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Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Fr 16 Okt 2009, 10:57

das Eingangsposting lautete :

Bereshit (Am Anfang)
Für die Woche vom 17. Oktober 2009 / 29 Tishri 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 1:1 - 6:8
Haftarah: 1. Samuel 20:18-42

Wissenschaft und Bibel
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (Bereshit / 1. Moshe 1:1)

In diesem Jahr haben wir den 200. Jahrestag des Geburtstages von Charles Darwin. Während Darwin die eigentliche Evolutionstheorie nicht selbst aufgestellt hat, so hat dennoch seine Arbeit im Zusammenhang mit der Theorie der natürlichen Auslese sehr stark dazu beigetragen, dass der philosophische und wissenschaftliche Naturalismus bis heute zur vorherrschenden Weltsicht geworden ist. Der philosophische und wissenschaftliche Naturalismus behauptet, dass das Leben nur aus einer natürlichen Ursache heraus entstanden ist und sich daraus dann weiterentwickelt hat. Er bestreitet die Existenz einer geistlichen und übernatürlichen Ebene, einschließlich der absolut ersten Worte der Torah, die ich oben zitiert habe.

Es gibt viele Menschen, die an den grundlegenden Lehren des Naturalismus festhalten (egal ob sie sich selbst als Naturalisten bezeichnen, oder auch nicht), dennoch ist immer noch Platz in ihrem Leben für Religion und geistliche Dinge. Möglicherweise bekennen sie sich auch, zumindest mit Worten, zur Existenz von übernatürlichen Dingen, aber ihr grundlegendes Festhalten am Naturalismus äußert sich letztlich in ihren Zweifeln gegenüber dem klaren Wort der Torah, dass der Gott Israels der alleinige, persönliche und bewusste Schöpfer des Universums ist. Trauriger weise muss man feststellen, dass die Menschen sich nicht immer dementsprechend verhalten.


Sie mögen behaupten, an die Bibel zu glauben, dennoch weisen sie das Konzept einer sechstägigen Schöpfung zurück, indem sie behaupten, dass diese Worte etwas anderes bedeuten als das, was uns die Torah offenbart, bzw. dass man es im übertragenen Sinne verstehen muss. Einige sagen, dass die Ereignisreihenfolge in den sechs Tagen der Schöpfung symbolisch zu verstehen ist, bzw. das es irgendeine Art des Lobpreises für Elohim als Schöpfer des Universums ist. Das Problem bei dieser Sichtweise ist, dass Gott selbst dabei eigentlich gar nicht beteiligt ist. Im zweiten Buch der Torah verordnet Yahwe dem Volk Israel den Shabbat als Zeichen und Symbol, dass er die Welt in 6 Tagen erschaffen hat (siehe 2. Moshe 31:17).

Andere Menschen wiederum versuchen, an der Hingabe gegenüber der Bibel grundsätzlich festzuhalten und dennoch Zweifel an der Schöpfung zu haben, indem sie sagen, dass der Schöpfungsbericht auf einer primitiven, nicht wissenschaftlich untermauerten Weltsicht basiert. Sie meinen, wann immer das erste Kapitel der Bibel geschrieben wurde, sich die Wahrheit der Schöpfung durch das begrenzte Verständnis der Menschen ausdrückte, die keinen Zugang hatten zu modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auf Grund dieser Tatsache drückten sie die Wahrheit nach ihren Möglichkeiten und dem begrenzten Verständnis über das Universum aus. Weil sie nicht das Wissen zukünftiger Generationen hatten, können wir nicht erwarten, dass sie diese Dinge mit exakten wissenschaftlichen Beschreibungen ausdrückten.

Ich muss zugeben, dass die Torah normalerweise keine wissenschaftlich korrekten Ausdrücke verwendet. Ich muss auch einräumen, dass sich die Art und Weise der Betrachtung der Zusammenhänge in dieser Welt seit den biblischen Zeiten bis jetzt sehr stark verändert hat. Diese Änderungen beeinflussen ganz erheblich, wie wir uns selbst verstehen und darstellen. Aber wenn es an den Punkt kommt, die Wahrheit zu erkennen einschließlich der Wahrheit über den Ursprung des Universums, dann ist die Frage entscheidend: Was ist unsere Basis?
Unter welchen Bedingungen sollten wir versuchen, die Bibel mit der Wissenschaft in Einklang zu bringen?


Wissenschaft ist ein von Menschen gemachter Versuch, die äußere Welt zu verstehen und zu erklären. Die Bibel hat den Anspruch, die Offenbarung des einen wahren Gottes zu sein. Die Wissenschaft hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, während neue Entdeckungen geschahen und neue Möglichkeiten der Betrachtungsweise und Auslegung der alten Entdeckungen geschaffen wurden. Die Bibel jedoch ist unveränderlich. Von daher muss die Frage erlaubt sein: Warum sollten wir die Bibel mit den Mitteln der Wissenschaft verteidigen müssen?

Es ist sicher nicht hilfreich, dass diese Diskussion oftmals eben nicht zwischen der Bibel und der Wissenschaft gesehen wurde, sondern eher auf der Tagesordnung der Menschen im Namen der Bibel oder der Wissenschaft stand. Aber für jene, die sich echt danach sehnen, die Beziehung zwischen der Bibel und der Wissenschaft zu verstehen, ist es sehr wichtig damit zu beginnen, das anzunehmen und zu akzeptieren, was diese beiden Seiten wirklich sind und was sie ausmachen. Die Bibel ist die Offenbarung Yahwes für das ganze Leben, für die ganze Schöpfung, einschließlich aller wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Wissenschaft für sich ist jedoch nur die Analyse von der Schöpfung Yahwes. Die Annahme, dass jene Menschen, die an die willkürliche Selbsterschaffung bzw. Evolution des Menschen glauben, nun dadurch auch einen größeren Einblick in den Ursprung und den Entwurf dieser Schöpfung haben, unabhängig von Gottes eigener Offenbarung, ist mehr als arrogant. Allerdings sind auch bibelkundige Gläubige nicht automatisch immun gegen diese Arroganz. Wir müssen wachsam sein, dass wir uns nicht verwirren lassen und nicht Gefahr laufen, das klare Wort der Bibel zu vermischen mit unseren eigenen Annahmen und Traditionen.


Es gibt ein allgemeines Missverständnis dahingehend, dass nur, weil die Bibel unter einer alten Kultur geschrieben wurde, sie weit von uns selbst entfernt wurde, und dass sie unserer Kultur und unserem Verständnis dadurch irgendwie unterlegen ist. Warum gehen wir davon aus, dass die kulturellen Unterschiede bezüglich der Kulturen den Wert der biblischen Überlieferungen schmälern? Wenn sich unsere Weltsicht im Gegensatz zu den damaligen Menschen wirklich verändert hat, sollte dies wirklich gleichzeitig auch bedeuten, dass die Offenbarung Yahwes gegenüber diesen Menschen damals deshalb ungenau ist? Könnte es vielleicht sein, dass anstelle der Kultur zu biblischen Zeiten, es vielmehr unsere heutige Kultur ist, welche die Wahrheit vernebelt, die Yahwe vor langer Zeit offenbarte?

Um eine wirklich wahrhaftige Diskussion über das Verhältnis zwischen der Bibel und der Wissenschaft zu führen, müssen wir kompromisslos sein gegenüber dem, was die Torah uns lehrt und wie sei es uns lehrt. Die Manipulation der Bibel, um sie irgendwie annehmbar und bequem zu machen für die Wissenschaft, macht sie machtlos und kraftlos, und man beraubt damit letztlich die Wissenschaft und die Wissenschaftler der wesentlichen Korrekturen, die sie eigentlich benötigen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Di 30 Nov 2010, 17:49

Miketz (Am Ende) / Chanukka
Für die Woche 4. Dezember 2010 / 27 Kislev 5771
Torah: Bereshit / 1. Moshe 41:1 - 44:17 &
Bemidbar / 4. Moshe 7:24-35
Haftarah: Sacharja 2:14 - 4:7

Warten

"Und nach zwei ganzen Jahren hatte der Pharao einen Traum, wie er stünde am
Nil
." (Bereschit / 1. Moshe 41:1)

Die Torah, wie auch die ganze Bibel, ist nicht langatmig und weitschweifend.
Vielleicht war ein Grund der Mangel an Schreibmaterialien und deren Kosten,
jedoch beschneidet das Fehlen von langatmigen Beschreibungen in keiner Weise
die Tiefe der Worte. Man kann so viel mitteilen mit erstaunlich wenigen Worten.
Ein Beispiel hierfür findet sich in dem kurzen Vers zu Beginn dieser
Ausführungen: "Und nach zwei ganzen Jahren.." Im Hebräischen liest es
sich so: "Va-Yehi miketz shenatayim Yamim", wörtlich übersetzt: "Und es war
am Ende der Tage von zwei Jahren
". Die Wahl der Worte in dieser Weise macht es
für uns deutlich, wie lange die Zeit wirklich dauerte.

Die deutsche Übersetzung versucht dies rüberzubringen mit den Worten "nach
zwei ganzen Jahren", aber es scheint mir, dass Leser von deutschen oder
englischen Bibeln dazu neigen, Angaben der Zeit einfach nur in Bezug auf den
Kalender zu sehen. Doch es passiert hier ja noch mehr, als nur die Tatsache,
dass die Zeit verstreicht: "Und nach zwei ganzen Jahren hatte der Pharao einen
Traum." Indem uns gesagt wird, dass "zwei ganze Jahre" vergingen, sind wir
unweigerlich hineingenommen in das Schicksal des Joseph, der im Kerker die
Träume seiner Mitgefangenen richtig auslegte. Er musste als Gefangener und
Knecht des Pharao mehr als 700 Tage an diesem schrecklichen Ort verbringen.

Überall in der Bibel lesen wir Geschichten von Menschen, die über längere
Zeit hinweg große Not zu ertragen hatten. Wenn wir nur über diese Berichte
hinweg lesen, dann mögen uns diese Wartezeiten wie ein Augenblick erscheinen,
es sei denn, dass wir innehalten und etwas mehr darüber nachdenken. Im
besonderen Fall von Joseph lenkt die Formulierung, zumindest im hebräischen
Original, unseren Blick auf das, was Joseph im Laufe der Zeit alles hat
durchmachen müssen. Es begann damit, dass er von seinen eigenen Brüdern
gehasst wurde, die ihn verkauften in die Sklaverei nach Ägypten. Dann ging
es weiter, dass er unschuldig inhaftiert wurde in einem ägyptischen Kerker.
Obwohl Gott natürlich all die Zeit mit ihm war und ihn hindurchgetragen hat
in diesen schwierigen Umständen, so sollten wir doch nicht unterschätzen, wie
schwierig all das für ihn trotzdem gewesen sein muss.

Gott wirkt nicht entsprechend unseres Zeitempfindens oder unserer Erwartungen.
Wenn es nach uns gehen würde, dann müsste alles sofort geschehen, bzw. alle
unsere Bitten und Anliegen müssten sich umgehend erfüllen. Es ist, als wenn
wir davon ausgehen, dass wenn eine Sache schneller geschieht, dies auch immer
besser sei. Aber das ist durchaus nicht immer Gottes Weg. Gute Nahrungsmittel
brauchen ausreichend Zeit, um zu wachsen und zu gedeihen. Eine gute Mahlzeit
braucht ausreichend Zeit für die Zubereitung. Es braucht Zeit, um hochwertige
Produkte herzustellen. Alle Lebewesen brauchen Zeit für ihre Entwicklung. Ein
guter Charakter im Leben eines Menschen braucht sogar ein Leben lang, um zu
reifen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Joseph noch nicht bereit war für die Art von
Herrschaft, für die Gott ihn bestimmt hatte. Ich glaube nicht, dass eine Person
wie Joseph, der kein Problem damit hatte, gegenüber seinen Brüdern jene
Träume auszubreiten, die von seiner hervorgehobenen Stellung unter ihnen
handelten, seine Brüder nun ohne eine Charakterschulung mit dem Maß an Güte
und Vergebung behandeln würde, die er ihnen dann schließlich entgegengebracht
hat.

Es ist möglich, dass diese zeitliche Verzögerung teilweise auch dazu bestimmt
war, um ein tiefes Werk in seinem Herzen zu tun, damit er gegenüber seiner
Familie zu dem werden und sein konnte, was sie in ihm brauchten, trotz des
Missbrauchs und des Hasses ihm gegenüber in der Vergangenheit. Ich bin mir
dessen bewusst, dass die Torah keinen spezifischen Kommentar abgibt zu dem
Werk Gottes im Leben von Joseph während dieser schwierigen Umstände, aber
was wir wissen ist, dass er diese schlimmen Lebensumstände über eine relativ
lange Zeitspanne ertragen musste, was ganz besonders für diese letzten
beiden Jahre galt, die für ihn wohl besonders lang wurden.

Unabhängig von dem, was Gott im Herzen und im Leben von Joseph während
dieser Zeit getan hat, ist es nicht genau das, was viele von uns auch
durchleben? Es gibt ein Wort in den Sprüchen, wo es heißt: "Lang hingezogenes
Harren macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des
Lebens.
" (Mishlei / Sprüche 13.12/ Elb.05).

Das Warten auf die Erfüllung von Gottes Zusagen kann mitunter schier
unerträglich sein. Diejenigen unter uns, die diese Erfahrung schon gemacht
haben, mögen vielleicht manchmal denken, wir wären besser dran, keine solche
Hoffnungen oder Erwartungen zu haben, auf die wir warten müssen, bzw.
überhaupt Offenbarungen darüber zu bekommen, welche unserer Erwartungen oder
Hoffnungen in der Zukunft erfüllt werden, nur um dann wieder darauf zu warten.

Aber Gott weiß genau, was er tut. Sein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt
ist absolut perfekt. Wir werden vielleicht nie alles wissen oder erkennen von
dem, was er tut, während wir warten. Wir können jedoch sicher sein: Wenn
wir wirklich Gott lieben, dann tut er alles, um seine Absichten und Ziele, die
er mit uns und durch uns hat, auch auszuführen.

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Allen Lesern ein frohes und segensreiches Chanukka!!

Reinhard
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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 06 Dez 2010, 10:23

Va-Yiggash (Und es nahte sich)
Für die Woche 11. Dezember 11, 2010 / 4 Tevet 5771
Torah: Bereshit / 1. Moshe 44:18 - 47:27
Haftarah: Hesekiel 37:15-28


Gott hat die Oberhand

Doch Gott hat mich vor euch hergesandt, um euch einen Überrest zu setzen auf Erden und euch am Leben zu erhalten für eine große Errettung. Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott;“ (Bereschit / 1. Moshe 45:7, 8 )

Joseph war zum Opfer von Verrat und Missbrauch durch seine unmittelbaren Familienangehörigen geworden, indem sie ihn in die Sklaverei nach Ägypten verkauft hatten, woraufhin der schließlich jahrelang in einem Kerkerverlies verbringen musste. Doch der Tag sollte kommen, wo er die Täter des Missbrauches mit der Tatsache konfrontieren sollte, dass letztlich nicht sie es waren, die ihn nach Ägypten brachten, sondern Gott.

Hat Joseph das nur deshalb gesagt, weil er jetzt der zweitmächtigste Mann in Ägypten war? Wenn wir bedeutsame Veränderungen der Lebensumstände zum Besseren hin erfahren, dann fällt es sicher leicht, diese positive Veränderung Gott zuzuschreiben. Aber hätte Joseph es genauso in dieser Weise gesagt, wenn er bis zu seinem Lebensende im Kerker geblieben wäre? Hier kann man nur vermuten, denn bekanntlich ist es nicht das, was damals geschehen ist.

Trotzdem ist es eine berechtigte Frage: Geben wir Gott nur dann die Ehre, wenn unsere Lebensumstände und Erfahrungen sich positiv entwickeln, oder ist er ganz persönlich Teil unseres Lebens, sowohl in guten wie in schweren Zeiten? Eine dritte Möglichkeit ist die Frage, ob Gott nur gelegentlich, von Fall zu Fall, persönlich einbezogen wird? Kann das alltägliche Leben normal weitergehen, ohne Sein direktes Eingreifen und Handeln? Wäre dies der Fall, dann wäre es wohl die meiste Zeit in unserem Leben unangemessen, eine Aussage wie hier bei Joseph zu machen, wo die Geschichte gut ausgegangen ist, außer wenn wir irgendwie ganz sicher wissen, dass Gott involviert war.

Mein Eindruck ist, dass die meisten Menschen das Leben nach dieser dritten Möglichkeit zu leben. Wenn Gott überhaupt existiert, wird seine Verwicklung im Leben der Menschen eher als unberechenbar, nicht planbar und somit nur als sporadisch gesehen. Sicher, es gibt Geschichten wie hier bei Joseph, aber auch wenn dieserart Geschichten wirklich wahr sind, so werden sie zumeist als besonders und ganz speziell angesehen.

Selbstverständlich gibt es Aspekte in der Josephsgeschichte, die ungewöhnlich und ganz speziell sind. Zum einen erleben wir hier die Entfaltung des besonderen Planes Gottes für die Welt durch die Entwicklung seines auserwählten Volkes Israel. Zweitens hatte Gott Josephs Aufstieg zur Macht bereits durch seine Träume vorausgesagt, als er noch mit seiner Familie in Kanaan lebte. Ist die Geschichte mit Joseph vielleicht doch nur zu erklären mit der besonderen Rolle Gottes in seinen besonderen Lebensumständen, ohne dass damit bewusst suggeriert wird, dass dies auch ein allgemeiner Grundsatz ist, der für alle Gläubigen zu allen Zeiten Gültigkeit hat?

Während Joseph wahrscheinlich nicht solch eine allgemeine Aussage über Gottes Wirken in allen Bereichen des Lebens gemacht hätte, bleibt die Frage, ob er diese Aussage hier ohne ein solches Verständnis hätte machen können! Wenn wir den Text unter diesem Gesichtspunkt genau betrachten, dann finden wir hier bei Joseph ein Maß von innerer Gelassenheit und Treue zu Gott, die uns die wirkliche Tiefe des Glaubens in seinem Leben zeigt. Das Statement über Gottes Wirken und Eingreifen in seinem Leben war eben nicht allein der Tatsache geschuldet, dass die Ereignisse sich letztlich so positiv für ihn entwickelt haben, sondern es basierte wirklich auf dem Wissen und der Erkenntnis, dass Gott letztlich immer und bei allen Dingen die Oberhand hat.

Dass Gott letztlich immer die Oberhand hat, zeigt sich in unseren Lebensumständen nicht immer gleich so deutlich. Aber diejenigen, die Gott wirklich lieben und in Gemeinschaft mit Ihm leben, wissen ganz sicher, dass er letztlich die Oberhand hat, und das ist ein großer Trost. Wir lesen dazu in den Schriften des Neuen Bundes:

"Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind." (Römer 8:28).

Das hat nichts mit einem planmäßigen und berechenbaren Fatalismus bzw. mit einer blinden Schicksalsergebenheit zu tun. Weit gefehlt! Das beispielhafte Vertrauen von Joseph entspringt nicht einer philosophischen Überzeugung darüber, wie das Universum oder das Schicksal funktioniert, sondern es basiert auf einer ganz engen, persönlichen Beziehung mit dem Schöpfer und Herr des Universums. Wie tröstlich zu wissen, dass unser Vater im Himmel die Oberhand hat!

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 13 Dez 2010, 13:12

Va-Yehi (Und er lebte)
Für die Woche 18. Dezember 2010 / 11 Tevet 5771
Torah: Bereshit / 1. Moshe 47:28 - 50:26
Haftarah: 2 Melachim / 2. Könige 2:1-12




Falsche Gefühle auf der Grundlage falscher Annahmen und Sichtweisen


Und als Josephs Brüder sahen, dass ihr Vater gestorben war, sagten sie: Wenn nun Joseph uns anfeindet und uns gar all das Böse vergilt, das wir ihm angetan haben! So entboten sie dem Joseph und ließen sagen: Dein Vater hat vor seinem Tod befohlen und gesagt: So sollt ihr zu Joseph sagen: Ach, vergib doch das Verbrechen deiner Brüder und ihre Sünde, dass sie dir Böses angetan haben! Und nun vergib doch das Verbrechen der Knechte des Gottes deines Vaters! Da weinte Joseph, als sie zu ihm redeten.“ (Bereschit / 1. Moshe 50:15-17)

So wie es Gott Joseph einst vor Jahren im Traum offenbarte, stellte Gott ihn in eine Position der Macht und Herrschaft über seine Familie. Niemand konnte den Zusammenhang, in dem dies geschehen würde, erahnen. Joseph half nur dem Pharao in Ägypten, indem er ein grundlegendes Lebensmittel-Programm plante und durchführte, das nicht nur Ägypten während einer schweren Hungersnot nachhaltig half, sondern auch der umliegenden Region. Josephs Brüder hatte keine Ahnung davon, dass sie einst genau den Menschen versucht hatten zu vernichten, den Gott benutzen wollte, um sie und die ganze Familie zu retten. In einer Art und Weise, die nur Gott allein tun kann, gebraucht er den "gewalttätigen Hass“ der Brüder von Joseph als ein Mittel, um Joseph letztlich in diese Stellung zu versetzen, damit er nicht nur sein eigenes Leben bewahren kann, sondern letztlich die ganze Nation.

Stellen Sie sich vor, wie es wohl für die Brüder gewesen sein muss, den Rest ihres Lebens in Ägypten zu verbringen, unter der Gunst von Joseph. Ich bin sicher, sie waren sich der Tatsache bewusst, wie gesegnet sie im materiellen Sinne waren, nachdem sie die ersten Jahre Hunger erleiden mussten. Gleichzeitig muss es emotional sehr schwierig für sie gewesen sein. Das können wir aus der oben zitierten Bibelstelle herauslesen. Die Brüder gingen davon aus, dass Joseph nur ihrem Vater zuliebe freundlich zu ihnen war. Sie dachten, dass sie nach dem Tode ihres Vaters Jacob nun wohl das Ziel der Rache von Joseph sein würden.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Botschaft, die sie Joseph übersandten über die Bitte des Vaters Jacob um Vergebung, frei erfunden war. Aber sie waren verständlicherweise voller Angst im Hinblick auf das, was Joseph ihnen möglicherweise antun könnte. Immerhin hätten sie Vergeltung für ihre bösen Taten verdient, und Joseph hatte ja inzwischen die Macht, diese Vergeltung auch zu vollstrecken.



Schauen sie jedoch auf die Reaktion von Joseph. Er weinte. Joseph wurde übermannt von seinen Gefühlen über der Tatsache, dass seine Brüder in dieser Weise dachten. Wie wir letzte Woche gesehen haben, betrachtet Joseph Gott als denjenigen, der trotz aller Leiden und Umwege in seinem Leben die Oberhand hat. Er wusste, dass Gott mit ihm war, um seine Familie zu bewahren. Er empfand keine Feindseligkeit ihnen gegenüber. Sein Verhalten der Gnade und des Erbarmens gegenüber seinen Brüdern war fest gegründet in seinem Vertrauen gegenüber Gott.

Ich möchte nicht richten über die Brüder oder ihnen vorwerfen, dass sie nicht sofort akzeptieren konnten, wie Joseph sich verhielt. Sie hatten sicher ihr eigenes Leben nicht in dieser Weise geführt. Wenn die Rollen vertauscht gewesen wären, dann hätten sie wohl ihre Machtposition benutzt, um Vergeltung zu üben. Sie konnten es einfach nicht begreifen, dass jemand ihnen vergeben, sie akzeptieren und sie lieben konnte, wie Joseph es tat.

Ich frage mich, ob Gott nicht auch manchmal über uns weint, so wie Joseph es im Blick auf seine Brüder getan hat.

Wie oft verhalten wir uns Gott gegenüber nicht auf der Grundlage der Realität, sondern auf der Grundlage falscher Gefühle oder falscher Annahmen? Er hat alles Notwendige getan, damit wir in eine persönliche Beziehung mit ihm eintreten können. Durch den Messias hat er uns Seine Vergebung, Annahme und Liebe unter Beweis gestellt. Es ist sicher verständlich, dass diejenigen, die sich weigern, in Buße und Vertrauen umzukehren zu ihm, sich entfremdet und getrennt von ihm fühlen, aber diejenigen, die mit ihm versöhnt sind, haben eigentlich absolut keinen Grund, seine Ablehnung zu fürchten.

Ein Grund dafür, dass wir mitunter unsicher sind bei der Frage, wie Gott zu uns steht, könnte darin bestehen, dass es noch schwerwiegende, ungelöste Fragen in unserem Leben gibt. Das Gefühl der Trennung von Gott, wenn wir wirklich falsche Dinge getan bzw. Schuld auf uns geladen haben, ist natürlich der Situation angemessen und auch wichtig für unser Leben. Dieses Gefühl des Getrenntseins von Gott ist ja auch ein Zeichen für Gottes Wirken in unserem Leben und soll uns ja an den Punkt bringen, dass wir wieder reinen Tisch machen und neu hineinkommen in die Gemeinschaft mit Ihm.



Aber es gibt auch andere Zeiten in unserem Leben, wo wir auf Grund falscher oder unbegründeter Gefühle nicht sicher sind oder zweifeln, was unsere persönliche Beziehung zu Gott betrifft. Dies geschieht dann, wenn sich unsere Sicht von Gott mehr darauf gründet, wie wir uns selbst sehen, als darauf, wie Gott selbst sich uns offenbart hat. Gott ist traurig über uns, genau wie Joseph, wenn wir unsere Gefühle aufbauen auf falschen Annahmen bzw. eigenen Einschätzungen und Empfindungen. Wenn wir damit beginnen, unsere Sicht von Gott auf seine eigene Offenbarung über sich selbst zu gründen, anstatt auf der falschen Basis unserer eigenen Gefühle und Empfindungen, dann werden wir mehr und mehr die Art und Weise erkennen, wie er sich sehnt nach einer persönlichen Beziehung zu uns.




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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 20 Dez 2010, 14:29

Shemot (Namen)
Für die Woche 25. Dezember 2010 / 18 Tevet 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 1:1 - 6:1
Haftarah: Jesaja 27:6 - 28:13; 29:22, 23

Ein Volk im Wandlungs- und Entwicklungsprozess

„Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und
sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine
Schmerzen. Darum bin ich herabgekommen, um es aus der Gewalt der Ägypter zu
erretten und es aus diesem Land hinaufzuführen in ein gutes und geräumiges Land,
in ein Land, das von Milch und Honig überfließt, an den Ort der Kanaaniter,
Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter.“(Shemot / 2. Moshe 3:7, 8 )

Es gibt viele einzigartige Besonderheiten in Bezug auf die Nation Israel. In
erster Linie ist es die Tatsache, dass, obwohl letztlich jede Nation das
Ergebnis der Vorsehung und des Planes Gottes ist, Israel dennoch ganz
besonders von Gott für einen bestimmten Zweck geschaffen und auserwählt wurde,
nämlich Gottes besonderes Medium zu sein, wodurch er sich der ganzen Welt
bekannt machen wollte. Von daher ist es kein Wunder, dass die Geschichte des
Volkes Israels so komplex und interessant ist, wie sie uns überliefert ist.


Ein sehr interessanter Aspekt in der Geschichte Israels ist die Tatsache, wie
die Nation von Ort zu Ort zog unter Gottes Führung, und das aus ganz
bestimmten Gründen. Diese Phase begann bereits mit Abraham und seinem Ruf,
seine Heimat Mesopotamien, dem späteren Land Kanaan, zu verlassen. Obwohl
alles, was er zu seinen Lebzeiten dauerhaft an Land besaß, aus einer
Grabstätte bestand, gab Gott die Verheißung, dass seine Nachkommen eines Tages
die gesamte Region in Besitz nehmen würden. Aber Gott sagte zu Abraham auch,
dass seine Nachkommen zuvor durch eine Phase gehen müssten, in der sie Diener
bzw. Knechte sein würden in einem fremden Land über 400 Jahre (Bereschit / 1.
Moshe 15.13, 14): „Und er sprach zu Abram: Ganz gewiss sollst du wissen, dass
deine Nachkommenschaft Fremdling sein wird in einem Land, das ihnen nicht
gehört; und sie werden ihnen dienen, und man wird sie unterdrücken vierhundert
Jahre lang. Aber ich werde die Nation auch richten, der sie dienen; und danach
werden sie ausziehen mit großer Habe.“

Später kam es bekanntermaßen durch eine ganze Reihe von Umständen dazu,
dass Abrahams Enkel Jakob und seine ganze Sippe nach Ägypten übersiedelte, wo
sie zunächst wohlwollend behandelt wurden, später dann jedoch unter eine
schlimme und bedrückende Knechtschaft kamen. Das ist der Hintergrund des
Erlösungswerkes Gottes für sein Volk unter der Führung von Moshe und seinem
Bruder Aaron.

Die Befreiung Israels aus der Knechtschaft in Ägypten war für sich genommen
ebenso ein Prozess, durch den Gott seine Macht und Herrschaft demonstrierte. Es
war für Israel notwendig, die mächtige Hand Gottes in dieser Weise als Zeugnis
zu erfahren, um sie für ihren Dienst und Auftrag in den kommenden Jahren
vorzubereiten. Sie sollten noch viele wichtige Lektionen lernen über diese
Erfahrung hinaus während der Jahre ihrer Wanderung durch die Wüste und im
Zuge der Einnahme Kanaans unter Moshes Nachfolger Joshua.


Als sie das Land eingenommen hatten, war Gott auch weiterhin dabei, sie zu
unterweisen und zu erziehen gemäß Seinen Wegen und Seinem Willen. Weil die
Menschen und ihre Führer immer wieder daran scheiterten, nach Gottes Willen
und seinen Weisungen zu leben, sandte Gott die Propheten, seine Sprecher, um
Sein Wort an das Volk weiterzugeben in der Hoffnung, dass sie Gott vertrauen
und ein Leben nach Seinem Willen führen würden. Doch die menschliche Natur ist
halt wie sie ist. Israel lebte nicht nach den Maßstäben Gottes, was
Vertreibung und Zerstreuung nach sich zog. Die meisten Nationen aus dieser
Zeit sollten irgendwann aufhören zu existieren, aber mit Israel hatte Gott
nicht abgeschlossen. Sie mussten noch weitere Lektionen lernen, die ihnen
offenbart würden über Gott, über Seine Wege und Seinen Willen. Während dieser
Zeit manifestierte sich die Erwartung auf einen großen Erlöser, den Messias.
Diese Hoffnung und Erwartung wurde Teil der Seele der ganzen Nation.

Schließlich kehrten einige aus dem Volk Israel zurück, um das verheißene
Land wieder herzustellen. Die Erwartung und Hoffnung auf den Messias wuchs,
bis Jeschua auf die Erde kam. Er repräsentierte und vollbrachte all das, was
Gott für ihn vorgesehen hatte, einschließlich der Preisgabe seines Lebens als
ein vollkommenes und ewiges Opfer für die Sünde und die Überwindung des Todes
durch seine Auferstehung von den Toten. Während seiner Zeit auf der Erde
setzte er den Entwicklungs- und Erziehungsprozess mit Israel fort, indem er
einen kleinen Überrest zurüstete und aussandte in die Welt als Erfüllung
der Verheißung Gottes an Abraham, sich unter allen Völkern bekannt zu
machen.


Ich habe den Eindruck, dass das Volk sich nur widerwillig diesem Wandlungs- und
Entwicklungsprozess stellen wollte. Wir neigen dazu, die Dinge einfach und
schnell lernen zu wollen. Wir möchten einen Zustand in unserem Leben erreichen,
in dem wir fertig und abgeschlossen sind, wo wir nicht mehr lernen müssen und
nicht mehr in einem Entwicklungsprozess stehen, der ja mitunter auch
schmerzhaft sein kann.
Wir möchten alle Dinge ergründen. Dies gilt für Atheisten und für Gläubige
gleichermaßen. Wir machen unsere philosophischen und theologischen Bestimmungen
und Erkenntnisse, und wir verbringen dann den Rest des Lebens damit, unsere
Positionen und unsere Erkenntnisse zu verteidigen. Mitunter stehen wir dann
jedoch in der Gefahr, herausfordernde neue Gedanken zu ignorieren oder
zurückzudrängen. Der Skeptiker ist nicht anderes, als in seiner Sturheit zu
bleiben, indem er trotz bekanntgewordener bzw. offenbarter Wahrheit trotzdem
lieber festhält an der illusionären Bequemlichkeit der Unentschlossenheit.

Für diejenigen jedoch, die wirklich in Gemeinschaft mit Gott leben, gibt es
einen Entwicklungsprozess, durch den Gott uns führt. Gott bereitet uns vor für
die ewige Gemeinschaft mit Ihm. Diese Vor- und Zubereitung beinhaltet eine
lebenslange Erziehung und Zurüstung durch alle möglichen Mittel, die Gott zur
Verfügung stehen. Gott gibt sich nicht damit zufrieden, uns dort zu belassen, wo
wir im Leben stehen.


Damit Seine Pläne und Ziele in unserem Leben ausgeführt und umgesetzt werden
können, führt er uns oftmals an einen Punkt, wo unsere Lebensumstände
umgekrempelt werden, bzw. wo wir hineingeführt werden in Lebensumstände, die
uns zunächst fremd und unangenehm erscheinen. Wenn wir uns selbst jedoch
willig hineingeben in dieses Wirken Gottes in unserem Leben, dann werden wir
auch am besten in der Lage sein, die Lektionen zu lernen und seinen Willen zu
erkennen, den er versucht, in unserem Leben umzusetzen.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 27 Dez 2010, 06:29

Va-Era (ich bin erschienen)
Für die Woche 1.
Januar 2011 / 25 Tevet 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 6:2 - 9:35
Haftarah: Hesekiel 28:25 - 29:21




Der Abschnitt dieser Woche beginnt mit 2. Moshe Kapitel 6 Vers 2. G-tt spricht zu Moshe und erklärt ihm, dass Er der G-tt ist, der Abraham, Isaac und Jacob erschien (Vers 3 ), dass Er das Seufzen der Kinder Israels gehört hat (Vers 5 ), und dass Er Seine Verheißungen gegenüber den Vorfahren einhält und sie aus der Knechtschaft Ägyptens befreien wird (Vers 6 ).



"Und Moshe sagte dies den Kindern Israels. Sie aber hörten nicht auf ihn vor Missmut und harter Arbeit." (2. Moshe 6: 9 )



Dieses Gespräch zwischen G-tt und Moshe und die darauf folgende Wiederholung der Botschaft an die Kinder Israels, beinhaltet eine kraftvolle Botschaft für uns, auch für die Kinder Israels heute. G-tt schafft die moralische Grundlage für die Erlösung der Kinder Israels - gegründet auf dem Bund, den Er mit unseren Vorfahrengeschlossen hat, " dass ich ihnen das Land Kanaan geben will, das Land ihrer Fremdlingschaft, in dem sie Fremdlinge gewesen sind." (2. Moshe 6:4 ). G-tt hat das Land unseren Vorfahren nicht nur verheißen, sondern auch die Tatsache, dass unsere Vorfahren wirklich bereits in dem Land wohnten, scheint dieser Verheißung eine besondere Bedeutung zu geben. Das Recht des Jüdischen Volkes auf das Land Israels ist also nicht nur eine Frage von G-ttes Verheißungen, sondern es ist auch eine Frage unserer Wurzeln im Land.



Im Verlauf dieses Abschnittes (Vers 6-8 ) gibt es fünf Ausdrücke, die auf die Erlösung hindeuten: "Und ich will euch herausführen", "Und ich werde Euch retten", "Und ich werde Euch erlösen", "Und ich will euch als mein Volk annehmen" und schließlich (Vers 8 ): "Und ich will euch in das Land bringen."



Zum Pessachfest, wenn wir die Rettung aus Ägypten feiern, trinken wir vier Becher mit Wein. Man sagt, dass die Zahl vier ein Symbol ist für die vier verschiedenen Ausdrücke von Erlösung - die ersten vier der oben angeführten. Aber was ist mit der fünften Formulierung - "Und ich will euch in das Land bringen"?



Seit Jahrhunderten konnten wir uns an die Rettung aus Ägypten als eine Rettung erinnern, die nicht nur vor langer Zeit geschah, sondern die eine Bedeutung über Jahrhunderte hinweg hatte. Selbst während der schlimmsten Verfolgung in fremden Ländern wussten wir, dass G-tt uns auserwählt und uns vor unserem ersten Verfolger, dem schlimmen Pharao gerettet hatte. Aber wir waren im Exil und nicht im Land Israel, und so feierten wir diese letzte Formulierung der Erlösung zumindest nicht genauso, wie wir die ersten vier feiern. Es gibt einen fünften Becher mit Wein auf dem Seder Tisch, derjenige, der in die Mitte des Tisches gestellt wird und aus dem niemand trinkt.

Er steht für den Propheten Elijah, der eines Tages zurückkehren wird, um die Ankunft des Messias zu verkünden. (Maleachi 3:23 )

Es ist diese Sprache der Erlösung, die sich auf die Rückkehr in das Land Israel bezieht, die eng verknüpft ist mit der Ankunft des Messias, und deshalb gibt es diesen Becher mit Wein, den wir noch nicht trinken.



Ich las kürzlich ein hebräisches Buch, das gerade veröffentlicht wurde. Es ist von einem weltlichen Israeli geschrieben worden mit dem Titel: "Die Siedler". Das Buch ist der Versuch des Autors, die Siedlerbewegung zu verstehen. Er beweist durchaus Verständnis für deren Motivation, aber seine Hauptkritik richtet sich gegen die Tatsache, dass die "Siedler" den modernen Zionismus und die Ereignisse in Israel als Teil der Erlösung oder den Beginn eines Messianischen Zeitalters verstehen. Aber wie könnten wir es anders verstehen? Seit Jahrhunderten, wenn wir uns versammeln zur Pessachfeier, füllten wir den Becher von Elijah und beteten, dass er kommen würde, um die Ankunft des Messias zu verkünden. Wir hatten das Verständnis, dass die Ankunft des Messias eng verbunden ist mit unserer Rückkehr in das Land Israel. Wenn wir jetzt in das Land Israel zurückkehren, wie nie zuvor in unserer Geschichte, und wenn wir sogar das Privileg haben, in den Kern des Landes zurückzukehren, nach Judäa und Samaria, wie könnten wir dann nicht diesen fünften Ausdruck der Erlösung ausrufen, der Teil des Thora- Abschnittes dieser Woche ist: "Und ich will euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, dass ich es Abraham, Isaac und Jacob gebe. Das will ich euch zum Besitz geben, ich, der Herr." (2. Moshe 6:8 )



Das ist dann der Höhepunkt der Erlösung, entsprechend der Verheißung G-ttes an Moshe und an die Kinder Israels in Ägypten vor so vielen Jahren. Und das ist dann auch der Höhepunkt der Erlösung, die wir jetzt erfahren. G-tt wird sich auch weiterhin vor unseren Augen offenbaren.



Viele in der ganzen Welt und in unserem eigenen Land sind wie die Kinder Israels damals - sie sind außer Stande, auf die Worte Moshes zu hören, wegen ihres "Missmutes" und ihrer harten Arbeit (Vers 9 ). Sie erkennen nicht die viel größere Dimension, und deshalb haben sie einen Mangel an Glauben und müssen ermutigt werden. Dank sei G-tt, dass Er die Herzen geöffnet und die Einstellung von so vielen verändert hat, - möge er dies bei noch sehr viel mehr Menschen tun.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 03 Jan 2011, 07:23

Bo (Geh)
Für die Woche 8.
Januar 2011 / 3 Shevat 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 10:1 - 13:16
Haftarah: Jeremia 46:13-28



Lautstarke Lebensweise



Man rief dort: Der Pharao, der König von Ägypten, ist ein Getöse, das den rechten Zeitpunkt hat vorübergehen lassen!“ (Jeremia 46:17)

Kann ein Mensch seine Berufung verpassen? Eine solche Frage setzt voraus, dass jeder Mensch eine von Gott vorhergesehene Bestimmung hat, die es zu suchen und zu erkennen gilt. Ich bin nicht sicher, ob die Schrift konkret lehrt, dass diese Bestimmung oder Berufung Gottes jeder einzelnen Person gilt, aber ich bin mir sicher, dass er diese besondere Bestimmung zumindest für einige hat. Es ist nicht etwa so, dass das Leben dieser Menschen unbedingt eine größere Rolle spielen muss, als bei anderen. Vielmehr geht es darum, dass einige Menschen von Gott für ganz bestimmte besondere Ziele und Aufgaben auserwählt werden.



Unabhängig davon, ob jeder einzelne von uns eine spezielle Berufung in seinem Leben hat oder nicht, so konfrontiert Gott uns im Laufe unseres Lebens immer wieder mit einer Vielzahl von verschiedenen Möglichkeiten und Gelegenheiten. Wie viel Einfluss diese Dinge haben mögen, ist von Situation zu Situation, und von Person zu Person unterschiedlich. Das, was wir tun, mag uns in dem Moment sehr unbedeutend erscheinen, und uns mag vielleicht gar nicht bewusst sein, wie entscheidend das Ergebnis einer solchen Berufung oder Bestimmung mitunter sein kann. Aber genauso, wie der Samen so klein ist im Vergleich zu dem, was aus ihm heraus entsteht, so verhält es sich auch mit unseren Taten in Bezug auf deren Auswirkungen.

Die Haf
arah- Lesung dieser Woche steht beim Propheten Jeremia. Es ist eine Botschaft an den Pharao, den König von Ägypten. Die Wahl dieser Textstelle im Zusammenhang mit dem Torahabschnitt dieser Woche ist offensichtlich, weil sie einen Blick zurückwirft auf den Pharao in den Tagen von Moshe. Jeremias Beschreibung könnte man sowohl für den Pharao in den Tagen Moshes, als auch auf den Pharao anwenden, den Jeremia anspricht: „Der Pharao, der König von Ägypten, ist ein Getöse, das den rechten Zeitpunkt hat vorübergehen lassen!



Beide Pharaonen hatten eine Position mit großer Macht. Ihre Entscheidungen hatten weitreichende Auswirkungen. Es stand in ihrer Macht, eine ganze Reihe von Dingen zu tun zum Wohle ganz vieler Menschen. Aber im Fall dieser beiden Herrscher muss man feststellen: Sie ließen den rechten Zeitpunk verstreichen, oder, mit anderen Worten, sie verpassten jeweils ihre Chance, ihre Möglichkeiten.

Die Frage, ob wir die Möglichkeiten in unserem Leben ausschöpfen oder nicht ist eigentlich ohne Bedeutung. Wichtig hingegen ist allein die Frage, ob wir die Möglichkeiten nutzen und den Berufungen entsprechen, die Gott in unser Leben hineinlegt. Was nützt es, wenn wir unsere Berufung richtig erkannt haben, aber dann nicht richtig auf die von Gott gegebenen Möglichkeiten und Gelegenheiten reagieren, wenn sie sich in unserem Leben auftun?



Eines der Dinge, die uns leicht ablenken können von einer wirksamen und angemessenen Reaktionen auf Gottes Berufung in unserem Leben, finden wir in der Beschreibung des Pharao in unserem Eingangsvers, wo es heißt: "Er ist ein Getöse." Das hebräische Wort "sha-'own", das hier verwendet wird, bedeutet viel mehr, als nur eine Menge an Klang oder viel Lärm, sondern es geht um „viel Lärm um nichts“, um eine große Menge von nutzlosen und sinnlosen Aktivitäten.

Es ist so einfach, uns selbst zu täuschen und anderen vorzuspielen, wir würden wirklich ein produktives und erfolgreiches Leben führen, indem wir unseren Geräuschpegel erhöhen – also viel Lärm in unserer Geschäftigkeit machen. Sehr aktiv und beschäftigt zu sein, auch wenn es vielleicht durchaus gute Dinge sind, kann wie eine Nebelwand sein. Sie verschleiert den Blick auf die Tatsache, dass wir es ablehnen das zu tun, wozu Gott uns wirklich berufen hat.




Geschäftigkeit und Aktivität bringt oftmals immer noch mehr Geschäftigkeit hervor, und wir sind gar nicht mehr in der Lage, die „Lautstärke“ unseres Lebens herunterzufahren, zumindest solange, dass wir überhaupt erst mal die Möglichkeit erkennen, dass wir vielleicht den Willen Gottes in unserem Leben vernachlässigt haben.



Damit soll natürlich nicht gesagt sein, dass Aktivitäten grundsätzlich nur Lärm um nichts sind. Es könnte sein, dass Gott selbst uns in Aktivitäten hineingeführt hat. Aber wir sollten niemals meinen, dass Aktivitäten und Geschäftigkeit für sich allein schon ein Zeichen der Treue zu Gottes Berufung in unserem Leben sind.



Die Lautstärke der Aktivitäten und der Geschäftigkeit in unserem Leben zu reduzieren muss nicht notwendigerweise bedeuten, dass wir die Berufungen oder andere wichtige Aspekte unseres Lebens ändern müssen. Es könnte natürlich so sein, aber letztlich können wir das erst dann erkennen, wenn wir den Lärm der Geschäftigkeit herunterfahren und aufhören, uns in Aktivitäten zu flüchten. Wenn wir nun wieder ein neues Kalenderjahr beginnen, ist es eine gute Gelegenheit, innezuhalten, und die Lautstärke in unserem Leben herunterzufahren.



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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 10 Jan 2011, 06:51

Be-Shallah (Beim Wegschicken)
Für die Woche 15.
Januar 2011 / 10 Shevat 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 13:17 - 17:16
Haftarah: Shoftim / Richter 4:4 - 5:31




Verweigere dich nicht gegenüber den Geboten Gottes




Aber am siebten Tag geschah es, dass dennoch einige vom Volk hinausgingen, um zu sammeln, doch sie fanden nichts. Da sprach der HERR zu Moshe: Wie lange habt ihr euch nun schon geweigert, meine Gebote und Gesetze zu halten! (Shemot / 2. Moshe 16:27, 28)

Diese Worte beziehen sich auf die Verweigerungshaltung einiger der Israeliten gegenüber den Anweisungen Gottes bezüglich des Sammelns von Manna.
Manna war die wundersame Brot-ähnliche Versorgung mit Nahrung, die Gott für das Volk Israel während ihrer vierzigjährigen Wüstenwanderung vorgesehen hatte. Jeden Morgen sollten die Menschen nur die Menge einsammeln, die sie für ihre Familie benötigten. Wenn sie zu viel sammelten, wäre es bereits am nächsten Tag verdorben. Die einzige Ausnahme war der sechste Tag der Woche (der heutige Freitag), an dem sie doppelt so viel sammeln durften, damit sie genug hatten für den Shabbat, den siebenten Tag, an dem es kein neues Manna gab.


Aber einige aus dem Volk gehorchten nicht den Worten des Herrn und gingen am Shabbat los, um zu sammeln. Das Problem dessen, was sie hier taten, bestand wohl nicht in erster Linie darin, dass sie versuchten zu sammeln, weil sie ja gar nichts sammeln konnten, denn es war nichts da, was sie hätten sammeln können. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie entweder nicht am Freitag doppelt für den Shabbat gesammelt hatten, wie sie es als Anweisung bekommen hatten, weil sie möglicherweise aus einem Mangel an Glauben heraus davon ausgingen, es könnte wie an den anderen Tagen auch verderben, oder sie hatten bereits die gesamte doppelte Portion verspeist. Was immer der Grund war, es mangelte ihnen an Glauben, und so gehorchten sie auch nicht den Geboten und Weisungen Gottes.


Jahre später blickte Moshe noch einmal zurück auf Gottes Versorgung mit dem Manna und auf das Ziel, das er damit verfolgte. Es ging in erster Linie darum, sie eine ganz wichtige und wesentliche Lektion zu lehren, nämlich auf das Wort Gottes zu vertrauen und Seinem Wort bzw. Seinen Weisungen zu gehorchen:



Und er demütigte dich und ließ dich hungern. Und er speiste dich mit dem Manna, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt. Sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht, lebt der Mensch.“ (Devarim / 5. Moshe 8,3).

Das ist der Grund, warum Gott sie in dieser Weise gezüchtigt und gedemütigt hat, wenn er sagt: "
Wie lange habt ihr euch nun schon geweigert, meine Gebote und Gesetze zu halten!

Gott sandte das Manna, um sein Volk zu ernähren. Aber das Einsammeln des Manna war verbunden mit konkreten Bedingungen. Die Vernachlässigung Seiner klaren Anweisungen wurde zum Nachteil des gesamten Volkes und jedes einzelnen Menschen. Gottes Ziel war es, Israel zu einem göttlichen Volk zu machen, um letztlich ein Licht für die anderen Nationen zu sein. Um das zu erreichen, mussten sie lernen, auf Sein Wort zu achten und dann auch ganz genau das zu tun, was er ihnen an Geboten und Weisungen gegeben hatte.




Letztlich ist das die gleiche Lektion, die wir alle auch heute lernen müssen.

Als der Messias von Satan in der Wüste versucht wurde, war einer der Verse, die er verwendete, der aus dem 5. Buch Moshe, den ich zitiert habe: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht“. (Matthäus 4:4).



Jeschua sagte, es ist eine Torheit, Sein Wort und Seine Lehre zu verachten oder zu vernachlässigen, die Er uns gegeben hat:

Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird einem törichten Mann verglichen werden, der sein Haus auf den Sand baute; und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß.“ (Matthäus 7:24-27)



„Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten.“ (Johannes 14:15)



Seine Gebote zu halten, die er uns gegeben hat, ist die rechte Auslegung und Schlussfolgerung aus der Thora (siehe auch Matthäus 5:17, 21, 27, 31, 33, 38, 43).



Seine Jünger hatten den Auftrag, die Völker zu unterweisen, Seiner Lehre zu gehorchen: Und Jeschua trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, …….. und sie lehrt alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!“ (Matthäus 28,18-20).



Gemäß dem Jakobusbrief ist nur der Mensch gesegnet in all seinem Tun, der in Gottes Gesetz bleibt: (siehe dazu Jakobus 1:23 ff.).



Einige Anhänger der Schriften des Neuen Bundes behaupten, dass Gott durch den Messias nicht so in dem Maße bedacht ist auf die Einzelheiten Seiner Weisungen und Gebote. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Das lesen wir unter anderem im Hebräerbrief:


Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet! Denn wenn jene nicht entkamen, die den abwiesen, der auf Erden die göttlichen Weisungen gab: wie viel mehr wir nicht, wenn wir uns von dem abwenden, der von den Himmeln her redet!“ (Hebräer 12:25).

Es ist tragisch, dass beide, sowohl das Judentum, wie auch das Christentum, tendenziell teilweise irregeführt wurden im Hinblick auf dieses wichtige Thema. Im Judentum gibt es die Tendenz, das Halten der Gebote als Selbstzweck und Heilsbringer zu sehen. Im Christentum wird andererseits allzu oft betont, dass die Beziehung zu Gott allein auf der Gnade und den Glauben beruht, wobei man das Befolgen des Willens Gottes vernachlässigen könne.



Das biblische Gleichgewicht findet sich diesbezüglich in unserem Vertrauen auf den Messias zur Wiederherstellung unserer Beziehung zu Gott, wobei unser dann folgendes Leben eben auch auf der Wiederherstellung der ernsthaften Beachtung seiner Gebote und Weisungen beruht. Dazu gehört auch, dass wir offen für Sein Reden sind, wenn er zu uns, genau wie zum Volk Israel damals, sagt: "
Wie lange habt ihr euch nun schon geweigert, meine Gebote und Gesetze zu halten?“



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Beitrag von Reinhard am Mo 17 Jan 2011, 07:53

Jitro

Für die Woche 22. January 2011 / 17 Shevat 5771

Torah: Shemot / 2. Moshe 18:1 - 20:23

Haftarah: Jesaja 6:1 - 7:6; 9:6



Voraussetzungen für den Dienst


Im Todesjahr des Königs Usija, da sah ich den Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Thron, und die Säume seines Gewandes füllten den Tempel. Seraphim standen über ihm. Jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Gesicht, mit zweien bedeckte er seine Füße, und mit zweien flog er. Und einer rief dem andern zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen! Die ganze Erde ist erfüllt mit seiner Herrlichkeit! Da erbebten die Türpfosten in den Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt. Da sprach ich: Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, und mitten in einem Volk mit unreinen Lippen wohne ich. Denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen.“ (Jesaja 6:1-5)

Ich habe gehört, wie gesagt wurde, dass Jesaja diese Vision von Gott bekam, bevor er seinen Dienst als Prophet begann, obwohl sie erst im sechsten Kapitel seines Buches zu finden ist. Ich kann durchaus nachvollziehen, warum das so angenommen wird. Die Vision ist eingefügt in das Geschehen um die Berufung Jesajas zum Propheten, und sie dient deshalb hier quasi als Einleitung, als Hinführung und Vorbereitung auf die Berufung zum Dienst. Ein weiterer Hinweis, der diese Vermutung nahelegt und bekräftigt, ist seine Reaktion, bevor er überhaupt begonnen hat, im Namen Gottes zu den Menschen zu sprechen. Er ist zunächst wie am Boden zerstört: "
Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, und mitten in einem Volk mit unreinen Lippen wohne ich….." (Vers 5). Das ist nun wirklich keine Reaktion, die wir von einem treuen und vollmächtigen Diener Gottes erwarten würden. Zum anderen bezeichnet er sich selbst ganz offen als einen „Mann mit unreinen Lippen", genauso wie auch der Rest seines Volkes. Welcher Prophet Gottes würde wohl ehrlich bekennen, unreine Lippen zu haben? Ich würde sagen, das verlangt wirklich Respekt.


Natürlich ist es möglich, dass Jesajas Vision zu einem anderen Zeitpunkt geschah, aber es war wohl notwendig, dass seine dramatische Erfahrung auf jeden Fall geschah, bevor er seine prophetische Berufung annahm. Bevor wir hier darüber streiten, in welcher zeitlichen Reihenfolge es hier wirklich geschehen ist, sollten wir feststellen, dass dieser Text auf jeden Fall eine Menge aussagt über unsere Voraussetzungen und Vorbedingungen, aus denen heraus Gott durch uns wirken kann.

Mir sind viele biblische Berichte vor Augen über Menschen, denen Gott erschien oder zu denen er geredet hat, bevor sie ihre von Gott bestimmte Aufgabe und Berufung begannen. Aber es gibt natürlich auch Menschen, denen Gott erschienen ist oder zu denen er gesprochen hat, als sie schon mitten im Dienst standen. Also, warum könnte es nicht auch sein, dass Jesaja ein Beispiel für die letztgenannte Reihenfolge ist? Nun, wie ich bereits erwähnt habe, die Art der Vision und das Maß der Interaktion und Reaktion darauf ist wirklich so grundlegend und speziell, sowohl hinsichtlich des persönlichen und geistlichen Zustandes von Jesaja, als auch was den Umfang der Mission betrifft, dass es schwer vorstellbar ist, dass dies inmitten seines bereits begonnen Dienstes hätte geschehen können.



Aber warum eigentlich nicht? Warum müssen wir immer davon ausgehen, dass Jesaja bereits all diese Vorbedingungen erfüllen und alle Voraussetzungen vor dem Beginn seines Dienstes haben musste? Wir können von vielen Menschen hören oder lesen, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise für Gott im Dienst stehen. Können wir davon ausgehen, dass wir immer völlig geistlich reif sind, und dass der Umfang unseres Dienstes immer perfekt definiert ist? Oh, wir sind ja aber nicht Jesaja, könnte man erwidern. Wir können unsere Berufung doch nicht mit der Berufung des Propheten Jesaja vergleichen. Warum eigentlich nicht?




Inwieweit unterscheiden wir uns denn nun wirklich von ihm? Jesaja war, wie letztlich alle bedeutenden biblischen Gestalten, ein Mensch wie wir. Er stand im Dienst für den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, wozu auch wir gleichermaßen berufen sind. Klingt das wirklich so weit hergeholt, dass dieser große Prophet Gottes erkennen musste, dass er noch nicht so geistlich reif war, wie er dachte, und dass er vielleicht noch gar nicht den vollen Umfang seiner Berufung erfasst hatte?

Jesaja stand nicht allein in seiner Notwendigkeit, im Glauben und im Dienst zu wachsen. Alle Glaubensväter, beginnend mit Abraham, entwickelten erst während ihres Lebens mit Gott ein wirkliches Verständnis von dem, was ihnen verheißen wurde, und wie man diese Verheißung mit Leben füllt. Es dauerte viele Jahre, bis Jakob zu einem wahren Gläubigen wurde. Moshe hatte eine Menge zu lernen, bevor er bereit und in der Lage war, seine Rolle als Führer des Volkes einzunehmen, und auch danach zwangen ihn die Herausforderungen und Probleme, mit denen er sich immer wieder konfrontiert sah, Gott immer näher und näher zu kommen. Davids ganzes Leben war davon bestimmt, Gott immer besser zu erkennen und die Beziehung zu Ihm zu vertiefen. Einige seiner persönlichen Schwächen waren noch gar nicht zu Tage getreten, da hatte Gott ihn schon gebraucht in ganz wichtigen und wesentlichen Bereichen.




Gott gebraucht unvollkommene Gefäße. Er will nicht, dass wir absolut perfekt sind, bevor Er uns in Seinen Dienst nehmen kann. Wenn Gott uns zu einer Aufgabe bzw. zum Dienst beruft, offenbart er uns diesbezüglich normalerweise nicht alle Einzelheiten. Also sollten wir nicht davon ausgehen, dass wir jetzt und hier immer die volle und abschließende Erkenntnis von Gott haben bezüglich unserer Beziehung zu ihm oder der Art und Weise des Dienstes, zu dem er uns berufen hat.

Gott mag sich vielleicht nicht in gleicher Weise offenbaren oder zu uns reden, wie er es hier bei Jesaja getan hat, aber uns sollte bewusst sein: Unsere persönlichen Voraussetzungen und die Art und Weise, wie wir reagieren oder handeln, stellen für Gott kein Hindernis dar, um in und durch unsere Leben hindurch zu wirken.




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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 24 Jan 2011, 07:27

Mishpatim (Rechtsbestimmungen)

Für die Woche 29. Januar 2011 / 24 Shevat 5771

Torah: Shemot / 2. Moshe 21:1 - 24:18

Haftarah: Jeremia 34:8-22; 33:25, 26


Haftung und Verantwortung


Wenn Männer miteinander streiten und einer den andern mit einem Stein oder mit einer Hacke schlägt, so dass er zwar nicht stirbt, aber bettlägerig wird: falls er aufsteht und draußen an seinem Stab umhergeht, soll der Schläger straffrei bleiben. Nur muss er ihn für die Zeit seines Daheimsitzens entschädigen und für seine völlige Heilung sorgen.“ (Shemot / 2. Moshe 21:18- 19)

Die Weisheit Gottes in Bezug auf die Haftung bei körperlichen Auseinandersetzungen ist eindeutig: Der Übeltäter ist nicht für mehr verantwortlich zu machen, als für den angerichteten Schaden, wobei darin sowohl das entgangene Einkommen des Geschädigten, als auch die Kosten für die vollständige Heilung enthalten sind. Wenn die Menschen in diesen und ähnlichen Angelegenheiten Gottes Maßstäben folgen, dann trägt das zu einer gesunden und lebenswerten Gesellschaft bei.

Manche Menschen sind vielleicht geneigt, die Frage der Haftung zu ignorieren und eher die Frage in den Vordergrund stellen, dass ein solcher Kampf bzw. eine Auseinandersetzung in dieser Form grundsätzlich falsch ist. Andere wiederum pochen vielleicht darauf, dass der grundsätzliche Ansatz im Neue Bund der Torah in diesem Punkt angeblich widerspricht, und dass das Opfer der Kriminalität die Last der Opferrolle annehmen müsse. Ich bin mir natürlich bewusst, dass der Messias gelehrt hat, "auch die andere Wange hinzuhalten", und auch Sha-ul wandte sich gegen Rechtsstreitigkeiten:

Es ist nun schon überhaupt ein Fehler an euch, dass ihr Rechtshändel miteinander habt. Warum lasst ihr euch nicht lieber unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen? Sondern ihr selbst tut unrecht und übervorteilt, und das Brüdern gegenüber!“ (1. Korinther 6:7- 8 )

Was der Messias und Sha-ul hier gelehrt haben, betrifft jedoch eher den Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten im persönlichen Umfeld, und hat nichts zu tun mit der Einrichtung der göttlichen Gesetze einer kompletten Gesellschaft bzw. eines ganzen Volkes. Leider ist es eine Tatsache, dass Menschen Unrecht tun gegenüber anderen Menschen, und wir werden keineswegs immer Gerechtigkeit erfahren bei unseren persönlichen Konflikten im zwischenmenschlichen Bereich hier auf der Erde. Der Messias zeigt uns durch sein Leben, seine Lehre, seinen Tod und durch seine Auferstehung, wie wir mit Unrecht umgehen können, das uns widerfährt. Sha-ul bezieht sich auf die Lehre von Jeschua und wendet es beispielhaft an auf das Leben einer zerrütteten Gemeinde in der antiken griechischen Stadt Korinth.

Die Notwendigkeit zu lernen, Unrecht zu erdulden und auszuhalten bedeutet nicht etwa den gesellschaftlichen Anspruch, dass Übeltätern und Kriminellen freie Hand gelassen wird. Auch wenn der Messias lehrt, "die andere Wange hinzuhalten",
bedeutet dies keineswegs, dass wir das Unrecht nicht klar beim Namen nennen und uns nicht verteidigen sollen (alles andere dürfte auch kaum das Ziel dieses Wortes von Jeschua gewesen sein). Auch kann dies keine Richtlinie sein für die Menschen in den Behörden und staatlichen Autoritäten, um diesen Gedanken ihrem Volk aufzuerlegen, unabhängig, ob diese Autoritäten aus Regierungsbeamten, Gemeindeleitern oder Eltern besteht.



Wenn eines unserer Kinder seinen kleinen Bruder oder seine Schwester schlägt, wird Jeschua kaum erwarten, dass wir die beiden gewähren lassen, damit die das „Hinhalten der anderen Wange“ praktizieren.



Gleichzeitig ist dies natürlich auch eine Gelegenheit, um Vergebung zu erfahren (das ist wieder ein anderes Thema), und es ist auch eine Möglichkeit für die Übeltäter, den Grundsatz der Haftung zu erlernen. Sowohl Gemeindeleiter als auch Regierungsbeamte bzw. Politiker tun gut daran, Gottes Wegen und Richtlinien zu folgen und die Unschuldigen und Opfer zu schützen, indem sichergestellt wird, dass die Täter die Verantwortung ihres Handelns tragen und die Haftung übernehmen.





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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 31 Jan 2011, 11:14

Terumah (Opfergabe) & Rosh Hodes


Für die Woche 5.
Februar 2011 / 1 Adar 5771
Torah: 2. Moshe 25:1 - 27:19 &
Bemidbar / 4. Moshe 28: 9-15
Haf
arah: Jesaja 66:1-24

Der Schlüssel zum geistlichen Reichtum



So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Wo wäre denn das Haus, das ihr mir bauen könntet, und wo denn der Ort meines Ruhesitzes? Hat doch meine Hand dies alles gemacht, und alles dies ist geworden, spricht der HERR. Aber auf den will ich blicken: auf den Elenden und den, der zerschlagenen Geistes ist und der da zittert vor meinem Wort.“ (Jesaja 66:1, 2; ESV)

Als Salomo den Tempel in Jerusalem weihte, betete er:


Ja, sollte Gott wirklich auf der Erde wohnen? Siehe, die Himmel und die Himmel der Himmel können dich nicht fassen; wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe! Doch wende dich zu dem Gebet deines Knechtes und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, dass du hörst auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir betet, dass deine Augen Nacht und Tag geöffnet seien über dieses Haus hin, über die Stätte, von der du gesagt hast: Mein Name soll dort sein, dass du hörst auf das Gebet, das dein Knecht zu dieser Stätte hin betet. Und höre auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, das sie zu dieser Stätte hin richten werden. Du selbst mögest es hören an der Stätte, wo du thronst, im Himmel, ja, höre und vergib!“ (1. Melachim / 1. Könige 8:27-30)

Salomo hatte damals verstanden, was Gott viele Jahre später durch den Propheten Jesaja bekräftigte, dass Gott nicht durch ein von Menschen gebautes Haus erfasst werden kann. Während der Tempel eine zentrale Bedeutung für das Leben der Nation Israel bekam und letztlich auch zu einer Quelle des Stolzes wurde, ist letztlich die eigentliche Wohnstatt Gottes im Geist und im Herzen der Menschen. Von daher verstand Salomo seine ihm selbst zugedachte Funktion als Vertreter von Gottes Gegenwart unter den Menschen.

Jedoch drohte der Tempel zu einer Quelle des Stolzes zu werden, und so war es notwendig, dass Gott durch seinen Propheten Jesaja das Volk daran erinnern musste, dass die Existenz des Tempels eben nicht der positive Beweis dafür war, dass ihre Beziehung zu Ihm in Ordnung war. Gottes Aufmerksamkeit gegenüber den Menschen beschränkte sich nicht auf den Tempelberg, sondern es ging letztlich um ihre Beziehung zu Ihm - eine Beziehung, die auf einer entsprechenden Herzenshaltung basiert. Diese Menschen werden bei Jesaja so beschrieben als
: „Aber auf den will ich blicken: auf den Elenden und den, der zerschlagenen Geistes ist und der da zittert vor meinem Wort.“


Diese Beschreibung erinnert an die eigenen Erfahrungen Jesajas, als Gott ihm erschien, wie zu Beginn seines Buches beschrieben (vgl. Jesaja 6). Als er in den Kreis der himmlischen Zeugen Gottes berufen wurde, war er ein gebrochener, zerschlagener Mann - ein Mann, der absolut ungeeignet schien, um Gottes Wort zu den Menschen zu sprechen. Nur weil er demütig genug war, die Realität seines Zustandes vor Gott anzuerkennen, konnte Gott ihn berufen und ausrüsten, in seinem Namen zu sprechen.

Die Beschreibung dieses Typs von Mensch, die Gott besonders beachtet, würde von meisten Menschen abgelehnt werden. Was hier mit "
dem Elenden und dem mit einem zerschlagenen Geist" übersetzt wird, ist normalerweise die übliche Art, um die Armen, die Bedürftigen und die Leidgeprüften zu beschreiben. Es sind diejenigen, die ihrer Situation, ihren Unterdrückern und ihrer Umgebung ausgeliefert und auf Gnade angewiesen sind. Sie haben keine Macht und keinen Einfluss, und es gibt nichts, was sie aus eigener Kraft dagegen tun können.



Der Passus "mit einem zerschlagenen Geist" könnte allerdings auch darauf hindeuten, dass diese Menschen nicht nur im natürlichen Bereich betroffen sind, obwohl das natürlich auch möglich sein kann. Es ist eine Beschreibung von Menschen, die in ihrem Herzen zerschlagen sind, Menschen, die ihre größten Defizite im geistlichen Bereich sehen, so wie Jesaja. Es sind diejenigen, die vor Gottes Wort erzittern.

Die Menschen, die Gott beruft, sind diejenigen, die in vollem Maße erkannt haben, dass sie ständig ganz abhängig von Ihm sind. Unabhängig davon, wie sicher sie sich ihrer persönlichen Beziehung zu ihm sein können, so wird dieses Vertrauen niemals durchkreuzt von Selbstsicherheit, sondern dieses Vertrauen zeigt sich in der ständigen Abhängigkeit von Ihm und in der ständigen Offenheit für Seine Korrektur und für Seine Lehre.

Es ist so einfach für uns, das Werk Gottes in unserem Leben zu „verkirchlichen“ wie einen „Tempel“, es wie ein festes Bauwerk nach unseren Vorstellungen zu sehen hinsichtlich dessen, was wir in der Vergangenheit als sein letztes Wort gelernt haben, und worauf wir dann unser Leben konzentrieren. Unsere Herzen sind nicht mehr empfänglich und werden verschlossen in unseren eigenen konkreten Empfindungen und Wahrnehmungen, und Trost finden wir in berechenbaren und leicht (oder nicht so leicht) zu definieren Formeln und Lebensregeln.


Um in diesen Zustand wie Jesaja zu kommen, müssen wir nicht nur unsere eigene Gottesvorstellung ablegen, sondern die menschlichen Vorstellungen von Gott insgesamt. So wie der Tempel damals den Schöpfer des Universums niemals aufnehmen konnte, müssen auch wir erkennen, dass unsere Vorstellungen von Gott, egal wie gut, richtig und hilfreich sie sein mögen, Ihn nie vollständig erfassen können.




Egal, wie gut wir im geistlichen Bereich dastehen, im Vergleich zu Seinem Reichtum und zu Seiner Fülle sind wir alle nur geistlich arm, und wir brauchen es, von Ihm gefüllt zu werden. Sobald wir bereit und in der Lage sind wirklich anzuerkennen, wie geistlich arm und bedürftig wir wirklich sind, werden wir verwandelt in einen Zustand, der uns fähig macht, Gott in einer Weise zu erkennen, wie niemals zuvor.



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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 07 Feb 2011, 17:58

Tezavveh (Du sollst gebieten)

Für die Woche 12. Februar 2011/ 8 Adar 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 27:20- 30:10
Haftarah: Hesekiel 43:10-27

Kein MSG

„Du sollst auchein Stirnblatt machen aus feinem Golde und darauf eingraben, wie man Siegel eingräbt: »Heilig dem HERRN«. Und du sollst es heften an eine Schnur von blauem Purpur vorn an den Kopfbund. Und es soll sein auf der Stirn Aarons, damit Aaron bei allen ihren Opfern alle Sünde trage, die an den heiligen Gaben der
Israeliten haftet. Und es soll allezeit an seiner Stirn sein, dass sie
wohlgefällig seien vor dem HERRN.“
(Shemot / 2. Moshe 28:36-38)

Vor einigen Jahren sprach ich mit einem Arbeitskollegen, der Andeutungen dahingehend machte, dass er sich auf seine ganz eigene Weise mit seinen
Mitmenschen befasst, indem er sagt: "Kein MSG". Er meinte damit nicht etwa den berüchtigten Geschmacksverstärker, sondern vielmehr meinte er: "Manipulation, Shame
or Guilt - Manipulation, Scham oder Schuld". Ich weiß nicht, wie es bei ihnen war, aber als ich vor vielen Jahren aufwuchs, war "MSG" (nicht der Geschmacksverstärker)
ein Grundnahrungsmittel, und es verstärkte nichts! Einer der Gründe dafür, dass
diese Art von MSG wirkte, war die Tatsache, dass es so alltäglich und selbstverständlich war. Es mag nicht bei ihnen gewirkt haben, aber wo ich herkomme, war es erfolgreich.

Einige Menschen behaupten, dass Scham und Schuld nur eine Illusion sind, nichts weiter als eine Gemütsverfassung, eine psychologische Einbildung, die von den Mächtigen in der Gesellschaft ausgeheckt werden. Es könnte natürlich dann ein Stück Wahrheit in dieser Auffassung liegen, wenn wir jemanden fälschlicherweise mit Schuld
und Scham richten. Es gibt alle möglichen Menschen, die aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen unnötigerweise unter der Last der
Schuld und der Scham leiden, aber das bedeutet nicht, dass echte Schuld und Scham nicht existieren.

Das hebräische Wort für "Schuld" in den Versen, die ich oben zu Beginn zitierte, ist
"av-on“, und es wird häufig übersetzt mit "Ungerechtigkeit". Dies entstand aus dem Gedanken heraus, dass wir verdorben wurden oder gescheitert sind. Im Zusammenhang mit dieser Stelle aus der Torah bestand die Schuld der Menschen darin, ihre Verpflichtungen gegenüber Gott nicht richtig zu erfüllen. Infolgedessen waren sie in einem verdorbenen, gestörten Zustand, was ihre Beziehung mit
Gott betraf. Eine bessere Möglichkeit, es in der heutigen Sprache zu formulieren, wäre vielleicht: "Nicht ganz auf der Höhe sein – nicht gut drauf – nicht in Ordnung usw."

Echte Schuld ist ein personenbezogener Zustand, und nicht ein
rein psychologischer oder gefühlsmäßiger Zustand. Wahre Schuld
kann natürlich durchaus durch das Gefühl von Schuld begleitet werden, muss es aber nicht in jedem Fall. Wenn sie zum Beispiel eine Verkehrsübertretung
begehen, und die staatlichen Behörden bzw. die Polizei beschließen, dass sie unrecht und gesetzeswidrig gehandelt haben, dann sind sie schuldig, ob es im Einzelfall gerechtfertigt sein mag oder nicht, und sie müssen die Strafe bezahlen. Sie sind
schuldig und müssen die Strafe begleichen, damit die rechte Beziehung zu den Behörden wieder völlig hergestellt werden kann. Welche Gefühle sie in einer solchen Situation haben, ist ohne Belang.

Im Gegensatz zu den unvollkommenen Entscheidungen menschlicher Institutionen sind die Entscheidungen Gottes absolut vollkommen. Wenn er entscheidet, dass wir schuldig sind, dann sind wir auch wirklich schuldig. Aber genau wie bei meinem Beispiel mit der Verkehrsübertretung, kann die Entscheidung Gottes im Zusammenhang mit der Schuld in einigen Fällen Schuldgefühle hervorrufen, muss es aber nicht. Wenn wir vor Gott schuldig geworden sind, dann ist unsere Beziehung zu Ihm gestört, und der Beweis dafür findet sich auf vielerlei Weise in unserem Leben.

Die Geschichte des Volkes Israels wurde von Gott in dieser Weise geführt, um diese Wirklichkeit und Wahrheit gegenüber der Welt zu offenbaren. Durch das Opfersystem können wir das Verlangen Gottes erkennen, eine persönliche Beziehung mit den Menschen, Seinen Geschöpfen, zu haben, aber gleichzeitig sehen wir, dass die Beziehung der Menschen zu Gott gestört ist, und dass sie nicht fähig sind, aus eigenem Antrieb in der rechten Beziehung mit Ihm zu leben. Und so setzte Gott Priester ein (Hebräisch: Cohanim), um stellvertretend die Schuld der Menschen vor Ihn zu bringen. Das priesterliche Amt machte den Tempeldienst
erst möglich, auch wenn dadurch das Problem der Schuld nicht völlig
ausgeräumt wurde. Das sollte sich dann erst beim Kommen des Messias ändern.

Bevor wir die Freiheit von der Schuld wirklich erfahren können, die in Jeschua für uns
verfügbar ist, müssen wir die Realität der Schuld in unserem Leben zunächst einmal anerkennen. Verwechseln sie das nicht mit MSG. Wir sollten uns nicht täuschen lassen
durch ein falsches Gefühl von Scham und Schuld. Vielmehr sollten wir in diesem
Zusammenhang bestimmt werden von echter Scham und Schulderkenntnis. Dieser Realität ins Gesicht zu sehen und sich ihr zu stellen hat absolut nichts mit
Manipulation und Falschheit zu tun.

Auch wenn es nicht angenehm ist, der Schuld ins Gesicht zu sehen und sich dieser Tatsache zu stellen, so ist dies doch der erste und wichtige Schritt zur wahren Freiheit im Leben. Wir können nur dann frei von Schuld sein, wenn wir zugeben und
eingestehen können, dass unsere Beziehung zu Gott auf vielerlei Weise gestört ist. Die Freiheit von MSG ist möglich, aber nur, wenn wir vor Gott unsere Schuld
bekennen und die Erlösungstat des Messias für diese Schuld annehmen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 13 Feb 2011, 12:48

Ki Tissa (Wenn du zählst)

Für die Woche 19. Februar 2011 / 15 Adar 5771

Torah: Shemot / 2. Moshe 30:11- 34:35
Haftarah: 1 Melachim / 1. Könige 18:1-39

Das Vermeiden der philosophischen Falle

Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.“(Shemot / 2. Moshe 32:14)

Ich schätze das Studium der Theologie. Wenn wir in unserem Verständnis der Bibel wachsen, haben
wir die Möglichkeit, Gott besser kennen zu lernen und besser ausgerüstet zu werden, damit wir ein Leben führen können, wie Gott es sich erdacht hatte. Jedoch stelle ich fest, dass manchmal anstelle der Theologie das Bibelstudium nichts anderes ist als Philosophie. Damit ist nicht gesagt, dass die Philosophie für sich nutzlos ist, oder dass wir uns mit einigen schwierigen philosophischen Problemen nie auseinandersetzen sollten, die sich aus der Bibel
ergeben. Allerdings ist es so, dass philosophische Fragen manchmal der Weisheit Gottes im Wege stehen können, die Er in seinem Wort für uns bereithält.

So enthält zum Beispiel der Torahabschnitt dieser Woche einen philosophischen Fallstrick. Bei dem Vorfall mit dem goldenen Kalb war Moshe mit Gott auf dem Berg Sinai für mehr als einen Monat. Die Ungeduld der Menschen führte sie zum Götzenkult und zu einem grässlichen sündigen Verhalten. Gott sagte Moshe, dass er geplante hatte, das Volk zu vernichten und mit Moshe eine neue Nation zu schaffen. Als Reaktion darauf bat Moshe Gott im Auftrag des Volkes flehentlich, es sich anders zu überlegen, was er auch tat.

Aber wie konnte es sein, dass der allwissende Gott es sich anders überlegen konnte? Wenn Gott doch alles weiß, und er beschließt, etwas zu tun, warum sollte er dann die Richtung seiner Handlung ändern? Wusste Gott nicht,
dass Moshe intervenieren und in dieser Weise, wie er es getan hatte, für sein Volk eintreten würde? Wenn dem so ist, war dann seine ursprüngliche Absicht einfach nur ein Trick, um Moshe zu veranlassen, das zu tun, was er tat, damit Gott es sich anders überlegen konnte, bzw. damit er Abstand nehmen konnte von seiner ursprünglichen Absicht, das Volk zu vernichten?

Andere wiederum schauen auf Schriftstellen wie diese hier und kommen zu dem Schluss, dass Gott wohl doch nicht allwissend ist, ja, dass er vielleicht nur einer von vielen Akteuren in der Geschichte ist, wenngleich ein relativ starker und bedeutender. Sie behaupten, dass die Ziele und Bestimmungen Gottes abhängig sind von den Angelegenheiten der Menschheit und vom Zeitgeschehen. Das Problem bei dieser Sichtweise besteht darin, dass sie im Hinblick auf das Gesamtbild Gottes in der Bibel nicht standhält. Die Behauptung, dass Gott in irgendeiner Weise beschränkt sein könnte, mag einigen Menschen eine gewisse philosophische Befriedigung bereiten, aber sie löst letztlich nicht die Spannung, die sich aus dem Studium der Bibel im Gesamtzusammenhang ergibt.

Die wirkliche Schwierigkeit bei einer Schriftstelle wie dieser ergibt sich nicht aus dem, was wir über Gott wissen, sondern es geht darum, dass wir einfach nicht erkennen, was wir alles nicht über Gott wissen. Wenn
wir davon ausgehen, dass die Bibel in ihrer Offenbarung Gottes erschöpfend und vollständig ist, dann könnten wir vermuten, dass die Auflösung philosophischer Probleme wie dieses hier nur eine Sache des andauernden und intensiven Studiums sein müsste. Aber die Bibel ist durchaus nicht erschöpfend und vollständig in dem, was sie über Gott lehrt; sie lehrt uns vielmehr in ausreichendem Maße das, was wir Menschen über Gott in der Lage sind zu erfassen. Während die Bibel uns alles zur Verfügung stellt, was wir über ihn wissen müssen, ist der unendliche und grenzenlose Herr des Universums weit mehr als das, was wir jemals erfassen könnten. Tatsache ist, dass die Bibel uns durchaus nicht alle Informationen gibt, die notwendig wären, um einige dieser philosophischen Fragen und Probleme zu lösen.

Aber Gott gab uns die Bibel ja auch nicht, um unsere philosophischen Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen. Er gab uns Sein Wort, um uns zu helfen, die Menschen zu sein oder zu werden, die er sich erdacht hat. Das ist die Absicht, die hinter einer Schriftstelle wie dieser steht, und so sollten wir sie auch verstehen. Wir haben hier das Beispiel von Moshe - einem Mann, der Gott wirklich als den allumfassenden und allwissenden Gott kannte. Aber als Moshe mit einer der tragischsten Situationen des Gerichtes Gottes über sein Volk konfrontiert wurde, haderte er nicht mit einem philosophischen Fallstrick, sondern er rief Gott an um Gnade für das Volk. Weil Moshe wirklich um die Macht und die Treue Gottes wusste, war er mit Erfolg in der Lage, Gott im Gebet um Vergebung und Gnade
anzurufen.

Gott kennen zu lernen und zu wissen, wie man nach Seinem Willen lebt, bedeutet nicht, ihn
berechenbar zu machen. Das bedeutet wiederum nicht, dass wir nicht auch unsere eigenen Gedanken hier mit einbringen können – weit gefehlt! Aber wenn wir unsere eigenen Gedanken und Meinungen so ansetzen, dass wir mit der Bibel hadern, dann sollten wir aufhören zu versuchen, dies mit Philosophie zu kompensieren. Stattdessen müssen wir es einfach zulassen, dass die große Komplexität und Vielschichtigkeit der biblischen Wahrheit, einschließlich der philosophischen Fragen, ihr göttliches Werk in unserem Herzen und in unserem Leben tun kann.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 20 Feb 2011, 21:30

Va-Yakhel (Und er versammelte)

Für die Woche 26. February 2011 / 22 Adar 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 35:1 - 38:20
Haftarah: 1 Melachim / 1. Könige 7:40-50

Sie sind ein Künstler


„So sollen denn arbeiten Bezalel und Oholiab und alle Künstler, denen der HERR
Weisheit und Verstand gegeben hat zu wissen, wie sie alle Arbeit ausführen
sollen zum Dienst des Heiligtums, ganz nach dem Gebot des HERRN.“
(Shemot / 2. Moshe 36:1)

Vor einigen Jahren nahm ich an einem geschäftlichen Treffen teil, bei der eine Präsentation gezeigt wurde von einer Gesellschaft, die sich mit Kunst beschäftigt.
An einem Punkt während dieses Treffens sollte sich jeder selbst vorstellen und etwas sagen über die eigenen künstlerischen Fähigkeiten. Ich war überrascht, wie viele Menschen mit den Worten begannen, dass sie eigentlich
nicht künstlerisch begabt wären, aber sie liebten Gartenarbeit oder waren Ingenieur oder Softwareentwickler. Fast jede der anwesenden Personen schien etwas verlegen zu sein, weil sie kein Künstler in der klassischen Bedeutung des Wortes waren, aber sie besaßen ganz eindeutig auch kreative Fähigkeiten.

Als bewusst geschaffener Teil der kreativen Schöpfung sollten Menschen es annehmen, alle möglichen Arten
von kreativen Gaben und Fähigkeiten in sich selbst zu finden. Beginnend mit unserer ersten Aufgabe als Gärtner im Garten Eden wurden die Menschen von Gott berufen und beauftragt, auf kreative
Weise das eigene Umfeld zu gestalten. Wir müssen nicht Maler, Tänzer, oder Musiker sein, um künstlerisch zu sein. Von der Erziehung bis zur Errichtung von Bauwerken, von der Arbeit am Montageband bis
zum Management und sogar in der Politik verlangt das Leben die Fähigkeit des Künstlers, um die vielfältige und riesengroße Zahl von Aufgaben effektiv durchzuführen, mit denen wir überall in unseren Leben
konfrontiert werden.

Der Torahabschnitt dieser Woche hilft uns, unsere künstlerische Fähigkeit gemäß der Schöpfung und Vorsehung
Gottes zu verstehen. Gott gab Moshe ausführliche und detailierte Anweisungen im Hinblick auf den Bau der
Stiftshütte (Mishkan). Die Stiftshütte sollte der zentrale Ort für das Opfersystem des Volkes Israel sein. Wir lesen,
dass die Menschen, die an diesem Projekt beteiligt werden sollten, Handwerker waren und "….Künstler, denen der HERR Weisheit und Verstand gegeben hat zu wissen, wie sie alle Arbeit ausführen sollen zum Dienst des
Heiligtums
."

Der wichtigste Aspekt bezüglich der menschlichen künstlerischen Fähigkeit ist darin zu finden,
dass sie von Gott kommt. Gläubige an Gott mögen hier ohne Zögern zustimmen, aber
bringen wir wirklich unsere Begabungen und kreativen Anlagen mit dieser
Tatsache in Verbindung? Wir mögen unsere Talente als „Gaben“ oder „Geschenke“ bezeichnen,
aber akzeptieren wir wirklich, dass sie ihre Wurzel allein in Gott haben, und
nicht in uns selbst? Sehen wir unsere Begabungen, kreativen Talente und Anlagen wirklich allein als Geschenk von
unserem himmlischen Vater? Oder beziehen wir diese Dinge (oder vielleicht auch den Mangel daran) nur auf uns selbst, auf unseren eigenen Lebensweg, auf das, was uns selbst ausmacht? Die Torah stellt klar: Gaben und Fähigkeiten sind etwas, was Gott in uns hineingelegt hat.

Sobald wir das begriffen und angenommen haben, können wir damit beginnen, unsere künstlerischen,
kreativen und geistigen Anlagen als die Geschenke zu betrachten, die sie sind: Gaben, die man hegen und pflegen sollte, Gaben, an denen man arbeiten und die man entwickeln sollte. Wenn unsere Gaben und Fähigkeiten uns anvertraut worden sind von Gott, dann ist es auch leichter, den zweiten Aspekt zu akzeptieren, den wir
in unserem Vers aus der Torah finden. Die Handwerker und Künstler sollten alle Arbeiten ausführen "ganz nach dem Gebot des HERRN." Die künstlerischen Gaben und Fähigkeiten, die uns gegeben worden sind, sollen nicht für alles
Mögliche verwendet werden, was uns gerade gefällt, sondern sie sollen vielmehr den Bestimmungen und Zielen Gottes dienen.

Vielfach kommt menschliche Kreativität heutzutage als Selbsterfüllung zum Ausdruck. Die eigene Wahrheitsfindung und die Suche nach dem eigenen Ich bei allem, was die Menschen tun, sind zum höchsten Wertmaßstab
geworden. Die eigenen Gaben und Fähigkeiten dienen den Menschen dazu, die eigenen Wünsche und Ziele zu befriedigen. Sogar die Gegenleistung für die Unterstützung Anderer wird häufig begleitet mit dem
Gefühl der eigenen Befriedigung oder Genugtuung. Und wenn meine Gaben und Fähigkeiten mir noch jede Menge Geld
einbringen, umso besser!

Das ist weit entfernt von der Perspektive unseres Schöpfers. Gott schuf uns, um für seine Ziele
und Bestimmungen kreativ zu sein. Seine Weisung an uns, das anzuwenden, was er
uns innerhalb der Grenzen seines Willens anvertraut hat, ist kein Ausdruck
seiner eigenen Ichbezogenheit, als ob er, genau wie wir, einfach nur noch größer oder bedeutender werden müsste. Es geht für uns vielmehr darum, denjenigen wahrhaftig widerzuspiegeln, in dessen Bild wir geschaffen wurden. Wir sollten unsere Kreativität und unsere Fähigkeiten mit derselben Großzügigkeit, Einstellung des
Dienstes und mit der moralischen Integrität wie Er zum Ausdruck bringen.

Eine Anmerkung zu dieser künstlerischen Herausforderung: Wenn wir begreifen, dass Kreativität
wirklich ein Geschenk vom Gott ist, müssen wir nicht mehr unsere eigene Sicht
(oder die Sicht der anderen) bezüglich unserer Gaben und Fähigkeiten annehmen. Wir brauchen nur allein den kreativen, schöpferischen Gott zu sehen, der hinter diesen kreativen Gaben steht. Sie
werden vielleicht angenehm überrascht sein, wenn sie entdecken, was Er alles in uns hineingelegt hat.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 27 Feb 2011, 16:56

Pekudei (Kostenberechnung) & Shekalim

Für die Woche 5. März 2011 / 29 Adar 5771
Torah: Shemot / 2. Moshe 38:21 - 40:38; 30:11-16
Haftarah: 2 Melachim / 2. Könige
12:1-17; 1. Samuel 20:18-42

Die Sichtbarkeit Gottes

„Denn die Wolke des HERRN war bei Tag auf der Wohnung (Stiftshütte), und bei Nacht war ein Feuer in der Wolke vor den Augen des ganzen Hauses Israel, solange sie auf der Wanderung waren.“ (Shemot / 2. Moshe 40:38)

Der Torahabschnitt lehrt uns zwei wesentliche Faktoren über das Wesen Gottes. Erstens ist Gott irdisch. Er ist nicht
aus den natürlichen Elementen entstanden, wie die Schöpfung. Das ist auch ein Grund dafür, warum er nicht
als Götzenbild dargestellt werden soll. Jeder hilflose Versuch des Menschen, Gott durch künstliche Dinge darzustellen, ist sinnlos, weil seine ganze Fülle durch unsere menschlichen Sinne niemals erfasst werden kann.


Der zweite wesentliche Faktor ist die Tatsache, dass Gott zwar selbst nicht irdisch ist, dass er sich jedoch innerhalb der irdischen Welt offenbart hat. Auch wenn er selbst unsichtbar ist, so kann Er an Seinem Wirken klar erkannt werden. Die Schöpfung ist der wohl
wichtigste Beweis für seine Existenz. Die Schaffung des Weltalls vom kleinsten Partikel bis hin zur Weite des Weltraumes künden von der Realität des Schöpfers. Darüber hinaus offenbart sich Gott auch durch Sein übernatürliches Eingreifen auf der Grundlage Seiner Kraft. Die Rettung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten durch das Eingreifen Gottes ist nur ein Beispiel
dafür. Die zehn Plagen waren keine Naturkatastrophen. Sie waren vom Gott beabsichtigt, um sich gegenüber Israel, Ägypten und der ganzen Welt als der Starke und Mächtige zu erweisen, aber auch als derjenige, der absolut treu ist.

Während der vierzigjährigen Wüstenwanderung des Volkes Israel offenbarte Gott sich auch durch verschiedene Wunder der Bewahrung, der Versorgung, jedoch auch der Strafe. Israel sollte erkennen, dass Gott nicht einfach nur ein Konzept oder eine Macht war, die man nach Belieben manipulieren konnte. Obwohl er selbst nicht sichtbar ist, und kein Bildnis von Ihm erstellt werden konnte, das ihn angemessen darstellt, war und ist er dennoch absolut real.


Eine andere Weise, wie Gott sich offenbarte und sichtbar wurde, war eine Wolke, die bei ihnen blieb während ihrer Jahre in der Wüste. Die Wolke schützte das Volk und führte es auf ihrer Wanderung. Die Wolke selbst war jedoch nicht Gott. Sie beteten die Wolke nicht an. Und doch war die Wolke eine sichtbare Darstellung seiner Gegenwart.

Wie wunderbar wäre es doch, wenn wir solch eine sichtbare Darstellung der Realität und Gegenwart Gottes auch heute unter uns haben könnten! Wie sicher wären wir dann doch hinsichtlich der Existenz Gottes, sowie Seiner Liebe und Seiner Führung!
Aber, wäre das wirklich so? Die Sichtbarkeit Gottes durch die Wolke machte bei der Mehrheit unter dem Volk Israel keinen wirklichen Unterschied. Alle Erwachsenen, die aus Ägypten auf übernatürliche Weise befreit wurden, mussten von Gott für ihre Untreue gerichtet werden. Sie starben, ohne jemals in das verheißene Land einzugehen. All diese sichtbaren Manifestationen der
Realität Gottes machten keinen Unterschied in ihren Leben.


Das Versagen der Menschen im Hinblick auf ihre Treue gegenüber Gott ist in keiner Weise zurückzuführen auf eine verminderte
Realität der Sichtbarkeit Gottes. Vielmehr zeigt dieser Mangel nur die Tiefe der Entfremdung des Menschen von Gott. Für diejenigen, die Gott treu waren, war seine Sichtbarkeit ein großer Trost und eine große Hilfe. Die Sichtbarkeit Gottes allein bewirkt jedoch keine echte und persönliche Beziehung zu Ihm. Aber gegenüber denjenigen, die wirklich auf Ihn vertrauen, offenbart sich Gott auf ganz unterschiedliche Weise, und das macht dann auch den grundlegenden Unterschied aus.


Damit ist nicht gesagt, dass die Erkenntnis Gottes lediglich eine persönliche, subjektive Erfahrung ist, als ob die Sichtbarkeit
Gottes vom Glauben abhängig wäre. Genau, wie das ganze Volk Israel die Wolke sah und ihren Nutzen daraus zog, so offenbart sich Gott auch heute auf ganz unterschiedliche und vielfältige Weise. Der Unterschied, der sich aus dem Vertrauen Ihm gegenüber ergibt, hat zu tun mit den Auswirkungen Seiner Sichtbarkeit auf unser Leben. Wenn wir in einer wahrhaften und persönlichen Beziehung mit ihm stehen, dann kann die Art und Weise, wie er sich offenbart, diese Beziehung nur noch weiter vertiefen.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 07 März 2011, 07:50

Vayikra (Und er rief)

Für die Woche 12. März 2011 / 6 Adar 2 5771

Torah: Vayikra / 3. Moshe 1:1 - 5:26

Haftarah: Jesaja 43:21 - 44:23



Das Volk Gottes


Dieser wird sagen: Ich gehöre dem HERRN! Und jener wird sich mit dem Namen Jakob nennen. Und jener wird auf seine Hand schreiben: Dem HERRN eigen! und wird mit dem Namen Israel genannt werden.“ (Jesaja 44:5)

Der rote Faden, der sich durch die ganze Bibel zieht, beinhaltet Gottes Plan, die rechte Beziehung zu den Menschen wiederherzustellen. Nachdem Gott zu Beginn der Schöpfung sagen konnte, dass es "sehr gut" war, wiesen unsere Urahnen Gottes Wort ab und hörten auf den Versucher, was die Menschheit in einen Zustand der Entfremdung von unserem Schöpfer brachte. Bereits von diesem Tage an hatte Gott beschlossen, unser zerbrochenes Verhältnis zu ihm wiederherzustellen (siehe Bereschit / 1. Moshe 3:15). Man könnte sich fragen, warum Gott den Schaden nicht sofort bereinigt hat. Warum hat sich die Versöhnung der Menschheit mit Gott als so langwierig, schwierig und komplex erwiesen? Die Komplexität dieser Lösung deutet natürlich die Komplexität dieses Problems an. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr erkenne ich, wie schrecklich unser abtrünniger und rebellischer Zustand wirklich ist. Gottes Lösung für dieses Problem ist absolut angemessen, und es ist die effektivste Lösung.

Es sollten noch Jahrhunderte vergehen zwischen Gottes Verheißung der Wiederherstellung im Garten Eden und dem tatsächlichen Beginn der Umsetzung seines Planes der Wiederherstellung. Dies geschah, als Gott der ganzen Welt durch den Samen Abrahams Segen verheißen hatte. Während der Schwerpunkt in den hebräischen Schriften ganz stark auf Israel selbst und deren Angelegenheiten liegt, erkennen wir, wie Gottes Wirken in und durch Israel letztlich zu einem großem Nutzen und Segen für alle Völker und die ganze Schöpfung wird.


Ein Beispiel hierfür findet sich in der
Haftarah- Lesung dieser Woche. Durch den Mund des Propheten Jesaja spricht Gott von einer Zeit, wo er das eigensinnige und abtrünnige Israel wieder herstellt zur Gemeinschaft mit Ihm. Dies schließt auch diejenigen mit ein, die ursprünglich nicht zum Volk Israel gehörten, sich jedoch als dazugehörig fühlen und sich als Kind des Gottes Israels betrachten.

Die Hinwendung von nichtjüdischen Nationen zum Gott Israels ist letztlich die Erfüllung der Verheißung an Abraham – sowie die Erfüllung der Verheißung Gottes im Garten Eden. Israel wurde nicht nur als ein heiliges Volk für sich selbst auserwählt, sondern zu einem Segen für die ganze Welt.

Wie dies funktionieren sollte, war eine der großen Herausforderungen für die frühen Anhänger von Jeschua. Unter der ersten Generation der jüdischen Gläubigen brauchte es eine Weile, um Gottes Vorhaben zu akzeptieren und anzunehmen, sich auch gegenüber den nichtjüdischen Nationen bekannt zu machen. Als dann immer mehr Nicht-Juden begannen, an den Messias zu glauben, kam es zum Streit darüber, wie man die Stellung der Nicht-Juden innerhalb der Gemeinde der Gläubigen angemessen verstehen sollte. Mit der Zeit wurden nichtjüdische Gläubigen dann als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft der Gläubigen des Neuen Bundes angenommen.

Durch Jeschua sind alle Menschen, jüdische und nichtjüdische gleichermaßen, wiederhergestellt zu einer rechten Beziehung mit Gott. Demgemäß können alle Gläubigen gleichermaßen als Teil des Volkes Gottes betrachtet werden. Gott ist der Vater für all diejenigen, die mit Ihm versöhnt und zu Ihm hin wiederhergestellt sind, durch den Glauben an den Messias. Wir alle haben den gleichen Zugang zu Ihm. Bei Gott gibt es keine Favoriten. Wie viel der Einzelne von seiner Beziehung zu Gott und seiner besonderen Berufung und Begabung profitieren kann, ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Dennoch sind alle Gläubigen gleichermaßen ohne Unterschied Teil der Familie Gottes.

Die Einrichtung der Gemeinschaft des Neuen Bundes als multinationale Gemeinschaft von Menschen, die an den Messias glauben, sollte allerdings nicht vermischt werden mit den besonderen und ganz speziellen Plänen und Zielen Gottes für das Volk Israel. Während die verbreitete Tendenz in Israel, sich als alleinige Empfänger und Wohltäter von Gottes Segen zu sehen, mitunter auch ein Hindernis war für die Erkenntnis der Berufung Gottes, dass sie letztlich auch ein Instrument waren, um diesen Segen an alle Völker weiterzugeben, untergräbt die Einbeziehung der Nationen als Teil des Volkes Gottes in keiner Weise den besonderen und speziellen Aspekt von Gottes Plan, der insbesondere Israel allein betrifft.

Dieses "sowohl - als auch", das einerseits das messianische Volk Gottes betrifft und fortdauernd natürlich auch Gottes Treue zu Seinem Bundesvolk, den Nachkommen Abrahams durch Isaak und Jakob, ist ein wesentliches Element der biblischen Wahrheit. Wenn wir die Bedeutung dieser beiden wesentlichen Aspekte des gesamten Plan Gottes zur Versöhnung und Wiederherstellung nicht erkennen, dann schließen wir uns damit selbst aus von der vollen Teilhabe an diesem Plan Gottes.

Israel bekam die Berufung und den Auftrag, Gottes Instrument des Segens für die ganze Welt zu sein. Entgegen der landläufigen Denkweise konnte dies umgesetzt werden durch den jüdischen Messias und seine ersten jüdischen Nachfolger.




Die Schriften des Neuen Bundes (Neues Testament) sind das Erbe Israels für die ganze Welt. Das vorläufige Scheitern der Mehrheit des Volkes Israel, seine messianische Berufung in Jeschua anzunehmen, untergräbt in keiner Weise den Plan Gottes für die Welt oder Israels eigenes Schicksal, denn Gott wird seine Verheißungen ihnen gegenüber noch erfüllen.



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Zuletzt von Reinhard am Mo 21 März 2011, 11:09 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 14 März 2011, 07:35

Zav & Zakhor

Für die Woche 19. März 2011 / 13 Adar 2 5771

Torah: Vayikra / 3. Moshe 6:1 - 8:36;

Devarim / 5. Moshe 25:17-19

Haftarah: 1. Samuel 15:2-34



Was ist Sünde?


Und der HERR redete zu Moshe: Wenn jemand sündigt und Untreue gegen den HERRN begeht, dass er seinem Nächsten ein anvertrautes Gut ableugnet oder ein Darlehn oder etwas Geraubtes, oder er hat von seinem Nächsten etwas erpresst, oder er hat Verlorenes gefunden und leugnet es ab, und er schwört falsch oder irgend etwas von allem, was ein Mensch tun mag, sich darin zu versündigen:“

(Wajikra / 3. Moshe 5:20-22).



Dieser Abschnitt aus dem dritten Buch der Thora enthält Anweisungen darüber, was zu tun ist, wenn eine Person in irgendeiner Weise Unrecht getan hat gegenüber einer anderen Person. Man beachte, dass in den oben zitierten Versen solche Dinge als Sünde gegen den Herrn bezeichnet werden, und eben nicht nur als Sünde gegenüber dem direkt Betroffenen. Die Torah rückt auf diese Weise unser Verhalten in die richtige Perspektive. Wenn wir anderen Menschen etwas Schlechtes antun, dann beeinflusst das unsere Beziehung zu Gott.

Einige mögen vielleicht meinen, wenn Gott hier Bezug nimmt auf das menschliche Verhalten, dann sei dies einfach nur ein Weg, um das Verhalten und das Miteinander unter den Menschen zu regeln. Letztlich ist die Torah jedoch ein geistliches Buch. Natürlich nimmt Gott Bezug auf die allermeisten Dinge im Leben der Menschen. Aber der Gott der Torah ist eben nicht nur ein unpersönlicher Herrscher, der alles regelt. Es macht keinen Sinn, Seine Gebote nur als Regelwerk für unser Verhalten zu sehen. Die Moral in der Torah ist tief verwurzelt in der Realität eines Gottes, der die enge Beziehung zu uns Menschen sucht.


Gott errettete das Volk Israel aus einer schrecklichen Situation in Ägypten. Diese Erlösung und Befreiung aus der Knechtschaft schuf eine einzigartige ewige Bindung zwischen den Menschen und Gott.
Daraus ergibt sich, dass ihr Leben das Wesen und den Charakter Gottes widerspiegelt. Wenn wir hierin scheitern, dann geschieht das, war wir "Sünde" nennen. Die Sünde ist nicht etwa die Abkehr von einer willkürlichen oder gar tyrannischen Herrschaft, sondern es ist die Leugnung dieser persönlichen Beziehung zu uns oder der Versuch, diese Beziehung zu zerstören.




Sünde ist nicht zu vergleichen mit einer schlechten Note oder Fehlern in einer Examensprüfung, wo immer etliche letztlich mit der Abschlussnote "mangelhaft" dastehen können. Vielmehr ist die Sünde jene schlechte Frucht, die aus dem Zustand eines Menschen erwächst, der nicht im Einklang mit dem steht, wozu wir bestimmt sind, nämlich zu einer persönlichen Beziehung zum Herrn. Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Respekt vor dem Besitz und Ehrlichkeit sind wesentliche Aspekte des Wesens Gottes. Diese Dinge zu ignorieren bedeutet letztlich die Abkehr von Gott. Einem anderen Menschen Unrecht zu tun zerstört nicht nur die Beziehung zu diesem Menschen, sondern die Beziehung zu Gott, mit anderen Worten, es ist Sünde.

Nur wenn wir erkennen, dass unsere Missetaten untereinander in erster Linie ein Affront gegen Gott sind, der uns geschaffen hat, werden wir uns auch erfolgreich von diesen Missetaten abwenden können. Philosophie, Psychologie und alle möglichen Formen von Religionen versuchen, das Problem des menschlichen Versagens zu lösen, aber kein noch so großes Maß an Selbsterkenntnis, persönlicher Bemühungen der Besserung, psychologischer Spielereien oder der Verhaltenstechniken kann jemals unsere Unfähigkeit auflösen, uns gegenüber unserem Nächsten immer richtig zu verhalten, ganz zu schweigen von unserer Unfähigkeit, die rechte Beziehung zu unserem Schöpfer herzustellen und aufrechtzuerhalten.

Nur, wenn wir unsere Missetaten als das anerkennen, was sie wirklich sind, nämlich Sünden gegen Gott, werden wir beginnen, nicht nur die Art der Beziehung zu Gott zu begreifen, zu der wir geschaffen sind, sondern wir werden auch beginnen, die Art von Beziehung zu unserem Nächsten zu erfahren, nach der wir uns schon so lange verzweifelt gesehnt haben.




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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 21 März 2011, 06:39

Shemini & Parah
Für die Woche 26. März 2011 / 20 Adar 2 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 9:1 - 11:47 &
Bemidbar / 4. Moshe 19:1-22
Haftarah: Hesekiel 36:16-38

Wenn sich schlecht zu fühlen gut ist


„Und ihr werdet an eure bösen Wege denken und an eure Taten, die nicht gut waren, und werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Greuel. Nicht um euretwillen tue ich es, spricht der Herr, HERR, das sollt ihr wissen. Schämt euch und werdet beschämt vor euren Wegen, Haus Israel!“ (Hesekiel 36:31, 32)

Die Haftarah- Lesung dieser Woche (Lesung aus den Propheten) beinhaltet unter anderem eine der biblischen Prophezeiungen über die physische und geistliche Wiederherstellung des Volkes Israel. Diese Schriftstellen machen deutlich, dass auch wenn Israel ernsthaft die Folgen für die Zurückweisung Gottes und seiner Wege tragen muss, Gott sie dennoch nicht für immer verwerfen wird, sondern dass Er Sein Volk vielmehr zu sich selbst und zu ihrem Land wieder herstellen wird. Diese Wiederherstellung wird nicht einfach nur ein Zurückversetzen sein zu dem Zustand, wie er einmal war, sondern sie geschieht vielmehr in einer Art und Weise, wie Gott es seit jeher vorherbestimmt hat, und wie sie es so noch nie erfahren haben.

Dies wird sich erfüllen, weil Gott derjenige ist, der handelt. Aus der Art und Weise, wie diese Bibelstellen das Werk Gottes beschreiben, sehen wir, dass es hier nicht um eine poetische Beschreibung oder um eine Schilderung im übertragenen Sinne geht. Diese Worte gehen über das rein menschliche Niveau hinaus. Wenn wir zum Beispiel lesen, So spricht Gott der Herr: An dem Tag, da ich euch von all euren Sünden reinige, da werde ich die Städte bewohnt sein lassen, und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden.“ (Hesekiel 36:33), dann wird Gott das auch wirklich tun.

Aber die Tatsache, dass Gott derjenige ist, der solche Dinge bewirkt, bedeutet nicht, dass es dabei nicht auch einen menschlichen Faktor gibt. Die Wiederherstellung Israels ist keine Sache, die einfach nur mit dem Volk geschieht ohne deren Zutun. Weil Gott so handelt wie er handelt, können die Menschen darauf reagieren und antworten. Tatsächlich besteht die Realität der Wiederherstellung darin, dass die Menschen auf Sein Wirken reagieren, und auf eine sehr besondere und spezielle Weise antworten.

Ein Aspekt dieser Antwort findet sich in dem Bibelvers zu Beginn dieser Betrachtung: "Und ihr werdet an eure bösen Wege denken und an eure Taten, die nicht gut waren, und werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Greuel." (Hesekiel 36:31).

Wenn Gott die verheißene Herzänderung in den Menschen bewirkt, dann werden sie auf ihr schlechtes Verhalten schauen und sich schrecklich dabei fühlen. Und so sagt Gott zu ihnen: "Schämt euch und werdet beschämt vor euren Wegen, Haus Israel!" (Hesekiel 36:32). Um die Wiederherstellung Gottes zu erfahren, müssen die Menschen zuerst beschämt werden im Angesicht ihres eigenen Handelns.

Das ist nicht die Art von Botschaft und Verkündigung, die ich heutzutage höre. Was ich in den meisten Fällen höre ist, dass Gott möchte, dass wir uns selbst gut fühlen. Uns wird gesagt, dass das menschliche Problem ein zu geringes Selbstwertgefühl ist, und wenn wir nur erkennen würden, wie Gott über uns empfindet, wäre alles o.k. (oder zumindest viel besser, als es jetzt ist). Unser Problem besteht angeblich darin, dass wir es nicht gelernt haben, uns selbst zu akzeptieren und anzunehmen. Wenn also, gemäß dieser Denkweise, Gott uns in dieser Weise akzeptiert, dann sollten wir es ebenso tun.

Aber Gott akzeptiert uns nicht in der Weise, wie wir es tun. Der Grund, warum die menschliche Situation eben so schlecht ist, wie sie ist, besteht darin, dass Gott uns in dem Zustand, in dem wir uns befinden, eigentlich zurückweisen muss. Unser Angenommen sein beruht vielmehr auf seiner Gnade und Seiner Opfertat für uns. Die frohe Botschaft ist, dass jeder, der nach Seinen Bedingungen zu Gott umkehren möchte auch angenommen wird. Aber es muss nach Seinen Bedingungen geschehen, und dazu gehört auch die Abscheu und Scham gegenüber unserer eigenen Ungerechtigkeit und Sünde. Nur wenn wir unsere Sünde als das ansehen, was sie wirklich ist, werden wir Vergebung erfahren, die notwendig ist, um zu Gott hin wieder hergestellt zu werden. Wie könnte uns vergeben werden, wenn wir der Meinung sind, dass es bei uns nichts gibt, was der Vergebung bedarf? Wenn wir für uns in Anspruch nehmen, am Opfer des Messias teilzuhaben, aber das eigentliche Ziel dieses Opfers bestreiten, dann weisen wir dadurch dieses Opfer letztlich zurück.

Gott möchte natürlich nicht, dass wir nun den Rest unseres Lebens damit zubringen, uns selbst schlecht zu fühlen oder uns selbst zu verachten. Vielmehr geht es darum, dass die Erkenntnis unserer eigenen Ungerechtigkeit und unseres falschen Handelns von der Perspektive Gottes her ein notwendiger Teil ist, damit die rechte Beziehung mit Ihm wieder hergestellt werden kann. Sobald wir die Wahrheit über die Natur des Bösen zulassen, das unsere Leben durchdringt und bestimmt, kommen wir hinein in eine Position, wo wir Seine Vergebung erfahren und von Ihm angenommen werden.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 28 März 2011, 08:24

Tazri'a & Hahodesh
Für die Woche 2.
April 2011 / 27 Adar 2 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 12:1 - 13:59;
Shemot / 2. Moshe 12:1-20
Haftarah: Hesekiel 45:16-46


Die Geburt ist keine Krankheit

Und wenn die Tage ihrer Reinigung für einen Sohn oder eine Tochter erfüllt sind, soll sie ein einjähriges Lamm zum Brandopfer bringen und eine junge Taube oder eine Turteltaube zum Sündopfer, zum Priester an den Eingang des Zeltes der Begegnung. Und er soll es vor dem HERRN darbringen und Sühnung für sie erwirken, und sie wird rein sein vom Fluss ihres Blutes. Das ist das Gesetz der Gebärenden bei einem männlichen oder bei einem weiblichen Kind.“ (Wajikra / 3. Moshe 12:6, 7; ELB.)

Die Torah ist weit mehr als eine Auflistung von Regeln und Vorschriften. Durch das Studium der Torah werden wir in die Lage versetzt, das Leben aus Gottes Perspektive zu sehen.


Die Menschen haben ein bestimmtes Konzept oder eine Theorie, der gängige Begriff dafür ist "Weltanschauung". Die meisten von uns sind sich nicht der Tatsache bewusst, dass unser Leben, welches wir führen, auf einer bestimmten Weltanschauung basiert, aber die Art und Weise, wie wir die Zusammenhänge in der Welt sehen, beeinflusst nun mal auch die Art, wie wir leben. Eine Weltanschauung gründet sich hauptsächlich auf unseren eigenen Erfahrungen oder auf dem, was wir gerade aufgeschnappt haben bzw. wodurch wir geprägt wurden, und weniger auf die Lehre. Die Art und Weise, wie wir die Welt und das Leben in dieser Welt betrachten, wird unbewusst unter anderem auch abgeleitet von unseren Familien bzw. von unserer Herkunft und den unausgesprochenen Werten der Kulturen, in denen wir leben.

Die Torah hingegen ist ein Ausdruck von Gottes Weltanschauung. Die eindeutigen Aussagen, mit denen wir in der Torah konfrontiert werden, zeigen uns Gottes Sicht vom Leben
. Diese Sicht Gottes, die ich als die einzige wahre Realität anerkenne, kann nicht immer erklärt werden, sondern es ist eine Tatsache. Der Grund für etwas ist eben nicht immer gegeben. Gott hat es nicht nötig, sich zu erklären, Er ist der Schöpfer und Herr des Universums. Wenn er eine Richtlinie vorgesehen hat, dann basiert sie auf Seiner Sicht des Lebens als Schöpfer des Lebens. Aber wenn wir genau hinschauen, was Er uns sagt, können wir ein stückweit Seine Perspektive erkennen und aufgreifen. Wenn wir das tun, wird unser Verständnis und unsere Sicht vom Leben bereichert, was wiederum dazu führt, dass Seine Weisungen und Richtlinien in den rechten Kontext gerückt werden, so dass wir sie in der Weise befolgen können, wie Gott es vorgesehen hat.

Bevor wir uns ein spezielles Beispiel ansehen, möchte ich darauf hinweisen, dass der Gesamtzusammenhang, in dem wir Gottes Anweisungen am besten verstehen, aus der Tatsache entspringt, dass wir in der messianischen Zeit leben. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Empfängern der Worte aus der Torah, die noch auf das Kommen des Messias warteten, erleben wir heute Gottes Richtlinien aus der Perspektive der messianischen Erfüllung. Das Kommen von Jeschua und die Zerstörung des Tempels haben die Art und Weise verändert, wie die Gläubigen ihr Leben führen. Doch die tiefgreifenden Unterschiede zwischen dem Alten und dem Neuen Bund sollten uns nicht grundsätzlich von Gottes Lebensperspektive abbringen, mit der wir überall in der Heiligen Schrift konfrontiert werden.


Nun zu unserem Beispiel, durch das uns die Torah Gottes Weltanschauung und Seine Sicht vom Leben nahebringt. Der Torahabschnitt dieser Woche beginnt mit einem Abschnitt über die Reinigungsvorschriften nach der Geburt eines Kindes, der so genannten Verordnung für die Wöchnerinnern. Darauf folgt dann ein längerer Abschnitt über infektiöse Hauterkrankungen bzw. Aussatz. Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen beiden Abschnitten. Diesen beiden Abschnitten gemeinsam ist die Tatsache, dass ein besonderes Augenmerk auf die Bedingungen und Umstände sowie sich daraus ergebende bestimmte Verhaltensregeln gelegt ist, wenn die Bedingungen geklärt waren.

Der Zustand, unrein zu sein, versetzte die Person jeweils in eine ganz spezielle Beziehung zu den Angelegenheiten Gottes und der Gemeinschaft. Dies wurde vorgesehen, um die Gemeinschaft insgesamt sowie den Einzelnen während der Zeit der rituellen Unreinheit zu schützen. Allerdings stellen der Geburtsvorgang und die Tage danach ja keine Gefahr für die Allgemeinheit dar, wie etwa eine ansteckende Hautkrankheit bzw. der Aussatz. Wenn festgestellt wurde, dass eine Person wirklich eine ansteckende Hautkrankheit hatte, dann wurde sie in Isolation gebracht. Eine vergleichbare Situation war für den angegebenen Zeitraum nach der Entbindung nicht gegeben. Während sowohl die Mutter nach der Geburt, als auch die Person mit Aussatz als "unrein" beschrieben werden, so muss man feststellen, unabhängig davon, was hier mit unrein gemeint war, dass eine Geburt keine Krankheit ist.

Dass die Geburt eines Kindes selbstverständlich keine Krankheit ist, gründet sich auch auf die Gesamtperspektive Gottes in Bezug auf Kinder, wonach Kinder ein Segen und eine Belohnung sind (siehe Bereschit / 1. Moshe 1:28; Devarim / 5. Moshe 7:4; Tehillim / Psalm 127:3; Matthäus 19:14).


Doch obwohl viele Kulturen den Unterschied zwischen diesen beiden Lebensumständen richtig einordnen, und niemand auf den Gedanken käme, die Geburt als eine Krankheit zu bezeichnen, zeugen doch die intensiven und zeitaufwendigen Bemühungen vieler Menschen, die Geburt von Kindern zu verhindern, von einem Weltbild, das sich fundamental unterscheidet von der Sichtweise Gottes in der Torah.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 04 Apr 2011, 08:48

Mezora (Aussätziger)
Für die Woche 9. April 2011 / 5 Nisan 5771
Torah: Vayikra / 3. Moshe 14:1 - 15:33
Haftarah: 1 Melachim / 2. Könige 7:3-20


Was hörst du?

„Denn der Herr hatte das Heerlager Arams (Syrer) ein Getöse von Wagen und ein Getöse von Pferden hören lassen, das Getöse einer großen Heeresmacht……..“ (2 Melachim / 2. Könige 7:6; ELB.)

Wir leben im Informationszeitalter. Es ist sicher legitim zu sagen, dass wir heute mit mehr Informationen und Nachrichten versorgt oder mitunter auch überschwemmt werden, als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Wir sind das Ziel von noch mehr Daten, noch mehr Meinungen und Ansprüchen in einem Ausmaß, wie in keiner Generation, die jemals gelebt hat.

Hier in Kanada stehen wir derzeit mitten im Bundestagswahlkampf. Wir werden geradezu bombardiert von allen möglichen Versprechungen, Kritik und Kommentaren, und alle wetteifern um unsere Aufmerksamkeit. Ich habe den Eindruck, dass für viele, wenn nicht sogar für die Masse der Kanadier, die politische Rhetorik, insbesondere im Zusammenhang mit Wahlen, nichts weiter als leere Effekthascherei ist, um die Öffentlichkeit zu manipulieren und um Stimmen sowie finanzielle Zuwendungen zu sammeln.

Diese Politische Effekthascherei ist nur ein Beispiel für den möglichen Widerspruch zwischen der Bereitstellung von Informationen und dem, was wir tatsächlich hören. Die Experten auf dem Gebiet der Informationsweitergabe verstehen ihr Handwerk. Sie wissen, dass die Menschen nicht unbedingt das hören, was gesagt wird. Also versuchen sie, die entsprechende Information geschickt zu verpacken und so zu präsentieren, dass eine gewünschte Reaktion erreicht wird, unabhängig vom tatsächlichen Informationsgehalt. Deshalb ist bei einer effektiven Kommunikation die Frage, wie man etwas präsentiert, genauso wichtig wie das, was man tatsächlich ausspricht.

Der Haf
arah- Abschnitt dieser Woche zeigt einen weiteren Aspekt der Dynamik im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Informationen. Die vorliegende Geschichte handelt von der Hungersnot in Samaria, der Hauptstadt des Nordreiches Israel. Grund war die Belagerung durch die syrische Armee. Vier israelitische Männer, die an Aussatz erkrankt waren, dachten bei sich, dass sie wohl nichts zu verlieren hätten, wenn sie sich in die Hände der Syrer begeben. Aber als sie im syrischen Heerlager eintrafen, fanden sie es verlassen vor. Gott hatte die Syrer die Geräusche einer aufziehenden großen Streitmacht hören lassen. Sie gingen davon aus, dass Israel andere Nationen angeheuert hätte, um ihnen zu Hilfe zu kommen. So ergriffen sie voller Angst die Flucht und verließen das Heerlager.

Nun würde ich nicht behaupten wollen, dass Ereignisse wie diese immer wieder geschehen könnten. Aber diese Geschichte ist auf jeden Fall ein Beispiel dafür, dass Gott Menschen dazu bringen kann, etwas zu hören, was nicht wirklich real ist, um eine gewünschte Reaktion hervorzurufen. Dies sollte uns Anlass sein, einmal innezuhalten im Hinblick auf die Frage, wie wir auf das reagieren, was wir hören. Neben den Fragen der Kommunikation von solchen Dingen wie Hintergedanken, Gerüchten, Missverständnissen und unverblümten Lügen, welche die Richtigkeit dessen verzerren, was wir hören, erkennen wir hier also, dass auch Gott, der Schöpfer des Universums, an der Weitergabe von Informationen beteiligt sein kann. Somit müssen wir sehr aufmerksam sein im Hinblick darauf, wie wir hören.

Man beachte, dass die syrische Armee nicht etwa Stimmen hörte, die sagten, dass sie angegriffen würden. Sie hörten lediglich den Klang oder die Geräusche einer aufziehenden großen Armee. Der Grund, warum sie glaubten, sie würden angegriffen, war die Tatsache, dass sie Feinde Israels und Feinde Gottes waren. Wenn Israel den gleichen Klang gehört hätte, dann wären sie sicher davon ausgegangen, dass eine Armee ihnen zu Hilfe kommt.



Die Art und Weise, wie wir hören, ergibt sich nicht in erster Linie aus der Informationen selbst, sondern aus dem Verständnis unserer Beziehung zu Gott.


Wenn wir die Gewissheit haben, dass wir bei Ihm in guten Händen sind, dass er uns liebt, und dass er immer nur das Beste für uns will, dann wird dieses Wissen gleichzeitig zum Filter im Hinblick darauf, wie wir das aufnehmen und verarbeiten, was wir alles Tag für Tag hören. Wir werden nicht mehr länger zum Opfer von denen, die uns durch ihre Worte manipulieren wollen. Wir bekommen die Fähigkeit, geduldig zu sein gegenüber den Menschen, die nicht in der Lage sind, effektiv zu kommunizieren. Wir werden nicht mehr in Schrecken versetzt durch die Nachrichten von schrecklichen Gräueltaten, die überall in der Welt geschehen. Und wenn wir das „Donnern“ oder das deutliche Reden von Gott selbst hören, dann werden wir die Gewissheit haben, dass er nicht kommt, um uns anzugreifen, sondern um uns zu helfen.

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