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Beitrag von Reinhard am Fr 16 Okt 2009, 10:57

Bereshit (Am Anfang)
Für die Woche vom 17. Oktober 2009 / 29 Tishri 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 1:1 - 6:8
Haftarah: 1. Samuel 20:18-42

Wissenschaft und Bibel
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (Bereshit / 1. Moshe 1:1)

In diesem Jahr haben wir den 200. Jahrestag des Geburtstages von Charles Darwin. Während Darwin die eigentliche Evolutionstheorie nicht selbst aufgestellt hat, so hat dennoch seine Arbeit im Zusammenhang mit der Theorie der natürlichen Auslese sehr stark dazu beigetragen, dass der philosophische und wissenschaftliche Naturalismus bis heute zur vorherrschenden Weltsicht geworden ist. Der philosophische und wissenschaftliche Naturalismus behauptet, dass das Leben nur aus einer natürlichen Ursache heraus entstanden ist und sich daraus dann weiterentwickelt hat. Er bestreitet die Existenz einer geistlichen und übernatürlichen Ebene, einschließlich der absolut ersten Worte der Torah, die ich oben zitiert habe.

Es gibt viele Menschen, die an den grundlegenden Lehren des Naturalismus festhalten (egal ob sie sich selbst als Naturalisten bezeichnen, oder auch nicht), dennoch ist immer noch Platz in ihrem Leben für Religion und geistliche Dinge. Möglicherweise bekennen sie sich auch, zumindest mit Worten, zur Existenz von übernatürlichen Dingen, aber ihr grundlegendes Festhalten am Naturalismus äußert sich letztlich in ihren Zweifeln gegenüber dem klaren Wort der Torah, dass der Gott Israels der alleinige, persönliche und bewusste Schöpfer des Universums ist. Trauriger weise muss man feststellen, dass die Menschen sich nicht immer dementsprechend verhalten.


Sie mögen behaupten, an die Bibel zu glauben, dennoch weisen sie das Konzept einer sechstägigen Schöpfung zurück, indem sie behaupten, dass diese Worte etwas anderes bedeuten als das, was uns die Torah offenbart, bzw. dass man es im übertragenen Sinne verstehen muss. Einige sagen, dass die Ereignisreihenfolge in den sechs Tagen der Schöpfung symbolisch zu verstehen ist, bzw. das es irgendeine Art des Lobpreises für Elohim als Schöpfer des Universums ist. Das Problem bei dieser Sichtweise ist, dass Gott selbst dabei eigentlich gar nicht beteiligt ist. Im zweiten Buch der Torah verordnet Yahwe dem Volk Israel den Shabbat als Zeichen und Symbol, dass er die Welt in 6 Tagen erschaffen hat (siehe 2. Moshe 31:17).

Andere Menschen wiederum versuchen, an der Hingabe gegenüber der Bibel grundsätzlich festzuhalten und dennoch Zweifel an der Schöpfung zu haben, indem sie sagen, dass der Schöpfungsbericht auf einer primitiven, nicht wissenschaftlich untermauerten Weltsicht basiert. Sie meinen, wann immer das erste Kapitel der Bibel geschrieben wurde, sich die Wahrheit der Schöpfung durch das begrenzte Verständnis der Menschen ausdrückte, die keinen Zugang hatten zu modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auf Grund dieser Tatsache drückten sie die Wahrheit nach ihren Möglichkeiten und dem begrenzten Verständnis über das Universum aus. Weil sie nicht das Wissen zukünftiger Generationen hatten, können wir nicht erwarten, dass sie diese Dinge mit exakten wissenschaftlichen Beschreibungen ausdrückten.

Ich muss zugeben, dass die Torah normalerweise keine wissenschaftlich korrekten Ausdrücke verwendet. Ich muss auch einräumen, dass sich die Art und Weise der Betrachtung der Zusammenhänge in dieser Welt seit den biblischen Zeiten bis jetzt sehr stark verändert hat. Diese Änderungen beeinflussen ganz erheblich, wie wir uns selbst verstehen und darstellen. Aber wenn es an den Punkt kommt, die Wahrheit zu erkennen einschließlich der Wahrheit über den Ursprung des Universums, dann ist die Frage entscheidend: Was ist unsere Basis?
Unter welchen Bedingungen sollten wir versuchen, die Bibel mit der Wissenschaft in Einklang zu bringen?


Wissenschaft ist ein von Menschen gemachter Versuch, die äußere Welt zu verstehen und zu erklären. Die Bibel hat den Anspruch, die Offenbarung des einen wahren Gottes zu sein. Die Wissenschaft hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, während neue Entdeckungen geschahen und neue Möglichkeiten der Betrachtungsweise und Auslegung der alten Entdeckungen geschaffen wurden. Die Bibel jedoch ist unveränderlich. Von daher muss die Frage erlaubt sein: Warum sollten wir die Bibel mit den Mitteln der Wissenschaft verteidigen müssen?

Es ist sicher nicht hilfreich, dass diese Diskussion oftmals eben nicht zwischen der Bibel und der Wissenschaft gesehen wurde, sondern eher auf der Tagesordnung der Menschen im Namen der Bibel oder der Wissenschaft stand. Aber für jene, die sich echt danach sehnen, die Beziehung zwischen der Bibel und der Wissenschaft zu verstehen, ist es sehr wichtig damit zu beginnen, das anzunehmen und zu akzeptieren, was diese beiden Seiten wirklich sind und was sie ausmachen. Die Bibel ist die Offenbarung Yahwes für das ganze Leben, für die ganze Schöpfung, einschließlich aller wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Wissenschaft für sich ist jedoch nur die Analyse von der Schöpfung Yahwes. Die Annahme, dass jene Menschen, die an die willkürliche Selbsterschaffung bzw. Evolution des Menschen glauben, nun dadurch auch einen größeren Einblick in den Ursprung und den Entwurf dieser Schöpfung haben, unabhängig von Gottes eigener Offenbarung, ist mehr als arrogant. Allerdings sind auch bibelkundige Gläubige nicht automatisch immun gegen diese Arroganz. Wir müssen wachsam sein, dass wir uns nicht verwirren lassen und nicht Gefahr laufen, das klare Wort der Bibel zu vermischen mit unseren eigenen Annahmen und Traditionen.


Es gibt ein allgemeines Missverständnis dahingehend, dass nur, weil die Bibel unter einer alten Kultur geschrieben wurde, sie weit von uns selbst entfernt wurde, und dass sie unserer Kultur und unserem Verständnis dadurch irgendwie unterlegen ist. Warum gehen wir davon aus, dass die kulturellen Unterschiede bezüglich der Kulturen den Wert der biblischen Überlieferungen schmälern? Wenn sich unsere Weltsicht im Gegensatz zu den damaligen Menschen wirklich verändert hat, sollte dies wirklich gleichzeitig auch bedeuten, dass die Offenbarung Yahwes gegenüber diesen Menschen damals deshalb ungenau ist? Könnte es vielleicht sein, dass anstelle der Kultur zu biblischen Zeiten, es vielmehr unsere heutige Kultur ist, welche die Wahrheit vernebelt, die Yahwe vor langer Zeit offenbarte?

Um eine wirklich wahrhaftige Diskussion über das Verhältnis zwischen der Bibel und der Wissenschaft zu führen, müssen wir kompromisslos sein gegenüber dem, was die Torah uns lehrt und wie sei es uns lehrt. Die Manipulation der Bibel, um sie irgendwie annehmbar und bequem zu machen für die Wissenschaft, macht sie machtlos und kraftlos, und man beraubt damit letztlich die Wissenschaft und die Wissenschaftler der wesentlichen Korrekturen, die sie eigentlich benötigen.

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Beitrag von Reinhard am Mo 19 Okt 2009, 10:50

No'ah
Für die Woche vom 24. Oktober 2009 / 6 Heshvan 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 6:9 - 11:32
Haftarah: Jesaja 54:1 - 55:5

Der Turm von Babel

"Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und sie haben das angefangen zu tun; sie werden nicht ablassen von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun". (Bereshit / 1. Moshe 11:6)

Ich hörte vor kurzem ein Radiointerview mit dem Futuristen und Erfinder Raymond Kurzweil (Link http://www.cbc. ca/thecurrent/ 2009/200910/ 20091013. html).

Kurzweil geht davon aus, dass Technologie sich mitunter viel schneller entwickelt hat, als die meisten von uns realisiert haben. Es ist nicht so, dass die Technologie sich einfach ganz gleichmäßig und stetig immer weiter linear entwickelt hat, sondern eher exponential. Ein Beispiel, das er anführt, ist (Zitat) "der Computer, den ich benutzte, als ich Student war. Er nahm vom Volumen ungefähr ein halbes Gebäude ein. Der Computer, den ich heute in meiner Tasche trage, ist um ein vielfaches preiswerter und tausendmal leistungsfähiger. Das ist eine millionenfache Steigerung.“

Es gibt keinen Zweifel daran, dass sich die Technologie mit einem ständig steigenden Maß weiterentwickelt hat. Was diese Tatsache sogar noch interessanter macht ist, dass wir es offenbar als selbstverständlich voraussetzen. Es ist kaum dreißig Jahren her, dass die meisten von uns sich gerade mal an ein Faxgerät und einen Anrufbeantworter gewöhnt hatten. Heute erstellen wir wie selbstverständlich e-Mails und versenden SMS-Nachrichten. Wir haben über das Internet sofortigen Zugang zu einem wesentlichen Teil allen menschlichen Wissens, und bald wird die Anzahl der Handys die Zahl der Weltbevölkerung erreichen.

Das Hauptthema des Interviews mit Herrn Kurzweil war die reale Möglichkeit, dass in naher Zukunft die Technologie es uns vielleicht ermöglicht, für immer zu leben. Das Hören darauf, was er zu sagen hatte, zeigt uns auch, dass dies in Seinem ewigen Reich wirklich möglich ist, was uns jetzt noch unmöglich erscheint.

Ob die Vorhersagen von Herrn Kurzweil richtig und zutreffend sind, wird er möglicherweise selbst nicht mehr feststellen können, oder vielleicht doch, wenn er sich mit Yahwes Einschätzung des menschlichen Potenzials zur Zeit des Turmbaus von Babel beschäftigt: "Nichts, was sie sich vorgenommen haben zu tun, ist jetzt für sie unmöglich". Der Turmbau war zu jener Zeit ein technologisches Wunder, das nur allein bestimmt war als Ausdruck der menschlichen Größe und der Selbsterhaltung. Yahwe griff ein, um diesen Plan durch die Verwirrung der Sprache zu zerschlagen. Indem er die Möglichkeiten der Kommunikation unmöglich machte, verringerte er erheblich die Rate des technologischen Fortschritts.

Die Schaffung von einzelnen verschiedenen Gruppen von Menschen mit einer Vielfalt an Sprachen und den daraus resultierenden kulturellen Unterschieden hat unser Bedürfnis zerschlagen, Größe und Erfolg in unserem Leben zu erreichen. Anstatt dass wir als weltweite menschliche Familie zusammenarbeiten, haben wir in Uneinigkeit gelebt. Yahwe hat dies bewirkt mit dem Ziel, uns am Erreichen unserer eigenen Ziele zu hindern.

Wir wurden ursprünglich geschaffen, um eine große Familie zu sein. Wir waren dazu bestimmt, groß zu sein und große Dinge zu tun. Aber unser moralischer Zustand, der von unseren ersten Eltern übernommen wurde, hätte uns letztlich zerstört. So durchkreuzte Yahwe in Seiner Güte und in Seinem Langmut unsere Pläne und verlangsamte das Maß des Fortschritts, um uns die Möglichkeit zu geben, zu ihm hin wieder hergestellt zu werden durch den Messias.

Kehren wir zurück zu unserer heutigen Zeit. Wir erleben unglaubliche Fortschritte in Technologie und Technik, und wenn Herr Kurzweil recht hat, dann erleben wir bald sogar schier unglaublichen Fortschritte, die bei den meisten von uns über die kühnsten Fantasien und Vorstellungen hinaus gehen.

Der Turm von Babel wurde errichtet. Er brauchte einfach nur sehr viel mehr Zeit, als geplant. Beim technologischen Fortschritt geht es nicht um einen Turm im wörtlichen Sinne, aber er dient letztlich dem gleichen Zweck, wie damals der Turm. Technologische Fortschritte können uns daran hindern, Yahwe zu suchen. Der Mensch versucht sich selbst zu schützen und nach seinen eigenen Dingen und Interessen zu trachten. Je mehr die Menschen in dieser Weise ihr Leben führen, desto weniger werden sie sich der Leere und der Verderbtheit in ihrem Leben bewusst. Unser technologischer Turmbau zu Babel ist eine Festung, durch die wir versuchen, uns von der Realität des menschlichen Dilemmas abzulenken, das in der Entfremdung des Menschen von Yahwe seine tiefe Ursache hat.

Zu meinen, dass unsere technologischen Errungenschaften wirklich ein Fortschritt sind, ist eine große Lüge. Es gibt heute in der Welt Milliarden von Menschen, die unterernährt sind, Krankheiten verbreiten sich schneller als unsere Fähigkeit, sie zu heilen, zerbrochene Familien sind die Norm geworden, Abtreibung ist zu einer weltweiten Selbstverständlichke it geworden. Die Tötung der Alten und Schwachen ist längst nicht mehr einfach die Tagesordnung irgendeines faschistischen Regimes, und alle möglichen Suchtkrankheiten beeinflussen alle Bereiche unserer Gesellschaft.

Als Gläubige müssen wir diesen technologischen Turm von Babel erkennen als das, was er wirklich ist, nämlich ein leeres und falsches Versprechen von Glück, Größe und Unsterblichkeit ist. Es ist eine Täuschung, mit der verschleiert werden soll, wie der Status des Menschen ohne Yahwe wirklich ist.

Wenn wir uns selbst der Erkenntnis Yahwes und Seinen Wegen hingeben, wie sie uns durch die Schrift offenbart sind, dann kann es sein, dass es für uns dran ist, dass wir uns freimachen und lösen von dieser exponentialen Entwicklung der menschlichen Errungenschaften, und im Gegensatz dazu das ewige Leben ergreifen, das der Messias für uns errungen hat. Nur wenn wir das Fundament unseres Lebens ganz auf Yahwe bauen, werden wir nicht zerbrechen, wenn der technologische Turm von Babel einstürzt.

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Beitrag von Reinhard am Mo 26 Okt 2009, 20:58

Lekh Lekha (Geh aus)
Für die Woche vom 31. Oktober 2009 / 13 Heshvan 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 12:1 - 17:27
Haftarah: Jesaja 40:27 - 41:16

Frohe Botschaft!

"Und der Herr sprach zu Avram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen werde. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." (Bereshit / 1. Moshe 12:1-3)


Im Buch des Galaterbriefes bezieht sich Sha-ul auf den Torahabschnitt dieser Woche, wenn er schreibt:

„Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Yahwe die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Avram: In dir sollen alle Nationen gesegnet werden.” (Galater 3:Cool


Gemäß Sha-ul hat Yahwe es verheißen, dass der Segen durch Avraham über die Nationen kommt. Das ist das Evangelium. Das Wort "Evangelium" kommt aus dem griechischen Wort, "euangelion" und es bedeutet „Gute/ frohe Botschaft“ oder „frohe Kunde“. Zugleich ist es höchstwahrscheinlich ein Hinweis auf die Kunde der „Freudenboten“ im Propheten Jesaja (40: 9, 41:27, 52:7, 60:6 und 61: 1). Lassen sie mich eine Stelle daraus zitieren:

"Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König, er regiert! “ (Jesaja 52:7)

Entsprechend der zitierten Jesajastelle hat diese Frohe Botschaft etwas zu tun mit der Proklamation der Herrschaft Yahwes. Für Israel bedeutet die Herrschaft Yahwes die Freiheit von der fremden Unterdrückung und die geistliche Wiederherstellung der Nation. Sha-ul mag dabei auch mit bedacht haben, wie das griechische Wort im römischen Reich jener Tage gebraucht würde. Eine Proklamation durch Cäsar, die dem ganzen Reich Gewinn und Nutzen brachte, wurde auch „euangelion" bzw. "Frohe Botschaft“ genannt. Von daher war für Sha-ul diese „Frohe Botschaft“ verwurzelt in der jüdischen Tradition und Erwartung, er bedachte gleichzeitig in diesem Zusammenhang aber auch die weltweite Bedeutung, wenn er die Herrschaft des wahren Königs verkündigte.


Diese frohen Botschaften waren das Ziel der Verheißungen Yahwes an Avraham. Er rief ihn heraus aus seinem Vaterland in Mesopotamien, um in ein fremdes Land zu reisen, das eines Tages den Namen Israel tragen sollte, um letztlich sein Verlangen zur Vollendung zu bringen, dass die menschliche Trennung mit Yahwe aufgelöst wird, die mit unseren Urahnen im Garten Eden begann.


Der Verweis von Sha-ul auf diese auf frohen Nachrichten, die ihren Ursprung bei Avraham haben, bestätigt die biblische Lehre, dass das Kommen von Yeshua als Messias Teil des großen Planes und der Bestimmung von Anfang an war. Yahwes Erwählung des Volkes Israel durch die Erzväter Avraham, Isaac und Jacob, war die notwendige Umsetzung seines Planes, um sich vor allen Nationen bekannt zu machen. Die Erwählung von Israel war nicht einfach eine Vorbereitung oder eine Aufwärmübung bis zum Kommen des Messias, als ob Yahwe seine Zeit bis dahin abwarteten würde. Die Erwählung Israels war auch nicht irgendeine Art von "Plan A" der fallengelassen wird, wenn die Mehrheit von Israel Yeshua nicht als Messiah anerkennen würde. Vielmehr ist es so, dass Yahwe, beginnend mit Avraham, seinen Masterplan kontinuierlich ausführte, bis zu seiner Erfüllung in Yeshua.

Yahwe erwählte Israel, um sich vor der Welt zu offenbaren. Seine Offenbarung durch die hebräischen Schriften ist die Basis dessen, was wir wissen von diesem einen wahren Gott. Das Wesen und die Personalität Yahwes wird uns durch die prophetische Geschichte von Israel bekannt gemacht. Während die grundlegenden Dinge über Elohim als Schöpfer allein schon durch die Schöpfung sichtbar werden, geschieht es durch Israel, dass wir etwas über Ihn selbst und Seine Wege erfahren. So sind es auch die hebräischen Schriften, die uns an den Messias und Sein Zeugnis heranführen, damit wir den Zweck und die Bestimmung Seines Kommens erkennen.


Die frohe Botschaft besteht nicht nur aus der Tatsache der persönlichen Rettung. Das ist natürlich darin enthalten, aber noch viel großartiger und weitreichender ist die Tatsache, dass der so lange ersehnte Messias, durch den Yahwe Seine Herrschaft aufrichten wird, wie von den jüdischen Propheten vorausgesagt, gekommen ist. In Yeshua hat sich die Erwartung von Avraham erfüllt. Israels Unterdrückung unter einem fremden Joch ist vorbei und die Herrschaft von Yahwe als König über die ganze Erde wird aufgerichtet.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 01 Nov 2009, 21:36

Va-year (Und er erschien)
Für die Woche vom 7. November 2009 / 20 Heshvan 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 18:1 - 22:24
Haftarah: 2 Melachim / 2. Könige 4:1-37


Gewissheit des Glaubens

Da rief ihm der Engel Yahwes vom Himmel zu und sprach: Avraham, Avraham! Und er sprach: Hier bin ich! Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Knaben, und tue ihm gar nichts! Denn nun weiß ich, dass du Yahwe fürchtest und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast. " (1. Moshe 22:11,12).

Diese Geschichte, traditionell bekannt als "Die Verpflichtung von Isaac", stellt den Höhepunkt des Berichtes der Torah über das Leben von Avraham dar. Gott hatte Avraham berufen (damals "Avram" genannt), damit er sein Heimatland verlassen und Gott nachfolgen möge, ohne dass der Herr ihm recht viele Details mit auf den Weg gegeben hatte. Avraham war bereits 75 Jahre alt, als Yahwe versprach, ihn zu einer großen Nation zu machen, obwohl er und seine Frau Sarah keine Kinder hatten. Schließlich machte der Herr Avraham deutlich, dass er viel mehr Nachkommen haben würde, als man zählen kann. Auch wenn es noch keine Aussicht darauf gab, eigene Kinder zu haben, glaubte Avraham seinem Gott. Sein Glaube wurde ihm zur Gerechtigkeit (siehe Bereshit / 1. Moshe 15:6).

Nachdem weitere Jahre verstrichen waren, und noch immer keine Kinder da waren, nahmen sie die Sache in ihre eigenen Hände. Avraham ging zur Dienstmagd von Sarah, mit Namen Hagar, auf dass sie Nachkommen gebären sollte. Erst als Avraham 99 Jahre alt war und Sarah 89 Jahre, sprach Yahwe wieder mit Avraham und sagte ihm, dass seine Verheißungen erfüllt werden durch ein Kind, das Sarah selbst entbinden sollte, was dann auch 1 Jahr später geschah.

Nach all dem fordert Yahwe von Avraham, dass er Isaac, den verheißenen Sohn opfert. Abgesehen von der offensichtlichen Schwierigkeit bezüglich solch einer Anweisung, war diese Berufung eigentlich nicht nachzuvollziehen!

(An diesem Punkt mögen Sie vielleicht die wichtige Frage stellen wollen: "Wie konnte Gott Avraham befehlen, seinen Sohn zu opfern?" Das ist eine Frage, die man am besten beantworten kann durch den Tod und die Auferstehung des Messias Yeshua, aber das soll nicht der Kern der Botschaft dieser Woche sein. Wenn Sie gern diesen Aspekt in dieser Bibelstelle erörtern möchten, dann zögern Sie nicht, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Jetzt werde ich jedoch mit dem für mich wichtigen Punkt an dieser Stelle fortfahren.)
Isaac ist der Schlüssel zur Erfüllung all dessen, was Gott zuvor dem Avraham verheißen hatte. Er sollte die Verheißungen erben, die Avraham gegeben sind, einschließlich des Segens für die Nationen (siehe 1. Moshe / Bereshit 12:1-3). Das war nicht nur allein über Avraham und Isaac ausgesprochen. Hier geht es um den Plan Yahwes für die ganze Welt. Yahwe berief Avraham, um alles zu riskieren im Namen des Gehorsams. Aber Avraham, der ein treuer Diener Yahwes war, tat, was ihm befohlen war, bzw. er zeigte zumindest seine absolute Bereitwilligkeit, dies auch wirklich zu tun, bis Yahwe ihn im allerletzten Moment stoppte.
Die Antwort Yahwes auf den Gehorsam von Avraham, ausgesprochen durch einen Engel, war: "Denn nun weiß ich, dass du Yahwe fürchtest und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast."
Welch eigenartige Antwort. Gott sagte, "Nun weiß ich". Wie kann das sein? Lehrt uns die Torah, dass Yahwe nicht wusste, was Avraham tun würde? Gab es wirklich die Möglichkeit, dass Avraham es nicht getan hätte? Hatte Avraham abgesehen von dieser besonderen Weisung nicht bereits demonstriert, dass er Gott fürchtete? War Yahwe diese Tatsache nicht bewusst?
Hier braucht es jedoch noch etwas mehr, bis Yahwe an den Punkt kommt zu wissen, dass Abraham ihn wirklich aufrichtig fürchtete. (Nebenbei bemerkt, wenn die Wortwahl, „Gott zu fürchten“ Ihnen fremd ist, es ist zu verstehen im Sinne von Respekt und Ehrfurcht in der Weise, dass unbedingter Gehorsam daraus erwächst.)

Die Bereitwilligkeit von Abraham, dieser ungewöhnlichen und absolut drastischen Weisung Yahwes zu folgen, demonstriert ganz offenkundig die innere Haltung, die seit Jahren im Leben von Avraham präsent war. Wenn Yahwe sagt: "Nun weiß ich, dass…", dann ist es für ihn nur eine Bestätigung der Treue von Avraham.
Wirklicher Glaube an Yahwe zeigt sich durch unsere Taten. Trauriger weise gibt es eine Tendenz, die innere Wirklichkeit des Glaubens von treuen Glaubenstaten zu trennen. Einige haben sich auf Taten konzentriert und behaupten, dass die Probleme des Herzens und der Wahrhaftigkeit nicht wirklich von Bedeutung sind, solange wir nur das tun, was richtig ist. Andere wiederum bestehen darauf, dass die geistliche Realität allein in der inneren Wirklichkeit gefunden wird, und sie haben damit die Wichtigkeit von treuen Taten zu einem unbedeutenden Punkt verkümmern lassen.

Keiner dieser Sichtweisen ist biblisch. Sicher beginnt eine rechte Beziehung zu Yahwe immer mit dem Herzen, also mit unserem Innersten. Wir kommen an den Punkt, Ihn zu erkennen durch den Messias Yeshua. Aber wenn dieser Glaube und dieses Vertrauen echt sind, dann zeigt sich dies auch durch unsere Taten. Wenn unser Leben nicht die innere Realität widerspiegelt, die wir behaupten zu haben, dann haben wir allen Grund, die Echtheit dieser inneren Realität bzw. unseren Glauben anzuzweifeln. Wenn wir unseren Glauben im Gehorsam gegenüber Yahwe leben, dann empfangen wir die Gewissheit der Realität unseres Glaubens, wie es seinerzeit auch bei Avraham war.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 08 Nov 2009, 13:09

Hayyei Sarah
Für die Woche vom 14. November 2009 / 27 Heshvan 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 23:1 - 25:18
Haftarah:1 Melachim / 1. Könige 1:1-31


Rebekkas Segen

„Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester, werde zu tausendmal
Zehntausenden, und dein Same besitze das Tor seiner Feinde, die ihn hassen!"
(Bereshit / 1. Moshe 24:60)




Der Torahabschnitt dieser Woche beinhaltet unter anderem die Geschichte von der Suche nach einer Frau für Isaac, den Sohn von Avraham. Avraham sendete seinen Diener zurück nach Mesopotamien,
wo die Wurzeln von Avraham lagen, und wo auch noch seine Verwandten lebten, um eine Frau für
Isaac zu finden. Nach dem Eintreffen betete der Diener, dass Yahwe ihn bei der Suche nach dieser Frau recht
leiten möge. Als Yahwe es deutlich gemacht hatte, dass Rebekka diejenige war, und sie auch bereit war, mit dem Diener von Abraham zu gehen, entsandte ihre Familie sie auf den Weg mit den Worten, die ich oben zitiert habe:
"Du, unsere Schwester, werde zu tausendmal
Zehntausenden, und dein Same besitze das Tor seiner Feinde, die ihn hassen!
"


Während es durchaus möglich ist, dass dies eine Art Standardsegen war, so sind diese Worte innerhalb des Gesamtzusammenhangs der Pläne Yahwes und Seiner Bestimmung
für den zukünftigen Mann von Rebekka sehr interessant. Man bedenke, dass Yahwe dem Vater von Isaac, Avraham, einem Mann, der zunächst ohne Kinder war, versprach, dass er zu einer großen Nation des
Segens für die ganze Welt werden sollte.

Die Anfänge der Erfüllung dieser Verheißungen Yahwes in Form der Geburt von
Isaac geschahen nicht, bevor Avraham hundert Lebensjahre überschritten
hatte. Yahwe hatte ihm gesagt, dass seine Nachkommen über die Maßen zahlreich sein würden, aber er starb, bevor auch nur ein Enkelkind aus der Linie der Verheißung geboren wurde. Avraham hatte natürlich auch andere Kinder, Ishmael, geboren durch Hagar, die Magd von Sarah, und auch mehrere andere Kinder mit Keturah, die Frau, die er heiratete, nachdem Sarah gestorben war, aber keines dieser Kinder stand in der Geschlechterlinie der Verheißung. Das war nur bei Isaac der Fall. Wir erfahren später in der Torah, dass Isaac und Rebekka ebenfalls Probleme hatten, Kinder zu haben. Die Verheißung von unzähligen Nachkommen kam also nicht so leicht und einfach, wie gedacht.

Ohne sich selbst dessen bewusst zu sein, sprach die Familie von Rebekka prophetisch. Nicht nur, dass sie tatsächlich die Mutter von vielen Nachkommen sein würde, sondern ihre Nachkommen würden auch „das
Tor ihrer Feinde besitzen, die ihn hassen“.
Das ist das Bild von einer Armee, die eine Stadt einnimmt, die große Verachtung für die Mitglieder dieser Armee haben. Das Tor einzunehmen bedeutet, die Kontrolle über die Stadt zu haben. Die Familie von Rebekka war dazu berufen, dass ihre Nachkommen jeden ernsthaften Widerstand überwinden, der ihnen entgegentritt.


Man bemerke in diesem Zusammenhang die Verwendung des Fürwortes "die ihn hassen" anstatt
"sie hassen". Der Grund ist der Hinweis auf das Wort „Samen“ (oder Nachkommenschaft), es ist ein gesammeltes Substantiv, das sich auf einen oder auch mehrere Nachkommen beziehen kann. Gesammelte Substantive funktionieren grammatikalisch in der Einzahl, weshalb es im Hebräischen eindeutig heißt: „.. die ihn hassen.“ Da der Gesamtzusammenhang den Eindruck erweckt, als ob es sich auf Tausende und Abertausende bezieht, verwenden einige Übersetzungen die Worte "die sie hassen" (New American Standard Bible), oder man geht so weit, die Worte zu umschreiben: "diejenigen, die ihn hassen" , und meint damit einfach nur die "Feinde" (Neue Internationale Version), um auf diese Weise jede Verwirrung zu vermeiden, die aus dem
zweideutigen Gebrauch dieses einzigartigen Wortes entstehen könnte.


Aber könnte es vielleicht sein, dass eben diese Zweideutigkeit beabsichtigt ist?
Da "diese Nachkommenschaft" sowohl in der Einzahl als auch in der Mehrzahl verstanden werden kann, könnten diese Worte ihre Erfüllung beide zusammen in der Mehrzahl finden, weil sie sich sowohl auf die Nation Israels in der Vielzahl beziehen, als auch in der Einzahl auf die Nachkommenschaft von Rebekka, den Messias Yeshua.


Was auch immer die Intention hinter dem Segen Rebekkas war, so lassen doch sicher die eigenen Worte des Messias einige Jahrhunderte später dies vermuten, als er sagte, "….und auf diesen Felsen will
ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten des Sh`ol sollen sie nicht überwältigen.
" (Matth. 16:18; Complete Jewish Bible).

Die äußersten Pforten oder Tore des Todes und all das, was den Tod ausmacht, sollte durch die Nachkommenschaft von Rebekka überwunden werden. Durch die Entwicklung und Geschichte des
Volkes Israels, die im Messias Yeshua ihren Höhepunkt fand, wird letztlich alles, was Yahwe und Seinem Volk Hass entgegenbringt, beseitigt. Diejenigen, die sich an den Plänen und der Bestimmung Yahwes ausrichten, wie sie uns im Messias offenbart sind, wandeln im Segen von Rebekka.
Diejenigen unter uns, die Yeshua nachfolgen, können sicher sein, dass sie das Tor
derjenigen besitzen und einnehmen werden, die uns hassen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 15 Nov 2009, 08:23

Toledot (Geschlechterfolge)
Für die Woche vom 21. November 2009 / 4 Kislev 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 25:19 - 28:9
Haftarah: Maleachi 1:1 - 2:7


Wie töricht wir doch sein können!

„Und Rebekka nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, köstliche Kleider, die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie Jacob an, ihrem jüngeren Sohn; aber die Felle von den Böcklein tat sie um seine Hände, und wo
er glatt war am Halse, und gab also das Essen mit Brot, wie sie es gemacht hatte, in Jacobs Hand, ihres Sohnes.“
(Bereshit / 1. Moshe 27:15-17)




In der Torahlesung dieser Woche lesen wir vom Stehlen des Segens von Isaac. Bevor er starb, wollte Isaac einen speziellen Segen an seinen älteren Sohn Esau weitergeben. So bat Isaac seinen
Sohn Esau, ihm eine spezielle Mahlzeit von frischem Wildbret vorzubereiten, wie er es gern hatte, und danach wollte Isaac ihm den Segen geben. Indem Isaac diesen Segen an Esau weitergab, würde er ihn zum Medium für die Bestimmung und das Ziel Yahwes für die Welt machen. Bevor Esau und sein Zwillingsbruder Jacob geboren waren, hatte Yahwe ihrer Mutter Rebekka gesagt, dass der jüngere Sohn Vorzug
vor dem älteren haben würde (siehe 1. Moshe 25:22,23). Wir wissen nicht, ob sie jemals diese Vorhersage ihrem Mann Isaac erzählte, aber als sie hörte, dass Isaac beim Austeilen des Segens Esau einplante, griff sie ein, um ihren Mann dahingehend zu täuschen, dass er den Segen stattdessen an Jacob austeilen sollte.

Hier erleben wir eine der dümmsten Szenen in der Bibel. Obwohl Esau und Jacob Zwillinge waren, waren
sie auf fast jedem Gebiet verschieden. Esau war ein haariger Mann, der gerne draußen an der Luft war; Jacob hingegen war ein glatt rasierter Stubenhocker. Wenn auch das Sehvermögen von Isaac in dieser Phase seines Lebens sehr schwach war, so sollte es eigentlich trotzdem nicht so einfach sein, ihn hinters
Licht zu führen. Als Jacob zu ihm kommt, bedeckt mit den Häuten von Ziegenböcken, vermutete Isaac bereits, dass etwas nich stimmt. Er erkennt die Stimme von Jacob und fragt sich, wie er die Mahlzeit so schnell
zubereiten konnte. Und dennoch, als er Jacob auffordert, sich zu ihm zu beugen und ihn zu küssen, war das Gefühl der Ziegenhäute und der Geruch nach den Kleidungsstücken von Esau präsent. Das reichte aus, um ihn irgendwie zu täuschen, und so bekam Jacob den Segen.

Können Sie sich vorstellen, wie komisch Jacob wohl ausgesehen haben mag, bedeckt mit den Häuten von Ziegenböcken? Welch lächerliche Szene zwischen Mutter und Sohn, die beide einen Trick anwenden, um den Vater zu täuschen! Die Tatsache, dass ihr ausgeheckter Plan auch wirklich funktioniert, macht die Situation nur noch absurder. Glaubten Rebekka und Jacob wirklich, dass sie die Situation manipulieren konnten, um den Plan Yahwes für Jacob zu erfüllen? Und doch funktionierte es! Was können wir nun möglicherweise von einer Geschichte wie dieser lernen?

Könnte es sein, dass der einzige Grund, warum dieser verrückte, ausgeheckte Plan funktionierte, darin bestand, dass Yahwe beschlossen hatte, dass Jacob, auf welche Weise auch immer, der Empfänger des Segens sein sollte? Wir finden keinen direkten Hinweis im Text im Hinblick darauf, ob die Handlungen von Jacob
richtig oder falsch waren. Und dennoch, wenn wir seine Lebensgeschichte weiter verfolgen, dann sehen wir, wie Yahwe ihm weiter nachgeht, bis er schließlich lernt, Yahwe persönlich zu vertrauen. Bis zu diesem Zeitpunkt kämpft und kämpft er für Wohlstand und Erfolg.

Was wir in Jacob vorfinden, ist ein von Yahwe gejagter Ungläubiger. Yahwe hatte beschlossen, ihn zu segnen und ihn zum Segen zu setzen, genau wie auch bereits seinen Vater und Großvater, aber Jacob selbst hatte eigentlich keine Ahnung, was das wirklich bedeutete. Dass also seine betrügerische Intrige erfolgreich zu sein scheint, hat nur darin seinen Grund, dass Yahwe beschlossen hatte, Jacob für Seine Ziele zu gebrauchen. Das Herz von Jacob würde eines Tages ganz bei Yahwe sein, aber in der Zwischenzeit hatte Yahwe viel Arbeit mit
ihm, um dieses Ziel zu erreichen. Das rechtfertigt keineswegs das Handeln von Jacob. Im Gegenteil, es macht alleinige menschliche Bemühung zur Farce.

Ich frage mich, wie oft wir auch genau wie Jacob sind. Wir müssen manchmal ziemlich töricht und dumm aussehen, weil wir uns selbst abmühen, um das Leben zu unserem Vorteil zu verändern. Yahwe hat beschlossen, uns zu segnen und uns zu gebrauchen, aber wir meinen, dass wir die Sache in unsere eigenen
Hände nehmen müssen. Wir schmieden unsere eigenen Pläne und Intrigen bei dem Versuch, die Umstände des Lebens zu unserem eigenen Vorteil zu manipulieren und zu verändern. Und dennoch wirkt Yahwe im Hintergrund
weiter, um, wie von Ihm versprochen, die Umstände und Ereignisse zu ihrem vorherbestimmten Ende zu bringen, so wie es auch für uns zum Besten ist. Wir meinen, dass es unser Pläne und Intrigen sind, die uns Erfolg bringen, obwohl Yahwe doch die ganze Zeit hindurch in seiner Liebe und durch seine Macht bemüht
ist, uns zu sich zu ziehen und in Übereinstimmung mit Seinem Willen zu bringen. Wir sollten aufhören, so töricht zu sein und vielmehr allein Yahwe den allmächtigen Gott sein lassen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 23 Nov 2009, 17:23

Va-Yeze (Und er zog aus)
Für die Woche vom 28. November 2009 / 11 Kislev 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 28:10 - 32:3 Haftarah: Hosea 12:13 - 14:10

Anerkennen Seiner Existenz und wahrer Glaube

"Als nun Yacob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der Herr
ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht. Und er fürchtete
sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts
anderes, als die Heimstatt Yahwes, und hier ist die Pforte der
Himmel". (Bereshit / Genesis 28:16,17; ESV)

Yacobs Verständnis von einer Beziehung zu Yahwe ist schon irgendwie
beeindruckend. Heutzutage neigen wir ja mitunter auch dazu, eine
Bestätigung für die Existenz Gottes gleichzusetzen mit Glauben
an Ihn. Im Fall von Yacob scheint es jedoch so gewesen zu sein, dass
für ihn die Realität von Yahwe völlig klar war, aber trotzdem
glaubte er nicht wirklich an Ihn. Glauben an Yahwe besteht nicht allein
darin, dass man lediglich an seine Existenz glaubt. An Ihn zu glauben
bedeutet auch, Ihm ganz zu vertrauen. Es sollte jedoch noch viele
Jahre dauern, bis Yacob an den Punkt kam, Yahwe ganz zu vertrauen.

Der Gesamtzusammenhang, aus dem der obige Vers entnommen ist, handelt
vom Beginn der Reise des Yacob nach Mesopotamien, dem Land seiner
Vorfahren. Der Hauptgrund für diese Reise war, dass er dem Zorn
seines Zwillingsbruders Esau entgehen wollte. Bevor er seine Reise
begann, verbrachte er die Nacht an dem Ort, den er "Beth-El" nennen
würde (Haus Gottes). Es war der Ort, an dem er von einer Leiter
träumte, die bis in dem Himmel reichte, und die Engel Yahwes gingen
darauf auf und ab. Im Traum sprach Yahwe zu ihm, und gab ihm die
Verheißungen, die ursprünglich seinem Großvater Avraham
gegeben wurden. Yacobs Antwort nach dem Erwachen war, dass, wenn Yahwe
mit ihm sein würde, und er in Frieden wieder heimkehren könne,
„dann soll der Herr mein Gott sein". (Bereshit / 1. Moshe
28:21).

Hier können wir sehen, dass Yacob offenbar eine klare
Bestätigung für die Existenz Gottes bekommen hatte, ohne ihm
wirklich zu vertrauen. Yacobs Reaktion auf die Erscheinung Yahwes
hatte nichts mit der Frage nach der Existenz von Yahwe zu tun.
Vielmehr sagte Jacob: "Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte,
und ich wusste es nicht." Was ihn lediglich überraschte war die
Tatsache, dass dieser Gott dort an diesem Ort weilte, ohne dass er es
erkannt hatte. Es hört sich so an, als wenn er gedacht hatte, dass
Yahwe in Beth-El in einer Weise gegenwärtig war, wie er es sonst an
anderen Orten nicht ist.

Dies könnte ein Hinweis sein auf einen
Mangel an Gottesverständnis bei Yacob. Bis zu diesem Zeitpunkt
wusste er offensichtlich nicht, dass der Gott seines Vaters und
Großvaters der Schöpfer des Universums ist, und dass es letztlich
keinen Ort gibt, an dem Yahwe nicht gegenwärtig ist. Dieser Gott
offenbarte sich Jacob hier, aber all dies schien ihn nicht weiter zu
beeinflussen. Man sollte annehmen, dass diese Erfahrung ihn in ein
Leben der endgültigen Hingabe an Yahwe führen würde, aber so
war es nicht. Er war einfach nur erstaunt darüber, dass Yahwe dort
gegenwärtig war, und er es nicht wusste.

Ich wundere mich darüber, wenn man bedenkt, wie präsent Yahwe hier wirklich war.
Es gibt in diesem Zusammenhang eine wundervolle Geschichte im zweiten
Buch Melachim (2. Könige), Kapitel sechs. Wir lesen dort, wie die
Armee Syriens die Stadt belagerte, in der der Prophet Elisha war. Als
Elishas Diener ihm voller Sorge Bericht erstattete, betete Elisha, dass
sein Diener mit seinen natürlichen Augen die himmlische Kraft sehen
und erkennen möge, die mit ihnen war. Elisha war sich dieser Kraft
bewusst, sein Diener jedoch nicht.

Ich würde nicht behaupten wollen, dass die Hilfe und Kraft Gottes in dieser Weise wie in dieser
Geschichte jederzeit präsent ist, aber zweifellos ist Yahwe
überall gegenwärtig und am Wirken auf ganz unterschiedliche Weise,
auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind. Wie oft ist wohl
Yahwe in unserem Leben präsent, wie bei Yacob, ohne dass wir davon
wissen oder uns dessen bewusst sind? Wenn Yahwe unsere Augen wie in
der Geschichte mit dem Diener von Elisha öffnen würde, dann
wären wir möglicherweise überrascht, die himmlische
Realität zu sehen, die uns umgibt.

Anders als Yacob nehmen wir normalerweise für uns in Anspruch, auf Yahwe zu vertrauen, der
überall präsent ist, dennoch meinen wir, dass wir allein stehen.
Wir mögen es vielleicht nicht aussprechen, dass Gott nicht mit uns
ist, aber handeln wir nicht vielleicht manchmal genauso, als wenn er
weit, weit weg wäre? Möglicherweise glauben wir doch nicht so
stark an Ihn, wie wir meinen. Vielleicht sind wir genau wie Yacob
bereit, die Existenz Yahwes anzuerkennen, jedoch ohne ihm in der
aktuellen Situation wirklich ganz zu vertrauen. Wir sollten es jedoch
nicht durcheinander bringen und damit aufhören, die Anerkenntnis
Seiner Existenz mit Glauben gleichzusetzen. Die Erkenntnis und
Annahme der Existenz Gottes ist eine wesentliche Grundlage, aber wir
müssen es auch zulassen, dass er uns noch viel tiefer erfüllt und
uns hinführt zu dem Punkt, Ihm ganz zu vertrauen, so wie er letztlich
auch Yacob geführt hat. Das ist der entscheidende Punkt, den wir dann
auch in der kommenden Woche noch näher beleuchten werden.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Di 01 Dez 2009, 21:16

Va-Yishlah (Und er sandte)
Für die Woche vom 5. Dezember 2009 / 18
Kislev 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 32:4 - 36:43
Haftarah: Hosea 11:7 - 12:12


Ich lasse dich nicht los

Und Yacob blieb allein übrig; und es rang ein Mann mit ihm, bis die
Morgenröte aufging. Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, da rührte er
sein Hüftgelenk an; und das Hüftgelenk Yacobs ward verrenkt, indem er mit ihm
rang.
Da sprach er: Lass mich los, denn die Morgenröte ist aufgegangen;
und er sprach: Ich lasse dich nicht los, du habest mich denn gesegnet. Da
sprach er zu ihm: Was ist dein Name? Und er sprach: Yacob. Da sprach er: Nicht Yacob
soll hinfort dein Name heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit
Menschen gerungen und hast obsiegt.
" (Bereshit / 1. Moshe 32:24-28)

In der vergangenen Woche haben wir darüber nachgedacht, wie wir das Fürwahr halten der Existenz Gottes
mit dem Glauben an Gott verwechseln können. Lediglich das Bestätigen und Anerkennen Seiner Existenz bedeutet
nicht, dass wir ihm wirklich vertrauen.


Der Hauptgrund, warum Yacob zum Land seiner Vorfahren ging, war die Tatsache, dass er den Rachegelüsten und dem Zorn seines Zwillingsbruders Esau entkommen wollte.
Es sollte ungefähr 20 Jahre brauchen, bevor er ihm wieder würde ins Gesicht sehen können. Als er und seine großen Besitztümer sich dem Gebiet seines Bruders auf ihrem Weg zurück zum Land Canaan näherten, hörte er, dass Esau, der von
400 Mann begleitet wurde, sich auf den Weg gemacht hatte, um ihn zu treffen.
Wir lesen dazu: "Da fürchtete sich Yakob sehr, und ihm ward bange;" (Bereshit / 1. Moshe 32:7).


Zunächst teilt Yacob sein Lager in zwei Gruppen auf in der Hoffnung, dass die eine Gruppe fliehen kann, wenn Esau die andere angreift. Die nächste Sache, die er macht, ist beten. Möglicherweise war es mit dieser Innigkeit das erste Mal überhaupt. Es war ein interessantes Gebet, in dem er jedoch Gott als den Gott seines Großvaters und den Gott
seines Vaters bezeichnet, aber eben nicht als seinen persönlichen Gott. Dann organisiert er drei große Herden von Tieren
als Geschenk in der Hoffnung, dass dies seinen Bruder beruhigen würde, wenn er
ihn erreicht. Hinter die Herden platzierte er seine Familie. Hinter seiner Familie und mit einem Fluss dazwischen,
war er – also so weit weg von Esau wie nur irgend möglich - wo er dann auch
die Nacht mit seiner Angst allein verbrachte. Und doch sollte er dort nicht allein sein.


Es war an eben diesem Ort, wo Gott mit ihm rang. Als Gott ihn nicht überwinden konnte, verrenkte er seine
Hüfte, was dazu führte, dass er für den Rest seines Lebens hinkte. Dann sagte Gott zu Yacob, er solle ihn gehen
lassen, aber Jacob ließ ihn, entsprechend seines Charakters, wie ich ihn einschätze, nicht gehen, bis dieser
mysteriöse Ringer ihn segnen würde. Und so segnete er ihn und tat dies mit diesen Worten: "Nicht
Yacob soll hinfort dein Name heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und
mit Menschen gerungen und hast obsiegt.
" (Bereshit / 1. Moshe 32:28).


Yacob wurde verändert. Am nächsten Tag, als er Esau kommen sah, ging er direkt bis zu ihm, noch vor
seiner Familie, die Angst und das Bestreben nach Selbstschutz waren verflogen. Es gab keine vorgefertigten Pläne und eigenes Bestreben mehr. Alles löste sich auf wunderbare Weise auf, und die zwei Brüder verbündeten
sich. Als er im Land Canaan ankam, baute er einen Altar als ein Zeugnis seines neuen persönlichen Vertrauens auf den
einen wahren Gott.


Bis zu der Zeit des Ringens von Yacob mit Gott war Yacob ganz auf sich selbst fixiert. Während er froh war, der Empfänger des Segens Gottes und der Verheißungen zu sein, beschloss er dennoch, sein eigenes Leben zu führen und seinen eigenen Weg zu gehen. Vielleicht hatte Gott bereits bei anderen Gelegenheiten versucht, die Aufmerksamkeit von Yacob
zu bekommen, aber Yacob verharrte in seinem Vertrauen auf sich selbst. Natürlich
war Gott derjenige, der wirklich das Zepter in der Hand hatte, und der die
ganze Zeit hindurch für Yacob sorgte, aber trotzdem blieb das Herz von Yacob entfernt von Gott.


Aber als Gott ihm dieses Mal begegnete, würde Yacob ihn nicht gehen lassen. Es mag sonderbar klingen, von einem Gott zu hören, der darum bittet, frei zu kommen. Gott hätte Yacob, ganz zu schweigen vom Gewinn
des Ringkampf, zerschlagen können. Mit einer einfachen Berührung renkte er die Hüfte von Yacob aus. Jedoch trotz der
Tatsache, dass dies sehr schmerzhaft gewesen sein muss, hielt Jacob Gott fest, bis er ihn segnete. An diesem Punkt
mag Yacob vielleicht nicht völlig verstanden haben, was passierte, aber Gott veränderte auf jeden Fall sein Herz.


Ich frage mich, wie oft Gott wohl uns begegnet in Zeiten wo wir es brauchen, wie oft er sich bemüht,
uns zu berufen, aber wir ignorieren ihn. Oder er kommt, um mit uns zu ringen
(wie immer dies auch aussehen mag), aber wir halten nicht an ihm fest. Wir geben zu leicht auf. Er könnte uns
verletzen. Er könnte uns verändern.


Bis wir an den Punkt gelangen, Gott zu gestatten, Seinen Weg in unserem Leben auszuführen, mögen wir vielleicht seine Existenz anerkennen, aber wir glauben nicht wirklich an Ihn. Inmitten der ganz normalen Lebensumstände gibt Gott uns die Gelegenheit und die Möglichkeit, Ihn wirklich zu erkennen, und wir werden ihn erkennen, wenn wir an ihm
festhalten und nicht von Ihm lassen, egal was passiert.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 06 Dez 2009, 21:34

Va-Yeshev & Hanukkah 1
Für die Woche vom 12. Dezember 2009 / 25
Kislev 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 37:1 - 40:23 & Bemidbar / 4. Moshe 7:1-17
Haftarah: Sacharja 2:14 - 4:7

Genug ist genug!

Wie sollte ich nun diese große Übeltat begehen und mich vor Gott versündigen? (Bereshit / 1. Moshe 39:9)


Eines der Hauptthemen zu Chanukka (in diesem Jahr vom 12. - 19. Dezember 2009) ist der Widerstand gegen den Druck der Gesellschaft, sich von den Wegen Gottes abzukehren. Chanukka erzählt die
Geschichte des jüdischen Aufstandes gegen die Griechisch-syrische Besatzung,
der ungefähr 165 Jahre vor dem Kommen von Yeshua geschah. Der Imperator bemühte
sich, seine Herrschaft zu festigen, indem er seine Untergebenen einschließlich der
jüdischen Bewohner zwang, die griechischen Bräuche anzunehmen. Viele in
Israel fügten sich unter diese heidnischen Bräuche, bis ein Priester mit dem Namen Matitiyahu sich verweigerte.
Eine kleine jüdische Armee, angeführt von Matitiyahus Sohn Judah, bezwang
schließlich die großen und schwer bewaffneten Griechisch-Syrischen Einheiten.


Menschen, die sich bemüht haben, Gott zu gefallen, sahen sich häufig mit Anfeindungen konfrontiert sowie dem Druck, sich der dominierenden Kultur und den Bräuchen anzupassen. Chanukka ist ein Beispiel dafür, dass diejenigen, die das Verlangen haben, wahrhaftig bei Gott und seinen Wegen zu bleiben, irgendwann sagen müssen: "Genug ist
genug!" Sie müssen gegen diese Kultur Stellung beziehen. Wir befinden uns heute wieder in ähnlichen Umständen.


Es ist interessant, dass der Beginn von Chanukka in diesem Jahr mit dem Torahabschnitt
zusammenfällt, der die Geschichte von Joseph enthält. Joseph stand auch gegen den Druck des gottlosen Einflusses. In
seinem Fall war es keine kulturelle Angelegenheit, sondern eher eine
persönliche Situation, in der er verleitet wurde, Ehebruch mit der Frau seines Herrn
zu begehen. Er wusste, dass sie ihn in eine ausweglose Situation gebracht hatte. Das zu tun, was sie von ihm verlangte, hätte eine vorläufige Entspannung der Situation bewirkt, aber dies
hätte ihn sehr wahrscheinlich das Leben gekostet. Aber ihren Annäherungsversuchen
zu widerstehen, was sehr schwierig war, würde ihm letztlich große Schwierigkeiten bringen, was
dann ja auch tatsächlich geschah. Offensichtlich hatte sie ihn fälschlicherweise einer
Sache anklagt, zu der sie ihn selbst verführen wollte. Was hier den Unterschied für Joseph machte, war die
Tatsache, dass dieser Frau nachzugeben Gott missfallen hätte, und deshalb war er absolut nicht bereit, dies zu tun.


Die missliche Lage von Joseph lehrt uns, was es bedeutet und was es kosten kann, dem Druck
einer Kultur zu widerstehen, die uns ständig bedrängt und Unterwerfung von uns fordert. Aber ich denke, wir müssen
so wie Joseph handeln und genau wie er sagen: „Wie sollte ich nun diese große Übeltat begehen und mich vor Gott versündigen?

Ich befürchte allerdings, dass es für etliche bereits zu spät ist. Genau wie
in den Tagen von Chanukka haben viele, die behaupten, ein Teil des Volkes Gottes zu sein, bereits der vorherrschenden Kultur nachgegeben. Man hat die Besonderheiten von Menschen des Glaubens über Bord geworfen, und man hat beschlossen, sich den Gewohnheiten unserer Tage anzupassen.

Hier sind einige Beispiele dafür, wie wir durch die heutige gottlose Kultur vereinnahmt worden sind:

Eine wachsende Zahl von so genannten Gläubigen schämt sich der einzigartigen Natur
des biblischen Glaubens. Gemäß der Bibel gibt es nur einen Gott, und es gibt
nur einen Weg zu diesem Gott, über den Messias Yeshua. Und doch gibt es diejenigen
unter den Gläubigen, die andere Vorstellungen erfunden haben und behaupten, dass es Ausnahmen zu dieser Tatsache
geben kann.

Immer weniger Menschen betrachten die Sicht der Bibel von Familie und insbesondere auch von Kindern als das Modell Gottes für das Leben. Stattdessen übernehmen wir immer mehr die Sicht der heutigen
Welt von Familie, und wir meinen, dass nach zweitausend Jahren die Lehren der Bibel für die Menschen
überholt sind.

Nordamerikanischer Wohlstand ist unser bevorzugter Lebensstandard geworden. Wie sehr unterscheidet
sich dieser Lebensstil doch von dem, der keinen Ort hatte, wo er sein Haupt niederlegen konnte, und der uns in die
Nachfolge ruft, der uns ruft, alles aufzugeben, um ihm zu folgen.

Was ist mit unserem Verlangen nach Unterhaltung und Zerstreuung, wie verwalten wir unsere Zeit und unser Geld? Wir
ziehen es vor, uns in Ablenkungen und Zerstreuung zu ergehen, anstatt unsere Zeit in rechter
Weise auszukaufen. Gleichzeitig weigern wir uns, die Ruhe und die Erquickung der Wege Gottes in Anspruch zu nehmen.

Wir haben die Vorstellungen Gottes beim Thema Liebe und Sexualität eingetauscht in die
Vorstellungen, die uns die Welt bieten. Wir ignorieren die Heiligkeit der Ehe, indem wir unsere Beziehungen mit egoistischen Motiven eingehen.

Vielleicht ist eine der wichtigsten treibenden Kräfte hinter diesen und anderen Beispielen
das in der heutigen Zeit so hoch angesetzte Verlangen, von anderen akzeptiert
und anerkannt zu werden. Was Joseph sich bewahrte war die Tatsache, dass
sein Hauptaugenmerk auf Gott und Seinen Wegen ausgerichtet war. Als die
Versuchung und Verführung kam, war seine Treue gegenüber Gott ein starkes
Fundament, von dem er nicht wegbewegt werden konnte. Welch deutlicher
Unterschied zu den Umständen in der heutigen Zeit, wo wir allzu leicht dazu neigen, uns anzupassen an den Zeitgeist und an das, was gerade als populär wahrgenommen wird, so dass wir bloß nicht etwa als Außenseiter oder Exot wahrgenommen
werden.

Wenn wir nicht endlich aufstehen und wie Matitiyahu sagen: "Genug ist genug!", dann werden wir auch weiterhin in der Gefahr
stehen, durch den starken Einfluss des Zeitgeistes und der heutigen Kultur beeinflusst oder gar weggefegt zu
werden.
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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 13 Dez 2009, 12:57

Mi-Kez (Am Ende) & Hanukkah 8
Für die Woche vom 19. Dezember 2009 / 2 Tevet 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 41:1 - 44:17 &
Bemidbar / 1. Moshe 7:54 - 8:4
Haftarah: 1Melachim / 1. Könige 7:40-50



Das Wissen darum, wann wir Stellung beziehen müssen

„Und der Pharao sprach zu Joseph: Nachdem Gott dir dies alles kundgetan hat, ist
keiner so verständig und weise wie du. Du sollst über mein Haus sein, und
deinem Befehle soll mein ganzes Volk sich fügen; nur um den Thron will ich
größer sein als du." (Bereshit / 1. Moshe 41: 39,40)




Die Geschichte von Joseph geht über die Feiertage von Chanukka weiter. In der vergangenen Woche
legten wir den Schwerpunkt der Betrachtung auf die Tatsache, dass es
zuweilen notwendig ist, gegen bestimmte Formen des Bösen aufzustehen und Stellung zu beziehen. Die ablehnende Haltung
von Joseph gegenüber den Annäherungsversuchen durch die Frau seines Herrn bewahrte ihn zwar davor,
schuldig zu werden, aber es führte trotzdem dazu, dass er im Gefängnis landete. Auch wenn er damit rechnen
musste, dass dies geschah, war ein Kompromiss in dieser Situation absolut keine Option für ihn.

Es sollte einige Jahre dauern, bis der Plan Yahwes für Joseph offenbar werden würde. Nachdem
er für zwei Knechte des Pharaos Träume gedeutet hatte, wurde Joseph aufgefordert, einige Träume für den Pharao selbst zu deuten und auszulegen. Die aufschlussreiche und weitreichende Deutung von Joseph über das Kommen von sieben Jahre des Überflusses und darauf folgenden sieben Jahre der Hungersnot, einhergehend mit seinem weisen Vorschlag,
wie man sich auf die drohende Katastrophe vorbereiten könnte, führte dazu, dass er als der Hauptverwalter des
Pharaos eingesetzt wurde.

Joseph verbrachte sein Leben fortan im ägyptischen Regierungsdienst. Sein Vater, seine Brüder und ihre Familien, die den Beginn der Nation Israel repräsentierten, alle kamen in eine Region in Ägypten, wo ihre Nachkommen für mehr als 400 Jahren bis zum Exodus blieben.

Sehr viel von der Geschichte Israels ist verbunden mit dem Leben unter anderen Nationen
und Kulturen. Die Verheißungen Yahwes an Abraham beinhalteten auch das verheißene, gelobte Land für seine Nachkommen.
Israels persönliche Beziehung zu Gott gründete sich unter anderem darauf, unabhängig davon, ob das Volk befreit würde von der fremden Herrschaft. Solange das Volk treu war gegenüber Gott, lebten es in Frieden in seinem eigenen Land. War dies nicht der Fall, dann lebten sie unter der Herrschaft und Knechtschaft von ausländischen Mächten.

Israels Erfahrungen in Ägypten vor dem Exodus unterschieden sich von denen zu anderen Zeiten. Es war eine Zeit der
Vorbereitung und Zurüstung, bevor Yahwe uns das Land gab. Und doch ist die Erfahrung von Joseph in Ägypten in Bezug darauf aufschlussreich, wie das Volk Gottes unter anderen, fremden Kulturen leben und sich verhalten sollte.

Treu gegenüber Yahwe und seinen Wegen zu sein, kann von Zeit zu Zeit Spannung zwischen uns und der vorherrschenden
Kultur und Gesellschaft hervorrufen, in der wir leben. Wir stehen unter dem Druck und der Anfechtung, uns an das gottlose Verhalten der Menschen um uns herum anzupassen. Als die Frau des Herrn von Joseph ihn zur Sünde verführen wollte, wusste er, dass das eine Sache war, die er nicht tun durfte, und er griff zu ganz konsequenten Mitteln, um Gott in dieser Sache treu zu bleiben. In der vergangenen Woche haben wir bereits festgestellt, dass dieses Verhalten auch ein gutes Bild ist für Chanukka. Es gibt einfach bestimmte Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen, egal was es uns kostet.

Man muss jedoch auch feststellen, dass es absolut nicht so war, dass Joseph immer und ständig im Konflikt mit der vorherrschenden Kultur und Gesellschaft stand. Yahwe hatte ihn berufen, dort im Ausland ein Segen zu sein, zum Wohle der Menschen dort. Er wusste, dass er Yahwe innerhalb dieser Kultur effektiv dienen konnte. Zur gleichen Zeit hatte er bereits gezeigt, dass er bereit war, sich von Gott gebrauchen zu lassen, indem er in dieser entscheidenden Situation Gott treu blieb.

Als Nachfolger Yahwes sind wir nicht dazu berufen, ständig nur zu hadern mit der Kultur und Gesellschaft, in der wir gerade leben, auch wenn die Mehrheit der Menschen innerhalb dieser Kultur nicht an den Messias Yeshua glauben. Genau wie Joseph müssen wir Gott dienen, wohin auch immer er uns führen mag. Genau wie Joseph sollten wir ein geheiligtes Leben im Gehorsam führen, egal, wie die Menschen um uns herum leben. Wenn wir das tun, dann können wir genau wie Joseph
klar Stellung beziehen, auch gegen die Verlockung, irgendwelche Kompromisse einzugehen.
Wenn wir so wie Joseph solch eine klare Stellung einnehmen, dann kann uns das enorme Schwierigkeiten einbringen. Aber wenn wir wie Joseph für ein geheiligtes Leben im Gehorsam stehen, dann kann dies auch Türen des Dienstes öffnen innerhalb von gottlosen Kulturen, auf eine Art und Weise, wie wir es uns vielleicht in unseren kühnsten Träumen noch gar nicht vorstellen können.

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