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613 MIZWOT > FAQ <

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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am So 23 Aug 2015, 11:59

Schalom Zeev,

bei Verbot 58 stimmt der Verweis nicht so ganz - Es passen dazu folgende Stellen:
5. Mo. 20,3
5. Mo. 7,21
5. Mo 3,22
5. Mo 20,8

Schalom Johannes
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von ABA am So 23 Aug 2015, 14:36

Schalom Johannes,

vielen Dank für deine Hinweise.
Vorab einmal ein Hinweis zu meiner/unserer Aufstellung der 613 Mizwot.


Seinerzeit haben wir diese Aufstellung in 4/5 Foren gestellt, da es in solchem Maße damals nichts im Internet zu finden war. Grundlage dazu, und das ist wichtig, ist die Ausführung von Rambam wie sie in der rabbinischen Literatur in unseren Synagogen zu finden ist. In der Jugendgruppe haben wir nicht alle Torah-Hinweise aufgeführt. Weiterhin wissen wir auch, dass die 613 Mizwot in ihrem vollen Umfang heute nicht mehr einzuhalten sind.

Eine spezifizierende Aufstellung der 613 Ge- und Verbote ist aus der mischnisch-talbudischen Zeit nicht überliefert. Eine solche wurde erst im 8. Jhdt. n.Ztr. von Schimon Kahira in seinem Werk >Halacht Gdlot< geboten. Seinem Beispiel damals folgten Sa-adia, Gabriol und synagogale Dichter in ihren Werken >Asharot<. Rambam verwarf in seinem Werk >Sefer HaMizwot< die Methode nach denen seine Vorgänger verfahren waren, als unkritisch und stellte 14 Leitsätze auf, die er seiner Aufzählung zugrunde legte. Dem Rambam trat wiederum Ramban kritisch entgegen und er, sowie Mosche BenJakov und Izchak BenJosef machten daher von Rambam abweichende Aufstellungen. In der von uns zusammengestellten Übersicht der Gesetzesgruppen haben wir uns vorwiegend an Rambam gehalten.
Trotzdem denke ich, nach deinem Vorschlag, das Verbot 58 gemäs Maimonides mit den 3 betreffenden Stellen von Rambam auszuführen:


aus der Schabat-Lesung: >Dewarim<
לֹ֖א תִּֽירָא֑וּם כִּ֚י יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם ה֖וּא הַנִּלְחָ֥ם לָכֶֽם׃

aus der Schabat-Lesung: >Ekev<
לֹ֥א תַעֲרֹ֖ץ מִפְּנֵיהֶ֑ם כִּֽי־יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֨יךָ֙ בְּקִרְבֶּ֔ךָ אֵ֥ל גָּדֹ֖ול וְנֹורָֽא׃

aus der Schabat-Lesung: >Schoftim<
וְאָמַ֤ר אֲלֵהֶם֙ שְׁמַ֣ע יִשְׂרָאֵ֔ל אַתֶּ֨ם קְרֵבִ֥ים הַיֹּ֛ום לַמִּלְחָמָ֖ה עַל־אֹיְבֵיכֶ֑ם אַל־יֵרַ֣ךְ לְבַבְכֶ֗ם אַל־תִּֽירְא֧וּ וְאַֽל־תַּחְפְּז֛וּ וְאַל־תַּֽעַרְצ֖וּ מִפְּנֵיהֶֽם׃


und vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.

Schalom ABA un a Gid Woch
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am So 23 Aug 2015, 15:13

Schalom Aba,

vielen Dank für Deine Erklärungen, welche wieder einmal deutlich machen, wie intensiv die Beschäftigung mit den Schriften sein kann. Nachdem ich mich entschlossen habe mich mit den Mitzwot auseinander zu setzen hatte ich Deine/Eure Liste und jede aud em englischen Judaism 101. Diese habe ich in einer Tabelle in open office versucht zueinander zu bringen. Das ganze hatte mir jedoch nicht gereicht, und vor einiger Zeit kam ich aud die Sefer Hachinuch, welche in 5 Bänden Rabbi Aharon Halevi von Barcelona (Venedig 1523) zugeschrieben wurde. Dieser hat die Miztot nach den jeweiligen Parascha geordnet. Nachdem ich die paar dünnen Bücher Very Happy bekommen hatte, habe ich die Tabelle noch einmal angepasst und zusätzlich die entsprechenden Gültigkeitsregeln mit aufgenommen. Es macht unglaubliche Freude nun die einzelnen Mitzwah mit den jeweiligen Kommentaren zu lesen uns so auch viel mehr lieben zu lernen.

Was die Kirchen da für einen Eckstein verworfen haben scheint den meisten gar nicht klar zu sein. Und dann noch etwas abzulehnen, was man nicht kennt ist wird um so leichter, je weniger man sich damit beschäftigt. Bisher haben alle Menschen die ich kenne dabkend abgelehnt sich damit zu beschäftigen und mich für ein wenig verrückt erklärt. Heimlich jedoch frage ich mich mittlerweile, ob mache Finanzkrise, Flüchtlings"krise" usw gar nicht erst entanden wären, würde man sich auf diese vielen Gesetze besinnen.

Ein Besuch bei einem befreundeten Rechtsanwalt belehrte mich jedoch eines besseren: Die ganze Schrankwand voller Gesetztestexte sind ein vielfaches von dem wenigen aus der Thora!!!! -- Fragt sich dann dabei, wer da wohl das bessere Werkzeug in die Hand bekommen hat, auf jeden Fall sind 613 nicht viel - und wenn dann einmal begonnen wird abzuziehen, weil man ja doch kein Prieser, kein Levit, nicht im Land Israel wohnt..... dann bin ich einmal gespannt, was am Ende da für den "Normalo" herauskommt!

Über den Austausch mit Gleichgesinnten freue ich mich natürlich sehr!

Schalom und shavua tov

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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Elischua am So 23 Aug 2015, 15:36

Schalom dir lieber Johannes und Zeev,

danke für eure Mühe und ich weiß was da für Arbeit und Zeit dahinter steckt.

Betr. den Weisungen / Gebote / Verbote - hat mit Liebe zu tun - bin ich auch schon einige Monate damit beschäftigt und beim ausarbeiten bin und mit G´ttes Hilfe tiefer einzutauchen und mehr dahinter steckt als den meisten wirklich klar und einleuchtend ist und man viel Weisheit G´ttes braucht.
Heute bin ich soweit, daß ich sogar die Zahl 613 für eine Menschenzahl sehe und diese nie von unseren Allmächtigen Schöpfer El JaHWeH gegeben wurde - auch betr. Zahlen in der Bibel bin ich sehr vorsichtig und misstraurisch geworden.


  Herzliches Schalom von אלישוע(Elischua)
JHWH segne euch mit Weisheit, Erkenntnis, u. Verständnis für sein Wort und Wahrheit!
Hes. 3,10 Und er JaHWeH sprach zu mir: Menschenkind, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf, und höre sie mit deinen Ohren!
Jer. 17,5 So spricht JaHWeH der HERR: Verflucht ist der Mann/Frau, der auf Menschen vertraut und Fleisch ( = eigenes Können) zu seinem Arm ( = Rettung, Hilfe) macht und dessen Herz vom JaHWeH dem HERRN weicht!

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Wer ist der Fremde

Beitrag von Jehohanan am Mo 31 Aug 2015, 22:17

Schalom alle, welche Iwrit können, und natürlich alle anderen auch!

bei aller Recherche nach dem tiefen Sinn der Worte interessiert mich ein einzelner Vers der Torah:

Exodus 22,20

Wer ist nun wirklich der ger, gerim? Der Fremde, der Gastsasse (was immer das ist?) - aber nach Buber Rosenzweig so übersetzt.... Und der Talmud bezeichnet diese als Proselyt? - Kann ja aber auch nicht wirklich sein, denn Proselyten waren die Israeliten in Ägypten doch sicher nicht..... also eine spannende Frage - für mich!

Schalom Jehochanan
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von ABA am Di 01 Sep 2015, 13:16

Schalom Jochanan,

... also eine spannende Frage - für mich! ...

So – dann wollen wir mal auf die Schnelle uns entspannen: Smile

Wer ist nun wirklich der ger, gerim? Der Fremde, der Gastsasse (was immer das ist?) - aber nach Buber Rosenzweig so übersetzt...

Vor allem sollten wir uns nicht mit einem veraltetem Deutsch aufhalten, was vor gut 100 Jahren übersetzt wurde. Sei es Buber/Rosenzweig oder noch älter Luther/Melanchton. Also lesen wir besser modernere Übersetzung und im Vergleich mit hebräischer Sprachkenntnis kommen wir dann zum richtigen Ergebnis. Doch um der Frage gerecht zu werden, die Definition des altdeutschen Wortes Gastsasse ist: >Einwohner ohne Bürgerrecht<

Die hebräische Sprache ist auf Wurzelwörter > שורש [schoresch] < aufgebaut. Dies setzt sich bis ins Neuhebräische (IWRIT) fort. Allerdings, und das ist sehr wichtig, kann eine Wurzel viele unterschiedliche Begriffe hervorbringen. Dies erfordert beim Hebräicum eine Sonderklausur.

Die Wurzel mit den Buchstaben ג [gimmel] und ר [resch], also גר [gar/ger/gur] (Hebräisch i.d.F.ohne Selbstlaute) bedeuten z.B. wohnen, fremd; sogar eine bestimmte Tierbezeichnung gibt es dafür.
Siehe die ägyptische Frau Abrahams, sie wird als HAGAR bezeichnet und bedeutet >die Fremde<. Später ist sie bekannt als Ketura und hatte weitere Kinder mit Abraham.


Im Falle von Schemot 22,20 ist es ganz einfach ein Fremder,bzw. ein Fremdling als Nicht-Israelit. Die heutig geläufige Bezeichnung dafür wäre: > SCHUTZBÜRGER < (hier greife ich auf Leopold Zunz und Naftali Tur Sinai zurück)

Im heutigen ISRAEL wären dies die > תושב זמני < [Toschef-Smani] d.h. Bewohner (also Nicht-Istraelies) mit einem zeitlich begrenzten Visa, oder gar auch mit einer unbegrenzten Aufenthaltsgenehmigung. Dies können allerdings jüdisch Abstämmige sowie auch >Femdlinge aus den Nationen< sein.

Nun gehen wir gleich mit dem Begriff > Fremder/Fremdling < (also Nichtjude) weiter nach bis zum besagten >Proselyten<. Diese Auffassung gab im Großen und Ganzen schon fast immer:

Wenn sich jemand zum Judentum bekehren will, so nimmt man ihn nicht gleich auf, sondern erklärt ihm/ihr zuvor alle Nachteile die daraus entstehen, sowie die Schwierigkeiten die mit der Ausübung der jüdischen Religionsgesetze verbunden sind. Erst wenn jemand trotzdem darauf besteht nimmt man ihn/sie auf. Als nicht Bekehrt gilt z.B. jemand, der/die nur aus Furcht oder Liebe zu einem Partner übertreten will. Weiterhin beachtet man den Grad der Glaubwürdigkeit eines/einer Proselyten/tin und das 'Rechtsverhältnis der Pflichten, die aus der Zeit vor dem Übertritt resultieren. Weitere Angelegenheiten wie Beschneidung oder Tauchbäder wären ein weiteres großes Thema, das jetzt den Rahmen sprengen würde.

Also nochmal kurz gesagt:

.. und der Talmud bezeichnet diese als Proselyt? - Kann ja aber auch nicht wirklich sein, denn Proselyten waren die Israeliten in Ägypten doch sicher nicht...

Nein, sicherlich nicht, da hast du vollkommen recht! Wie von obig beschrieben handelt es sich bei der Torahstelle von Schemot 22,20 um einen >Fremdling< / >Schutzbürger<.

Schalom ABA
Zeev Baranowski
Mehr zu GIUR -  Konversionsproblematik findest du > HIER <
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am Di 01 Sep 2015, 16:49

Schalom Zeev,

nun noch eine Bemerkung zu Verbot 60 bzw zu 2.Mo 22,27:

Nach den Umfangreichen Kommentaren zu dieser Textstelle ergeben sich nach Sefer Hachinuch daraus 3 Mizwah:

Einen Richter nicht zu verfluchen -->316
Das Verbot, G"tt zu fluchen -------->60
Einen Fürsten nicht zu verfluchen-->315

Zitat: "Elohim" bedeutet "Richter" gleich wie im Vers "Wen die Elohim verurteilten" ( ebd.8 ). Die Schrift benutzt den Ausdruck Elohim, damit ein anderes Verbot in dieses Verbot einbezogen wird, nämlich das Verbot, G"tt zu fluchen, wie unsere Gelehrten s.A. in der Mechilta und im Sifri sagten: Das Verbot, G"tt zu fluchen leiten wir vom Vers 'Elohim sollst du nicht fluchen' ab." Der Vers an einer anderen Stelle der Torah:"Wer den Namen des Ewigen lästert, soll getötet werden" (Leviticus 24:16) lehrt uns die Strafe, doch das Verbot wird von hier abgeleitet. .......

Soweit das Zitat - unbeachtet davon sollte man die weiteren Vorschriften beachten, welche dann den Tatbestand dieses Verbots erfüllen. Da es bei Todesstrafen immer sehr peniebel zu betrachten gilt und im Zweifel diese auch zu verhindert werden sollte steht auf einem anderen Blatt - ein Sanhedrin, welche die Todesstrafe verhängte wurde auf ewig als Blutsanhedrin gebrandmarkt.... soweit ich dies nich weiß - aber dabei kann ich mich auch täuschen....

Schalom

Johanan
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von ABA am Di 01 Sep 2015, 18:14

Schalom Jochanan,

ich poste zum besseren Verständnis für den Leser kurz als Zitat dass Mail-Thema zu Verbot 60:


… in RAMBAMs aufgeführter Stelle (3.Mo 24,16) handelt es sich um >> den NAMEN Gottes (JaHWeH) nicht zu >lästern< ( נקב שם יהוה [nokeb schem jahweh] in Verbindung mit  יקלל אלהיו [jakalal elohajw] ). Darauf stand die Todesstrafe.

In der Stelle von 2.Mo 22,27 geht es jedoch um Gott (Elohim) sowie die Obrigkeit Israels nicht zu verachten bzw. herabzuwürdigen [siehe das Althebräische KALAL = קלל ]  .

PS:
Leider haben die Heidenchristen dies schon in ihren Schriften nicht verstanden, falsch übersetzt und dadurch Rabbi Jeschua BarJosef eines Vergehens beschuldigt, das er keinesfalls begangen hat. Der Geschichte wurde die Todesstrafe angedichtet, obwohl es diese dafür nie in den Gesetzen stand !!!
Schalom ABA -Zeev-

Nun kommen wir genau zu dem Punkt, an dem sich schon die großen Geister der jüdischen Religionsforschung nicht mehr einig waren. Ganz besonders wenn es um die 613 MIZWOT geht. Da scheiden sich die Auslegungs-Geister. Der Eine interpretiert so, der Andere meint dazu allerdings es noch besser zu wissen. Und das schon seit gut 800 Jahren.
Nach dem bekannten Motto:
Wenn 5 Juden miteinander diskutieren, hat man am Ende mit Sicherheit 6 verschiedene Meinungen.
Dies erkennst du alleine schon an dem Zitat:


Zitat: "Elohim" bedeutet "Richter" gleich wie im Vers "Wen die Elohim verurteilten" ( ebd.8 ). Die Schrift benutzt den Ausdruck Elohim, damit ein anderes Verbot in dieses Verbot einbezogen wird, nämlich das Verbot, G"tt zu fluchen, wie unsere Gelehrten s.A. in der Mechilta und im Sifri sagten:

In diesem Falle >Elohim< mit >Richter< zu übersetzen hat schon zu sehr viel Streit geführt, bei dem sich wirklich namhafte Übersetzer nicht einig waren. Ich bleibe bei der Version von Rambam, und freue mich über jeden Beitrag und Mail von dir, wo, trotz aller Mühe die wir damals hatten, Bibelstellen-Unstimmigkeit korrigiert werden können. Die Gelehrtenunstimmigkeiten jedoch überlasse ich den Jeschiwa-Schülern.

Schalom und nochmals Danke für deine fleißige Arbeit
ABA -Zeev Baranowski-
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am Di 01 Sep 2015, 18:42

Schalom Aba,

also dem ganzen entnehme ich zwei ganz wichtige Dinge:

Es besteht sofort mit Dir größte Einigkeit, dass wir uns aus den Diskussionen der Weisen, Gelehrten schön raushalten - es geht auch gar nicht darum die "wahrste" Liste zu erstellen, sondern einfach etwas mit Liebe zusammenzutragen und da tut Einigkeit auf jeden Fall gut gut

Eine andere Erkenntnis könnte demjenigen Auffallen, der sich Zeit nimmt das nachzuvollziehen.... Da war vor fast 2000 Jahren ein Rabbi, diesem wurden immer Streitgespräche unterstellt, als ob da tatsächlich ein Feind in Menschengestalt gewesen wäre. Wer das oberflächlich liest und nicht die tiefe erkunden will, wird den wahren Feind von damals vermutlich falsch zuweisen. Das waren nicht die anderen Menschen, der wahre Feind war die nicht volkommene Wahrheit - die suchen wir jedoch auch heute noch, egal ob Jude, Christ oder Moslem. - Gemeinsam suchen mag dabei schwierig sein, weil bei 5 Menschen 6 Meinungen herauskommen - aber besser als hinterher nur noch 4 Menschen und eine vermeindliche Wahrheit - dann ist alles schief gelaufen und die so gefundene einzige Wahrheit wird wahrscheinlich falsch sein ;-)

Schalom Jehohanan
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Beitrag von Gast am Sa 12 Sep 2015, 13:43

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Zuletzt von fanijeani am Mo 15 Aug 2016, 18:53 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Eaglesword am Sa 12 Sep 2015, 16:55

Werte Jean,
wenn wir uns einen Stoff aus Leinen und Wolle vorstellen, ergibt sich folgendes Bild:
Lein ist fest und flach, Wolle ist weich und dick. Wolle wird schneller durch Reibung beschädigt. Ergebnis: Wolle wird schneller schadhaft. Ein gemischter Stoff erleidet bald Löcher.
Fazit:
G'tt wollte uns bewahren vor solchem Desaster. Wenn wir löchrige Kleidung tragen, wird unsere Nacktheit offenbart, und Scham kommt auf. Genau das will Er uns ersparen.


"und du sollst nicht eine Frau zu ihrer Schwester nehmen, sie zu kränken, wobei du ihre Blöße neben ihr aufdeckst bei ihrem Leben"
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von ABA am Sa 12 Sep 2015, 20:14

Schalom Fanijeani,

du fragst ...

... Sind die Gesetze für die Rituelle Unreinheit auch heute noch gültig …
… wie können diese im normalen Alltag umgesetzt werden, ...
… Ich frage mich manchmal, ob es überhaupt möglich ist, alle Gesetze zu halten …
Die religiösen Gesetze bei uns im Judentum werden nur von einer Minderheit als gültig angesehen. Selbst für die Allerfrommsten ist es nicht möglich die besagten 613 Mizwot zu halten. Beispielsweise ist es nicht möglich fast alle der Gebote von 20 – 91 zu halten. Letzlich sind die 613 Mizwot nichts anderes als eine Auflistung von Ge- und Verboten aus dem antiken religiösen Judentum. Wir z.B. gehören zu dem liberalen progressiven religiösen Judentum und sehen auch unser Glaubensleben progressiv, also >im Glauben fortschreitend< . Im Gegensatz zu uns Liberal-Religiöse steht das Orthodoxe-Judentum. Dort wird die Gesetzeshaltung natürlich anders interpretiert. Trotzdem gehören wir beide so wie auch die Traditionellen, die Konservativen sowie auch die Reformierten zusammen und bilden das Bundesvolk JaHWeHs für die Olam HaBah (künftige Welt) sowie für die >Messianische Zeit< !

... nach Abschaffung des Opfers? Petrus hatte ja eine Vision, dass ...

Mit der christlichen Ansicht der Opferabschaffung, sowie einer christlichen Vision von Schimon, genannt Petrus (gr.) haben wir im religiosen Judentum nichts gemeinsam. Diese Ansichten sind für uns heidnischen Ursprungs und sollen es auch bleiben.

... Hier in Deutschland gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Bauern, der Yahwehs  JaHWeHs...

Dies müsste schon ein jüdisch-orthodoxer-Bauer sein, und einen solchen gibt es hier in Deutschland nicht, (zumindest ist unsrer Familie keiner bekannt). Trotzdem war es für uns möglich das Schabatjahr in unsrer ehemaligen kleinen Land- und Gartenbewirtschaftung zu halten. Es funktioniert so ähnlich wie eine 3 Felder-Wirtschaft.

Schalom ABA
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Eaglesword am Sa 12 Sep 2015, 23:45

Die 3 Felder-Wirtschaft ist weltweit praktikabel und ermöglicht jedes Jahr Schemita, während man gleichzeitig bestellen und auch ernten kann. Die sonst verbotene Nachlese zu eigenen Gunsten kann man umgestalten: Für Arme wird sie durchgeführt, und eine Feldküche wird beliefert. So kann das Obst genutzt werden und wird nicht schlecht, wenn kein Hungernder es erntet.


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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Elischua am So 13 Sep 2015, 11:01

Schalom liebe Lernenden und Suchenden,

habe hier mal was zum nachdenken und wie ist eure Meinung dazu:

In Facebook gibt es eine Gruppe "Frag den Rabbi" und ich mich dort registriete und es interessant fand betr. den Fragen und Antworten und mich betr. den Geboten/Verboten betr. 613 mich vieles beschäftigt, folgendes einen Rabbi fragte:



FRAGE: An welchen Geboten/Verboten/Gesetzen/Weisungen hat sich ein Jude der nicht in Israel lebt zu halten z.B:
Ein Jude verletzt durch einen Autounfall einen Nicht-Juden einen Goijm. Dieser Goijm zeigt den Juden wegen Körperverletzung und wegen Nichtbeachtung der Straßenversordnung an z.B. weil dieser bei Rot an der Ampel weiterfuhr und dabei den Goijm der bei grün betr. Fußgängerampel über die Straße ging,  angefahren/überfahren hat und es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Es sind auch Zeugen vorhanden die den Unfall bezeugen können.
Nach welchen Richtlininen wird der Jude betraft? Nach den 613 Mitzwot und Halacha; oder nach den gesetzlichen Bestimmungen des Landes?
Und wie ist es wenn ein Jude einen Juden lt oben genannten Beispiel verletzt, nach welchen Richtlinien wird dieser bestraft?
Dies mit dem Unfall ist nur ein Beispiel betr. Verstoss der Gesetze!

Nach welchen Gesetzen wird ein Noachide - ein Nichtjude bestraft - wenn dieser eine Körperverletzung begeht!



Antwort von Rabbi Shlomo Afanasev: erstens gibt es heute keine Möglichkeit die halachische Bestrafungen auch in Israel zu vollstrecken, dafür braucht man einen Sanchedrin, zweitens selbst wenn es solche Möglichkeit in Israel doch gebe, müssen alle Juden, die in Diaspora leben die Gesetzte des Landes halten solange die nicht die Tora Verbote verstoßen, falls ein Jude es nicht tut wird er nach der Rechtlinien des Landes bestraft.

Danke lieber Shlomo Afanasev für die schnelle Antwort. Was ich nicht nachvollziehen kann ist wie du schreibst: - müssen alle Juden, die in Diaspora leben die Gesetzte des Landes halten solange die nicht die Tora Verbote verstoßen, falls ein Jude es nicht tut wird er nach der Rechtlinien des Landes bestraft-.

Was mich hier irritiert ist, die in der Diaspora leben müssen nach den Gesetzen des Landes leben - dies ist für mich voll nachvollziehbar - aber solange die nicht die Tora Verbote verstoßen:
Welche Toragebote sind hier gemeint? In der Tora den 613 Mitzwot sind z.B. keine Weisungen betr. Verkehrsrecht und um weitere zu nennen, Mietrecht, Arbeitsrecht, Internetrecht, Versicherungsrecht und noch viele andere  wie wir sie heute kennen angegeben und als die 613 Mitzwot geschrieben wurden, diese Weisungen betr. Verkehrsrecht und weiteres hier aufgeführte noch nicht gab! Müßte da nicht die 613 Mitzwot ergänzt werden? Oder habe da was übersehen und gibt es Beispiele die in den Tora Verboten die mit den Rechtlinien eines Landes übereinstimmen bzw. identisch sind?
Ich hoffe ich konnte meine Fragen verständlich rüberbringen und würde mich freuen auf eine weitere Antwort und Danke schonmal im vorraus...

Antwort vom Rabbi Shlomo Afanasev: In allen deinen Beispielen werden die Tora Gesetze nicht verstoßen und man muss natürlich örtlichenGesetze folgen, was ich meinte ist wenn es zum Beispiel ein Gesetz gibt dass man am Samstag arbeiten muss gilt der Regel von "Gesetz des Landes folgen" nicht, ich weiß nicht ob es praktische Beispiele davon gibt habe es aber trotzdem geschrieben um klar zu machen dass Gesetz des Landes die Tora Verbote nicht wegschieben kann.

Danke dir lieber Shlomo Afanasev. Falls noch Fragen kommen in diesem Bereich - wäre dies ok weiteres hier nachzufragen?

Shlomo Afanasev Klar!


Ich wollte dann weiteres nachfragen, da für mich einige Fragen nicht wirklich beantwortet wurden, bzw. ich es nicht nachvollziehen kann, konnte dann aber nicht mehr rein, da man mich aus der Gruppe geworfen hat! scratch

*Hier* könnt ihr meine Meinung betr. Weisungen, Gesetze, Verbote etc. nachlesen - ist aber vorerst ein kleiner Stein eines großen Gebäudes und eure Gedanken mit einbringen.


  Herzliches Schalom von אלישוע(Elischua)
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Hes. 3,10 Und er JaHWeH sprach zu mir: Menschenkind, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf, und höre sie mit deinen Ohren!
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von ABA am So 13 Sep 2015, 11:44

Schalom Fanijeani,
Schalom Elischua,
Schalom Eaglesword,

Eaglesword schrieb:... Die 3 Felder-Wirtschaft ist weltweit praktikabel und ermöglicht jedes Jahr Schemita, ...
genau so haben IMA und ich es seinerzeit gemacht. 3 Felder- bzw. 7 Felderwirtschaft:
Wajikra 25, 3-6 schrieb:
שֵׁ֤שׁ שָׁנִים֙ תִּזְרַ֣ע שָׂדֶ֔ךָ וְשֵׁ֥שׁ שָׁנִ֖ים תִּזְמֹ֣ר כַּרְמֶ֑ךָ וְאָסַפְתָּ֖ אֶת־תְּבוּאָתָֽהּ׃
וּבַשָּׁנָ֣ה הַשְּׁבִיעִ֗ת שַׁבַּ֤ת שַׁבָּתֹון֙ יִהְיֶ֣ה לָאָ֔רֶץ שַׁבָּ֖ת לַיהוָ֑ה שָֽׂדְךָ֙ לֹ֣א תִזְרָ֔ע וְכַרְמְךָ֖ לֹ֥א תִזְמֹֽר׃
אֵ֣ת סְפִ֤יחַ קְצִֽירְךָ֙ לֹ֣א תִקְצֹ֔ור וְאֶת־עִנְּבֵ֥י נְזִירֶ֖ךָ לֹ֣א תִבְצֹ֑ר שְׁנַ֥ת שַׁבָּתֹ֖ון יִהְיֶ֥ה לָאָֽרֶץ׃
וְ֠הָיְתָה שַׁבַּ֨ת הָאָ֤רֶץ לָכֶם֙ לְאָכְלָ֔ה לְךָ֖ וּלְעַבְדְּךָ֣ וְלַאֲמָתֶ֑ךָ וְלִשְׂכִֽירְךָ֙ וּלְתֹושָׁ֣בְךָ֔ הַגָּרִ֖ים עִמָּֽךְ׃
Sechs Jahre besäe dein Feld und sechs Jahre beschneide deinen Weinberg und bringe seinen Ertrag ein, aber im siebenten Jahr soll ein Schabat vollkommener Ruhe sein für das Land, ein Schabat dem Ewigen; dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden. Den Nachwuchs des Schnittes sollst du nicht abmähen und die Trauben deines unbeschnittenen Weinstocks solst du nicht lesen; ein Schabatjahr sei es für das Land. .........
Möglicherweise hatten wir deshalb immer die dicksten Kartoffel !!!
Geschweige davon, dass es auch keine Überdüngung gab.

Schalom ABA


... seinerzeit im hessischen Ried - Rhein/Main Ebene: Wolkensonne

... oder dann im Kibutz Ma'agan Michael bei DODI:  Fahne2  

... dann gab es noch das Saftpressen mit den Knirpsen:
(wovon man auch Wein machen kann  Rolling Eyes  )
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Elischua am So 13 Sep 2015, 12:42

Schalom dir liebe fanijeani und ein I love you -liches Willkommen hier im Hause Israel und hoffen und wünschen, daß du hier fündig wirst und dich wohl fühlst.

Ich möchte gerne hier auf eine deiner Fragen antworten:
Gerade was die Gebote Reinheit/Unreinheit betreffen
Es gibt vieles was einen unrein und rein machen kann. Es gibt eine pysiologische (Körper) und eine geistige (Seele, Gesinnung, Herzenseinstellung) die eine Unreinheit sowie Reinheit betreffen.

Was ist in unseren Herzen was man noch nicht weiß?  Ps 19,13 Verirrungen (Verfehlungen) - wer bemerkt sie? Von den verborgenen Sünden (Verfehlungen, Schwachheiten) sprich mich frei! (Vermerk: dies in Klammern wurde von mir ergänzt).
Was ist in unseren Herzen was wir nicht wissen. G´tt sieht auf das Herz nicht auf die Person. Eine innere Reinigung, die der Herzenseinstellung ist wichtig, Teschuwa tun, erkennen, bereuen, Buse tun, sich vom Vater neu machen lassen - siehe hier z.B. und Teschuwa sollten wir jeden Tag tun.

Das hebräische Wort „Kaschruth“ bedeutet „rituelle Reinigung“ und stammt von dem Wort „kascher“ (jiddisch: „koscher“), – „erlaubt, tauglich, geeignet“! Es hat nicht nur mit Nahrung zu tun, sondern unser ganzes Leben ist davon berührt wie z.B. wie ernährt man sich, wie reinigt man sich und was mit unserem Umfeld zu tun hat, wie kleidet man sich! z.B. ist das was man an Kleidung trägt,  wirklich sich koscher, anständig zu kleiden? - es geht nicht darum gefällt man dem Menschen, sondern gefällt dies unserem Schöpfer JaHWeH?  Betr. Nahrung sind wir sehr streng -Vegan und ohne schlechtes Gewissen unserem Vater gegenüber - im Gegenteil - wir achten seine Schöpfung, dazu auch die Tiere und die Natur gehören!

Man soll sich

  • bescheiden, schlicht,
  • anständig,
  • schamhaft,
  • besonnen, vernünftig

und nicht mit

  • aufwendigen Frisuren (Das heißt nicht, dass Frauen keine Zöpfe haben dürfen,  Vielmehr geht es hier um "Imponier"-Frisuren)
  • teurem Schmuck (wörtlich: Gold, Perlen),
  • kostbarer oder auffallender Garderobe ( die Modeindustrie etc.), durchsichtig, kurze Röcke und Hosen in der Öffentlichkeit etc., Einblick ins Dekoltee durch große Ausschnitte in der Kleidung, zu enge Kleidung, Stöckelschuhe (macht krank), Lederkleidung - siehe bestimmte Gruppierungen usw.

bekleiden. Nicht die Werke der Masse sich angleichen - sondern die Werke G´ttes tun!
Dies betrifft Männer wie Frauen!

1Petr 3,3: Putzt euch nicht äußerlich heraus mit aufwendigen Frisuren, kostbarem Schmuck oder prächtigen Kleidern


G´tt sieht nicht auf das äußerliche und nützt nicht wenn man mit prächtigen Kleider G´tt imponieren will, G´tt sieh mal, sehe ich nicht doll aus? G´tt sieht ins Herz und man IHN nicht mit Pracht und Gehabe beeindrucken kann.

Es gibt Menschen die sittsam gekleidet sind, aber im Herzen unrein sind. Es gibt somit auch koschere Kleidung, das ist erlaubt, tauglich, geeignet. Genauso ist es mit Nahrung und Kosmetik. Unsere Nahrung die man heute vorallem in Läden kauft, sind kaum rein, sondern unrein z.B. Chemische Zusätze, Giftstoffen etc. die uns krank machen und unseren Körper unrein machen. Genauso ist es mit Kosmetik. Auch Zigaretten, Alkohol, Drogen sind unrein und machen krank. Diese unreinen Stoffe machen die Umwelt unrein, wir atmen es ein etc. - dies ist aber tiefer und man hierzu mehr schreiben könnte.
Dies ist die pysikalische (Körper) Unreinheit und Reinheit.

Dann gibt es die geistige (Seele) Unreinheit und Reinheit. Was und wem laufe ich hinterher, will man der Masse angehören z.B. den vielen Religionen und deren falschen Lehren anhangen, welchen Gott glauben und anhangen. Was ist noch in einen, unreines was man noch nicht weis: Psalm 19,13.

Es nützt also nichts sich nur äußerlich zu reinigen, mehrmals sich untertauchen - sondern auch von innen sich zu reinigen und hier zu unserem Allmächtigen Schöpfer JaHWeH zu gehen und IHN zu bitten uns zu helfen.


  Herzliches Schalom von אלישוע(Elischua)
JHWH segne euch mit Weisheit, Erkenntnis, u. Verständnis für sein Wort und Wahrheit!
Hes. 3,10 Und er JaHWeH sprach zu mir: Menschenkind, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf, und höre sie mit deinen Ohren!
Jer. 17,5 So spricht JaHWeH der HERR: Verflucht ist der Mann/Frau, der auf Menschen vertraut und Fleisch ( = eigenes Können) zu seinem Arm ( = Rettung, Hilfe) macht und dessen Herz vom JaHWeH dem HERRN weicht!

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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am So 13 Sep 2015, 13:59

Oftmals bezweifele ich bei der Diskussion um die "Gesetze" ob wir da nicht etwas missverstehen. Sind das nun Gesetze, oder Weisungen? Wenn es eher Weisungen sind, was sind dann die Folgen der Übertretung?

Es kommt wohl eine Zeit, in der der Ewige uns die Gnade schenkt, an unseren Herzen beschnitten zu werden - DANN werden wir in der Lage sein die Weisungen in unseren Herzen den ihnen zustehenden Platz zu geben. Bis dahin können wir nur lernen diese zu lieben, mit all unserer Lebenskraft. Bekanntlich ist aber das was man liebt keine Last, sondern eine Bereicherung.

Komme ich noch einmal auf die Folgen der Übertretung zurück. So können wir lesen, dass diese Folgen von der Todesstrafe bis hin zu gar keinen Folgen reichen. Fatal wäre es darauch eben eine Rangfolge der Wichtigkeiten zu machen. Auch kann man unterscheiden zwischen verständlichen und unverständlichen Weisungen. Auch noch an für mich zutreffenden und nicht zutreffenden Weisungen. Wie Aba schon andeutete, so sind alle Weisungen, welche auf den Tempel verweisen gar nicht mehr umsetzbar. Es gibt Weisungen für Richter - nicht jeder ist ein Richter usw.

Nun scheint es eine Bestrebung zu sein, diese Weisungen zahlenmäßig zu reduzieren. Das findet bei Jeschua, jedoch nicht allein bei ihm, im Extrem zu der bekannten "Doppelweisung":

Das Schmah Israel und "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" - Dazu eine kleine Geschichte vermutlich um die Zeit Jeschuah: Ein Proselyt kam zu Rabbi Chamai und bat diesen: "Erkläre mir die Thorah, solange ich auf einem Bein stehen kann!" Rabbi Chamai wurde unwirsch und schckte den Proselyten weg, da die Bitte für ihn eine Zumutung war. Nun ging dieser zu einer anderen Schule, der Hillels mit der gleichen Bitte. Hillel nahm sich des Proselyten an, und wies ihm ebenfalls diese "Doppelweisung" an.

Es scheint also, das alle Weisungen irgendwie einen Bezug zu diesen Grundprinzipien haben. Fängt man an, den Umfang zu erweitern, so kommt man schnell zu den "noachidischen Gesetzen" - 7 an der Zahl, weiter zum Dekalog - dem Zehntwort vom Sinai. 12 mal sagte das Volk Amen zu den 12 Flüchen, bevor es den Jordan überschreiten durfte (5.Mo 27,15-26). Nehmen wir uns dies zu Herzen, dann lernen wir diese lieben, und wie es bei der Liebe ist, BEGEHRT man dann mehr - und wie bei der Liebe vergisst man das Hinterfragen nach dem Sinn. Dann darf man sich von den 613 Weisungen eben denen nähern, welche noch hier und heute Gültigkeit für mich haben. Vermutlich ist das für Nichtjuden aber eher ein Weg, statt einem Ziel, denn wer weiß wie das sein kann, wenn man genug teschuwa hinter sich hat um dort sein zu dürfen?

Das sind meine persönlichen Gedanken zur Welt der Weisungen, welche ich mit Freude und Lebenslust erkunden darf...

Schalom
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am Mi 04 Nov 2015, 22:46

Schalom,

vielleicht verstehe ich die Unterscheidung der Gebote 70. und 71 nicht so ganz. Wenn ich die Abschnitte lese um die es geht, dann verstehe ich die Zuordnung nicht so ganz. Vielleicht gehört auch noch eines der Gebote 64-66 dazu.

In Lev 5,11-26 geht es um Schuldopfer. Eines aus Versehen, das andere wegen einem "Kapitaldelikt"

Im Sefer Hachinuch werden in diesem Bereich zwei Mizwah benannt:

- Mizwah des Opfers bei zweifelhafter Schuld
- Mizwah des Opfers bei sicherer Schuld

so richtig läßt dies der Beschreibung von 70+71 ncht zurodnen.....

Sorry, für die Haarspalterei
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Eaglesword am Mi 04 Nov 2015, 23:38

Deine Gedanken sind gut, und momentan vermag nur ABA dir zu antworten. Grade sind Elischua und ich per Telefon beim Recherchieren zu Sühnegeld und Schuldgeld.


"und du sollst nicht eine Frau zu ihrer Schwester nehmen, sie zu kränken, wobei du ihre Blöße neben ihr aufdeckst bei ihrem Leben"
3. Mo 18:18
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am Fr 06 Nov 2015, 15:28

Schalom,

der Verweis in Verbot 138 könnte auch 3.Mo 6,16 sein. Anstonsten wäre die Stelle die gleiche wie im Verbot 139.....
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Beitrag von Gast am So 06 Dez 2015, 20:51

Eintrag bitte löschen


Zuletzt von fanijeani am Mo 15 Aug 2016, 18:51 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Eaglesword am Mo 07 Dez 2015, 07:00

schön, dass du die Suche nicht aufgibst, fanijeani. Beim Lied Mosche´s kann ich momentan erst mal nichts beitragen, denn mich haben andere Dinge in Beschlag, denen ich nachgehn muss. Leider ist bei uns ein Mangel an aktiven Mitschreibern.


"und du sollst nicht eine Frau zu ihrer Schwester nehmen, sie zu kränken, wobei du ihre Blöße neben ihr aufdeckst bei ihrem Leben"
3. Mo 18:18
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am Sa 26 Dez 2015, 22:04

Diesmal versuche ich eine genauere Zuordnung zu den Verboten 172 bis 179. Es geht wohl um Speiseverbote, welche vielleicht auch heute noch für den ein oder anderen interessant sein mögen. Bis zu einem Gewissen Maße komme ich mit den Zuordnungen zurecht, wobei die Quelltexte gehörig Stoff zum Nachdenken beinhalten.....

172. Das Verbot, unreines Vieh oder Wild zu essen - Not to eat the flesh of unclean beast - 3. Mose 11,4-7

173. Keine unreinen Fischarten zu essen - Not to eat unclean fish - 3. Mose 11,11

174. Das Verbot, unreine Vögel zu essen - not to eat unclean fowl - 3. Mose 11,13

175. Keine unreinen Heuschrecken oder irgendwelche geflügelte Insekten zu essen - Not to eat of winged insects - 5. Mose 14,19

176. Keine Kriechtiere zu essen - not to eat of things that crawl upon the earth - 3. Mose 11,41

177. Keine kleinen Insekten zu essen, die in Körnern und Früchten leben - Not to eat a worm found in fruit - 3. Mose 11,42

178. keine kleinen Wassertiere zu essen - Not to eat things that swarm in the water - 3. Mose 11,43

179. Nicht von in Fäulnis erzeugten Kleintieren zu essen - Not to eat any vermin (recycling-organisms) of the earth - 3. Mose 11,44

Die Bezeichungen sind nicht von mir erfunden, jedoch in einigen Details eben "deutlicher" beschrieben. Die Erklärungen dazu sind leider zu umfangreich um das alles hier zu erläutern - bei einzelnen Punken wäre ich jedoch auch auf Eure Rückfragen gespannt um dies zu diskutieren....

Schalom Johannes
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am Mo 04 Jan 2016, 12:21

Kleine Ergänzung: Gebot 77: 3.Mo 12,6

Kleine Korrektur: Verbot 68: statt 3.Mo 15,2 - 3.Mo 16,2

Gebot 147: ob dies zu den Speisegesetzen zählt wäre zu diskutieren - Auf jeden Fall wäre die Quelle zu ändern in 3. Mo 17,13

Verbot 302 3. Mo 19,17

Verbot 304 und 305 3. Mo 19,18

Verbot 217 3.Mo 19,19


Zuletzt von Jehohanan am Fr 15 Jan 2016, 13:31 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Re: 613 MIZWOT > FAQ <

Beitrag von Jehohanan am Do 14 Jan 2016, 19:30

Schalom,

was das Verbot 317 anbetrifft, so gibt es in der Formulierung auch unter den Weisen einen klitzekleinen Zwist: Die Mizwah nimmt bezug auf die Schrift Levitikus 19,14:

"Du sollst einen Tauben nicht verfluchen" - so die Schrift. Aus dem Tauben wird dann in Verbindung Exodus 22,27 "In deinem Volk sollst du nicht lästern" der Israelit.

Ein wenig freue ich mich über Widerspruch einzelner Weisen, welche in Bezug auf den Talmud B P'sachim 22b dann doch freundlich den Nichtjuden mit in das Verbot aufnehmen.

Also tief in meinem Inneren würde ich so dreist sein, den Israelit in der Weisung dann doch durch Nächsten ersetzen - net bös sein, ist meine persönliche Meinung und steht zur diskussion frei ;-) - Hardlinern wird dieser Gedanke "natürlich" nicht gefallen, das ist mir schon klar....

Schalom

Johannes

Wenn ich schon einmal dabei bin noch etwas schwer nachvollziehbares: Da ich auch daran interessiert bin wie es mit der Gültigkeit der Mizwot aussieht, gibt es bei den Mizwot für Richter immer die Einschränkung: "Nur für Männer, da diesen die Rechtsprechung übergeben ist" - Soweit so gut, aber was ist mit der Richterin Deborah? Sie ist in den Schriften aufgeführt und somit ist dieser "Fakt" den Weisen bekannt gewesen. Daher kann ich die Einschränkung nicht verstehen.  Rolling Eyes
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