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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Sa 27 März 2010, 07:31

@LöwenZahn4you schrieb:Bitte mal nach dem LINK schauen-stimmt er ???

Hallo, es hat sich wohl eine Leerstelle eingeschlichen, die da nicht hin gehört. Jetzt sollte es stimmen.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 29 März 2010, 17:18

Pessach
Für die Woche vom 3. April 2010 / 19 Nisan 5770
Torah: Shemot / 2. Moshe 33:12 - 34:26 & Bemidbar / 3. Moshe 28:19-25
Haftarah: Hesekiel 36:37 - 37:14

Gott sehen

"Da kam der Allmächtige hernieder in einer Wolke, und Moshe trat
daselbst zu ihm und rief den Namen des Allmächtigen an. Und der Herr
ging vor seinem Angesicht vorüber, und rief aus: Der Herr, der Herr,
ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam im Zorn und überfließend von
großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt
Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand,
sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern
bis ins dritte und vierte Glied."
(Shemot / Exodus 34:5-7)

Die Torahlesung für den kommenden Shabbat ist ganz speziell, denn
dieser Shabbat ist einer der Festtage von Pessach (Deutsch:
Passahfest). Die Verse, die ich an den Anfang gestellt habe, sind die
Antwort von Yahwe auf das Gebet des Moshe und seine Bitte: „Lass mich
deine Herrlichkeit sehen!" (Shemot/ 2. Moshe 33:18). Vom
Gesamtzusammenhang her scheint es so zu sein, dass es lediglich die
Bitte des Moshe war, Gott zu sehen. Dies würde erklären, warum die
Antwort von Yahwe in dieser Weise erging:

„Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte
vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des Herrn: Wem,
ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen
erbarme ich mich. Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht
sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Und der Herr sprach
weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Felsen
stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die
Felsenkluft stellen, und meine Hand über dir halten, bis ich
vorüber gegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun, und du
darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen".



Es ist sehr aufschlussreich zu sehen, dass, wenn Gott sich selbst
offenbart, dass er dies hauptsächlich durch sein Wort tut. Hier gab es
kein Feuer oder ein Erdbeben oder sonst irgendeine wundersame
Erscheinung. Er offenbarte sich gegenüber Moshe durch Worte. Es sind
Worte, die wir auch noch heute hören bzw. lesen können.

Gott zu sehen bedeutet, sein Wesen zu erkennen. Vielleicht mögen wir
aus dem Text heraus annehmen, dass es erstrebenswert wäre, irgendeine
Form der physischen Begegnung mit Gott zu haben, aber möglicherweise
ist das, was Moshe erstrebt, einfach nur, ein rechtes Verständnis über
Sein Wesen zu bekommen, und das ist es auch, was wir wirklich
benötigen. So möchte ich einen kurzen Überblick geben über das, was
Gott an diesem Tag zu Moshe sagte. Mit Hilfe dieser Worte können auch
wir Gott sehen bzw. sein Wesen erkennen.

Der Herr, der Herr….". Dieser Gebrauch der Bezeichnung für Gott in
diesem Zusammenhang besagt, dass Er als der Ewige sich selbst definiert
und beschreibt. Gott möchte nicht, dass Er durch unsere menschlichen
Vorstellungen definiert wird. Vielmehr stehen sein Wesen und seine
Eigenschaften absolut im Zusammenhang und im Einklang mit Ihm selbst.

"…..ein Gott, barmherzig und gnädig… ". Gott behandelt uns nicht
danach, wie wir es verdient hätten. Fakt ist, Er ist derjenige, der uns
die Kraft zum Leben verleiht.

"Langsam im Zorn". Yahwe reagiert nicht sofort auf unsere Missetaten. Er hat Geduld mit uns.

„….überfließend von großer Gnade und Treue". Gott ist absolut und
immerwährend zuverlässig. Wir können immer auf ihn zählen, dass Er das
tut, was recht und gut ist.

"….der da Tausenden Gnade bewahrt". Seine Gnade und Liebe gilt nicht
nur wenigen Auserwählten, sondern sie ist für alle Menschen bestimmt.


"….und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde". Yahwe vergibt Sünde.
Wir brauchen nicht in einem Zustand der Entfremdung und Trennung von
ihm zu bleiben. Egal, was wir getan haben, so kann unsere Beziehung zu
Ihm wieder hergestellt werden.

„….aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der
Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte
Glied.
" Diejenigen, die nicht Sein Erbarmen, Seine Gnade, Liebe und
Vergebung in Anspruch nehmen, übertragen die Konsequenzen ihrer Taten
auf Generationen. Nicht bereinigtes Unrecht setzt einen Kreislauf in
Gang, der nur schwer zu durchbrechen ist. Glücklicherweise kann dieser
Teufelskreis durchbrochen werden, wenn unsere Beziehung zu Ihm wieder
hergestellt ist.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 05 Apr 2010, 09:56

Shemini (Acht)
Für die Woche vom 10. April 2010 / 26 Nisan 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 9:1 - 11:47
Haftarah: 2. Samuel 6:1 - 7:17

Die Grundlage der Annahme

„Und Moshe sprach: Dies ist es, was Yahwe geboten hat, dass ihr es tun
sollt; und die Herrlichkeit Yahwes wird euch erscheinen. Und Moshe sprach zu
Aaron: Nahe dich zum Altar, und opfere dein Sündopfer und dein Brandopfer, und
tue Buße für dich und für das Volk; und opfere die Opfergabe des Volkes und tue
Buße für sie, so wie Yahwe geboten hat." (Vayikra / 3. Moshe 9:6,7)


Dieser Abschnitt der Torah-Lesung dieser Woche beschreibt die Handlungen, die als ein Teil des Beginns des
Dienstes an der Stiftshütte (Mishkan) durchgeführt werden sollten. Der Mishkan
war ein großes Zelt, das der alleinige Ort sein sollte, wo die Opfer dargebracht werden sollten. Moshe sagte dem Volk, was zu tun war als Vorbereitung auf eine außergewöhnliche Manifestation G_ttes. Nachdem alles wie vorgeschrieben ausgeführt war, lesen wir:


„Und Moshe und Aaron gingen hinein in die Stiftshütte; und als sie
wieder heraus kamen, segneten sie das Volk. Und die Herrlichkeit Yahwes
erschien dem ganzen Volke; und es ging Feuer aus von Yahwe und verzehrte auf
dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke; und das ganze Volk sah es, und sie
jauchzten und fielen auf ihr Angesicht.
“ (Vayikra / 3. Moshe 9:23,24)

Einer der bemerkenswerten Aspekte der Vorbereitungen auf dieses Ereignis ist die Person, die diese ausführt – Aaron. Wir wissen, warum Aaron eine Führungsrolle hatte; G_tt hatte ihn dafür auserwählt und berufen.
Allerdings ist es auch noch nicht sehr lange her, dass er ganz aktiv daran beteiligt war, das Volk zu verführen zur Anbetung eines goldenen Kalbes, von dem er sagte, dies sei der Gott, der sie aus Ägypten befreite. Sollte ein solches Verhalten ihn nicht untauglich gemacht haben, das Amt des Hohepriesters auszufüllen? Es konnte doch nicht sein, dass G_tt einfach darüber hinwegsah. Viele Menschen starben infolge dieser Sünde.
Bekam Aaron deshalb den Vorrang, weil er der Bruder von Moshe war? Es gibt keine Hinweise darauf, dass dies der Fall war. G_tt hat sehr deutlich gemacht, dass er Menschen nicht auf diese Weise behandelt und beruft. Wie konnte es dann also sein, dass diese Person weiterhin eine solch entscheidende Rolle im Dienst für G_tt spielen konnte?


Uns wird berichtet, wie das geschehen konnte. Aaron musste Buße tun, sowohl für sich selbst als auch für das Volk durch verschiedene Opfergaben. Die Annahme durch G_tt war abhängig vom vergossenen Blut dieser Opfergaben.

Wann immer ich mich auf biblische Opfergaben beziehe, bin ich mir durchaus bewusst, wie fremd eine
solche Vorstellung für die meisten Menschen der heutigen Zeit ist. Viele Menschen empfinden das Schlachten von Tieren, aus welchem Grund auch immer, als unangenehm, ganz zu schweigen von einer
solchen Handlung zu religiösen Zwecken. Aber ausschlaggebend dafür ist doch, dass wir die Bedeutung und die Auswirkung der Sünde oftmals nicht richtig verstehen. Wenn wir doch nur die ursprüngliche
Absicht G_ttes für die Welt und im Gegensatz dazu die verheerende Auswirkung der
Sünde begreifen könnten, dann wären wir auch noch besser in der Lage zu akzeptieren,
was es kostet, sich mit Sünde zu befassen. Der Tod von unschuldigen, hilflosen
Tieren dient letztlich dazu, G_ttes eigenes Opfer auf drastische Weise deutlich
zu machen. Das Vergießen des Blutes von Tieren, wie es in der Torah vorgeschrieben
ist, ist ja bereits ein Hinweis auf das vergossene Blut des Messias, durch den wir vor G_tt Gerechtigkeit erlangen.

Wir sollten erkennen, dass Aarons Annahme durch G_tt von Aarons persönlicher Beteiligung an
der Darbringung des Opfers abhängig war. Aaron konnte nicht nur das Opfer für das Volk darbringen, ohne genauso auch für sich selbst zu handeln. Wahre Opfer verlangen ein persönliches Eins werden mit
dem dargebrachten Opfer. Das ist der Grund, warum Gott später das Volk strafte, weil sie inhaltsleere, sinnlose Opfer darbrachten. Dieses Ritual hatte nur dann einen Wert, wenn der Mensch den Ernst
seiner Sünde erkannte, auf G_tt schaute und Ihn um Gnade und Erbarmen bat, und wenn er sich gleichzeitig bewusst machte, dass das Opfertier an seiner Statt sterben musste.


Dieselbe Wahrheit gilt natürlich auch im Hinblick auf das Opfer des Messias. Ich habe den Eindruck, dass einige Menschen meinen, dass seitdem Yeshua den Preis für unsere Sünden bezahlte, G_tt nun alle Menschen annimmt, und dass unsere Entfremdung von Gott nur mit unserer Unkenntnis bezüglich
seiner Annahme zu tun hat. Gemäß dieser Sichtweise beschränkt sich die Verkündigung der Frohen Botschaft über das Kommen des Messias oftmals nur auf die Information der Menschen darüber, dass ihnen bereits
vergeben wurde und sie bereits angenommen sind. Aber die Bibel lehrt eine solche Sichtweise
nicht. Selbstverständlich ist das, was Yeshua tat, für alle Menschen zu allen Zeiten ausreichend, um Vergebung für ihre Sünden zu empfangen und in die rechte Beziehung mit G_tt wieder hergestellt zu werden, aber um die Auswirkungen dieses einmaligen, herausragenden Opfers zu empfangen, bedarf es der Anerkennung unserer Sünde und der Buße, sowie einer persönliche Annahme des Todes von Yeshua an unserer statt.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 12 Apr 2010, 18:23

Tazri'a & Mezora
Für die Woche vom 17. April 2010 / 3 Iyar 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 12:1 - 15:33
Haftarah: 2 Melachim / 2. Könige 7:3-20

Die Bedeutung der Überprüfung

"Da nahmen sie zwei Wagen mit Rossen, und der König sandte sie dem Heer
der Aramäer (Syrer) nach und sprach: Zieht hin und seht nach!" (2
Melachim / 2. Könige 7:14)

Die Haftarah- Lesung dieser Woche ist Teil einer etwas längeren
Geschichte, die im vorhergehenden Kapitel beginnt. Damals wurde das
Land Israel in zwei Königreiche geteilt. Das Nordreich wurde Israel
oder Ephraim genannt mit der Hauptstadt Samaria; das Südreich wurde
Judah genannt mit der Hauptstadt Jerusalem. Samaria befand sich
inmitten einer großen Hungersnot, weil sie belagert wurden durch die
syrische Armee. Die Belagerung und der Hunger gingen auf übernatürliche
Weise zu Ende, weil Gott die Syrier veranlasste zu glauben, dass sie
angegriffen würden und sie daraufhin veranlasste, zu fliehen. Dabei
ließen sie alle ihre Vorräte zurück.

Diese überraschende Wende wurde von vier Ausgestoßenen vor dem Tor
entdeckt. Sie waren vor das Tor verbannt, weil sie Aussatz hatten. Sie
hatten sich dazu entschieden, sich dem Heer der Syrier zu ergeben und
überlegt, dass es das Risiko wert wäre, diese Möglichkeit wahrzunehmen,
weil die Situation in der Stadt so hoffnungslos war. Als sie in das
syrische Heerlager kamen, fanden sie es verlassen vor. So begannen sie,
die Vorräte zu genießen und sich selbst zu helfen mit den Vorräten, die
zurückgelassen worden waren. Schließlich erkannten sie, dass es nicht
recht war von ihnen, diese ganzen Güter alle selbst zu behalten.
Deshalb berichteten sie diese gute Nachricht von ihrer Entdeckung den
Wächtern an der Stadtmauer. Als die Botschaft vor den König kam, war
seine Reaktion sofort, davon auszugehen, dass die Syrier versuchten,
sie zu täuschen, um sie in einen Hinterhalt zu locken. Ein Diener des
Königs machte den Vorschlag, dass einige Männer ausgesandt werden
sollten, um nachzuforschen. Als sie den Bereich überblicken konnten,
wurde ihnen klar, dass es tatsächlich alles so war, wie die Aussätzigen
es gesagt hatten, und so nahmen die Menschen von Samaria das syrische
Lager ein.

Es war natürlich richtig für den König, vorsichtig zu sein. Es war
seine Verantwortung gegenüber seinem Volk. Es wäre aus seiner Sicht
nicht weise gewesen, sein Volk hinaus zu senden in eine Situation, die
durchaus auch ein Hinterhalt hätte sein können. Gleichzeitig war auch
das Ansinnen der Aussätzigen durchaus vernünftig, und in dieser
Situation war es vertretbar, mindestens eine Überprüfung der
tatsächlichen Lage vorzunehmen. Sobald der Bericht kam, der die
Behauptung der Aussätzigen bestätige, lief das Volk los, um diese
wunderbare Versorgung durch Gott in Anspruch zu nehmen.


Manchmal sind gute Nachrichten einfach zu gut, um in unserem Augen wahr
zu sein. Wenn wir mit außerordentlichen Gaben für wenig oder gar kein
Geld beschenkt werden, ohne dafür Mühe oder Zeit aufgebracht zu haben,
dann ist es sicher weise, vorsichtig zu sein. Damit ist nicht gesagt,
dass solche Dinge nicht geschehen, aber man sollte sie sorgfältig
überprüfen, bevor man sie annimmt.

Die gute Botschaft von Jeshua, dem Messias, kann, genau wie damals die
Botschaft der Aussätzigen, vielleicht manchmal zu schön sein, um wahr
zu sein. Durch Jeshua bietet Gott Vergebung aller Schuld und aller
Vergehen an, die wir jemals getan haben. Er bietet uns den dauerhaften
Zugang und die Gemeinschaft mit ihm an, und er gibt uns Seine Zusage,
dass er alles tut, was zu unserem Besten ist. Er bietet uns die
Ausrüstung und Vollmacht durch seinen Geist an, damit wir ein
gesegnetes Leben führen können, das eine Ausstrahlung hat, erfüllt von
seiner Freude, seinem Frieden und für immer freigesetzt von inneren
Schmerzen und Sorge. All dies können wir erlangen durch unsere Abkehr
von unseren Sünden und das Vertrauen auf Jeshua den Messiah und Herrn.

Die Menschen finden immer wieder viele Gründe, um dieses Angebot Gottes
zurückzuweisen. Sie mögen vielleicht, wie damals der König von Israel,
denken, dass es vermutlich nicht wirklich so ist, wie es zu sein
scheint. Sie könnten annehmen, dass jene Menschen, welche die Wahrheit
über Jeshua verkünden, irgendwelche undurchsichtigen Motive haben, oder
dass man sie nur täuschen möchte. Und letztlich sind einige Dinge ja
auch tatsächlich zu schön um wahr zu sein.

Aber ist das Angebot von Jeshua nicht einer Untersuchung oder
Überprüfung wert? Was viele Menschen nicht erkennen ist die Tatsache,
dass man es überprüfen kann. Was die Kundschafter in unserer Geschichte
überzeugte war die Tatsache, dass sie alle möglichen Arten von Gütern
und Vorräten über ein großes Gebiet verstreut vorfanden, entsprechend
der Schilderung der Aussätzigen. Genauso wird auch die Botschaft von
der Realität Jeshuas überall ausgebreitet. Die meisten guten Dinge in
der Welt in den vergangenen zweitausend Jahren sind geschehen durch das
umgewandelte Leben der Nachfolger von Jeshua. Dennoch lehnen die
meisten Menschen es ab, die Mauern ihrer festgelegten Gedanken zu
verlassen und sich die Zeit zu nehmen, das reiche Maß an Beweisen zu
überprüfen. Es gibt keinen Grund, in der Verzweiflung des geistlichen
Hungers zu verharren, wenn die reichlich vorhandene Versorgung Gottes
eigentlich für alle vorhanden ist, die ihr Vertrauen auf den Messias
Jeshua setzen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 19 Apr 2010, 11:46

Aharei & Kedoshim
Für die Woche vom 24. April 2010 / 10 Iyar 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 16:1 - 20:27
Haftarah: Amos 9:7-15

Liebe deinen Nächsten

"Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich ladest. Du sollst nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volkes. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr." (Vayikra / 3. Moshe 19:17,18)

Dem Messias wurde die Frage gestellt: „Was ist das vornehmste Gebot?" (Siehe Matth. 22:35 - 40; Markus 12:28 - 34; Lukas 10:25 - 37). Es war unter jüdischen religiösen Führern weit verbreitet, zu versuchen, die Torah auf einen Punkt zu bringen und zusammenzufassen. Nachfolgend die Antwort, die Jeschua darauf gab:

„Das vornehmste Gebot ist das: Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist allein Herr, und du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und von allen deinen Kräften. Das andere ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als dies." (Markus 12:29-31)

Einige Menschen nehmen dieses Wort zum Anlass, es so auszulegen, dass im Gegensatz zu den Menschen, die im Alten Bund lebten, die Nachfolger von Jeschua nur diese eine minimale Forderung zu befolgen hätten. Aber das geht absolut am Kern dieser Aussage vorbei. Jeschuas zusammenfassende Aussage war als Überblick und Hinführung gedacht, um die Anweisungen Gottes zu erkennen und zu verstehen, und nicht etwa als ein Vorwand, sie zu ignorieren. Jeschua konfrontiert jene Menschen mit dieser Aussage, für die die Torah zum Selbstzweck geworden ist, und er macht ihnen deutlich, dass die Gebote als eine Möglichkeit geschaffen wurden, Gott selbst und den Nächsten zu lieben. Die verloren gegangene Sichtweise dieser Hauptbotschaft der Torah führt zu der mangelnden Fähigkeit, sich dem anderen gegenüber recht zu verhalten. Das Gebot, Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben steht über allen anderen.

Wenn wir diese Kernaussage von Jeschua hören: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", dann sollte uns das hinführen zu der Bibelstelle, aus der er zitiert hat, und die ich an den Beginn dieser Auslegung gestellt habe. Unseren Nächsten zu lieben ist kein schwammiges sentimentales Konzept, das auf irgendwelchen Gefühlen basiert. Es hat vielmehr ganz praktische und sehr weit reichende Auswirkungen.

Nehmen wir zum Beispiel diese Aussage: „Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich ladest." Dieses Wort sagt uns, dass, wenn im zwischenmenschliche n Bereich irgendwelche Probleme und Schwierigkeiten auftreten, wir den Betreffenden niemals hassen dürfen. Hass ist nicht einfach nur ein negativer und verärgerter Gedanke in Richtung zu der betreffenden Person. Es ist vielmehr die Tendenz und der Beginn, die Person zu missachten und keine Verantwortung gegenüber ihm/ihr mehr zu zeigen. Dies kann durchaus mit sehr wenig Gefühl einhergehen. Gott gibt uns die Anweisung, anstatt den Problemen auszuweichen oder sie zu ignorieren, die wir mit anderen haben, sollen wir sie offen und ehrlich ansprechen, um dadurch zu vermeiden, dass noch viel größere Probleme in der Beziehung zu dem betreffenden Menschen entstehen. Das bedeutet es, wenn es heißt, "liebe deinen Nächsten", oder es ist zumindest ein Beispiel dafür.

Es könnte sein, dass die Aussage „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" eine Zusammenfassung ist für den ganzen Abschnitt in der Torah (siehe Vayikra/ 3. Moshe 19:9 - 18). Das schließt also die Beachtung der Armen unter uns ein, es schließt weiterhin ein, dass wir unseren Nächsten nicht berauben, dass wir eine faire Geschäftsbeziehung mit ihm haben, dass wir den Anderen nicht belügen, dass wir nicht falsch schwören beim Namen Gottes und den Namen Gottes nicht entheiligen, dass wir den Nächsten nicht unterdrücken, dass wir rechtzeitig den Lohn zahlen, dass wir dem körperlich Behinderten Respekt und Achtung entgegenbringen, dass wir vor Gericht nicht unrecht handeln, ohne Parteilichkeit, dass wir nicht verleumden und keine Rachegelüste oder Missgunst gegenüber dem Nächsten haben usw. Das ist keine komplette Liste, obwohl die Aufzählung natürlich deutlich macht, dass die Liebe gegenüber unserem Nächsten weit mehr ist und sehr viel weit reichender und tiefer ist, als wir das normalerweise annehmen.

Die Liebe gegenüber unserem Nächsten besteht nicht einfach nur darin, dass wir ihm herzliche Zuneigung oder Freundlichkeit entgegenbringen, obwohl es natürlich diese Punkte einschließen kann. Gottes Vorstellung von der Liebe gegenüber dem Nächsten bezieht sich auf ein tiefes Verständnis seiner Art und Weise zu lieben, einschließlich des Hinweises an uns, wie auch wir entsprechend mit unserem Nächsten umgehen sollen. Zu lieben bedeutet, dass wir die uns von Gott gegebene Verantwortung gegenüber unserem Nächsten weitergeben, gegenüber denen, mit denen wir persönliche oder geschäftliche Beziehungen haben, sowie gegenüber den Schwachen und Hilfsbedürftigen in unserem Umfeld. Wir sollten das Wort Gottes hier nicht abwerten, indem wir es reduzieren auf sehr viel weniger, als es eigentlich beinhaltet.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Eaglesword am Mo 19 Apr 2010, 12:56

This week's portion is
Acharei Mot/Kedoshim | אחרי מות/קדושים | "After the death/Holy"

* Torah: Leviticus 16:1-20:27
* Prophets: Ezekiel 22:1-19
* Gospel: Luke 14-17


"und du sollst nicht eine Frau zu ihrer Schwester nehmen, sie zu kränken, wobei du ihre Blöße neben ihr aufdeckst bei ihrem Leben"
3. Mo 18:18
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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 25 Apr 2010, 21:44

Emor (Sprich)
Für die Woche vom 1. Mai 2010 / 17 Iyar 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 21:1 - 24:23
Haftarah:Hesekiel 44:15-31



Das Warten auf Klarheit

Und der Sohn eines israelitischen Weibes, er war aber der Sohn eines ägyptischen
Mannes, ging aus unter die Kinder Israel; und der Sohn der Israelitin und ein
israelitischer Mann zankten sich im Lager.
Und der Sohn des israelitischen Weibes lästerte den Namen Yahwes und fluchte ihm; und sie brachten ihn zu Moshe. Der Name seiner Mutter aber war Schelomith, die
Tochter Dibris, vom Stamme Dan,
und legten ihn gefangen, bis ihnen klare Antwort würde durch den Mund des HERRN. (Vayikra / 3. Moshe 24:10-12)

Es gibt zwei wichtige Gebiete des Lebens, die in dieser Torahlesung berührt werden: ein spezifisches und ein generelles. Das spezifische Gebiet des Lebens ist mit der Einrichtung eines göttlichen Rechtssystems verbunden. In diesem Beispiel wusste die Gemeinde, dass der Gotteslästerer die Strafe verdient hatte, aber man hatte
keine Klarheit darüber, wie diese Strafe aussehen sollte. Anstatt die Ansichten über ihn gründlich zu erörtern, basierend auf ihren Annahmen, bringen sie ihn in Haft, "
bis ihnen klare Antwort würde durch den Mund des HERRN." Sobald sie klare Weisung vom Gott erhielten, beschlossen sie das Gerichtsurteil. Ich weiß nicht genug über die Geschichte des Rechtssystems, um zu sagen, ob es das ist, was die zivilisierten westlichen Staaten auf die Idee brachte, einen Verdächtigen in Untersuchungshaft festzuhalten, bis seine Schuld klar festgestellt ist, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass dem
so ist. Das beinhaltet auch den Schutz des Verdächtigen bis zu einem rationalen, klaren Nachweis und
Bestimmung der Schuld.


Das ist eine ganz spezifische Anwendung eines allgemeineren Grundsatzes des Lebens, nämlich, wenn der Wille Gottes nicht klar und eindeutig ist, müssen wir geduldig warten, bis es klar ist, bevor wir handeln. Dies betrifft also nicht nur
Situationen in der Justiz, dass wir wissen, wie wir etwas tun oder ausführen müssen, aber oftmals ist es einfach
nicht genau klar, was zu tun ist. Allzu oft nehmen wir an, dass wir es wissen, was in einer Situation am besten ist, obwohl wir uns nicht genug Zeit genommen haben, um Gott für Klarheit zu bitten.


Joshua, der Nachfolger von Moshe, brachte Israel in eine gottlose Verbindung mit einer anderen Nation, weil er auf die Erklärungen von Gott wartete (siehe Joshua 9:1-27). Als David versuchte, die Bundeslade nach Jerusalem zu bringen, starb ein Mann, weil man es versäumte, die Anweisungen Gottes korrekt zu befolgen, die für den Transport der Lade gegeben waren (1. Chronik 13:1-14; 15:1,2). Das Vertrauen auf Gott war auf diesem Gebiet eine der Hauptlehren, die Gott dem Volk Israel beim Weg durch die Wüste geben wollte (siehe 5. Moshe 8:3). Und der Messias selbst
sagte: "Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden." (Matth. 6:33).


Nur wenn wir zuerst nach Gott und seinen Wegen trachten, werden wir erkennen, wenn wir selbst uns auf dem falschen Weg
befinden. Das ist es auch, was Salomon meinte, als er schrieb: "Vertraue auf Jahwe mit deinem ganzen Herzen,
und stütze dich nicht auf deinen Verstand. Erkenne ihn auf allen deinen Wegen, und er wird gerade machen deine Pfade.
" (Mishlei / Sprüche 3:5,6).


Ich bin besorgt, dass viele Anhänger des Messias einfach nur mutmaßen, eine Sache zu tun
oder nicht zu tun. Entweder wir vermuten nur, dass wir den Willen Gottes im
Hinblick auf bestimmte Dinge wissen, oder wir wollen einfach nicht begreifen, dass er auch
die Möglichkeiten hat, es uns deutlich zu machen. Wir neigen dazu, dass uns gar nicht bewusst
ist, wie wir oft mehr durch die Tradition, den Gruppenzwang sowie durch
persönliche Wünsche und Vorlieben gesteuert werden können, als durch das Wort Gottes. Das würde auch erklären, warum es häufig so scheint, als wenn es nur geringe Unterschiede gibt zwischen denjenigen, die bezeugen, dem Messias
zu folgen und der allgemeinen Bevölkerung.


In dem Ereignis, über das wir auszugsweise in der Bibelstelle am Anfang gelesen haben, wurden
die Menschen konfrontierten mit einer Situation, wo sie die klare Richtung und
Anweisung von Gott noch nicht erhalten hatten. So warteten sie darauf, dass er ihnen Klarheit gab. In diesem Fall wussten sie nicht, was zu tun war, und so handelten sie auch nicht, bis sie es wussten. Das ist ein gutes Beispiel für uns. Es ist am besten,
auf Gott zu warten, wenn wir keine Klarheit haben. Aber wie steht's damit, wenn wir erkennen, dass wir bereits die falsche Sache gemacht oder den falschen Weg eingeschlagen haben? Das war mit David und der Bundeslade der Fall. Und
doch hatten er und das Volk die Demut, um zu akzeptieren, dass sie falsch gehandelt hatten und sie korrigierten ihren Kurs für einen zweiten Versuch, der dann auch erfolgreich war. Auch wenn wir versagen in unserem Hören und Gehorsam gegenüber Gott, so ist es nie zu spät, um Klarheit zu bitten und den richtigen Weg nach dem Willen Gottes einzuschlagen.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Di 04 Mai 2010, 11:31

Be-Har (Auf dem Berge) & Be-Hukkotai (In meinen Satzungen)
Für die Woche vom 8. Mai 2010 / 24 Iyar 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 25:1 - 27:34
Haftarah: Jeremia 16:19 - 17:14

Wertlose Lügen

"Herr, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Die Heiden werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur Lügen haben unsere Väter gehabt, wertlose Götzen, die nicht helfen können. Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter! Darum sieh, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt ihnen kundtun, dass sie erfahren sollen: Ich heiße der Herr." (Jeremiah 16:19-21)

Der große rote Faden in der Bibel ist eine Geschichte von Rettung und Wiederherstellung. Die menschliche Zwangslage, die heutzutage vielfach bestritten wird, aber deshalb trotzdem uneingeschränkt besteht, wird uns bereits zu Beginn in der Geschichte von Adam und Eva erklärt. Die Rebellion und Sünde unserer Urahnen gegen den Schöpfer führte zu dieser tiefen Störung, welche die Menschheit seitdem überwältigt hat. Aber auch, wenn Gott das Gericht über uns ausgesprochen hat, so hat er dennoch verheißen, dass der Tag kommen würde, an dem das Übel eines Tages zerstört würde. Es sollte nicht geschehen, bis zur Zeit von Abraham, wo Gott es vollbringen und damit beginnen würde, es auszubreiten: Aus dem Geschlecht von Abraham sollte eine Nation entstehen, die Gott als Instrument dienen würde, um den Segen zu allen Geschlechtern und Nationen der Erde auszubreiten (siehe Bereshit/ 1. Moshe 12:1 - 3). Während die Geschichte Israels sich entwickelte, wurde die Art dieses Segens offenbar: Durch den Glauben an den Messias, den Sohn Davids, dem Nachkommen Abrahams, können die Nationen der Erde wieder versöhnt werden mit Gott.

In den jüdischen Schriften, insbesondere in den Büchern der Propheten, wird die Erwartung dieser Versöhnung auf vielfache Weise in Worte gefasst, wie auch am Beispiel der Haftarah- Lesung in dieser Woche zu sehen ist. Gott sagte durch den Propheten Jeremia voraus, dass der Tag kommen würde, wo die nichtjüdischen Nationen erkennen würden, dass ihre Religionen, Überlieferungen und Philosophien nichts weiter als wertlose Lügen sind, die absolut keinen Nutzen für sie haben, und dass der Gott Israels der einzige wahre Gott ist. Auf ganz unterschiedliche Weise, beginnend bei Abraham, ist dies das immer wiederkehrende Bild. Die Welt existiert in geistlicher Finsternis, aber Gott selbst offenbarte sich dem Volk Israel in Erwartung auf Wiederherstellung der Nationen.

Dies ist genau, was geschehen und sich erfüllt hat, seit Jeschua der Messias vor ungefähr zweitausend Jahren kam. Das damalige jüdische Volk glaubte völlig richtig daran, dass durch den Messias die Realität Gottes zur ganzen Welt kommen würde. Ihre Vorstellung von der Art und Weise, wie dies geschehen sollte, unterschied sich jedoch sehr stark von der Art und Weise, wie es dann wirklich geschah. Oder ich sollte vielleicht besser sagen, wie es immer noch bis heute geschieht. Beginnend mit den ersten Jüngern von Jeschua hat die Realität des Gottes Israels das Leben der Menschen in der ganzen Welt verändert. Ganze Kulturen sind durch die Wahrheit des Wortes Gottes umgewandelt worden, indem Menschen aus fast jeder Nation erkannt haben, dass die Überlieferungen und Traditionen, die sie von ihren Vorfahren übernommen haben, wertlos sind, und dass der Gott Israels der einzig wahre Gott ist.


Man bedenke die beiden Aspekte bei dieser Sache. Es geht nicht nur darum, dass die Nationen die Wahrheit über den Gott Israels erkennen, sondern dass sie auch die wertlosen Lügen, die sie aus der Vergangenheit bzw. von den Vorfahren übernommen haben, vollständig zurückweisen und ablegen. Wenn wir für uns in Anspruch nehmen, dass wir an den einen wahren Gott glauben, bedeutet dies automatisch auch, dass wir alles ablegen, was nicht von Ihm ist. Wir neigen mitunter dazu, Teile des heidnischen Gedankengutes oder gewisser Praktiken mit in unsere Anbetung und oder unseren Dienst für den einen wahren Gott einzugliedern oder beizubehalten. Wir mögen dies vielleicht nicht immer bewusst oder vorsätzlich tun, aber letztlich ist alles das, was nicht von Gott ist, eine Lüge, und es ist wertlos. Wahrer Glaube im Messias beinhaltet, sowohl all das zu umfassen, wofür Er steht, als auch all das zurückzuweisen, das auch Er zurückweist. Warum halten wir weiter fest an wertlosen Lügen?

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 10 Mai 2010, 08:17

Bemidbar (In der Wüste)
Für die Woche 15. Mai 2010 / 2 Sivan 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 1:1 - 4:20
Haftarah: Hosea 2:1-22
Gottes Eigentum



Und der HERR redete zu Moshe und sprach: Und ich, siehe, ich habe die Leviten mitten aus den Söhnen Israel genommen anstelle aller Erstgeburt, die zuerst den Mutterschoß durchbricht unter den Söhnen Israel; und die Leviten sollen mir gehören. Denn mein ist alle Erstgeburt: an dem Tag, da ich alle Erstgeburt im Land Ägypten schlug, habe ich alle Erstgeburt in Israel für mich geheiligt vom Menschen bis zum Vieh. Mir sollen sie gehören, mir, dem HERRN.” (Bemidbar / 4. Moshe 3:11-13)


Die Leviten (Hebräisch: Levi'im) hatten eine ganz spezielle Aufgaben im damaligen Israel. Anstatt dem Stamm Levi ein Gebiet innerhalb des Landes zuzuteilen, wie den anderen Stämmen, waren sie für den religiösen Dienst vorgesehen. Ein Teil der Leviten bestand aus den Priestern (Hebräisch: Cohenim), den Nachkommen von Moshes Bruder Aaron, die die Opfergaben darbrachten. Der Rest der Leviten unterstützte die Priester bei ihren Aufgaben und erfüllte andere religiöse Aufgaben überall in der Nation. Es gibt eine Art und Weise, mit der die Leviten Gott angehörten, wie es beim Rest des Volkes nicht der Fall war, denn die normalen alltäglichen Anliegen des Volkes bestanden eher darin, den Dienst Gottes als ganz normales Volk in Anspruch zu nehmen, als ihn selbst zu praktizieren.


Die besondere Stellung der Leviten lag nicht allein in der Notwendigkeit begründet, religiöse Diener zu haben. Vielmehr standen sie in der Reihe aller Erstgeborenen, die den Exodus überlebt hatten. Gott rettete Israel aus der Sklaverei in Ägypten, indem er die Ägypter mit 10 Plagen schlug. Die letzte Plage war die Tötung der Erstgeburt bei Mensch und Tier. Um das Volk Israel vor dieser Plage zu schützen, hatte Gott sie angewiesen, ein Lamm zu opfern und dessen Blut an die Türrahmen ihrer Häuser zu streichen. Als Gott kam, um die Erstgeborenen zu richten, ging er an den Häusern vorüber, an denen das Blut aufgebracht war. Deshalb wird das Fest, bei dem man dieses Ereignisses gedenkt, Pessach (Passahfest) genannt (siehe Shemot/ 2. Moshe 11:1 - 12: 13).


Ein wichtiger Punkt ist, in welchem Zusammenhang dies alles mit den Leviten steht. Die zehnte Plage überkam nicht nur die ägyptischen Erstgeborenen, sondern alle Erstgeborenen in ganz Ägypten, unabhängig von der Nationalität. Die unnachgiebige Haltung des Pharaos, dem König von Ägypten, brachte allgemeine Zerstörung und Plage über sein ganzes Land. Es gab bestimmte Plagen, bei denen das Volk Israel unter einem speziellen Schutz stand, aber nicht bei allen. Bei der zehnten Plage musste die israelische Familie die Anweisungen Gottes befolgen, sonst wäre auch ihre Erstgeburt umgekommen. Insofern war die Bewahrung der israelitischen Erstgeborenen abhängig von Gottes spezieller Gnade. Die Erstgeborenen Israels standen also bei Gott in weit größerem Maße in der Schuld und waren zu Dank verpflichtet, als der Rest der Nation. Während die komplette Nation Gott ihre Freiheit verdankte, verdankten die Erstgeborenen Gott ihr Leben.


An die Bewahrung der Erstgeborenen und ihre spezielle Beziehung zu Gott sollte auch in zukünftigen Generationen erinnert werden. Anstelle von den tatsächlichen Erstgeborenen der kompletten Nation, die in den Dienst für Gott berufen waren, legte Gott fest, dass die Leviten ihren Platz einnehmen sollten. Ihr Dienst für Gott war mehr als einfach nur eine spezielle Berufung wegen der Notwendigkeit, religiöse Führer und Diener zu haben. Vielmehr repräsentierten sie Gottes einzigartigen Besitz der Erstgeborenen.


Genauso, wie die Leviten Gottes spezielles Eigentum waren, so verhält es sich auch mit den Nachfolgern des Messias. Wie im alten Ägypten umfasst das Gericht Gottes die ganze Erde. Wegen der Rebellion des Menschen und seiner Ablehnung, Gott entsprechend seiner Weisungen und Gebote zu folgen, hat Gott selbst über jeden Menschen das ewige Gericht und den Tod verhängt, es sei denn, dass wir das Blut von Jeschua in Anspruch nehmen, geopfert und vergossen, damit wir leben können. Genau wie bei den Erstgeborenen damals wird das Gericht Gottes an uns vorübergehen, wenn wir den Anweisungen Gottes folgen und uns dem Messias Jeschua ausliefern.


Ähnlich wie bei den Erstgeborenen, wenn wir an Jeschua glauben, dann verdanken wir ihm nicht nur unsere Freiheit, sondern unser Leben. Von daher sind wir, wie auch die Leviten, Gottes spezieller Besitz. Wenn wir nun in dieser Weise Gottes Eigentum sind, dann haben wir nicht mehr die Freiheit, so zu leben, wie es uns gefällt und unsere eigenen Ziele und Wünsche auszuleben. Vielmehr sind wir Sein Eigentum, abgesondert, um allein Seinen Interessen und Zielen zu dienen.





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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 17 Mai 2010, 12:34

Naso (Nimm die Summe)
Für die Woche 22. Mai 2010 / 9 Sivan 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 4:21 - 7:89
Haftarah: Shoftim / Richter 13:2-25

Einige Dinge können nur wir selbst tragen

"Nach dem Befehl Aarons und seiner Söhne soll alle Arbeit der Söhne der Gerschoniter geschehen hinsichtlich all ihrer Traglast und all ihrer Arbeit; und ihr sollt ihnen den Dienst für alles das übertragen, was sie zu tragen haben." (Bemidbar / 4. Moshe 4:27)

Die Söhne von Moshes Bruder Aaron wurden von Gott dazu bestimmt, das Amt des Priesters auszuführen (Hebräisch: Cohanim), dessen Hauptverantwortung darin lag, die Opfer darzubringen. Die Priester waren Teil des Stammes Levi. Der Rest der Leviten (Hebräisch: Levi-im), die nicht von Aaron abstammten, sollten die Arbeit der Priester auf ganz unterschiedliche Weise unterstützen. Der Torahabschnitt dieser Woche beinhaltet einige der konkreten Verantwortungsbereiche, die Gott den Familien der Leviten übertrug. Eine der erwähnten Bereiche war das Tragen des Mishkan (Deutsch: Stiftshütte). Die Stiftshütte war eine große, Zeltähnliche Struktur, an der die Opfer dargebracht wurden. Gott hatte sehr genau ausgewählt, was jede Sippe zu tragen hatte.

Die Leviten sind nicht die einzigen, denen Gott Belastungen auferlegt. In einem der Bücher des Neuen Testamentes ist den Gläubigen an Jeschua die Anweisung gegeben, Lasten zu tragen, wenn auch im übertragenen Sinne. Einer der interessanten Aspekte dieser Anweisung ist, dass es eine Unterscheidung gibt zwischen jenen Lasten, die ausschließlich wir selbst tragen können und jenen, bei denen wir anderen helfen sollen zu tragen:

„Liebe Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. Einer trage des anderen Last, so werdet ihr die Wahrheit der Torah erfüllen, die durch den Messias bestätigt ist. So aber jemand sich lässt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein eigen Werk; und alsdann wird er an sich selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen."
(Galater 6:1-5).

Während einige Menschen das Leben beschwerlicher und belastender finden als andere, so haben wir doch alle in irgendeiner Form Lasten zu tragen, bzw. müssen mit bestimmten Belastungen fertig werden. Dies schließt unsere ganz normalen Belastungen des Alltags ein, Probleme, mit denen wir konfrontiert werden, Umstände, die sich einstellen, Einflüsse auf unsere persönliche Gesundheit, Beziehungsprobleme und so weiter. Alle diese Dinge erfordern ein gewisses Maß an mentaler, emotionaler, geistlicher und körperlicher Kraft, um effektiv mit diesen Lasten und Problemen umzugehen. Im Hinblick auf unsere Verantwortung für bestimmte Dinge, die wir tragen sollen, bedeutet dies absolut nicht, dass diese Dinge negativ sind, sie liegen einfach nur in unserer Verantwortung und Berufung.

Manchmal machen wir uns das Leben schwerer, als es sein müsste. Dies kann passieren, wenn wir unrealistische Erwartungen bei uns selbst anlegen, oder wenn wir immer den Erwartungen Anderer entsprechen wollen. Jeschua bezog sich darauf, als er sagte:

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht." (Matthäus 11:28-30).

Der Messias spricht hier nicht davon, dass unser Leben frei von jeglicher Verantwortlichkeit sein sollte. Vielmehr möchte er betonen, dass er uns nichts auferlegen würde, was nicht auch Gott selbst von uns fordert. Die religiösen Führer der damaligen Zeit hatten den Menschen alle möglichen Dinge zusätzlich auferlegt, weit mehr, als sie in der Lage waren zu tragen. Jeschua war gekommen, um das rechte Verhältnis zu Gott wieder herzustellen, und das beinhaltete auch das Entfernen aller möglichen Arten von unnötigen bzw. von Menschen erdachten Belastungen für unser Leben.

Wenn Jeschua sagt, dass Seine Last leicht ist, dann bedeutet das nicht, dass wir jene Sachen in unverantwortlicher Weise ablegen sollten, zu denen Gott uns berufen hat, sie zu tragen. Wir mögen vielleicht manchmal dazu neigen, einfach wegen Nachlässigkeit oder Leichtfertigkeit, oder indem wir versuchen, andere zu finden, die jene Dinge tragen, die wir eigentlich selbst tragen sollen. Wenn Gott selbst es ist, der eine Last für uns bestimmt hat, dass wir sie tragen, dann ist es eigentlich egal, wie oft oder wie stark wir versuchen, diese Tatsache zu ignorieren oder es anderen aufzuerlegen. Von daher ist es immer besser, wenn wir die uns von Gott übertragene Verantwortlichkeit akzeptieren und annehmen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 24 Mai 2010, 09:18

Be-Ha'alotkha
Für die Woche 29. Mai 2010 / 16 Sivan 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 8:1-12:16
Haftarah: Sacharja 2:14-4:7

Nutzbringende Klage

Ich allein kann dieses ganze Volk nicht tragen, denn es ist mir zu schwer. Und wenn du so mit mir tust, dann
bringe mich doch um, wenn ich in deinen Augen Gunst gefunden habe, damit ich mein Unglück nicht mehr ansehen muss!“
(Bemidbar
/ 4. Moshe 11:14,15)


Das Kapitel, aus dem diese Worte entnommen sind, beginnt mit diesem Vers:

Und es geschah, als das Volk sich in Klagen erging, da war es böse in den Ohren des HERRN. Und als der HERR es hörte, da erglühte sein Zorn, und ein Feuer des HERRN brannte unter ihnen und fraß am Rand des Lagers.“ (Bemidbar / 4. Moshe 11:1).

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Israel sich immer wieder über ihre Nöte und Bedrängnisse während der Jahre des Lebens in der Wüste beklagte. Wiederholt lesen wir über ihr Murren und die Strafen Gottes als Antwort darauf. Man könnte in diesem
Zusammenhang durchaus den Eindruck bekommen, dass das Klagen grundsätzlich schlecht ist. Gott mag es nicht; somit sollten wir es auch nicht tun.

Das Problem bei dieser Schlussfolgerung besteht jedoch darin, dass sie offenbar nicht mit früheren Versen im Einklang zu stehen scheint, die wir gelesen haben. So beklagt sich etwa Moshe bei Gott, weil Gott, wie er meint, mehr von ihm erwartet, als er leisten kann. Seine Klage ist ziemlich intensiv. Er bittet Gott sogar, ihn lieber zu töten, als ihn weiter in seiner Situation zu belassen. In beiden Fällen hatten die Klagenden absolut genug von den Herausforderungen, denen sie gegenüberstanden. Ungeachtet dessen, ob sie nun wirklich ihre Lebensumstände hätten bewältigen können oder nicht, oder ungeachtet dessen ob Gott ihnen spezielle Fähigkeit geben könnte, es spielte
für sie keine Rolle. Genug war genug, soweit sie davon betroffen waren.

Und dennoch, im Gegensatz zu den Menschen im Volk, die für ihr Murren bestraft wurden, reagiert Gott positiv auf Moshe und sorgt für Erleichterung seiner unerträglichen Last. Der Unterschied im Fall von Moshe liegt darin, an wen sich die Klage richtete.
Moshe klagt vor Gott. Die Menschen klagen und murren nur untereinander. Die Menschen reagierten einfach nur ihren Frust ab und förderten damit gegenseitig die allgemeine Unzufriedenheit. Die Klage von Moshe richtet sich an den Einen und Einzigen, der ihm mit seinem
Problem wirklich helfen konnte. Es ist nicht falsch oder unrecht, eine Klage an denjenigen zu richten, der wirklich die Autorität und Macht hat, die Situation zu verändern. Aber wenn derjenige außer Stande oder unwillig ist, die Situation zu verändern, was sollen wir tun?

Erwartet Gott, dass wir einfach nur still bleiben und jegliche negative Situation aushalten?

Die Schreiber der Psalmen hatten eben gerade nicht diese Sichtweise. Ein recht großer Teil der Psalmen besteht aus Klagen. Sie „besangen“
aber nicht einfach nur ihre Niedergeschlagenheit, sondern vielmehr glaubten sie auch fest daran, dass Gott ihre Klagen erhörte und sie gingen fest davon aus, dass er darauf antwortete.

Wenn wir Herausforderungen und Nöten gegenüberstehen, erwartet Gott nicht von uns, dass wir still und ohne Worte diese Situation erleiden. Als unser Himmlischer Vater sehnt er sich danach, dass wir zu ihm kommen mit unseren Schwierigkeiten,
mit unseren Ängsten, ja sogar mit unseren Zweifeln. Nur Er ist im Stande, uns wirklich zu helfen.

In einem der Briefe aus dem Neuen Testament lesen wir:

Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Schalom Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in der Gemeinschaft mit dem Messias Jeschua.(Philipper 4:6,7 - Complete Jewish Bible).

Hier heißt es nicht "Seid um nichts besorgt und behaltet eure Probleme für euch.“ Vielmehr geht es darum, anstatt uns selbst zu sorgen, sollen wir mit dem, was uns besorgt und beunruhigt zu Gott kommen. Wenn wir in dieser Weise handeln, werden wir seinen Schalom, seinen Frieden erfahren.

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