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Was zur Hölle ist Himmel?

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Was zur Hölle ist Himmel?

Beitrag von Eaglesword am Mi 08 Jan 2014, 17:04

Meine Damen und Herrn,
da sind sie nun, die himmlischen Heerschaaren, bereit zum Eingreifen in das Weltgeschehn. Vom Himmel hoch, da sind sie her... Als Boten und Gerichtsvollstrecker.
Doch wo befindet sich der Himmi, ihr Bayurwarden? Oder welcher Beschaffenheit ist er, ihr Astrophysiker? Die Hauptfrage ist, wie man `Himmel´ definieren kann. Holen wir uns dazu erst mal Info von Wiki. Wie wir sehn, ist es ein multifunktionaler Begriff. Auch kann man kaum verlangen, dass ein Astronome den Kosmos nach einem "Himmlischen Jerusalem" absucht. Eben so wenig würde passen, einem Kleriker diese Aufgabe zu erteilen. Ist `Himmel´ im religiösen Sinn dann eine leere Worthülse? Wenn G'tt "im Himmel thront und die Erde der Schemel Seiner Füße" ist, könnte das eine reale Verbindung zur Kosmologie darstellen? Weiter heißt es: "Die Himmel sind voll der Herrlichkeit G'ttes" und: "Wenn ich betrachte den Himmel, Deiner Finger Werk...", beide Stellen sind eindeutig auf das Firmament und auf den dahinter liegenden Raum bezogen. Der Orion ist erwähnt, Plejaden, "die Bärin mit ihrem Jungen" usw. Offenbar kannte man zu der Zeit schon Teleskope, da manche Erwähnung nicht mit bloßem Auge gesichtet werden kann.

wo wohnt G'tt nun wirklich?
Ist es ein "unsichtbares Königreich", wie Manche meinen? Wenn man etwas nicht erklären kann, steht als Ausflucht gleich die Metaphysik oder Mystik bereit, je nach persöhnlichem Geschmack. Laut biblischer Texte hält Er sich sowohl im Sonnensystem wie auch in einem unsichtbaren Imperium auf. Zusätzlich wird gesagt, Er wohne auch "in den Herzen Seiner Vertrauten" wie in ihren Körpern "als Tempel G'ttes". Ohne Frage ist Poesie einbezogen, um eine Verehrung ausdrücken zu können. Wenn man die figürlichen Beschreibungen ausblendet, bleibt noch immer die kosmologische Aussage. Und etwas Anderes meldet sich da in uns: Wo kommen die Geister der Toten hin? Waren Chenoch (Enoch), EliJahu und Jeschua "aufgefahren ins All"? Und hatte JirmeJahu (Jeremiah) eine interplanetare Reise erlebt? Leute, lasst uns nicht vorschnell diese Gedanken abwürgen, denn zu welchem Zweck hat G'tt uns den Seckel gegeben, wenn nicht zum Nachdenken und Forschen?


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Re: Was zur Hölle ist Himmel?

Beitrag von Eaglesword am Di 01 Apr 2014, 13:32

ein Ausleseverfahren
Die nächste Frage betrifft unsere Bestimmung: Wo kommen wir nach dem Verlassen des Körpers hin? Sicher erinnern wir uns an Aschenbuddel oder wie die Mädchengestalt auch immer genannt wird. Sie hatte gefiederte Verbündete, Tauben. Ihnen gab sie in der Erzählung die bekannte Anweisung, "schlechte" Erbsen zu essen und "gute" Erbsen in einem bereitgestellten Topf zu sammeln. Das Schema findet in allen Religionen und Ideologien Anwendung. Letztendliche Vernichtung der Querulanten und Belohnung der Konformisten.
Aber:
Denkt G'tt ebenfalls in dieser Bahn? Der Tanach ist äußerst zurückhaltend mit solchen Bemerkungen. Die findet man eher in außertanachischen Schriften wie Kabala, Talmud, NT, Kor-an, Bagawadgita und wie sie sonst noch heißen. Eben, es ist offenkundig Menschenwerk zur Stärkung der eigenen Position. Sind Andersdenkende wirklich von der jeweiligen G'ttheit als "Feinde des Glaubens" gekennzeichnet? Werden sie durch ihr Abweichen und autonomes Betrachten tatsächlich als unwürdig eingestuft? Wenn der oberste G'tt voller Liebe und Erbarmen ist, wird Er nicht angesichts der hier genannten Ausgrenzungen betrübt sein?
Was, wenn in Wahrheit alle religiösen Fanatiker "ins Gericht kommen" und verurteilt werden? Was, wenn G'tt solche Menschen bevorzugt, bei denen Attribute wie Güte, Hilfsbereitschaft, Aufopferung, Liebe, Treue, Wahrhaftigkeit und vor allen Dingen Demut vorherrschen?
Ja, ihr Mullahs, Rabiner, Pfaffen, Brahmanen, Priester und welche Ämter ihr noch innehabt, hört! Statt Andersdenkende zu bedrängen, sie zu entwürdigen, zu verurteilen und ihnen den Tod zu wünschen, steht ihr selber in großer Verantwortung, leuchtende Vorbilder zu sein. Wollt ihr etwa mit euren eigenen Maßstäben gemessen werden? Könnt ihr das bestehn? Oder seid ihr selbstgerecht, scheinheilig, arrogant, überheblich und von destruktivem Drang bestimmt?
Ihr Lehrer, seid ihr gleichzeitig mit eurer Tätigkeit auch begierig, selber noch mehr zu lernen, zu verstehn und in eurem Alltag umzusetzen als liebenswürdige Vorbilder? Oder fällt ihr harte Urteile, schont Verbrecher und straft Opfer? Wie ist es mit Männern, die über Frauen herfallen? Wen von Beiden straft ihr, wen unterstützt ihr? Heißt ihr das Plündern wehrloser Minderheiten seitens eurer Glaubensgenossen gut? Könnt ihr überhaupt einer Kritik standhalten, ohne an Rache zu denken?
Falls ihr das nicht könnt, so wisst, dass ihr Faschisten seid und alles Andere als Vorbilder. Wie kann denn der Schöpfer allen Lebens euch als Diener gebrauchen, wenn ihr Seine Geschöpfe misshandelt? Nein, dadurch macht ihr euch selber zu Seinen Feinden. Wer darf Mensch sein, wen dürft ihr als "Untermenschen" einstufen? Hat etwa der Schöpfer eure Kategorien erstellt? Oder seid ihr selber die Erfinder von "gut" und "schlecht", von "würdig" und "unwert"? Wie steht ihr zum Schöpfer? Weist ihr auf Ihn hin oder lasst ihr euch selber verherrlichen?


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Re: Was zur Hölle ist Himmel?

Beitrag von Eaglesword am Do 10 Aug 2017, 00:10

Kommen wir nun zu den einfachen Mitgliedern der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften. Oh ja, auch die stehn in der Verantwortung dem Göttlichen und Mit-Lebewesen gegenüber. Was macht einen "wahren Gläubigen" aus? gehört man in diese Kathegorie, wenn man sich strikt an alle Regeln seiner Gemeinschaft hält und nicht abweicht? Oder ist man es zuerst im Innern, von eigenem Antrieb ausgehend für das Wohl der Allgemeinheit aktiv?
Falls das zutrifft, kommt ein solcher Mensch "dem Himmel näher". Wie das? Hat man sich da ein Anrecht erarbeitet? Oder kann es vielleicht unerwartet anders angelegt sein mit Werken und "Himmelreich"?

ein Rabiner erklärt uns den "Himmel"
"Mit dem Himmelreich aber verhält sich das folgendermaßen:", so begann er, "...Wenn ihr von Herzen Gutes tut, so ist das Reich des Himmels mitten unter euch".
Lassen wir diese Aussage einmal auf uns wirken, halten inne und denken darüber nach. Wenn wir den "Himmel auf Erden" schaffen können, einfach durch soziales Engagement, so ist er ja gar kein Territorium! Es muss etwas ganz anderes mit "Himmel" auf sich haben. Kann es vielleicht eher eine Qualität sein, die mit "Himmelreich" und "G'ttes Reich" gemeint ist?
Und ja: Der Mann sprach anhand mehrerer anschaulicher Szenen über Beschaffenheit und Wesensmerkmale des "Himmels". Da war das Beispiel eines Getreidekorns, das im Boden verborgen umgewandelt wird zu einem Grashorst, welcher später seinerseits ein Vielfaches an Körner hervorbringt. Heute pflegt man zu sagen, dass vorbildliches Verhalten "Schule macht". Wenn ein Einzelner anfängt, inspiriert sein Vorbild andere Menschen, und schon ist es die Multiplikation, von der unser Gelehrter damals redete.
Allmählich ahnen wir, was er uns mitteilen wollte bei seinem Leben. Offenbar ist "Himmel" nichts Mystisches, kein besonderer Ort und keine durch Grenzen abgesteckte Fläche. Nein, "Himmel" ist in Wahrheit, was Redewendungen beschreiben: Eine bessere Welt, welche wir gestalten durch Eigeninitiative.


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