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Torahbytes

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 24 Mai 2010, 09:18

Be-Ha'alotkha
Für die Woche 29. Mai 2010 / 16 Sivan 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 8:1-12:16
Haftarah: Sacharja 2:14-4:7

Nutzbringende Klage

Ich allein kann dieses ganze Volk nicht tragen, denn es ist mir zu schwer. Und wenn du so mit mir tust, dann
bringe mich doch um, wenn ich in deinen Augen Gunst gefunden habe, damit ich mein Unglück nicht mehr ansehen muss!“
(Bemidbar
/ 4. Moshe 11:14,15)


Das Kapitel, aus dem diese Worte entnommen sind, beginnt mit diesem Vers:

Und es geschah, als das Volk sich in Klagen erging, da war es böse in den Ohren des HERRN. Und als der HERR es hörte, da erglühte sein Zorn, und ein Feuer des HERRN brannte unter ihnen und fraß am Rand des Lagers.“ (Bemidbar / 4. Moshe 11:1).

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Israel sich immer wieder über ihre Nöte und Bedrängnisse während der Jahre des Lebens in der Wüste beklagte. Wiederholt lesen wir über ihr Murren und die Strafen Gottes als Antwort darauf. Man könnte in diesem
Zusammenhang durchaus den Eindruck bekommen, dass das Klagen grundsätzlich schlecht ist. Gott mag es nicht; somit sollten wir es auch nicht tun.

Das Problem bei dieser Schlussfolgerung besteht jedoch darin, dass sie offenbar nicht mit früheren Versen im Einklang zu stehen scheint, die wir gelesen haben. So beklagt sich etwa Moshe bei Gott, weil Gott, wie er meint, mehr von ihm erwartet, als er leisten kann. Seine Klage ist ziemlich intensiv. Er bittet Gott sogar, ihn lieber zu töten, als ihn weiter in seiner Situation zu belassen. In beiden Fällen hatten die Klagenden absolut genug von den Herausforderungen, denen sie gegenüberstanden. Ungeachtet dessen, ob sie nun wirklich ihre Lebensumstände hätten bewältigen können oder nicht, oder ungeachtet dessen ob Gott ihnen spezielle Fähigkeit geben könnte, es spielte
für sie keine Rolle. Genug war genug, soweit sie davon betroffen waren.

Und dennoch, im Gegensatz zu den Menschen im Volk, die für ihr Murren bestraft wurden, reagiert Gott positiv auf Moshe und sorgt für Erleichterung seiner unerträglichen Last. Der Unterschied im Fall von Moshe liegt darin, an wen sich die Klage richtete.
Moshe klagt vor Gott. Die Menschen klagen und murren nur untereinander. Die Menschen reagierten einfach nur ihren Frust ab und förderten damit gegenseitig die allgemeine Unzufriedenheit. Die Klage von Moshe richtet sich an den Einen und Einzigen, der ihm mit seinem
Problem wirklich helfen konnte. Es ist nicht falsch oder unrecht, eine Klage an denjenigen zu richten, der wirklich die Autorität und Macht hat, die Situation zu verändern. Aber wenn derjenige außer Stande oder unwillig ist, die Situation zu verändern, was sollen wir tun?

Erwartet Gott, dass wir einfach nur still bleiben und jegliche negative Situation aushalten?

Die Schreiber der Psalmen hatten eben gerade nicht diese Sichtweise. Ein recht großer Teil der Psalmen besteht aus Klagen. Sie „besangen“
aber nicht einfach nur ihre Niedergeschlagenheit, sondern vielmehr glaubten sie auch fest daran, dass Gott ihre Klagen erhörte und sie gingen fest davon aus, dass er darauf antwortete.

Wenn wir Herausforderungen und Nöten gegenüberstehen, erwartet Gott nicht von uns, dass wir still und ohne Worte diese Situation erleiden. Als unser Himmlischer Vater sehnt er sich danach, dass wir zu ihm kommen mit unseren Schwierigkeiten,
mit unseren Ängsten, ja sogar mit unseren Zweifeln. Nur Er ist im Stande, uns wirklich zu helfen.

In einem der Briefe aus dem Neuen Testament lesen wir:

Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Schalom Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in der Gemeinschaft mit dem Messias Jeschua.(Philipper 4:6,7 - Complete Jewish Bible).

Hier heißt es nicht "Seid um nichts besorgt und behaltet eure Probleme für euch.“ Vielmehr geht es darum, anstatt uns selbst zu sorgen, sollen wir mit dem, was uns besorgt und beunruhigt zu Gott kommen. Wenn wir in dieser Weise handeln, werden wir seinen Schalom, seinen Frieden erfahren.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 31 Mai 2010, 10:37

Shela Lekha (Sende dir aus)
Für die Woche 5. Juni 2010 / 23 Sivan 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 13:1 - 15:41
Haftarah: Josua 2:1-24

Fürchte dich nicht!

"Fallet nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht;
denn wir wollen sie wie Brot fressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen; der
Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!" (Bemidbar / 4. Moshe
14:9)

Vor einigen Jahren schrieb ich eine TorahBytes- Botschaft mit der Überschrift:
Die Furcht ist real. Damals brachte ich den Gedanken ein, dass es durchaus
verständlich ist, dass die Israeliten, die im Vorweg das Land Kanaan mit
Kundschaftern inspizierten, vor deren Einwohnern Angst hatten. Ich erwähnte
seinerzeit, dass ihr reales Problem nicht etwa darin bestand, dass sie ängstlich
waren, sondern dass sie sich selbst der Angst und Furcht hingaben. Ich habe
gehört, dass Mut nicht die Abwesenheit von Furcht ist, sondern dass Mut eher
darin besteht, das zu tun, was trotz der Furcht getan werden muss. Es mag etwas
Wahres dran sein, an dieser Sichtweise, aber ich bin mir nicht sicher, ob dies
auch die Art und Weise ist, wie Gott es sieht. Mir ist zumindest keine
Schriftstelle bewusst, in der es heißt: „Es ist okay, Angst zu haben, solange
du das tust, was recht ist". Vielmehr lesen wir immer wieder: „Fürchte dich
nicht"!

Als das Volk Israel Angst hatte, weil ihnen berichtet wurde, wie groß und
kraftvoll die Bewohner des Landes waren, hielten Joshua und Kaleb ihnen ihre
Angst vor Augen. Sie forderten sie auf, keine Angst zu haben und sagten ihnen
auch, warum sie eigentlich keinen Grund dazu hatten. Der Grund, den sie angaben
war, dass Gott mit ihnen war und dass er für sie streiten und für sie
eingreifen würde. Gott hatte zugesagt, dass er die Bewohner des Landes in die
Hände der Israeliten geben würde, und Joshua und Kaleb glaubten fest an diese
Verheißung.

Gott war eine absolute Realität für diese beiden Männer. Gottes Wort war die
Wahrheit, insoweit sie davon betroffen waren. Die Bewohner des Landes mögen groß
und zahlreich gewesen sein, aber Gott war und ist stärker. Wenn Gott verheißen
hatte, er würde Israel den Sieg geben, dann würde er auch dafür sorgen, dass
Israel siegt. Es gab eigentlich keinen Grund, sich zu fürchten.

Es gibt eine faszinierende Geschichte mit Jeschua, in der ein Synagogenvorsteher
ihn bat, seine Tochter zu heilen. Während Jeschua zu dem Ort kam, wo sie wohnte,
verstarb sie. Die Menschen, die den Vorsteher darüber informierten, gaben ihm
gleichzeitig auch den Rat, doch nun nicht länger die Zeit von Jeschua zu
beanspruchen. Aber als Jeschua dies hörte, sagte er zu dem Vorsteher: "Fürchte
dich nicht, glaube nur!" (Markus 5:36).

Jeschua sagte nicht: "Habe keine Zweifel, sondern glaube nur!" Vielmehr sagte
er: „Fürchte dich nicht, glaube nur!" War der Vorsteher ängstlich oder voller
Furcht? Möglicherweise nicht auf die Art und Weise, wie wir uns das vorstellen.
Er war nicht in gleicher Weise mit Furcht erfüllt wie das Volk Israel, das
Angst davor hatte, das Leben im Kampf zu verlieren. Im Falle des
Synagogenvorstehers war die Furcht, dass seine Tochter in Folge der Krankheit
sterben würde, durchaus verständlich und normal.

Mit dem Glauben daran, dass es vielleicht noch Hoffnung gab für seine im
Sterben liegende Tochter, würde er sich nur lächerlich machen. Die meisten von
uns haben eine natürliche Überlebensangst, umso mehr galt das für einen Mann in
dieser Stellung, für diesen Synagogenvorsteher. Während die Dinge ihren Lauf
nahmen, wurde Jeschua verlacht, als er zu den Trauernden sagte: „Das Kind ist
nicht gestorben, sondern es schläft" (Markus 5:39). Er sah den Zustand des
Mädchens mit den Augen Gottes bzw. aus göttlicher Perspektive heraus. Von
Jeschua in dieser Weise zum wahren Leben berufen zu werden kann mitunter sehr
erschreckend sein.

Ob wir nun die Israeliten betrachten, welche angsterfüllt der Eroberung des
verheißenen Landes entgegensehen, oder ob wir als Nachfolger von Jeschua dazu
berufen sind, ihm dahingehend zu vertrauen, dass er eingreift und Wunder tut:
In allen Fällen gilt, dass die Furcht uns lähmt und daran hindert, das zu
tun, wozu Gott uns berufen hat.

Furcht ist nicht immer ein bewusst wahrnehmbares Gefühl. Manchmal ist der
Grund, warum wir keine Angst empfinden, paradoxerweise die Furcht selbst. Wir
neigen dazu, Situationen zu meiden, die uns erschrecken, so dass wir keine
Furcht haben. Oftmals werden wir uns nur dann unserer Furcht bewusst, wenn
wir gezwungen werden, uns der entsprechenden Situation zu stellen, was auch
immer konkret die Furcht ausmacht.

Das Volk Israel hatte bereits zu früheren Zeiten Angst gehabt vor großen,
starken Streitkräften, bevor sie die Aussicht auf die Einnahme des verheißenen
Landes hatten. Die Leute hatten bereits zuvor fehlendes Vertrauen darin, dass
Gott ihnen unter solchen Umständen helfen könnte und eingreift. Sie mögen
nicht immer konfrontiert gewesen sein mit ihrer Furcht, bis die Situation
akut wurde, aber sie war vorhanden. Jeschua kannte das Herz des
Synagogenvorstehers und konfrontierte ihn mit seiner Furcht inmitten einer
Situation, die rein menschlich gesehen unmöglich und aussichtslos war. Damit
er in der Lage war, an den Bereich des Übernatürlichen zu glauben, musste er
sich von seiner Furcht abwenden, und Jeschua ganz vertrauen.

Furcht kann nicht zusammen mit Glauben existieren. Auch dann, wenn unsere
Anfangssituation oder unsere Reaktion von Furcht bestimmt ist, so müssen wir,
um im Glauben zu leben, die Furcht zurückweisen. Gott weiß, wie oft wir in
diesem Bereich zu kämpfen haben. Das ist auch der Grund, warum Jeschua uns
damit konfrontiert. Wir müssen uns nicht fürchten, sondern wir dürfen einfach
nur glauben.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 07 Jun 2010, 06:55

Korah
Für die Woche 12. Juni 2010 / 30 Sivan 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 16:1 - 18:32; 28:9-15
Haftarah: Jesaja 66:1-24; 1.Samuel 20:18-42

Richtige Perspektive

Und sie versammelten sich gegen Moshe und gegen Aaron und sagten zu ihnen: Genug mit euch! Denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der HERR ist in ihrer Mitte. Warum erhebt ihr euch über die Versammlung des HERRN?"
(Bemidbar / 4. Moshe 16:3)


Der Torahabschnitt dieser Woche beinhaltet unter anderem den Aufruhr durch mehrere Schlüsselfiguren im Volk Israel gegen die Führung von Moshe und Aaron. Obwohl diese Gruppe ganz genau wusste, dass die Rollen von Moshe und Aaron von Gott her ganz klar definiert waren, bot Moshe den Aufrührern die Gelegenheit, auf Gott zu schauen, wie er einmal mehr ihre Führung bestätigt. Das war für die Aufrührer jedoch nicht annehmbar. Ihre Meinungen waren bereits festgelegt. Gott bestrafte sie deshalb hart, indem er den Erdboden veranlasste, sich zu öffnen und sie lebendig zu verschlingen (siehe 4. Moshe 16:32).

Diese Katastrophe brachte die ganze Gemeinde gegen Moshe und Aaron auf. Die Antwort Gottes sollte eigentlich die ganze Nation zerstören,
es sei denn, dass Moshe und Aaron sich für sie einsetzten. Gott gab nach, aber dennoch mussten mehr als 14.000 Menschen sterben. (siehe 4. Moshe 17:7 ff.)


Dies ist eines der vielen Beispiele in der Bibel, welches uns vor Augen führt, was geschieht, wenn wir uns rebellisch gegen Gott auflehnen. Diese Auflehnung zerstörte nicht nur das Leben der Rebellen selbst, sondern sie zerstörte auch deren Familien und es gab
weitere Tausende vermeidbare Todesfälle. Die Auflehnung gegen Gott ist nicht nur eine persönliche Sache; vielmehr bringt sie
Zerstörung weit über unser eigenes persönliches Leben hinaus.


Aber wie kamen die Aufrührer an den Punkt, an dem sie eine so deutliche Haltung gegen den Willen Gottes einnahmen?
Wie kommt es, dass sie die Ziele und Pläne Gottes für ihr Volk so missverstehen konnten? Als die Aufrührer die Einladung durch Moshe ablehnten, Gott die Möglichkeit zu geben, die Führung wieder neu zu bestätigen, sagten sie:


Wir kommen nicht hinauf! Ist es zu wenig, dass du uns aus einem Land, das von Milch und Honig überfließt, heraufgeführt hast, um uns in der Wüste sterben zu lassen? Willst du dich auch noch zum Herrscher über uns aufwerfen? Du hast uns keineswegs in ein Land gebracht, das von Milch und Honig überfließt, noch uns Äcker und Weinberge als Erbteil gegeben! Willst du diesen Leuten etwa die Augen ausstechen? Wir kommen nicht hinauf!“ (4. Moshe 16:12-14)

Diese Menschen hatten seit dem Verlassen Ägyptens gekämpft. Das ist nicht das einzige Mal, dass darauf verwiesen wurde, dass sie dort gut zu Essen hatten, und vielleicht war es ja auch so, aber das dürfte wohl nur der einzige positive Aspekt in ihrem Leben als Sklaven gewesen sein. Irgendwie führte die Härte des Lebens in der Wüste seit ihrer Befreiung aus Ägypten dazu, dass sie begannen zu vergessen, wie schrecklich ihre Leben eigentlich war, und warum sie Gott ernsthaft um Hilfe und Eingreifen angefleht hatten.

Das Leben in der Wüste war nicht leicht. Unabhängig von der Tatsache, dass sie immer wieder ohne Nahrung und/oder Wasser waren, hatten auch viele von ihnen ihr Leben gelassen und konnten nicht ins verheißene Land einziehen. Aber es waren nicht die Nöte und Entbehrungen
selbst, welche die Auflehnung in ihren Herzen beförderten; vielmehr war es die Art und Weise, wie sie auf diese Nöte reagierten.


Anstatt das Leben von der Perspektive Gottes her zu sehen, und die Dinge zu lernen und anzunehmen, die er versuchte ihnen
nahezubringen und zu lehren, ergaben sie sich vielmehr in ihrer Niedergeschlagenheit und Entmutigung. Ihre Mutlosigkeit verdrehte die Sichtweise ihrer Situation. Sie glaubten tatsächlich daran, dass Moshe und Aaron ihre Grenzen überschritten hätten, indem sie die Führung übernahmen. Ihr verdrehtes Verständnis der Situation lag an ihrem Beschluss, ihr Leben von einem Ort der Niedergeschlagenheit und Entmutigung aus zu sehen. Sie waren absolut davon überzeugt, dass Moshe und Aaron das Problem waren, und so waren sie nicht in der Lage zu erkennen, was Gott versuchte, sie zu lehren.


Viele von uns neigen dazu zu denken, dass wir mit unserer eigenen Sicht im Hinblick auf unser Leben und unsere Lebensumstände die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind. Wir erkennen nicht immer, welch entscheidende Auswirkungen es hat, in welcher Art und Weise wir auf die Umstände antworten.


Das bedeutet nicht, dass unsere Sichtweise grundsätzlich realitätsfern ist, oder dass das Leben keine objektive Bedeutung hat. Vielmehr
geht es darum, wie wir auf unsere Lebensumstände antworten. Das macht den entscheidenden Unterschied im Hinblick darauf, wie wir unser eigenes Leben sehen. Dabei geht es nicht nur darum, eine positive Lebenseinstellung zu haben, obwohl eine positive Einstellung natürlich auch hilfreich sein kann. Aber eine positive Lebenseinstellung kann uns nur bis zu einem bestimmten Punkt weiterbringen. Um eine rechte Sichtweise unseres Lebens auch im Angesicht von Nöten und Bedrängnissen zu haben, müssen wir die Perspektive und Sichtweise Gottes haben.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 13 Jun 2010, 21:25

Hukkat (Ordnung, Satzung)


Für die Woche 19. Juni 2010 / 7 Tammuz 5770

Torah: Bemidbar / 4. Moshe 19:1 - 22:1

Haftarah: Shoftim / Richter 11:1-33

Der Tod ist nicht unser Freund

Jeder, der einen Toten berührt, die Leiche eines Menschen, der gestorben ist, und sich nicht
entsündigt, hat die Wohnung des HERRN unrein gemacht; und diese Seele soll
ausgerottet werden aus Israel. Weil das Wasser der Reinigung nicht auf ihn
gesprengt wurde, ist er unrein; seine Unreinheit ist noch an ihm.
(Bemidbar / 4. Moshe 19:13)


Im Torahabschnitt dieser Woche lesen wir über das Ritual der Reinigung, das nach
dem Kontakt mit Toten notwendig ist, wie auch beim Tod von
Miriam, der Schwester von Moshe, und seines Bruders Aaron. Die Art und Weise, wie die Menschen im Laufe der
Geschichte mit dem Tod umgegangen sind, hat sich geändert. In der heutigen Zeit
baut sich mehr und mehr eine Offenheit gegenüber der Euthanasie auf. Bei dem Wort Euthanasie denkt man
gemeinhin an Sterbehilfe, wobei das Herbeiführen des Todes oder die Hilfe beim Sterben einer leidenden Person als eine bessere Wahl
angesehen wird, als das Zulassen des andauernden Leidens.


Aber ist die Tötung wirklich die bessere Option, als das Leben? Dies hängt unter anderem auch von der Frage
ab, was der Tod wirklich ist. Wenn man einige der Argumente für die Euthanasie hört, dann könnte man meinen, dass der Tod ein willkommener Freund für den Leidenden ist, oder dass der Tod nur einer von vielen natürlichen
Elementen des Lebens ist. Für diejenigen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, ist er ein Türöffner für einen besseren Ort oder die lang ersehnte Befreiung von unserer Knechtschaft in unserem Fleisch. Während diese Erklärungen über den Tod natürlich nicht die einzigen sind, die dem wachsenden Zuspruch der Euthanasie Nahrung geben, wäre es gleichwohl für die Gesellschaft schwieriger, eine solche
Sache zu akzeptieren, wenn der Tod selbst in einem negativen Licht gesehen würde.


Aber gemäß der Bibel ist der Tod nun einmal negativ. Tod ist nicht natürlich. Er ist ein Aspekt des Fluches Gottes
über die Menschheit wegen der Rebellion bzw. des Sündenfalls unserer Urahnen (Siehe Bereshit / 1. Moshe 2:15, 17; vgl. 3:17-19).
Wir wurden geschaffen, um zu leben, nicht um zu sterben. Tod ist keine Lösung, sondern ein Problem - unser
größtes Problem. Er ist nicht unser Freund; er ist ein Feind - ein Feind, den
Gott vorgesehen hat zu zerstören (Siehe 1. Korinther 15:26).


Für diejenigen, die Gerechtigkeit vor Gott erlangt haben durch ihren Glauben an den Messias, stellt der Tod keine Bedrohung mehr dar. Selbst wenn uns das Leben übel mitspielt, kann der Tod nicht das letzte Wort haben. Die Kinder Gottes sind
Seiner Fürsorge über den Tod hinaus sicher und sehen dem Zustand
von unsterblichen Leibern bzw. der Wiederauferweckung entgegen.


Während wir also keinen Grund haben, den Tod zu fürchten, bleibt der Tod für die Gesamtheit
der Menschen weiterhin ein Spiegelbild des Missfallens Gottes gegenüber der Menschheit
bzw. deren Abfalls von Gott, und er wird auch weiterhin Teil unserer Notlage bleiben,
bis der Messias wiederkommt. Dann werden wir nicht etwa mit dem Tod versöhnt; sondern er wird zerstört.


Das Wort Euthanasie ist aus dem Griechischen abgeleitet, und bedeutet "guter/ schöner Tod", aber so etwas gibt es im Zusammenhang mit dem Tod nicht. Der Tod ist nicht gut, und er ist alles andere als schön. Der Versuch, ihn in
ein positives Licht zu rücken, lenkt unseren Blick weg vom eigentlichen Ziel des
Todes im Erfahrungshorizont des Menschen. Wenn die Menschen vorgeben, er sei ein willkommener Freund, obwohl er in Wirklichkeit
unser Feind ist, dann untergräbt dies den von Gott bestimmten Wert des Lebens.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 21 Jun 2010, 16:45

Balak
Für die Woche 26. Juni 2010 / 14 Tammuz 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 22:2 - 25:9
Haftarah: Micha 5:6 - 6:8

Lass dich nicht von Äußerlichkeiten täuschen

“Da kam Gott des Nachts zu Bileam und sprach zu ihm: Sind die Männer gekommen, dich zu rufen,
so mache dich auf und zieh mit ihnen; doch was ich dir sagen werde, das
sollst du tun. Da stand Bileam des Morgens auf und sattelte seine Eselin
und zog mit den Fürsten der Moabiter. Aber der Zorn Gottes ergrimmte,
dass er hinzog. Und der Engel des HERRN trat ihm in den Weg, dass er ihm
widerstünde. Er aber ritt auf seiner Eselin, und zwei Knechte waren mit
ihm.“ (Bemidbar / 4. Moshe 22:20-22)

Der Torahabschnitt dieser Woche enthält die Geschichte von Balak, dem König von Moab. Wir
lesen darin, wie er versuchte, einen Wahrsager mit Namen Bileam
dahingehend zu verpflichten, das Volk Israel zu verfluchen. Die
Menschen in Moab, einem Land am Ostufer des Toten Meeres im heutigen
Jordanien, waren in großer Angst vor Israel. So wandte sich König Balak
an BILEAM, und bat in dieser Weise um Hilfe.

Das Wechselspiel zwischen Gott und BILEAM ist etwas verwirrend. BILEAM sagte den Dienern
von Balak, dass er sich wieder melden würde um mitzuteilen, was Gott
ihm sagen würde. Er ging davon aus, dass der Gott Israels entweder
wirklich zu ihm sprechen würde, oder dass er bewusst einen falschen
Eindruck geben würde. Egal auf welche Weise, Gott würde zu ihm sprechen
um ihm mitzuteilen, genau das nicht zu tun, worum Balak ihn gebeten
hatte.

Als Balak hörte, dass BILEAM sich weigerte zu kommen,
sandte er ein weiteres Gefolge mit Versprechungen, dass ihm große Ehre
zuteil würde, als Versuch, ihn umzustimmen, damit er auf die Bitte des
Königs eingehen möge. BILEAM antwortete ihnen mit Worten, die
tatsächlich wie die Antwort eines wahren Gläubigen erscheinen:

"Bileam antwortete und sprach zu den Dienern Balaks: Wenn mir Balak sein Haus
voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort
des HERRN, meines Gottes, Kleines oder Großes zu tun." (Bemidbar / 4.
Moshe 22:18).

Als BILEAM Gott jedoch ein zweites Mal fragte,
sagte Gott ihm, er solle mit den Abgesandten von Balak mitgehen, doch
er möge nur das tun, was Gott ihm gesagt hatte. Also ging er. Dann
jedoch lesen wir, dass Gott zornig auf ihn war, weil er mitging. Was ist
hier los?

Der Schlüssel zu diesem scheinbaren Widerspruch in
den Anweisungen Gottes an BILEAM liegt in der Tatsache, dass, obwohl
Gott ihm das erste Mal deutlich gesagt hatte, nicht zu gehen, fragte er
nun erneut Gott, um sich Anweisungen zu holen. BILEAM wusste
eigentlich bereits den Willen Gottes in dieser Situation. Es bestand
eigentlich keine Notwendigkeit für eine weitere Anfrage. Dennoch
beharrte er darauf, und Gott sandte ihn in eine Richtung, die Gott
selbst eigentlich nicht gutheißen konnte.

Das mag seltsam erscheinen, aber genauso ist es? Wie oft hat Gott es auch in unserem
Leben zugelassen, dass wir Dinge tun, von denen wir eigentlich wussten,
dass sie falsch sind? Wie oft haben wir vielleicht gebetet und
wussten ganz klar, was Gottes Wille war, aber wir waren dennoch nicht
mit seiner Antwort zufrieden und beteten weiter, bis Gott es schließlich
zuließ, dass wir das tun, was wir wollten?

Einige mögen auf BILEAM schauen und denken, dass er doch eigentlich ein guter Kerl war,
der Gott treu nachfolgte. Ist er nicht einfach nur losgegangen, als Gott
sagte, er möge gehen? Und hat er nicht über Israel nur die Worte
ausgesprochen, die Gott ihm in den Mund gelegt hatte? Scheint er nicht
wirklich ein Mann zu sein, der von Gott gesegnet wurde? Nicht, wenn wir
alles im Zusammenhang betrachten, was die Thora über ihn berichtet.

Wir haben bereits festgestellt, dass Gott ihm zürne, weil er so handelte.
Später nach diesem Ereignis, verfiel Israel in die Unzucht mit den
Frauen der Moabiter, sie verehrten ihre Götzen, was in einer Plage
endete, die 24.000 Israeliten dahinraffte. Erst einige Kapitel später
erfahren wir, dass dies durch Bileam angestiftet worden war (Bemidbar /
4. Moshe 31:16).

Oftmals meinen wir vielleicht, dass die Beweise von Gottes Macht
und Gegenwart im Leben eines Menschen ein Indiz
für Gottes Segen bei dieser Person sind. Wir setzen die Gnade Gottes
und sein Eingreifen mit seiner Zustimmung gleich, auch wenn wir sehr
fragliche Dinge im Leben des betreffenden Menschen feststellen. Jeschua
selbst sagte, dass es Menschen geben wird, die Anzeichen von Gottes
Macht und Gegenwart haben, und zu denen er eines Tages sagen würde:
"Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! "
(Matth. 7:23). Nur weil Gott bestimmte Verhaltensweisen zulässt oder
jemanden gebraucht, bedeutet dies nicht unbedingt, dass es auch Sein
Wille ist.

Die entsprechende Haftarah (Prophetenlesung) macht
dies auch sehr schön deutlich. Ich schließe mit einem Auszug aus dieser
Lesung:

"Mein Volk, denke doch daran, was Balak, der König in
Moab, vorhatte und was ihm Bileam, der Sohn Beors, antwortete, von
Sittim an bis gen Gilgal; daran ihr ja merken solltet, wie der HERR euch
alles Gute getan hat. Womit soll ich den HERRN versöhnen, mich beugen
vor dem hohen Gott? Soll ich mit Brandopfern und jährigen Kälbern ihn
versöhnen? Wird wohl der HERR Gefallen haben an viel tausend Widdern, an
unzähligen Strömen Öl? Oder soll ich meinen ersten Sohn für meine
Übertretung geben, meines Leibes Frucht für die Sünde meiner Seele? Es
ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert,
nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem
Gott.“
(Micha 6:5-8 )



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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 27 Jun 2010, 21:08







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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 05 Jul 2010, 09:05

Mattott (Stämme) & Masei (Wegstrecken)
Für die Woche 10. Juli 2010 / 28 Tammuz 5770
Torah: Bemidbar / 4. Moshe 30:2 - 36:13
Haftarah: Jeremia 2:4-28, 3:4

Die Suche nach Authentizität

Und nun, was hast du mit dem Wege nach Ägypten zu schaffen, um die Wasser des
Sichor (Nil) zu trinken? Und was hast du mit dem Wege nach Assyrien zu
schaffen, um die Wasser des Stromes (Euphrat) zu trinken?“
(Jeremia
2:18)

Einige ernsthafte Studierende der Bibel sind eifrig dabei festzustellen,
was sie selbst als einen authentischen Ausdruck des biblischen Glaubens
bezeichnen. Während dies sicher über fast alle ernsthaften Gläubigen gesagt
werden könnte, sind etliche mehr als andere besorgt darüber, dass die verschiedenen Ausdrucksformen des Glaubens in der heutigen Zeit ihre Wurzeln nicht mehr allein in der Bibel, sondern im Heidentum haben. Diese Herangehensweise geht davon aus, dass wenn man herausfindet, dass ein Brauchtum aus einer heidnischen Quelle abgeleitet werden kann, dann sei es automatisch für Gläubige an Jeschua unangemessen und abzulehnen.

Das scheint auch das zu sein, was Gott durch Jeremia in der Haftarah dieser Woche
zum Ausdruck bringt. Das Volk Israel stand unter dem Gericht Gottes wegen vieler
Jahre der Auflehnung gegen Gott. Wegen des Scheiterns daran, eine Warnung nach der anderen zu hören, waren sie
am Rande von Zerstörung und Verbannung. Eine der Dinge, mit denen Jeremia damals konfrontiert wurde, war die Tatsache,
dass die Menschen anstatt umzukehren zu Gott, sich allesamt von Ihm abkehrten
und sich anderen Völkern und deren Bräuchen zuwandten. Anstatt zu akzeptieren, dass genau dies der
Hauptgrund für ihre Probleme war, gingen sie vielmehr davon aus, dass ihr Gott sie verstoßen hatte.

Ich habe den Eindruck, dass einige bei ihrer Suche nach Authentizität sich selbst als Nachfolger von Jeremia sehen. Unabhängig
davon, ob Gläubige einem schweren Schicksal gegenüberstehen oder nicht, so werden wir uns zumindest so
einschätzen, das wir ein Leben weit unter den Erwartungen Gottes führen. Der Grund dafür liegt, gemäß den
Argumenten derjenigen, die nach immer mehr Authentizität suchen, darin, dass
wir uns selbst von der Authentizität abgewendet und diese durch Praktiken und Lehren
aus anderen Ländern ersetzt haben, wodurch wir bei Gott in Ungnade gefallen sind.

Ich stimme zumindest teilweise mit dieser Sichtweise überein. Gott hat uns in der Bibel seine Wege offenbart, und wir selbst sind
nicht in der Lage, dies noch zu verbessern oder gar zu vervollkommnen. Aber die Hingabe und Verbindlichkeit gegenüber
dem Wort der Bibel ist nicht in jedem Fall gleichzusetzen mit dem so genannten Streben oder der Suche
nach Authentizität bzw. Glaubwürdigkeit. Ich sage bewusst "so genannten", weil es einige grundlegende falsche Auffassungen über eine solche Suche nach Authentizität gibt. Ich werde versuchen, auf zwei Aspekte in diesem Zusammenhang einzugehen.

Der erste Punkt ist, dass diese Suche nach Authentizität davon ausgeht, dass wenn es sich bei einer Sache herausstellt, dass
sie aus einer heidnischen oder gottlosen Quelle stammt, sie dann automatisch schlecht sein muss. Es gibt viele Sitten und Bräuche, die von Nachfolgern Gottes unbedingt zu vermeiden sind, aber sie sind eben deswegen falsch, weil Gott sagt, dass sie falsch sind, nicht einfach nur allein wegen ihres heidnischen Ursprunges. Wenn ich beweisen könnte, dass Bücher mit Seiten im Gegensatz zu den Schriftrollen von Heiden erfunden wären, sollten Gläubige sie dann meiden? Wie steht's mit dem Papiergeld? Oder was ist mit Sprachen außer Hebräisch? Das eigentliche Problem muss nicht zwangsläufig der Ursprung sein, sondern es hat etwas damit zu tun, wie Gott es sieht.

Die zweite falsche Auffassung in diesem Zusammenhang ist, dass die authentischen Sitten und Gebräuche leicht erkannt werden können. Diejenigen, die nach Authentizität suchen, scheinen davon auszugehen, dass die biblischen Schriften des Neuen Bundes genügend Informationen geben bezüglich der Sitten und Gebräuche, innerhalb derer unser Glaube seinen Ausdruck finden soll. Ich glaube wirklich, dass die ganze Bibel, einschließlich der hebräischen Schriften und den Büchern des Neuen Bundes uns mit allem versorgt, was wir für unseren Glauben benötigen, sowohl für unseren persönlichen Glauben, als auch für das Glaubensleben der Gemeinde. Allerdings wird uns kein komplettes Bild darüber vermittelt, wie die Gläubigen an Jeschua im ersten Jahrhundert ihren Glauben ganz konkret praktizierten. Vor allem hat Gott hat uns relativ wenige Anweisungen gegeben bezüglich der Formen und Liturgien in unseren Versammlungen einschließlich vieler anderer ganz praktischer Aspekte des Glaubenslebens.

Damit will ich nicht andeuten, dass Gott etwa nichts zu sagen hätte über unsere Sitten, Gebräuche und Glaubenspraktiken. Die Bibel ist auf vielen Gebieten klar und eindeutig, aber wir sollten uns davor hüten, Gott bestimmte Worte in den Mund zu legen und sie als Dogma hinzustellen, die Gott selbst nie gesagt oder eingesetzt hat.

Ich stimme mit denjenigen, die nach Authentizität streben, zumindest dahingehend überein, dass es uns guttun würde, noch mehr bibeltreu zu sein und unser Glaubensleben sowie unseren Alltag danach auszurichten. Jedoch um noch mehr bibeltreu zu sein, müssen wir die Bibel sorgfältig und eifrig studieren und uns dabei auf die Führung und Leitung des Geistes Gottes einlassen, weil wir Ihm dadurch die Möglichkeit geben, uns Seinen Willen zu offenbaren. Wenn wir das tun, sind wir weitaus besser ausgerüstet und in der Lage, den Unterschied zwischen göttlichen und gottlosen Sitten und Gebräuchen zu erkennen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 11 Jul 2010, 14:43

Devarim (Worte)
Für die Woche 17. Juli 2010 / 6 Av 5770
Torah: Devarim / 5. Moshe 1:1 - 3:22
Haftarah: Jesaja 1:1-27

Die Torah ist gut für dich

"Und es geschah im vierzigsten Jahre, im elften Monat, am Ersten des Monats, da redete Mose zu den Kindern Israel nach allem, was Jahwe ihm an sie geboten hatte.“ (Devarim / 5. Moshe 1:3)

In den Messianischen Schriften des Neuen Bundes lesen wir:

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, (o. Belehrung) zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, auf dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt“.(2. Tim. 3:16- 17)

Als Sha-ul diese Worte schrieb, "Alle Schrift" bezog er sich auf den Tenach, das ist der hebräische Name für das so genannte Alte Testament. Tenach ist ein Akronym für die Torah (die fünf Bücher von Moshe), Nevi'im (die Propheten), und K'tuvim (die Schriften).
Während dieser Hinweis natürlich auch auf die messianischen Schriften des Neuen Bundes auszuweiten ist, hatte Sha-ul damals sehr wahrscheinlich nur den Tenach im Blick, weil die Schriften des Neuen Bundes nur auf einer sehr frühen Stufe ihrer Entwicklung und
Zusammenstellung waren.

Gemäß Sha-ul ist der Tenach nicht nur in vollem Umfang von Gott inspiriert, sondern er ist für die Nachfolger von Jeschua auf dem Glaubensweg und in der Nachfolge auch gewinn- und nutzbringend. Die Schriften des so genannten Alten Bundes sollen
nicht wie ein Reliquienschrein behandelt werden, der nur außergewöhnliche Ereignisse in der Geschichte
beschreibt, und in dem wir nur lesen, um Erinnerungen auszulösen und nostalgische Gefühle hervorzurufen. Der Tenach ist für die Kinder Gottes auch heute auf jeden Fall gewinnbringend. Und man bedenke, dass Sha-ul hier nicht von einigen Schriften oder biblischen Büchern spricht, sondern er schreibt: „Alle Schrift der Bibel“. Der ganze Tenach ist gewinnbringend, nicht nur Teile davon.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jeder Vers für jede einzelne Person in jeder konkreten Situation wichtig oder bedeutsam ist. So sind
zum Beispiel Verse, die exklusiv für Frauen gelten, für Männer natürlich nicht bedeutsam. Die Anweisungen Gottes, die Kanaaniter zu vernichten, gelten heute für uns nicht, selbst wenn Sie zufällig einem begegnen sollten. Jeder Teil der Bibel muss nicht nur isoliert
in seinem unmittelbaren Zusammenhang, sondern auch innerhalb des Gesamtzusammenhangs mit dem Rest der Bibel verstanden werden. Die Beschreibungen und Regelungen zum sehr vielschichtigen Opfersystem sind zum Beispiel auf vielerlei Weise bedeutungsvoll, auch wenn das
Opfersystem in dieser Form nicht mehr in Kraft ist. Anweisungen für die Könige waren zur Zeit der damaligen israelitischen Könige spezifisch, dennoch finden wir auch hier Aspekte, die für Führer oder Leiter im Allgemeinen aufschlussreich und wichtig sind.

Es gibt bestimmte Hinweise in den Messianischen Schriften des Neuen Bundes, die im ersten Moment sehr negativ klingen
bezüglich der Moshe-Bücher im Tenach. Aber diese Schriftstellen betreffen weniger spezielle Details der Torah, als vielmehr die Instrumentalisierung der Torah. Das strenge, verbissene Festhalten an der Torah und deren Instrumentalisierung durch die damaligen
religiösen Führer war als Grundlage für das Erlangen der Gerechtigkeit vor Gott so nie beabsichtigt. Dies wird nur durch den Glauben an den Messias vollbracht. Das galt auch für diejenigen, die vor der Ankunft von Jeschua lebten, denn auch hier war ihr Glaube die Bestimmung Gottes zur Erlösung und Rettung durch Ihn.

Verwirrung entsteht mitunter dadurch, dass es mehr als eine Möglichkeit gibt, wie man die Torah verstehen und auslegen kann. Torah in einem allgemeinen Sinn bedeutet Gottes Lehre oder Wegweisung. Für das Volk Israel war das verknüpft mit dem
Bund, der am Berg Sinai durch Moshe geschlossen wurde, einschließlich der fünf Moshebücher, die durch Ihn inspiriert sind. Während der Zeit zwischen Moshe und dem Kommen von Jeschua war die Torah mit dem Sinai-Bund gleichbedeutend und eng damit verbunden. Aber tatsächlich sind sie nicht ein und dieselbe Sache. Als der Neue Bund durch Jeremia prophezeit wurde, lesen wir, dass während das Volk Israel den Sinai-Bund gebrochen hatte, Gott seine Torah in ihre Herzen schreiben würde. Der Neue Bund ist kein verinnerlichter Sinai-Bund. Er
schließt auch eine verinnerlichte Torah ein, was bedeutet, dass die Wegweisung Gottes für das Leben der Gläubigen nicht allein durch das geschieht, was äußerlich auf steinernen Tafeln steht. Stattdessen entspringt diese Wegweisung und Führung Gottes aus einer neuen
inneren Natur auf der Basis der Vergebung Sünden.


Jeremia 31:31-33: Siehe, Tage kommen, spricht Jahwe, da ich mit dem Hause
Israel und mit dem Hause Judah einen neuen Bund machen werde: nicht wie
der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tage, da ich sie bei der
Hand fasste, um sie aus dem Lande Ägypten herauszuführen, welchen meinen Bund
sie gebrochen haben; und doch hatte ich mich mit ihnen vermählt, spricht Jahwe.
Sondern dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel machen werde nach jenen
Tagen, spricht Jahwe: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es
auf ihr Herz schreiben; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein“.


Seitdem für Anhänger von Jeschua die Torah zu einer innere Realität und zu einer Sache des Herzens geworden ist, bleibt die Frage, welche Bedeutung die Details der Torah für uns heute haben. Es gibt nirgendwo in der Bibel einen Hinweis darauf, dass der Glaube ganz automatisch und ohne Dazutun in ein göttliches Leben mündet. Dies geschieht vielmehr durch das Studium der kompletten Bibel und des gleichzeitigen
Vertrauens auf den Geist Gottes, damit wir erkennen, was Gottes Wille für unser Leben heute ist. Wenn wir uns darauf einlassen, dann werden wir das erfahren, was ich bereits erwähnt habe, nämlich dass bestimmte Anweisungen im messianischen Zeitalter nicht oder nicht mehr direkt Anwendung finden. Andererseits gibt es viele Anweisungen, die ewig gültig sind, wie etwa nicht zu morden, nicht zu stehlen bis hin zur Sicherheit beim Bau eines Hauses (siehe Devarim / 5. Moshe 22:8 ) oder ein faires Geschäftsgebaren (Devarim / 5. Moshe 25:15).
Wie man bestimmt, was für heute gilt, und vor allem wie es gilt, ist nicht immer ganz einfach, aber es ist ein großer Segen, sich intensiv mit dem niedergeschriebenen Wort Gottes zu befassen, um Seine Wege und Seinen Willen zu erkennen, insbesondere dann, wenn unser
Herz Freude daran hat, den Willen Gottes zu tun.

Natürlich enthalten weite Teile sowohl des Alten wie auch des Neuen Testamentes der Bibel nicht nur Anweisungen. Wir finden auch Geschichten, Lieder, Prophetien usw. Auch wenn nicht alles uneingeschränkt für uns heute relevant ist, so hilft es uns doch
alles, Gott besser kennen zu lernen. So können wir fest davon überzeugt sein, dass das nachfolgende Wort aus den Psalmen heute ebenso wahr ist wie damals, als es niedergeschrieben wurde:

„Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen Pfad“.(Tehillim / Psalmen 119:105)

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 19 Jul 2010, 09:31

Va-Ethannan (Und ich flehte)
Für die Woche 24. Juli 24, 2010 / 13 Av 5770
Torah: Devarim / 5. Moshe3:23 - 7:11
Haftarah: Jesaja40:1-26

Der Meinungsstreit um die Torah

“Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon tun, auf dass ihr bewahren möget die Gebote des HERRN, eures Gottes, die ich euch gebiete“. (Devarim / 5. Moshe 4:2)

Die Missverständnisse im Zusammenhang mit der Torah unter den Gläubigen des Neuen Bundes resultieren teilweise aus einem Mangel an Bewusstsein über die Hintergründe und Probleme, mit denen die Schreiber der Messianischen Schriften zu tun hatten. Die Gläubigen des Neuen Bundes, insbesondere auf Seiten der Protestanten, sehen die Torah mit den Augen der Kontroverse, die auf dem Gebiet der Heilslehre im Mittelalter entstand. In jenen Tagen setzte sich die Denkweise fest, dass man, um von Gott angenommen zu werden, eine bestimmte Zahl von Werken oder Verdiensten vorweisen müsse. Die Heilslehre des Neuen Bundes, dass der Glaube an den Tod und die Auferstehung von Jeschua ausreichend war für das Heil, schien verloren gegangen zu sein. Offensichtlich waren viele der Glaubensbekenntnisse und theologischen Lehren in der Reformationszeit eine Antwort auf diese und andere unbiblische Lehren.

Wenn wir uns die Hinweise auf die Torah in den Messianischen Schriften (Neues Testament) anschauen, dann scheint es dort sehr klare Aussagen gegen eine Annäherung an Gott im Zusammenhang mit der Ansammlung von Werken oder Verdiensten zu geben. Beim Lesen dieser Schriftstellen ist man fast geneigt zu denken, dass die Schreiber der Messianischen Schriften ganz bewusst und direkt das mittelalterliche Denken kritisieren. Die biblische Gegenüberstellung von der Rechtfertigung durch Werke gegenüber der Rechtfertigung durch den Glauben ist sicherlich der Auslöser für diese Diskussion. Wenn ich diesen Aspekt der Reformation richtig verstehe, war das vorherrschende Denken zu jener Zeit, dass ein Mensch zwar Teil der Familie Gottes durch den Glauben an den Messias war, um aber vollständig von Gott angenommen zu sein, benötigte er moralische und religiöse Werke. Die Reformatoren haben zu Recht auf Grundlage der Schrift darauf hingewiesen, dass
die Annahme durch Gott niemals auf der Grundlage unserer eigenen Anstrengungen und Werke erreicht werden kann, sondern einzig und allein auf der Grundlage des Erlösungswerkes des Messias.

Die Aussagen über die Torah in der Apostelgeschichte, in den Briefen von Sha-ul und im Brief der Hebräer zeigen deutlich, dass die Gerechtigkeit vor Gott allein durch den Glauben geschieht. Was zu den bekannten Missverständnissen beigetragen hat ist die Tatsache, dass diese Aussagen nicht bei der Frage nach der Ansammlung von Werken und Verdiensten herangezogen und berücksichtigt wurden. Es ist heute üblich, den Menschen zu erklären, dass wir aus uns heraus nicht gut genug sind, um von Gott angenommen zu werden. Wir erklären, dass die Thora Gottes Anspruch ist, um gleichzeitig aufzuzeigen, dass alle Menschen nicht in der Lage sind, diesen Anspruch zu erfüllen. Als Folge davon stehen wir alle unter dem Gericht Gottes und können nur durch den Glauben an den Messias Vergebung empfangen. All dies ist wahr. Aber die Erkenntnis unseres eigenen Versagens, dem Anspruch der Torah gemäß zu leben, ist nur ein Aspekt der Torah. Die meisten
kritischen Aussagen bezüglich der Torah in den Schriften des Neuen Bundes beschäftigen sich nicht mit diesem Problem. Den Anhängern der Thora im ersten Jahrhundert - ebenso wie vielen in den jüdischen Kreisen heute – ging es nicht darum, gut genug zu sein, um von Gott angenommen zu werden.

Diejenigen, welche die Torah auf nichtjüdische Anhänger von Jeschua übertragen wollten, taten dies nicht mit dem Hintergedanken, dass diese Heiden dadurch gut genug würden. Sie gingen vielmehr davon aus, dass die Verinnerlichung und Befolgung der Torah selbst es war, die Gottes Annahme herbeiführen sollte.

Diejenigen, die nichts mit diesem Konzept anfangen können, sollten sich vielleicht jetzt eine Pause gönnen und tief durchatmen. An den Stellen, wo die Schreiber der Messianischen Schriften des Neuen Bundes sich mit der Torah befassen, konfrontierten sie die Menschen ihrer damaligen Zeit mit der falschen Vorstellung, dass ein Leben gemäß der Torah der Schlüssel zur Annahme und Gemeinschaft mit Gott sei. Das Geschenk dieser Offenbarung Gottes an das jüdische Volk wurde fast zu einem Kult. Anstatt zum Volk Gottes wurden die Menschen zum Volk der Thora.

Es ist wahr, dass dies nicht der einzige Aspekt im Zusammenhang mit der Torah ist, der von den Schreibern der Messianischen Schriften angesprochen wird. Nach Jeremias Prophezeiung (Jeremia 31:31-33), gibt es signifikante Unterschiede zwischen dem Alten und dem Neuen Bund. Einer dieser Unterschiede ist die Verinnerlichung der Tora (…ich will meine Torah in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben…), und eben nicht die komplette Abschaffung der Thora. Jede Lehre, die zum Inhalt hat, dass man die Thora komplett beiseite legen solle, ist ein Missverständnis dessen, was die Schreiber der messianischen Schriften meinten. Man beachte, dass damit nicht gesagt ist, dass die Torah immer noch als Sinai-Bund besteht. Das wird mehr als deutlich, sowohl beim Propheten Jeremia, als auch bei den Büchern der Schreiber des Neuen Bundes.


Die Torah ist Gottes Wegweisung und Lehre für unser Leben. Sie ist die Offenbarung Gottes sowie die Offenbarung dessen, wie wir mit Ihm Verbindung aufnehmen und Gemeinschaft mit ihm haben können. Aber es ist nicht unser eigenes Verständnis oder unsere eigene Erkenntnis und Umsetzung der Torah, die uns in die rechte Beziehung zu Gott stellt. Das geschieht nur durch den Glauben und das Vertrauen in seinen Sohn, Jeschua. Wenn wir Ihm ganz vertrauen, werden wir auch einen Hunger haben nach seinem Wort – nach Seiner Torah – als Orientierung für unser Leben.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 25 Jul 2010, 06:47

Ekev – weil (als Folge von)
Für die Woche 31. Juli 2010 / 20 Av 5770
Torah: Devarim / 5. Moshe 7:12 - 11:25
Haftarah: Jesaja 49:14 - 51:3


Dies ist eine Prüfung

Und du sollst gedenken des ganzen Weges, den
Jahwe, dein Gott, dich hat wandern lassen diese vierzig Jahre in der Wüste, um
dich zu demütigen, um dich zu versuchen, um zu erkennen, was in deinem Herzen
ist, ob du seine Gebote beobachten würdest oder nicht. Und er demütigte dich und
ließ dich hungern; und er speiste dich mit dem Manna, das du nicht kanntest und
das deine Väter nicht kannten, um dir kundzutun, dass der Mensch nicht von Brot
allein lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was aus dem Munde Jahwes
hervorgeht.“
(Devarim / 5. Moshe 8: 2-3)



Sicher kennen sie das Wunder des Messias, das allgemein bekannt ist als die Speisung der 5000 oder 4000. Was Ihnen jedoch vielleicht nicht bewusst sein dürfte, ist die Tatsache, welche Verbindungen dieses Wunder mit unserem Vers bzw. mit dem Bibelabschnitt
hat. Jeschua nahm Bezug auf das Manna, nicht lange nach dem Wunder, aber
es gibt noch mehr dazu zu sagen. Die Verbindung zu unserem Torahabschnitt findet
sich in einer eigentümlichen Frage, die Jeschua im Zusammenhang mit dem Wunder an einen seiner Jünger richtet.


Eine große Menge hatte sich versammelt, aber sie hatten nichts zu essen. So fragte
Jeschua seinen Jünger, Phillipus: Als nun Jeschua die Augen
aufhob und sah, dass eine große Volksmenge zu ihm kommt, spricht er zu
Philippus: Woher sollen wir Brote kaufen, auf dass diese essen?“

(Johannes 6:5). Eigentlich eine ziemlich normale Frage, bis wir den nächsten
Vers unmittelbar im Anschluss lesen. Dort heißt es: „Dies sagte er aber, ihn
zu prüfen, denn er selbst wusste, was er tun wollte.“
(Johannes 6:6).


Ihn prüfen? Welche Art von Test oder Prüfung ist das? Er prüfte
doch nicht seine Kenntnisse über Lebensmittelgeschäfte oder Fastfoodketten in der Region. Er und seine
Apostel wussten ohnehin, dass dort in diesem Gebiet nirgends Essen zu kaufen war, ganz zu schweigen davon, dass man
nicht genug Geld dafür hatte. Es wird im weiteren Verlauf klar, dass es von
Seiten der Jünger keine Vorahnung oder Erwartung gab, dass es ein Wunder geben
könnte. Und doch heißt es bei Johannes, dass die Frage von Jeschua eine Prüfung war.


Die Parallelen zwischen dieser Situation und dem Vers aus unserem Torahabschnitt sind
offensichtlich und bemerkenswert. In beiden Fällen wurden die Menschen von Gott absichtlich in eine Situation
geführt, wo sie keine Nahrung hatten. Jeschua wie auch Moshe hatten eine große
Volksmenge, die ihnen folgten. In beiden Fällen gab es eine akute Versorgungssituation. Bei Moshe heißt es, dass Gott die Menschen in die Wüste führte, um sie zu prüfen und herauszufinden, was in ihrem Herzen war. Der Zweck dieser Art
von Prüfung demonstriert die Qualität bzw. Bedeutung der zu prüfenden Sache.
Wenn unsere Herzen geprüft werden, dann wird offenbar, wie wir wirklich sind, und wo wir wirklich stehen, was
unsere Beziehung zu Gott angeht.


Genau wie das Volk Israel prüfte Jeschua auch seinen Jünger Phillipus in der Wüste. Das Herz
von Phillipus wurde vom Messias geprüft. Zu diesem Zeitpunkt hatte Phillipus,
wie auch die Volksmenge, bereits die Macht Gottes durch die Hand von Jeschua gesehen. Aber war Phillipus deshalb
wirklich schon an dem Punkt, Jeschua zu erkennen, wer er wirklich war? Offensichtlich nicht.


Sie könnten nun zur Verteidigung von Phillipus sagen; heute sind wir schlauer. Er konnte ja damals nicht wissen, was
Jeschua vorhatte. Und doch scheint es, dass Jeschua davon ausging, dass Phillipus ihm vertraute. Wenn Gott wirklich
real ist, würde Er uns jemals in Situationen führen, wo Er uns nicht bewahren
und versorgen könnte? Ist das nicht eine der wichtigsten Lektionen aus der
Versorgung mit dem Manna? Hatte Jeschua das nicht bereits oft genug demonstriert? Also warum sollten wir wie Philippus hier zu Jeschua sagen, was man aus eigener Kraft bzw. mit eigenen Mitteln nicht tun konnte? Sollte
die Tatsache, Ihn zu kennen und mit Ihm zu leben nicht eigentlich einen festen, fundierten Glauben bewirken?


Meine Sympathie für Phillipus in dieser Situation offenbart den Zustand meines eigenen Herzens. Wenn ich schwierigen Problemen gegenüberstehe, denke ich, wie Phillipus, zuerst an meinen eigenen Mangel, an meine eigene Unfähigkeit, das Problem zu
lösen. Ich verfalle leicht der Sorge und werde überwältigt von schwierigen Situationen.
Aber für diejenigen die Gott wirklich kennen, ist da Angst und Verzagtheit jemals eine passende Antwort gewesen? Mein
Herz ist geprüft worden, und es hat sich herausgestellt, dass ich auf diesem
Gebiet immer noch Mangel in mir habe.


Aber gottlob ist das nicht das Ende oder das letzte Wort. Gott weiß um unseren Mangel an Glauben, viel
besser als wir selbst. Er prüft uns, um uns zu veranlassen und zu motivieren,
den Tatsachen ins Auge zu sehen. Nur wenn wir bereit sind, ehrlich zu sein, was den Zustand unseres
Herzens und unseres Leben betrifft, können wir auch zu den Menschen werden, die
Er sich vorstellt und zu denen Er uns berufen hat.


Sowohl durch Moshe als auch durch Jeschua lehrt Gott uns, dass wir den Schwerpunkt nicht allein auf
unsere menschlichen Bedürfnisse und die Probleme des Alltags konzentrieren, ("Der
Mensch lebt nicht vom Brot allein…
“), sondern stattdessen darauf achten,
was er uns sagt ("sondern dass der Mensch von allem lebt, was
aus dem Munde Jahwes hervorgeht“
). Weil er uns prüft, haben wir die Möglichkeit, diese Lektion in unserem Leben zu lernen.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 02 Aug 2010, 16:55

Re'eh (Siehe)
Für die Woche 7.
August 2010 / 27 Av 5770
Torah: Devarim / 5. Moshe 11:26 - 16:17
Haftarah: Jesaja 54:11 - 55:5

Falsche Logik


Der Prophet aber oder der Träumer soll sterben, darum dass er euch von dem HERRN, eurem
Gott, der euch aus Ägyptenland geführt und dich von dem Diensthause erlöst hat,
abzufallen gelehrt und dich aus dem Wege verführt hat, den der HERR, dein Gott,
geboten hat, darin zu wandeln, auf dass du das Böse von dir tust.“
(Devarim / 5. Moshe
13:6)


Meine erste Begegnung mit diesem Vers hatte ich vor vielen Jahren, kurz nachdem ich zum Glauben an Jeschua kam. Es geschah im Rahmen eines Gespräches mit einem so genannten ultra-orthodoxen Juden. In seinem Versuch, mich wieder von meinem Glauben abzubringen, hatte er mir diesen Vers vorgelesen. Er behauptete, dass Jeschua wegen seiner Hinrichtung offensichtlich ein falscher Prophet gewesen sein musste. Ich hatte zur damaligen Zeit nicht genug Wissen, um die Gegenfrage über andere wahre Propheten Gottes an ihn zu richten, die auch hingerichtet wurden. Unabhängig davon
war seine Logik einfach falsch.

Er behauptete, weil Jeschua die Folgen für einen falschen Propheten am eigenen Leib erfahren hatte, müsste er deshalb auch ein falscher Prophet gewesen sein. Natürlich war es nicht Jeschuas Tod an sich, mit der er sich in seinen Augen für die
Messianität disqualifizierte. Er hatte Jeschua aus ganz anderen Gründen zurückgewiesen. Soweit es ihn betraf,
war die Hinrichtung von Jeschua deshalb gerechtfertigt, weil er ein falscher Prophet war. Er hoffte wohl, seine falsche Logik würde mich beeindrucken. Dies geschah jedoch nicht.

Wir wissen, dass gemäß Psalm 22, Jesaja 53 und Sacharja 12 der Messias dazu bestimmt war, zu sterben. Das popularisierte Verständnis des Messias in der jüdischen Tradition, bei dem es ausschließlich um seinen siegreichen Triumph über das Böse und den Tod geht, berücksichtigt nicht das komplette Bild, das uns im Tenach (hebräische Bibel) gezeigt wird. Der Tod des Messias und seine Auferstehung am dritten Tag sind Schlüsselkomponenten seines Sieges für Israel und die ganze Welt.


Die Mangelhaftigkeit dieser falschen Logik, die mir damals präsentiert wurde, scheint vielleicht offensichtlich zu sein, wenn ich diese Geschichte erzähle, aber Fakt ist, dass diese Art von Denken weit mehr verbreitet ist, als wir uns das vielleicht
vorstellen können. Kenner der Bibel wissen, dass das Leben nicht eine sinnlose Ansammlung von zufälligen Umständen ist. Die Heilige Schriften lehrt uns, dass Gott das Leben lenkt und leitet – sowohl was den großen Plan der Dinge angeht, als auch die
ganz kleinen Details. Es gibt viele Theorien darüber, wie dieses Zusammenspiel funktioniert, und manchmal habe ich
das Gefühl, dass die Bibel gar nicht so viel dazu erklärt, aber trotzdem funktioniert es: Gott ist ganz eng in die Umstände
und Bedingungen unseres Lebens involviert.

Eigentlich ist es ganz einfach, diejenigen, die wirklich und wahrhaftig Gott und Seinen Wegen folgen, werden gesegnet sein, und diejenigen, die dies nicht tun, werden verflucht. Doch in welcher Weise dies tatsächlich funktioniert, darf
nicht falsch verstanden werden. Der Tod von Jeschua war kein Nachweis dafür, dass er kein wahrer Prophet Gottes wäre. Genauso können wir auch nicht aus dem augenblicklichen Zustand einer Person auf die Qualität seiner Beziehung zu Gott schließen, nur allein basierend auf seinen gegenwärtigen Lebensumständen.


Hiobs Freunde (siehe das Buch Hiob) hatten auch eine falsche Logik. Seit Hiob verflucht zu sein schien,
gingen sie zu Unrecht davon aus, dass er Gott sehr stark erzürnt haben müsste. Sie hätten damit nicht falscher liegen können. Der Grund für Hiobs Leiden war seine Gerechtigkeit, nicht seine Schuld. Die Auswirkung von Gottes Segen in Hiobs
Leben sollte erst langfristig sichtbar werden. Kurzfristig betrachtet hatten die Lebensumstände von Hiob keinerlei
Aussagekraft.


Was Jeschua zum Messias machte, war die Realität seines gesamten Lebens, und nicht der Zustand seiner
Lebensumstände zu einem bestimmten Zeitpunkt. Was macht einen falschen Propheten zu einem falschen Propheten? Es
ist seine Lehre und nicht seine Umstände.


Ergänzend ist zu sagen, dass jemand nicht von Gott abgefallen ist wegen der gegenwärtigen Lebensumstände,
genauso wie wir nicht darauf schließen können, dass äußerer Segen wie zum Beispiel Wohlstand irgendwie eine Rechtfertigung für ansonsten gottloses Verhalten ist.


Dies gilt nicht nur im Hinblick auf das Leben anderer, sondern auch hinsichtlich unseres eigenen Lebens. Während Gott
schwierige Lebensumstände dazu benutzen mag, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen oder uns eine bestimmte Lektion zu
lehren, sollten wir uns nicht mit einer falschen Logik falsche Bilder über uns selbst und unser Leben erschaffen.

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