu verhalten, ganz zu schweigen von unserer Unfähigkeit, die rechte Beziehung zu unserem Schöpfer herzustellen und aufrechtzuerhalten.

Nur, wenn wir unsere Missetaten als das anerkennen, was sie wirklich sind, nämlich Sünden gegen Gott, werden wir beginnen, nicht nur die Art der Beziehung zu Gott zu begreifen, zu der wir geschaffen sind, sondern wir werden auch beginnen, die Art von Beziehung zu unserem Nächsten zu erfahren, nach der wir uns schon so lange verzweifelt gesehnt haben.




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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 21 März 2011, 06:39

Shemini & Parah
Für die Woche 26. März 2011 / 20 Adar 2 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 9:1 - 11:47 &
Bemidbar / 4. Moshe 19:1-22
Haftarah: Hesekiel 36:16-38

Wenn sich schlecht zu fühlen gut ist


„Und ihr werdet an eure bösen Wege denken und an eure Taten, die nicht gut waren, und werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Greuel. Nicht um euretwillen tue ich es, spricht der Herr, HERR, das sollt ihr wissen. Schämt euch und werdet beschämt vor euren Wegen, Haus Israel!“ (Hesekiel 36:31, 32)

Die Haftarah- Lesung dieser Woche (Lesung aus den Propheten) beinhaltet unter anderem eine der biblischen Prophezeiungen über die physische und geistliche Wiederherstellung des Volkes Israel. Diese Schriftstellen machen deutlich, dass auch wenn Israel ernsthaft die Folgen für die Zurückweisung Gottes und seiner Wege tragen muss, Gott sie dennoch nicht für immer verwerfen wird, sondern dass Er Sein Volk vielmehr zu sich selbst und zu ihrem Land wieder herstellen wird. Diese Wiederherstellung wird nicht einfach nur ein Zurückversetzen sein zu dem Zustand, wie er einmal war, sondern sie geschieht vielmehr in einer Art und Weise, wie Gott es seit jeher vorherbestimmt hat, und wie sie es so noch nie erfahren haben.

Dies wird sich erfüllen, weil Gott derjenige ist, der handelt. Aus der Art und Weise, wie diese Bibelstellen das Werk Gottes beschreiben, sehen wir, dass es hier nicht um eine poetische Beschreibung oder um eine Schilderung im übertragenen Sinne geht. Diese Worte gehen über das rein menschliche Niveau hinaus. Wenn wir zum Beispiel lesen, So spricht Gott der Herr: An dem Tag, da ich euch von all euren Sünden reinige, da werde ich die Städte bewohnt sein lassen, und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden.“ (Hesekiel 36:33), dann wird Gott das auch wirklich tun.

Aber die Tatsache, dass Gott derjenige ist, der solche Dinge bewirkt, bedeutet nicht, dass es dabei nicht auch einen menschlichen Faktor gibt. Die Wiederherstellung Israels ist keine Sache, die einfach nur mit dem Volk geschieht ohne deren Zutun. Weil Gott so handelt wie er handelt, können die Menschen darauf reagieren und antworten. Tatsächlich besteht die Realität der Wiederherstellung darin, dass die Menschen auf Sein Wirken reagieren, und auf eine sehr besondere und spezielle Weise antworten.

Ein Aspekt dieser Antwort findet sich in dem Bibelvers zu Beginn dieser Betrachtung: "Und ihr werdet an eure bösen Wege denken und an eure Taten, die nicht gut waren, und werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Greuel." (Hesekiel 36:31).

Wenn Gott die verheißene Herzänderung in den Menschen bewirkt, dann werden sie auf ihr schlechtes Verhalten schauen und sich schrecklich dabei fühlen. Und so sagt Gott zu ihnen: "Schämt euch und werdet beschämt vor euren Wegen, Haus Israel!" (Hesekiel 36:32). Um die Wiederherstellung Gottes zu erfahren, müssen die Menschen zuerst beschämt werden im Angesicht ihres eigenen Handelns.

Das ist nicht die Art von Botschaft und Verkündigung, die ich heutzutage höre. Was ich in den meisten Fällen höre ist, dass Gott möchte, dass wir uns selbst gut fühlen. Uns wird gesagt, dass das menschliche Problem ein zu geringes Selbstwertgefühl ist, und wenn wir nur erkennen würden, wie Gott über uns empfindet, wäre alles o.k. (oder zumindest viel besser, als es jetzt ist). Unser Problem besteht angeblich darin, dass wir es nicht gelernt haben, uns selbst zu akzeptieren und anzunehmen. Wenn also, gemäß dieser Denkweise, Gott uns in dieser Weise akzeptiert, dann sollten wir es ebenso tun.

Aber Gott akzeptiert uns nicht in der Weise, wie wir es tun. Der Grund, warum die menschliche Situation eben so schlecht ist, wie sie ist, besteht darin, dass Gott uns in dem Zustand, in dem wir uns befinden, eigentlich zurückweisen muss. Unser Angenommen sein beruht vielmehr auf seiner Gnade und Seiner Opfertat für uns. Die frohe Botschaft ist, dass jeder, der nach Seinen Bedingungen zu Gott umkehren möchte auch angenommen wird. Aber es muss nach Seinen Bedingungen geschehen, und dazu gehört auch die Abscheu und Scham gegenüber unserer eigenen Ungerechtigkeit und Sünde. Nur wenn wir unsere Sünde als das ansehen, was sie wirklich ist, werden wir Vergebung erfahren, die notwendig ist, um zu Gott hin wieder hergestellt zu werden. Wie könnte uns vergeben werden, wenn wir der Meinung sind, dass es bei uns nichts gibt, was der Vergebung bedarf? Wenn wir für uns in Anspruch nehmen, am Opfer des Messias teilzuhaben, aber das eigentliche Ziel dieses Opfers bestreiten, dann weisen wir dadurch dieses Opfer letztlich zurück.

Gott möchte natürlich nicht, dass wir nun den Rest unseres Lebens damit zubringen, uns selbst schlecht zu fühlen oder uns selbst zu verachten. Vielmehr geht es darum, dass die Erkenntnis unserer eigenen Ungerechtigkeit und unseres falschen Handelns von der Perspektive Gottes her ein notwendiger Teil ist, damit die rechte Beziehung mit Ihm wieder hergestellt werden kann. Sobald wir die Wahrheit über die Natur des Bösen zulassen, das unsere Leben durchdringt und bestimmt, kommen wir hinein in eine Position, wo wir Seine Vergebung erfahren und von Ihm angenommen werden.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 28 März 2011, 08:24

Tazri'a & Hahodesh
Für die Woche 2.
April 2011 / 27 Adar 2 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 12:1 - 13:59;
Shemot / 2. Moshe 12:1-20
Haftarah: Hesekiel 45:16-46


Die Geburt ist keine Krankheit

Und wenn die Tage ihrer Reinigung für einen Sohn oder eine Tochter erfüllt sind, soll sie ein einjähriges Lamm zum Brandopfer bringen und eine junge Taube oder eine Turteltaube zum Sündopfer, zum Priester an den Eingang des Zeltes der Begegnung. Und er soll es vor dem HERRN darbringen und Sühnung für sie erwirken, und sie wird rein sein vom Fluss ihres Blutes. Das ist das Gesetz der Gebärenden bei einem männlichen oder bei einem weiblichen Kind.“ (Wajikra / 3. Moshe 12:6, 7; ELB.)

Die Torah ist weit mehr als eine Auflistung von Regeln und Vorschriften. Durch das Studium der Torah werden wir in die Lage versetzt, das Leben aus Gottes Perspektive zu sehen.


Die Menschen haben ein bestimmtes Konzept oder eine Theorie, der gängige Begriff dafür ist "Weltanschauung". Die meisten von uns sind sich nicht der Tatsache bewusst, dass unser Leben, welches wir führen, auf einer bestimmten Weltanschauung basiert, aber die Art und Weise, wie wir die Zusammenhänge in der Welt sehen, beeinflusst nun mal auch die Art, wie wir leben. Eine Weltanschauung gründet sich hauptsächlich auf unseren eigenen Erfahrungen oder auf dem, was wir gerade aufgeschnappt haben bzw. wodurch wir geprägt wurden, und weniger auf die Lehre. Die Art und Weise, wie wir die Welt und das Leben in dieser Welt betrachten, wird unbewusst unter anderem auch abgeleitet von unseren Familien bzw. von unserer Herkunft und den unausgesprochenen Werten der Kulturen, in denen wir leben.

Die Torah hingegen ist ein Ausdruck von Gottes Weltanschauung. Die eindeutigen Aussagen, mit denen wir in der Torah konfrontiert werden, zeigen uns Gottes Sicht vom Leben
. Diese Sicht Gottes, die ich als die einzige wahre Realität anerkenne, kann nicht immer erklärt werden, sondern es ist eine Tatsache. Der Grund für etwas ist eben nicht immer gegeben. Gott hat es nicht nötig, sich zu erklären, Er ist der Schöpfer und Herr des Universums. Wenn er eine Richtlinie vorgesehen hat, dann basiert sie auf Seiner Sicht des Lebens als Schöpfer des Lebens. Aber wenn wir genau hinschauen, was Er uns sagt, können wir ein stückweit Seine Perspektive erkennen und aufgreifen. Wenn wir das tun, wird unser Verständnis und unsere Sicht vom Leben bereichert, was wiederum dazu führt, dass Seine Weisungen und Richtlinien in den rechten Kontext gerückt werden, so dass wir sie in der Weise befolgen können, wie Gott es vorgesehen hat.

Bevor wir uns ein spezielles Beispiel ansehen, möchte ich darauf hinweisen, dass der Gesamtzusammenhang, in dem wir Gottes Anweisungen am besten verstehen, aus der Tatsache entspringt, dass wir in der messianischen Zeit leben. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Empfängern der Worte aus der Torah, die noch auf das Kommen des Messias warteten, erleben wir heute Gottes Richtlinien aus der Perspektive der messianischen Erfüllung. Das Kommen von Jeschua und die Zerstörung des Tempels haben die Art und Weise verändert, wie die Gläubigen ihr Leben führen. Doch die tiefgreifenden Unterschiede zwischen dem Alten und dem Neuen Bund sollten uns nicht grundsätzlich von Gottes Lebensperspektive abbringen, mit der wir überall in der Heiligen Schrift konfrontiert werden.


Nun zu unserem Beispiel, durch das uns die Torah Gottes Weltanschauung und Seine Sicht vom Leben nahebringt. Der Torahabschnitt dieser Woche beginnt mit einem Abschnitt über die Reinigungsvorschriften nach der Geburt eines Kindes, der so genannten Verordnung für die Wöchnerinnern. Darauf folgt dann ein längerer Abschnitt über infektiöse Hauterkrankungen bzw. Aussatz. Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen beiden Abschnitten. Diesen beiden Abschnitten gemeinsam ist die Tatsache, dass ein besonderes Augenmerk auf die Bedingungen und Umstände sowie sich daraus ergebende bestimmte Verhaltensregeln gelegt ist, wenn die Bedingungen geklärt waren.

Der Zustand, unrein zu sein, versetzte die Person jeweils in eine ganz spezielle Beziehung zu den Angelegenheiten Gottes und der Gemeinschaft. Dies wurde vorgesehen, um die Gemeinschaft insgesamt sowie den Einzelnen während der Zeit der rituellen Unreinheit zu schützen. Allerdings stellen der Geburtsvorgang und die Tage danach ja keine Gefahr für die Allgemeinheit dar, wie etwa eine ansteckende Hautkrankheit bzw. der Aussatz. Wenn festgestellt wurde, dass eine Person wirklich eine ansteckende Hautkrankheit hatte, dann wurde sie in Isolation gebracht. Eine vergleichbare Situation war für den angegebenen Zeitraum nach der Entbindung nicht gegeben. Während sowohl die Mutter nach der Geburt, als auch die Person mit Aussatz als "unrein" beschrieben werden, so muss man feststellen, unabhängig davon, was hier mit unrein gemeint war, dass eine Geburt keine Krankheit ist.

Dass die Geburt eines Kindes selbstverständlich keine Krankheit ist, gründet sich auch auf die Gesamtperspektive Gottes in Bezug auf Kinder, wonach Kinder ein Segen und eine Belohnung sind (siehe Bereschit / 1. Moshe 1:28; Devarim / 5. Moshe 7:4; Tehillim / Psalm 127:3; Matthäus 19:14).


Doch obwohl viele Kulturen den Unterschied zwischen diesen beiden Lebensumständen richtig einordnen, und niemand auf den Gedanken käme, die Geburt als eine Krankheit zu bezeichnen, zeugen doch die intensiven und zeitaufwendigen Bemühungen vieler Menschen, die Geburt von Kindern zu verhindern, von einem Weltbild, das sich fundamental unterscheidet von der Sichtweise Gottes in der Torah.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 04 Apr 2011, 08:48

Mezora (Aussätziger)
Für die Woche 9. April 2011 / 5 Nisan 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 14:1 - 15:33
Haftarah: 1 Melachim / 2. Könige 7:3-20


Was hörst du?

„Denn der Herr hatte das Heerlager Arams (Syrer) ein Getöse von Wagen und ein Getöse von Pferden hören lassen, das Getöse einer großen Heeresmacht……..“ (2 Melachim / 2. Könige 7:6; ELB.)

Wir leben im Informationszeitalter. Es ist sicher legitim zu sagen, dass wir heute mit mehr Informationen und Nachrichten versorgt oder mitunter auch überschwemmt werden, als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Wir sind das Ziel von noch mehr Daten, noch mehr Meinungen und Ansprüchen in einem Ausmaß, wie in keiner Generation, die jemals gelebt hat.

Hier in Kanada stehen wir derzeit mitten im Bundestagswahlkampf. Wir werden geradezu bombardiert von allen möglichen Versprechungen, Kritik und Kommentaren, und alle wetteifern um unsere Aufmerksamkeit. Ich habe den Eindruck, dass für viele, wenn nicht sogar für die Masse der Kanadier, die politische Rhetorik, insbesondere im Zusammenhang mit Wahlen, nichts weiter als leere Effekthascherei ist, um die Öffentlichkeit zu manipulieren und um Stimmen sowie finanzielle Zuwendungen zu sammeln.

Diese Politische Effekthascherei ist nur ein Beispiel für den möglichen Widerspruch zwischen der Bereitstellung von Informationen und dem, was wir tatsächlich hören. Die Experten auf dem Gebiet der Informationsweitergabe verstehen ihr Handwerk. Sie wissen, dass die Menschen nicht unbedingt das hören, was gesagt wird. Also versuchen sie, die entsprechende Information geschickt zu verpacken und so zu präsentieren, dass eine gewünschte Reaktion erreicht wird, unabhängig vom tatsächlichen Informationsgehalt. Deshalb ist bei einer effektiven Kommunikation die Frage, wie man etwas präsentiert, genauso wichtig wie das, was man tatsächlich ausspricht.

Der Haf
arah- Abschnitt dieser Woche zeigt einen weiteren Aspekt der Dynamik im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Informationen. Die vorliegende Geschichte handelt von der Hungersnot in Samaria, der Hauptstadt des Nordreiches Israel. Grund war die Belagerung durch die syrische Armee. Vier israelitische Männer, die an Aussatz erkrankt waren, dachten bei sich, dass sie wohl nichts zu verlieren hätten, wenn sie sich in die Hände der Syrer begeben. Aber als sie im syrischen Heerlager eintrafen, fanden sie es verlassen vor. Gott hatte die Syrer die Geräusche einer aufziehenden großen Streitmacht hören lassen. Sie gingen davon aus, dass Israel andere Nationen angeheuert hätte, um ihnen zu Hilfe zu kommen. So ergriffen sie voller Angst die Flucht und verließen das Heerlager.

Nun würde ich nicht behaupten wollen, dass Ereignisse wie diese immer wieder geschehen könnten. Aber diese Geschichte ist auf jeden Fall ein Beispiel dafür, dass Gott Menschen dazu bringen kann, etwas zu hören, was nicht wirklich real ist, um eine gewünschte Reaktion hervorzurufen. Dies sollte uns Anlass sein, einmal innezuhalten im Hinblick auf die Frage, wie wir auf das reagieren, was wir hören. Neben den Fragen der Kommunikation von solchen Dingen wie Hintergedanken, Gerüchten, Missverständnissen und unverblümten Lügen, welche die Richtigkeit dessen verzerren, was wir hören, erkennen wir hier also, dass auch Gott, der Schöpfer des Universums, an der Weitergabe von Informationen beteiligt sein kann. Somit müssen wir sehr aufmerksam sein im Hinblick darauf, wie wir hören.

Man beachte, dass die syrische Armee nicht etwa Stimmen hörte, die sagten, dass sie angegriffen würden. Sie hörten lediglich den Klang oder die Geräusche einer aufziehenden großen Armee. Der Grund, warum sie glaubten, sie würden angegriffen, war die Tatsache, dass sie Feinde Israels und Feinde Gottes waren. Wenn Israel den gleichen Klang gehört hätte, dann wären sie sicher davon ausgegangen, dass eine Armee ihnen zu Hilfe kommt.



Die Art und Weise, wie wir hören, ergibt sich nicht in erster Linie aus der Informationen selbst, sondern aus dem Verständnis unserer Beziehung zu Gott.


Wenn wir die Gewissheit haben, dass wir bei Ihm in guten Händen sind, dass er uns liebt, und dass er immer nur das Beste für uns will, dann wird dieses Wissen gleichzeitig zum Filter im Hinblick darauf, wie wir das aufnehmen und verarbeiten, was wir alles Tag für Tag hören. Wir werden nicht mehr länger zum Opfer von denen, die uns durch ihre Worte manipulieren wollen. Wir bekommen die Fähigkeit, geduldig zu sein gegenüber den Menschen, die nicht in der Lage sind, effektiv zu kommunizieren. Wir werden nicht mehr in Schrecken versetzt durch die Nachrichten von schrecklichen Gräueltaten, die überall in der Welt geschehen. Und wenn wir das „Donnern“ oder das deutliche Reden von Gott selbst hören, dann werden wir die Gewissheit haben, dass er nicht kommt, um uns anzugreifen, sondern um uns zu helfen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 11 Apr 2011, 11:31

Aharei Mot (Nach dem Tod)

Für die Woche 16. April 2011 / 12 Nisan 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 16:1 - 18:30
Haftarah: Maleachi 3:4-24




Das Gefühl von Reinheit



„Denn an diesem Tag wird man für euch Sühnung erwirken, um euch zu reinigen: von all euren Sünden werdet ihr rein sein vor dem HERRN.“ (Wajikra / 3. Moshe 16:30; ELB)

Sicher genießen sie auch das Gefühl, sauber und rein zu sein, oder? Nach der Arbeit oder nach einem harten Spiel an einem schwülen Sommertag genießen wir es, endlich unter der Dusche zu stehen. Es gibt kaum etwas schöneres, als das Gefühl, befreit zu werden von Schmutz und klebrigem Schweiß.

Die Torah verwendet die Begriffe unrein und rein, um unsere Stellung gegenüber Gott zu beschreiben. Die Wirkung der Sünde in unserem Leben macht uns unrein in einem sehr realen Sinn. Obwohl der in der Schrift beschriebene Zustand nicht physisch, sondern geistlich gemeint ist, so ist er dennoch nicht weniger real. Im körperlichen Sinne unrein oder schmutzig zu sein ist für sich genommen noch nicht wirklich schlecht oder sündhaft, aber es kann uns von der Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen oder Lebenssituationen ausschließen. Fett und Schmutz mag für einen Autoschlosser in einer Werkstatt normal sein, jedoch nicht, wenn dieselbe Person so auf seiner Hochzeit erscheinen würde. Genauso hindert uns auch die geistliche Unreinheit, in die Gegenwart Gottes zu kommen.

Unabhängig davon, wie ausgeprägt unser Bewusstsein für körperliche Unreinheit ist, so ist dies noch kein Indiz dafür, wie unrein wir wirklich sind. Der Mensch ist sehr anpassungsfähig und kann sich an alle möglichen Dinge gewöhnen, auch an Schmutz. Aber selbst dann, wenn ein Mensch sich im Schmutz wohlfühlt oder sich daran gewöhnt hat, ändert dies nichts an der Realität des Schmutzes. Genauso ist es auch im geistlichen Bereich. Unabhängig davon, inwieweit wir uns unserer Unreinheit bewusst sind oder nicht, sie ist ein exaktes Spiegelbild unseres aktuellen geistlichen Zustandes.

Die Torah geht davon aus, dass der Mensch geistlich unrein wird, und es wird die Möglichkeit der Reinigung angeboten durch die entsprechenden Opfer. Diese Vorstellung dürfte den meisten von uns heute fremd sein. In der Tat neigen wir nicht dazu, uns selbst als geistlich unrein anzusehen. Aber dies ist nun mal der Grund für unsere Entfremdung von Gott. Aufgrund der Sünde sind wir unfähig, in die Gegenwart und Gemeinschaft Gottes zu kommen, was wiederum die menschliche Existenz auf allen Gebieten untergräbt.

Jedoch war die in der Torah vorgeschriebene geistliche Reinigung nur eine Teillösung, um den Tempeldienst des Alten Bundes aufrechtzuerhalten und es den Menschen zu ermöglichen, Teil der religiösen Angelegenheiten der Nation zu sein. Das versetzte die Menschen jedoch nie wirklich in die Lage, in der Gegenwart Gottes zu sein. Tatsächlich diente es in erster Linie als Erinnerung daran, wie schrecklich unrein wir Menschen wirklich sind.

Pessach (oder Passah) steht auch in diesem Jahr wieder vor der Tür. Als Jeschua sein letztes Pessach mit seinen Jüngern feierte, wusch er ihnen die Füße und wies damit unter anderem auf die Art der demütigen Haltung hin, die wir zueinander haben sollen. Als Petrus mit der Fußwaschung an der Reihe war, reagierte Petrus ungläubig auf die Handlung des Messias in der Funktion eines hingegebenen Dieners oder Knechtes. Zum Einen hatte er verstanden, dass dies für ihn wirklich notwendig war, um Teil des Lebens und der Mission des Messias zu sein, aber nun fragte er, ob Jeschua nicht auch seinen Kopf und Hände waschen könnte. Dazu machte Jeschua eine sehr tiefsinnige Äußerung. Er sagte zu Petrus:




Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“ (Johannes 15:3; ELB).



Während es natürlich immer noch notwendig ist, sich im alltäglichen Leben mit der Unreinheit des Körpers zu befassen, einschließlich der Fußwaschung, war Petrus also grundsätzlich rein. Petrus war rein, aber er wusste es nicht. Er fühlte sich nicht rein. Er dachte, dass er immer noch unrein sei.

Haben Sie auch ein Gefühl der Unreinheit? Im Gegensatz zur körperlichen Reinigung kann man die geistliche Reinheit nicht ohne weiteres und automatisch spüren. Aber wenn wir, wie Petrus damals, Jeschua als Messias und als unseren Meister angenommen haben, dann sind wir rein, wie Petrus damals auch rein war. Das Gefühl von Reinheit stellt sich ein!




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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 18 Apr 2011, 08:40

Pesach


Für die Woche 23. April 2011 / 19 Nisan 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 33:12 - 34:26 &
Bemidbar / 4. Moshe 28:19-25
Haftarah: Hesekiel 36:37 - 37:14


Wohlgefallen und Gnade finden vor den Augen Gottes

„Der HERR sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch tun; denn du hast Wohlgefallen vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.“ (Shemot / 2. Moshe 33:17; LUTH.)

Moshe fand vor den Augen Gottes Gnade und Wohlgefallen. Was für eine Vorstellung, dass ein Mensch das Wohlgefallen vor dem Herrn des Universums genießen konnte: Gott - der Schöpfer, Retter, König und Richter. Das hebräische Wort für „Wohlgefallen“ oder „Gunst“ in diesem Vers ist "hen", was in diesem Zusammenhang Gottes
Bereitwilligkeit zum Ausdruck bringt, Moshe Hilfe zu geben. Moshe bittet Gott ganz grundlegend um Hilfe und Beistand, und Gott ist auch bereit, sie zu gewähren.

Die simple Art dieses Austausches zwischen Gott und Moshe sollte keineswegs die überwältigenden Auswirkungen dessen relativieren, was hier wirklich geschieht. Menschen, die an Gott glauben und darauf vertrauen, dass Gebet (das Reden mit Gott) eine berechtigte und wichtige Praxis ist, die glauben auch daran, dass Gott Gebet erhört. Aber wenden wir uns wirklich an Gott in dem Wissen, dass wir, wie Moshe damals, vor seinen Augen Gnade und Wohlgefallen gefunden haben? Oder mit anderen Worten gesagt: Gehen wir wirklich davon aus, dass Gott bereit ist, uns die Hilfe zu geben, um die wir Ihn bitten?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns zunächst klar machen, was die Grundlage dafür ist, dass wir vor Gott Gnade und Wohlgefallen finden. Moshe wusste, wenn Gott bereit sein würde, ihm zu helfen, dann würde er die Hilfe auch bekommen, die er brauchte. Und weil Moshe das Wohlgefallen vor Gott gefunden hatte, wurde ihm seine Bitte auch gewährt.

Die Bibel lehrt uns, dass die Menschen normalerweise nicht grundsätzlich innerhalb der Grenzen des Wohlgefallens Gottes leben. Pesach (Deutsch: Passah), das in diesem Jahr am Montagabend des 18. April beginnt, gedenkt der wohlwollenden Tat der Rettung Israels aus der Sklaverei in Ägypten durch Gott. Allerdings macht die Geschichte dieses Auszuges aus Ägypten auch die Spannung der menschlichen Erfahrung gegenüber Gott deutlich. Während Israel einerseits befreit wird von einer der schrecklichsten Situationen wegen der Gnade und des Wohlgefallens Gottes, so ist andererseits die Unfähigkeit der nachfolgenden Generationen des Volkes allzu offensichtlich, innerhalb dieses Wohlgefallens Gottes zu bleiben.

Durch die hebräischen Propheten kam Israel zu der Erkenntnis, dass Gott Sein Volk aus der physischen Knechtschaft in Ägypten befreite, dass jedoch eine noch größere geistliche Erlösung durch das Kommen des Messias geschehen sollte. Das ist auch der Grund, warum am traditionellen Sederabend zu Beginn des Passahfestes der Blick sowohl zurück auf den Auszug aus Ägypten, wie auch nach vorn auf die Ankunft
des Messias geworfen wird. Dieses Kommen des Messias, kennzeichnet die Zeit, wo das Volk Gottes Sein Wohlgefallen in vollem Umfang genießen kann.

Diese Realität ließ sich bereits damals auf wunderbare Weise erahnen, als das Volk Israel bei diesem ersten Pesach angewiesen wurde, das Blut der Lämmer an die Türpfosten ihrer Häuser zu streichen, um sie vor dem Gericht Gottes in ihrer letzten Nacht in Ägypten zu schützen. Die Gnade und das Wohlgefallen Gottes war über ihnen, weil sie unter dem Schutz des geopferten Lammes blieben. Aber unglücklicherweise scheiterte das
Israels Volk nach dem Auszug aus Ägypten daran, auch weiterhin ein Leben unter Gottes Bestimmungen und unter Seinem Schutz zu führen. Vielmehr zogen sie es vor, nach ihren eigenen Vorstellungen zu leben, womit sie sich selbst ausschlossen vom Wohlgefallen und von der Gnade Gottes.

Gott sei Dank müssen wir nicht außerhalb der Grenzen des Wohlgefallens Gottes bleiben. Genau wie in dieser ersten Pesach- Nacht können wir wieder unter das Blut des Lammes kommen. Durch den Glauben an den Messias und Sein vergossenes Blut für uns können wir Gnade und Wohlgefallen vor Gott finden.

Im Hebräerbrief aus den Schriften des Neuen Bundes können wir lesen:
Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.“ (Hebräer 4:16; ELB).


Diejenigen, die an Jeschua glauben, können voller Vertrauen und Zuversicht zu Gott kommen mit all unseren Bedürfnissen und Bitten in der Erwartung, Gnade und Wohlgefallen vor Seinen Augen zu finden.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 25 Apr 2011, 10:16

Kedoshim (Heilig)

Für die Woche 30. April 2011 / 26 Nisan 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 19:1 - 20:27
Haftarah: Amos 9:7-15

Eine wirkliche Lösung für ein wirkliches Problem

„Und ihr sollt nicht in den Ordnungen der Nation leben, die ich vor euch vertreibe;
denn alle diese Dinge haben sie getan, und sie sind mir zum Abscheu geworden.“
(Vayikra / 3. Moshe 20:23; ELB)

Der große Autor G.K. Chesterton schrieb:
"Es ist ja nicht so, dass sie die Lösung nicht sehen könnten. Vielmehr ist
es so, dass sie das Problem nicht sehen.“ Viele Stimmen bieten heutzutage alle möglichen Lösungen an für ein erfolgreiches Leben, aber nur sehr wenige sprechen dabei genau die Probleme an, denen wir Menschen gegenüberstehen. Das trifft auch auf jene zu, die für sich in Anspruch nehmen, biblisch- fundierte Lösungen
anzubieten. Dass die Bibel wirksame Lösungen anbietet, können viele Menschen bejahen: erfülltes Leben, ewiges Leben, Freiheit, Vergebung, Annahme, Heilung, Hoffnung, Freude, Frieden, Liebe, Güte, Stabilität, Weisheit und so weiter. Dies setzt
natürlich einen verbreiteten Mangel an diesen genannten Dingen voraus. Viele
Menschen sind bedrückt, krank, ängstlich, schuldbeladen, niedergedrückt, beunruhigt und verloren.

Um dieses menschliche Dilemma aufzulösen und den wunderbaren Segen Gottes im Leben der Menschen erfahrbar zu machen, müssen wir das zugrunde liegende Problem angehen. Sonst wird es dabei bleiben, dass wir nur die Symptome behandeln, und nicht das Problem selbst angehen.

Gerade wenn es um das Erkennen des eigentlichen Problems geht, greifen
viele Befürworter der Bibel zu kurz. Viele Menschen geben durchaus zu, dass das
grundsätzliche Problem, dem letztlich alle Menschen gegenüberstehen, auf unsere
Beziehung zu Gott hinausläuft. Die Entfremdung und Trennung von Gott äußert
sich in den Störungen unter den Menschen. Allerdings gibt es Unterschiede bei
der Beantwortung der Frage, wie Gott unsere Entfremdung ansieht. Das Scheitern daran, die Perspektive Gottes im Hinblick darauf richtig zu verstehen, was falsch ist, untergräbt unser Verständnis sowie die Umsetzung der Lösung, die Er uns anbietet.

Viele sehen die Perspektive Gottes hinsichtlich des Zustandes der Menschen nur als eine Form der Zuneigung, der Zustimmung und der Liebe. Er habe so viel Mitgefühl für unsere Lage, dass er große Anstrengungen unternommen hat, um uns von seiner Liebe zu überzeugen. Wenn wir nur dies ergreifen würden, dann könnten wir alle zu dem werden, was wir eigentlich sein sollen.


Es ist nicht überraschend, dass diese Art des Denkens viele dazu gebracht hat, sich zu fragen, wo diejenigen, die einen anderen Glauben haben als wir oder überhaupt nicht daran glauben, einzuordnen sind. Wenn Gott uns so sehr liebt, und wenn Er die Macht hat, uns alle zu retten, was hindert ihn daran, dies auch zu tun? Der Schwachpunkt bei dieser Denkweise besteht darin, dass sie das menschliche Problem nicht richtig erkannt hat, und deshalb ist diese Denkweise zum Scheitern verurteilt, wenn es darum geht, eine biblische Lösung zu finden.

Im oben zitierten Vers bekommen wir einen Einblick in ein wirkliches Problem. Entgegen der verbreiteten falschen Auffassung missfällt Gott der menschliche Zustand. Mit Blick auf jene Nation, die vor der Einnahme des verheißenen Landes durch Israel dort lebte, verabscheute er die Ordnungen und Dinge, die von diesen Menschen praktiziert wurden. Gott verabscheute Menschen? Liebt er denn nicht jeden Menschen?

Die Liebe Gottes ist eine komplexe Angelegenheit, die man nicht in rechter Weise erfassen und trennen kann von Seinem Zorn der Gerechtigkeit. Gott ist nicht vergleichbar mit einem gefühlsbetonten Großelternteil, dessen Herzenswunsch es ist, seinen Enkel mit allen möglichen Dingen zu verwöhnen. Er ist der Schöpfer-Gott und Richter aller Menschen, die Er nach Seinem Bild geschaffen hat, um seinen eigenen Plänen und Zielen zu entsprechen.

Unsere Rebellion gegen Ihn ist Verrat gegen den einzig wahren König, und das ist der ewigen Strafe würdig. Die Liebe Gottes kommt in Seiner Bereitwilligkeit zum Ausdruck, sich mit uns auf eine Stufe zu begeben und seinen Sohn, den Messias, für die Vergebung der Sünden hinzugeben.

Diese Lösung setzt ein solch tiefgehendes Problem voraus, dass nur wenige Menschen bereit sind, es auch wirklich ernst zu nehmen. Die menschliche Verderbtheit wegen unseres Abfalls und unserer Ablehnung Gottes macht uns in den Augen Gottes verabscheuungswürdig.
Wir mögen uns vielleicht selbst damit täuschen können, indem wir uns einreden, unsere Lage sei gar nicht so schlimm, und wir mögen vielleicht auch viel Mühe darin verwenden, das Übel zu verdecken und zu vertuschen, das in unser aller Herzen wohnt. Und dennoch verletzten wir unseren Schöpfer fortwährend durch unsere selbstdienende Habgier und Gewalt. Die Menschen sollten sich fragen, was denn der Grund ist, warum Gott nicht das ganze Schicksal und Leid einfach wegwischt.

Die Lösung der wachsenden Krise auch unter einigen Bibel-Gläubigen im Hinblick auf
die Frage, wie Gott denn zulassen kann, dass irgendjemand zugrunde geht, scheitert an der Bereitschaft, das menschliche Problem zu akzeptieren. Aber sobald wir dieses Problem erkennen und als das ansehen, was es ist, können wir die Lösung Gottes nicht nur für uns selbst empfangen, sondern wir können auch anderen viel effektiver dabei helfen, dies zu ergreifen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 02 Mai 2011, 08:13

Emor (Sprich)

Für die Woche 7. Mai 2011 / 3 Iyar 5771

Torah: Vayikra / 3. Moshe 21:1 - 24:23

Haftarah: Hesekiel 44:15-31



Schönheitsfehler und Makel


Alles, woran ein Makel ist, dürft ihr nicht darbringen, denn es wird nicht zum Wohlgefallen für euch sein.“ (Vayikra / 3. Moshe 22, 20; ELB)

Der Gott Israels war ganz besonders wählerisch im Hinblick auf die körperliche Verfassung der Priester sowie den Zustand der dargebrachten Opfer. Er gab Moshe Aufzählungen über die körperlichen Missbildungen, die Menschen und Tiere aus dem Gottesdienst bzw. vom Opfer ausschlossen.

Diese hohen Standards wurden nicht erlassen, weil Gott etwa spezielle Vorlieben hatte oder jemand bevorzugen wollte, sondern das Volk sollte vielmehr dazu gebracht werden, das ganze Ausmaß und die Bedeutung der menschlichen Unvollkommenheit zu erfassen. Die Menschen waren ursprünglich dazu bestimmt, Gottes Vertreter und Repräsentanten auf der Erde zu sein. Die Rebellion gegen Gott und der Abfall unserer Urahnen im Garten Eden veränderte auf drastische Weise unsere menschliche Natur, so dass wir fortan nicht mehr in der Lage waren, Gott in rechter Weise zu dienen. Der Opferdienst der Torah machte den Menschen immer wieder neu bewusst, dass diese Trennung zwischen Mensch und Gott existierte. Einerseits wurde das Volk Israel durch das Opfersystem in die Lage versetzt, Gott zu dienen und Ihn anzubeten, und sie konnten hineingeführt werden in die Wege Gottes und in Seine Heiligkeit. Andererseits wurden sie jedoch auch immer wieder erinnert an ihre eigene Unfähigkeit, wahre persönliche Gemeinschaft mit Gott zu haben.

Dass jemand auf der Grundlage von körperlichen Makeln oder Schönheitsfehlern disqualifiziert wird, geht uns irgendwie gegen den Strich und veranlasst uns zu glauben, dass dies absolut nichts mit uns zu tun hat. Uns wird ständig gesagt, dass die biblische Lehre von Sünde und Schuld lediglich die Erfindung eines Religionssystems ist. Nur wenn wir unsere Köpfe freimachen würden von solchen Dingen und unsere eigene, angeborene Tugendhaftigkeit erkennen, sollen wir angeblich unser volles Potenzial ausschöpfen können und ein erfolgreiches Leben führen.

Es hat wohl noch nie eine Zeit gegeben, wo die Menschen sich so stark mit dem Problem von körperlichen Makeln und Schönheitsfehlern beschäftigen. Die Menschen verwenden Unmengen von Zeit und Geld für ihr Aussehen. Während wir die moralischen und geistlichen Aspekte unseres Lebens vernachlässigen, streben wir nach dem äußerlichen Anschein körperlicher Perfektion, die uns angenehm erscheint.



Mit dem Streben nach körperlicher Perfektion stehen wir jedoch auf verlorenem Posten aufgrund der Sterblichkeit unseres Körpers. Egal, wie intensiv wir auch versuchen mögen, unsere Schönheitsfehler zu entfernen oder zu verstecken, sie werden uns doch immer wieder einholen oder für andere sichtbar werden, und letztlich müssen wir dann ja irgendwann ohnehin sterben.



Aber nicht unsere körperlichen Makel sollten uns betroffen machen. Unsere moralischen und geistlichen Makel sind eben nicht fiktiv, sondern sie sind real. Die Torah stellt als Spiegel unserer Seele das ganze Ausmaß unserer Unvollkommenheit dar, die ein Teil von uns allen ist. Gottes Wort macht eindeutig klar, dass wir nicht in Übereinstimmung sind mit dem Willen und den Weisungen Gottes, so dass wir unfähig sind, in die Gemeinschaft mit Gott zu kommen, nach der wir uns so verzweifelt sehnen.



Glücklicherweise belässt Gott uns nicht in diesem Zustand. Nachdem uns die geistlichen Schönheitsfehler offenbart wurden, gibt uns die Heilige Schrift auch die Hoffnung darauf, dass die rechte Gemeinschaft mit Gott wiederhergestellt werden kann. Bereits 600 Jahre vor dem Kommen von Jeschua prophezeite Jesaja:

Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld.“ (Jesaja 53, 5 - 6; ELB)

(Jesaja prophezeite bereits damals, wie der Messias durch Sein Leiden und Sterben unsere Übertretungen und Sünden bereinigen würde, die uns von Gott getrennt und entfremdet haben. Jeschua nahm unsere geistlichen Makel auf sich und versetzt uns damit in die Lage, in die Gegenwart Gottes zu kommen und Ihm in dieser Welt zu dienen, wie Er es vorherbestimmt hat.)


Vermerk von Admin: Jes. 53. bezieht sich nicht auf Jeschua, sondern es betr. ISRAEL, JaHWeHs erstgeborener Sohn, das Haus ISRAEL sein Volk!

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 09 Mai 2011, 08:54

Be-Har (Auf dem Berg)
Für die Woche 14. Mai 2011 / 10 Iyar 5771
Torah: Wajikra / 3. Mose 25:1 - 26:2
Haf
arah: Jeremia 32:6-27


Sklaverei

„Was aber deinen Knecht und deine Magd betrifft, die du haben wirst: von den Nationen, die rings um euch her leben, von ihnen mögt ihr Knecht und Magd kaufen. Und auch von den Kindern der Beisassen, die als Fremde bei euch wohnen, von ihnen mögt ihr kaufen und von ihrer Sippe, die bei euch ist, die sie in eurem Land gezeugt haben; und sie mögen euch zum Eigentum sein, und ihr mögt sie euren Söhnen nach euch vererben, um sie als Eigentum zu besitzen. Diese mögt ihr für ewig dienen lassen. Aber über eure Brüder, die Söhne Israel, sollt ihr nicht einer über den andern mit Gewalt herrschen.“ (Wajikra / 3. Moshe 25, 44-46; ELB)

Für viele Menschen ist dies eine der am schwersten zu verstehenden Fragen: Die Sklaverei. Wie kann es sein, dass Gottes Sicht von Sklaverei hier in der Weise dargestellt wird, dass man den Anschein hat, sie sei fester Bestandteil der Schrift? Die Bibelstelle, die ich zuvor aus der Thoralesung dieser Woche zitiert habe, scheint eindeutig klar zu machen, dass es für das Volk Israel legitim war, eigene Sklaven zu besitzen.

Wenn wir aus unserer modernen heutigen Zeit heraus zurückblicken in die damalige Zeit, dann erwarten wir einfach, dass die Bibel mit unserer heutigen Perspektive von Sklaverei übereinstimmt. Für die meisten von uns ist allein der Gedanke absolut abwegig, von einem anderen Menschen Besitz zu ergreifen und ihn wie sein Eigentum zu behandeln, und sie sind deshalb eher bestürzt darüber, dass der gleiche Gott, der uns ansonsten einen hohen Standard an Moral vermittelt, hier eine solch schlechte Einrichtung anscheinend duldet oder gar legitimiert.


Aber ist es wirklich so, dass Gott Sklaverei duldet oder billigt? Ich kann nicht bestreiten, dass unsere Schriftstelle diesen Eindruck vermitteln könnte, aber eine gründliche Lektüre der gesamten Bibel im Zusammenhang bringt uns unweigerlich zu einer anderen Sichtweise. Es ist wahr, dass wir in der Bibel vergeblich die harten und eindeutigen Worte gegen die Sklaverei finden, wie wir sie heutzutage kennen. Was wir jedoch finden können ist eine klare Untergrabung dieser bedrückenden und von Menschen geschaffenen Praxis.

Gottes wirkliche Sichtweise im Hinblick auf Sklaverei wird auf dramatische Weise deutlich in der Befreiung Seines Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Er scheute nicht davor zurück, Ägyptens Wirtschaft erheblich zu schwächen durch die Beseitigung ihres Zwangsarbeiter- Systems.

Dass die Sklaverei beim genauen Hinsehen hier in der Thora als ein negativer Zustand dargestellt wird, erkennen wir auch durch die Unterscheidungen, die in diesen Versen deutlich gemacht werden. Während Ausländer als Sklave in Besitz genommen werden konnten, galt dies nicht für Israeliten untereinander. Hier wird auch etwas darüber deutlich, welche Sichtweise die Völker untereinander hatten, wenn sie die Sklaverei erlaubten. Seit jedoch Israel sich selbst als ein Volk und als eine große Familie ansah, konnten sie sich nicht mehr untereinander versklaven.

Aber was wäre, wenn wir letztlich alle Menschen als Brüder und Schwestern ansehen würden? Was würde dann mit der Sklaverei geschehen? Dies ist einer der Aspekte, die wir in den Schriften des Neuen Bundes im Brief an Philemon finden. Philemon war ein reicher Mann und ein Sklavenbesitzer, der zum Glauben an den Messias gekommen war durch die Verkündigung von Sha-ul den Sheliach (Deutsch: Apostel oder Gesandter).


Einer der Sklaven von Philemon mit Namen Onesimus war entflohen, aber er kam dann schließlich auch zum Glauben an Jeschua durch die Lehre von Sha-ul. Unter Respektierung des römischen Rechts schickte Sha-ul Onesimus zu Philemon zurück mit dem Brief, der seinen Namen als Empfänger trägt. Auf der Grundlage dieser neuen brüderlichen Beziehung zwischen Philemon und Onesimus untergräbt Sha-ul ganz geschickt diese Praxis der Sklaverei. Er schreibt:

Denn vielleicht ist er deswegen für eine Zeit von dir getrennt gewesen, damit du ihn für immer besitzen sollst, nicht länger als einen Sklaven, sondern viel mehr als einen Sklaven, nämlich als einen geliebten Bruder, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im Fleisch als im Herrn.“
(Philemon Verse 15-16; ELB).


Da immer mehr, sowohl Herren als auch Sklaven, zum Glauben an den Gott Israels durch den Messias kamen und damit zu Brüdern wurden durch den gleichen himmlischen Vaters, war die Sklaverei unweigerlich dem Untergang geweiht.

Erst nachdem die biblische Lehre über die ganze Welt ausgebreitet wurde, konnte die Sichtweise der Menschen insgesamt auf dem Gebiet der Sklaverei reformiert werden. Es sollte noch Jahrhunderte brauchen, bis die Menschen weltweit erkannten, welche Gemeinsamkeiten wir als Menschen haben über alle nationalen und ethnischen Grenzen hinweg - eine Gemeinsamkeit, die die Duldung der Sklaverei unmöglich macht.

Sie werden vielleicht überrascht sein zu erfahren, dass Sklaverei noch immer existiert. In der Tat gibt es heutzutage mehr Sklaven in der Welt, als zu jeder anderen Zeit in der Geschichte. Die UNO schätzt, dass es heute über 27 Millionen Sklaven gibt.


Gemäß dem Artikel von Howard Dodson mit dem Titel „Slavery in the Twenty-First Century/ Sklaverei im 21. Jahrhundert” (siehe Link)

[url=http://www.smfcdn.com/assets/pubs/un_chronicle.pdf]http://www.smfcdn.com/assets/pubs/un_chronicle.pdf[/url]

gibt es diesen Sklavenhandel in allen ethnischen Gruppen, wobei Frauen und Kinder die Hauptopfer sind. Diejenigen, die gekauft, verkauft und versklavt werden, kommen aus fast allen Kontinenten, und sie werden in fast alle Länder der Erde in die Sklaverei verkauft. Sie mögen vielleicht überrascht sein zu erfahren, wie wir in den Industrieländern vom Fortbestand dieser Unterdrückung profitieren.

Wenn wir danach streben, zu einem umfassenden Verständnis der biblischen Sicht der Sklaverei zu kommen, dann möge Gott unsere Augen öffnen für die Realität der modernen Sklaverei und uns dazu berufen, die Gefangenen in die Freiheit zu führen. [/size]


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