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Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Fr 16 Okt 2009, 10:57

das Eingangsposting lautete :

Bereshit (Am Anfang)
Für die Woche vom 17. Oktober 2009 / 29 Tishri 5770
Torah: Bereshit / 1. Moshe 1:1 - 6:8
Haftarah: 1. Samuel 20:18-42

Wissenschaft und Bibel
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (Bereshit / 1. Moshe 1:1)

In diesem Jahr haben wir den 200. Jahrestag des Geburtstages von Charles Darwin. Während Darwin die eigentliche Evolutionstheorie nicht selbst aufgestellt hat, so hat dennoch seine Arbeit im Zusammenhang mit der Theorie der natürlichen Auslese sehr stark dazu beigetragen, dass der philosophische und wissenschaftliche Naturalismus bis heute zur vorherrschenden Weltsicht geworden ist. Der philosophische und wissenschaftliche Naturalismus behauptet, dass das Leben nur aus einer natürlichen Ursache heraus entstanden ist und sich daraus dann weiterentwickelt hat. Er bestreitet die Existenz einer geistlichen und übernatürlichen Ebene, einschließlich der absolut ersten Worte der Torah, die ich oben zitiert habe.

Es gibt viele Menschen, die an den grundlegenden Lehren des Naturalismus festhalten (egal ob sie sich selbst als Naturalisten bezeichnen, oder auch nicht), dennoch ist immer noch Platz in ihrem Leben für Religion und geistliche Dinge. Möglicherweise bekennen sie sich auch, zumindest mit Worten, zur Existenz von übernatürlichen Dingen, aber ihr grundlegendes Festhalten am Naturalismus äußert sich letztlich in ihren Zweifeln gegenüber dem klaren Wort der Torah, dass der Gott Israels der alleinige, persönliche und bewusste Schöpfer des Universums ist. Trauriger weise muss man feststellen, dass die Menschen sich nicht immer dementsprechend verhalten.


Sie mögen behaupten, an die Bibel zu glauben, dennoch weisen sie das Konzept einer sechstägigen Schöpfung zurück, indem sie behaupten, dass diese Worte etwas anderes bedeuten als das, was uns die Torah offenbart, bzw. dass man es im übertragenen Sinne verstehen muss. Einige sagen, dass die Ereignisreihenfolge in den sechs Tagen der Schöpfung symbolisch zu verstehen ist, bzw. das es irgendeine Art des Lobpreises für Elohim als Schöpfer des Universums ist. Das Problem bei dieser Sichtweise ist, dass Gott selbst dabei eigentlich gar nicht beteiligt ist. Im zweiten Buch der Torah verordnet Yahwe dem Volk Israel den Shabbat als Zeichen und Symbol, dass er die Welt in 6 Tagen erschaffen hat (siehe 2. Moshe 31:17).

Andere Menschen wiederum versuchen, an der Hingabe gegenüber der Bibel grundsätzlich festzuhalten und dennoch Zweifel an der Schöpfung zu haben, indem sie sagen, dass der Schöpfungsbericht auf einer primitiven, nicht wissenschaftlich untermauerten Weltsicht basiert. Sie meinen, wann immer das erste Kapitel der Bibel geschrieben wurde, sich die Wahrheit der Schöpfung durch das begrenzte Verständnis der Menschen ausdrückte, die keinen Zugang hatten zu modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auf Grund dieser Tatsache drückten sie die Wahrheit nach ihren Möglichkeiten und dem begrenzten Verständnis über das Universum aus. Weil sie nicht das Wissen zukünftiger Generationen hatten, können wir nicht erwarten, dass sie diese Dinge mit exakten wissenschaftlichen Beschreibungen ausdrückten.

Ich muss zugeben, dass die Torah normalerweise keine wissenschaftlich korrekten Ausdrücke verwendet. Ich muss auch einräumen, dass sich die Art und Weise der Betrachtung der Zusammenhänge in dieser Welt seit den biblischen Zeiten bis jetzt sehr stark verändert hat. Diese Änderungen beeinflussen ganz erheblich, wie wir uns selbst verstehen und darstellen. Aber wenn es an den Punkt kommt, die Wahrheit zu erkennen einschließlich der Wahrheit über den Ursprung des Universums, dann ist die Frage entscheidend: Was ist unsere Basis?
Unter welchen Bedingungen sollten wir versuchen, die Bibel mit der Wissenschaft in Einklang zu bringen?


Wissenschaft ist ein von Menschen gemachter Versuch, die äußere Welt zu verstehen und zu erklären. Die Bibel hat den Anspruch, die Offenbarung des einen wahren Gottes zu sein. Die Wissenschaft hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, während neue Entdeckungen geschahen und neue Möglichkeiten der Betrachtungsweise und Auslegung der alten Entdeckungen geschaffen wurden. Die Bibel jedoch ist unveränderlich. Von daher muss die Frage erlaubt sein: Warum sollten wir die Bibel mit den Mitteln der Wissenschaft verteidigen müssen?

Es ist sicher nicht hilfreich, dass diese Diskussion oftmals eben nicht zwischen der Bibel und der Wissenschaft gesehen wurde, sondern eher auf der Tagesordnung der Menschen im Namen der Bibel oder der Wissenschaft stand. Aber für jene, die sich echt danach sehnen, die Beziehung zwischen der Bibel und der Wissenschaft zu verstehen, ist es sehr wichtig damit zu beginnen, das anzunehmen und zu akzeptieren, was diese beiden Seiten wirklich sind und was sie ausmachen. Die Bibel ist die Offenbarung Yahwes für das ganze Leben, für die ganze Schöpfung, einschließlich aller wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Wissenschaft für sich ist jedoch nur die Analyse von der Schöpfung Yahwes. Die Annahme, dass jene Menschen, die an die willkürliche Selbsterschaffung bzw. Evolution des Menschen glauben, nun dadurch auch einen größeren Einblick in den Ursprung und den Entwurf dieser Schöpfung haben, unabhängig von Gottes eigener Offenbarung, ist mehr als arrogant. Allerdings sind auch bibelkundige Gläubige nicht automatisch immun gegen diese Arroganz. Wir müssen wachsam sein, dass wir uns nicht verwirren lassen und nicht Gefahr laufen, das klare Wort der Bibel zu vermischen mit unseren eigenen Annahmen und Traditionen.


Es gibt ein allgemeines Missverständnis dahingehend, dass nur, weil die Bibel unter einer alten Kultur geschrieben wurde, sie weit von uns selbst entfernt wurde, und dass sie unserer Kultur und unserem Verständnis dadurch irgendwie unterlegen ist. Warum gehen wir davon aus, dass die kulturellen Unterschiede bezüglich der Kulturen den Wert der biblischen Überlieferungen schmälern? Wenn sich unsere Weltsicht im Gegensatz zu den damaligen Menschen wirklich verändert hat, sollte dies wirklich gleichzeitig auch bedeuten, dass die Offenbarung Yahwes gegenüber diesen Menschen damals deshalb ungenau ist? Könnte es vielleicht sein, dass anstelle der Kultur zu biblischen Zeiten, es vielmehr unsere heutige Kultur ist, welche die Wahrheit vernebelt, die Yahwe vor langer Zeit offenbarte?

Um eine wirklich wahrhaftige Diskussion über das Verhältnis zwischen der Bibel und der Wissenschaft zu führen, müssen wir kompromisslos sein gegenüber dem, was die Torah uns lehrt und wie sei es uns lehrt. Die Manipulation der Bibel, um sie irgendwie annehmbar und bequem zu machen für die Wissenschaft, macht sie machtlos und kraftlos, und man beraubt damit letztlich die Wissenschaft und die Wissenschaftler der wesentlichen Korrekturen, die sie eigentlich benötigen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 25 Jan 2010, 19:07

Be-Shallah (Beim Wegschicken)
Für die Woche vom 30. Januar 2010 / 15 Shevat 5770
Torah: Shemot / 2. Moshe 13:17 - 17:16
Haftarah: Shoftim / Richter 4:4 - 5:31


Schwierigkeiten und Probleme


Da murrte die ganze Gemeinde der Kinder Yisrael wider Moshe und Aharon in der Wüste. (Shemot / 2. Moshe 16:2)

Wenn wir über den Auszug des Volkes Yisrael nachdenken, dann frage ich mich, ob wir dies eher als eine Geschichte bzw. einen Roman ansehen, oder wirklich als ein tatsächliches historisches Ereignis, das wirklich geschehen ist. Nach einem Leben unter der bedrückenden Knechtschaft über Jahrhunderte hinweg hat Yahwe das Volk Yisrael befreit, und nun leben sie allezeit glücklich und zufrieden. Ich kann mich zumindest an eine Hollywoodverfilmung der Exodus-Geschichte erinnern, die genau diesen Eindruck vermittelt. Sobald das Volk auf der anderen Seite des Roten Meeres angekommen war, gab es demnach keine Probleme und Schwierigkeiten mehr, die dem verheißenen Land im Wege stehen konnten, und so genossen sie ihr neues Leben.

Aber das ist nicht das, was wirklich geschah. Auch wenn sie nun wirklich freie Menschen waren und nicht mehr unter dem Joch der Sklaverei standen, so hatten sie dennoch ganz neue Herausforderungen zu bewältigen. Allein in der Zeit zwischen dem Rotem Meer und ihrer Ankunft am Berg Sinai litten sie zweimal an akutem Wassermangel, sie mussten eine Hungersnot überstehen und wurden in einen Krieg verwickelt. Sie waren weit davon entfernt, ohne Probleme zu leben. Vielmehr ging das Volk von einem Problem zum nächsten. Der Unterschied bestand lediglich darin, dass sie zuvor den Problemen der Knechtschaft als Sklaven in Ägypten gegenüberstanden, und dass sie nun mit den Problemen der Nachfolge als Diener Yahwes konfrontiert wurden.

Diener und Nachfolger von Yahwe stehen andauernd Schwierigkeiten gegenüber. Die Art der Schwierigkeiten mag dabei durchaus ganz unterschiedlich sein. Manchmal schaffen wir uns die Probleme selbst, und manchmal kommen sie auch aus der Hand anderer Menschen. Zuweilen finden wir uns in menschenfeindlichen, natürlichen Umständen, wie Epidemien, Krankheiten und Katastrophen wieder. Die Schwierigkeiten, denen wir gegenüberstehen, können ein ganz unterschiedliches Ausmaß erreichen, von einem einfachen Dilemma oder Ärgernis bis hin zu lebensbedrohenden Situationen.

Die Schwierigkeiten, mit denen das Volk Israel während der Zeit in der Wüste konfrontiert war, hatten jedoch eine klare Bestimmung und ein Ziel. Etwas weiter in der Torah lesen wir diese Verse:


Und gedenke des ganzen Weges, den der Ewige, dein Gott, dich in der Wüste geführt hat seit vierzig Jahren, um dich zu demütigen, dich zu erproben, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote wahren wirst oder nicht. Und er quälte dich und ließ dich hungern und gab dir das Manna zur Speise, das du nicht kanntest und deine Väter nicht kannten, um dich erfahren zu lassen, dass nicht vom Brot allein der Mensch lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was der Mund des Ewigen hervorbringt. (Devarim/ 5. Moshe 8:2,3)

Die Schwierigkeiten, mit denen Israel in der Wüste konfrontiert wurde, waren dazu bestimmt, um sie zu formen und dahingehend zu verändern, dass sie sich in allem ganz auf Yahwe verlassen. Während Schwierigkeiten und Probleme allgemein aus vielen Ursachen und aus vielerlei Gründen entstehen können, war es im Fall von Yisrael zur damaligen Zeit ganz klar so, dass diese Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert wurden, eindeutig von Gott beabsichtigt waren. Ich weiß nicht, ob wir es wirklich so sagen können, dass dies letztlich für jeden Art von Problemen und Schwierigkeiten gilt, denen wir gegenüberstehen. Aber sicher ist jede Art von Schwierigkeiten eine Gelegenheit für uns zu lernen, sich ganz auf Gott und eben nicht auf uns selbst zu verlassen.

Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber ich fühle mich durch Schwierigkeiten und Probleme angegriffen. Ich mag es einfach nicht. Ich will, dass meine Tage glatt verlaufen, ich will mit jedem Menschen gut auskommen und ich will in allem erfolgreich sein, wenn möglich gleich beim ersten Versuch, den ich unternehme. Das Problem ist jedoch, dass das reale Leben anders verläuft. Und spätestens dann erscheint es so, als würde Gott sich nicht dafür interessieren, dass der Weg anders verläuft. Weit gefehlt! Er will, dass wir lernen, unseren Schwierigkeiten in Ihm gegenüberzustehen. Das bedeutet, ihm ganz zu vertrauen, damit die Dinge des Lebens zu seiner Zeit und auf seine eigene Art und Weise geschehen. Wir dürfen ein Leben führen unter Seiner Führung, egal was passiert.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Eaglesword am So 31 Jan 2010, 17:21

Today's Hebrew date is:
16 Shevat 5770.

This week's portion is
Yitro | יתרו | "Jethro"

* Torah: Exodus 18:1-20:23
* Prophets: Isaiah 6:1-7:6, 9:5-6
* Gospel: Mark 7-8

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 31 Jan 2010, 21:31

Yitro
Für die Woche vom 6. Februar 2010 / 22 Shevat 5770
Torah: Shemot / 2. Moshe 18:1 - 20:23
Haftarah: Jesaja 6:1 - 7:6, 9:5


Es gibt einen Grund, Yahwe zu fürchten


Da sprach Moshe zu dem Volke: Fürchtet euch nicht;
denn um euch zu prüfen, ist Gott gekommen, und damit seine Furcht vor eurem
Angesicht sei, dass ihr nicht sündiget. (Shemot / 2. Moshe 20:20)


Vor einiger Zeit habe ich eine Torahbytes- Botschaft über denselben Vers geschrieben. Damals erklärte ich, dass es einen Unterschied gibt zwischen einer Angst vor Yahwe und dem, was
wir als ein gesundes Maß an Gottesfurcht bezeichnen. Wenn wir ihn so
annehmen, wie er ist und uns Ihm unterordnen, dann brauchen wir auch keine
Angst vor ihm zu haben. Während dies eine Tatsache ist, erkenne ich rückblickend, dass ich die Bedeutung und das Wesen einer angemessenen Gottesfurcht dabei nicht ausreichend berücksichtigt habe.

Im Torah- Abschnitt dieser Woche, in dem auch die Herausgabe der zehn Gebote am Berg Sinai enthalten ist, lesen wir, wie die Leute eindringlich ermahnt wurden, diesem Gott nicht zu nahe
zu kommen, weil sie sonst umkommen würden. In der Tat eine sehr ernste und eindringliche Warnung! Diese Weisung Yahwes nicht zu befolgen, würde den Tod
bringen. Der Zuspruch des Moshe an das Volk, den ich eingangs zitiert habe, steht keineswegs im Widerspruch zu dieser schrecklichen Warnung. Das Übertreten der von
Yahwe gesetzten Grenzen ist lebensgefährlich.
Trotz scheinbarem Widerspruch müssen wir das Gleichgewicht erkennen zwischen der Tatsache, keine Angst vor Ihm zu haben und gleichzeitig der Notwendigkeit, Ihn zu fürchten. Wenn dies gelingt, bekommen wir eine Erkenntnis über den Umfang der Macht und Kraft von Yahwe.

Dies steht natürlich im Gegensatz dazu, wie Yahwe heutzutage
oftmals dargestellt wird. Irgendwie ist der Herr des Universums und Richter der
ganzen Welt zum süßen Daddy der Religion und der absoluten Toleranz geworden. Wenn man sagt, „Gott liebt dich“, dann meint man damit, dass Yahwe uns so
akzeptiert, unabhängig von unserem Verhalten. Das steht eindeutig im Gegensatz zu
demjenigen, der sehr strenge Standards zum Führen einen
gottgefälligen Lebens durch seinen Knecht Moshe befahl.

Es gibt Menschen, die behaupten, an die Bibel zu glauben, und die sagen, dass
sich Gott seit der Offenbarung am Berg Sinai geändert habe. Das waren angeblich seine zornigen und
bedrohlichen Tage, aber nun nicht mehr. Unter dem Neuen Bund, so sagen sie, hat Er sich beruhigt. Jetzt ist er ein freundlicher, sanfter und toleranter Gott. Diese Auffassung ist sehr merkwürdig, zumal auch Yeshua einige
Dinge sagte, die dem Ton von damals sehr ähnlich sind bzw. zu dem, was Moshe in unserem Torahabschnitt sagte:

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet
aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle. Werden
nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig verkauft? Und nicht einer von ihnen fällt
auf die Erde ohne euren Vater; an euch aber sind selbst
die Haare des Hauptes alle gezählt. Fürchtet euch nun nicht; ihr seid
vorzüglicher als viele Sperlinge. Ein jeder nun, der mich vor den Menschen
bekennen wird, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln
ist. Wer aber irgend mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich
verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. (Matth. 10:28-33)


"Fürchtet euch nicht --- aber fürchtet euch vielmehr….“ genau wie damals bei Moshe. Tatsache ist, dass Gott sehr furchterregend sein kann. Er ist die größte Macht im Universum. Die Kraft einer Atombombe ist nichts im
Vergleich zur unendlichen Macht von Yahwe. Und doch neigen wir dazu, ihn als so
„leicht“ und „soft“ anzusehen. Allein die Tatsache, dass wir Gott „Vater“ nennen können, sollte uns überwältigen. Aber stattdessen behandeln wir ihn wie jemand, den wir manipulieren können, um ihn unseren Vorstellungen anzupassen. Mit dem Schöpfer des Universums kann man aber nicht spielen. Vielmehr sollen wir Ihm nachfolgen zu Seinen Bedingungen, so, wie Er uns durch Moshe dargestellt wurde.

Der eigentliche Unterschied zwischen dem Alten und Neuen Bund besteht darin,
dass Yahwe den Weg bereitet hat, damit wir zur rechten Beziehung und
Gemeinschaft mit ihm völlig wieder hergestellt werden können. Durch den Glauben an das Opfer
des Messias werden wir gerecht gemacht, um in die Nähe und Gemeinschaft mit
diesem gewaltigen Gott einzutreten. Wir sollten keine Angst haben, uns ihm zu nahen, aber niemals nach unseren Bedingungen. Genau wie am Berg Sinai verlangt Gott, dass wir uns Ihm nahen nach Seinen Bedingungen und nach Seinen Weisungen. Wenn wir dies vernachlässigen, laufen wir Gefahr, in ewige Konsequenzen zu fallen. Sowohl die Schriften des Alten wie auch des Neuen
Bundes beschreiben unseren Gott als "ein verzehrendes Feuer" (Hebräer 12:29; Devarim / 5. Moshe 4:24).

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 07 Feb 2010, 14:11

Mishpatim (Rechtsbestimmungen) und Shekalim
Für die Woche vom 13. Februar 2010 / 29 Shevat 5770
Torah: Shemot / 2. Moshe 21:1 - 24:18 & 30:11-16
Haftarah: 2. Melachim / 2. Könige 12:1-17 &
1. Samuel 20:18-42

Dennoch

"Und Jehoash tat, was recht war in den Augen Yahwes, solange der Priester Jehoiada ihn unterwies. Dennoch die Höhen wichen nicht; das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen". (2. Melachim / 2. Könige 12:2,3)

Die Bücher Melachim (Deutsch: Könige) berichten über die Ereignisse im geteilten Königreich Israel und Judah. Viel vom dem, was wir dort lesen, dreht sich um das Leben der verschiedenen Könige. Unser Haftarah berichtet über die Regierung von König Joash, auch Jehoash genannt. Wenn die Bibel uns einen König vorstellt, dann wird uns normalerweise zunächst immer berichtet, ob er nach den Weisungen und dem Willen Yahwes lebte. Nur sehr wenige der etwa vierzig Könige Israels und Judahs werden vollumfänglich als gut eingestuft, aber Joash scheint offensichtlich einer von ihnen zu sein. So, wie das hier in unserer Schriftstelle beschrieben wird, ist es jedoch sehr interessant, denn der Schreiber berichtet uns, dass das Volk sich trotz allem verweigerte: "Dennoch die Höhen wichen nicht; das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen."

Es gab bestimmte Könige so wie Joash, die taten selbst größtenteils das, was vor den Augen des Herrn recht war, aber dennoch duldeten sie diesen wichtigen und nicht akzeptablen Bereich im Leben des Volkes, dem sie vorstanden. Das Volk hatte von Yahwe die Weisung bekommen, die vorgeschriebenen Opferrituale nur an dem Ort darzubringen, den Er bestimmt hatte. Zur damaligen Zeit war dieser Ort natürlich der Tempel in Jerusalem. Diese anderen Orte, die in der Schriftstelle als „Höhen“ oder „hoch gelegene Orte“ bezeichnet werden, wurden manchmal auch für die heidnische Anbetung aufgesucht, und ein anderes Mal dann wieder für die Anbetung des einen wahren Gottes.
Von der Art und Weise, wie der König vom Schreiber des biblischen Wortes bewertet wird, mag es den Anschein erwecken, als sei dieses Problem der Anbetungsplätze auf den „Höhen“ eher nebensächlich, jedoch war dies durchaus ein sehr wichtiger Aspekt. Könige wie Joash taten grundsätzlich, was recht war in den Augen des Herrn. Dennoch untergrub ihre mangelnde Bereitschaft, diese "hohen Orte" endgültig auszuräumen, teilweise das Gute, das sie sonst bereit waren zu tun.

Wir erkennen daran, dass Yahwe in einem gewissen Maße auch tolerant zu sein scheint für den Fall, dass der Mensch nicht alle kleinen Einzelheiten beachtet, wenn es darum geht, in die Gemeinschaft mit ihm zu treten und Ihn anzubeten. Es gibt durchaus einige Aspekte im Glaubensleben, mit denen er sich abfinden kann. Dennoch, auch wenn Er sie vielleicht duldet, bedeutet dies nicht, dass wir sie nicht ausräumen sollten.

Zu diesen "hohen Orten" zählen heute alle möglichen traditionellen wie auch zeitgenössischen Formen der Anbetung, die uns selbst vielleicht sehr wichtig sind, aber von Yahwe so eigentlich nie vorgesehen waren. Er findet sich in bestimmten Grenzen offensichtlich damit ab, aber er würde es dennoch bevorzugen, dass wir sie ausräumen. Wir bewahren unsere "hohen Orte" letztlich zu unserem eigenen Nachteil. Wir mögen grundsätzlich vielleicht alles tun, was in den Augen Yahwes recht ist, aber gleichzeitig steht über uns dieses wichtige Wort „dennoch“. Wie viel besser wäre es für uns, wenn wir unsere „hohen Orte“ nicht weiter dulden, und wenn wir nicht länger die Stimme Yahwes hören müssten, die über uns sagt: „Dennoch“.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 15 Feb 2010, 18:57

Terumah (Opfergabe)
Für die Woche vom 20. Februar 2010 / 6 Adar 5770
Torah: Shemot / 2. Moshe 25:1 - 27:19
Haftarah: 1 Melachim / 1. Könige 5:26 - 6:13



Details

Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne. Nach allem, was ich dir zeige,
das Muster der Stiftshütte (Mishkan) und das Muster aller ihrer Geräte, also
sollt ihr es machen.
(Shemot / 2. Moshe 25:8,9)



Viele Menschen denken, dass im Alten Bund Gott zu kennen und ihm nachzufolgen bedeutete,
seine Gesetze und Regeln zu halten, Regeln, die eigentlich kaum jemand einhalten konnte. Sie sehen dies auch im Widerspruch zu ihrem Verständnis vom Neuen Bund. Unter diesem neuen Bund, so
meinen sie, können wir allein durch Gnade Verbindung mit Gott aufnehmen, die,
wie sie sagen, allein auf Seiner bedingungslosen Liebe beruht und natürlich
darauf, was Yeshua für uns getan hat. So sei es dann egal, was wir tun,
denn Gott nimmt uns ja so an wie wir sind.


Während in diesen Aussagen natürlich auch ein Stück Wahrheit liegt, wird durch diese Sichtweise letztlich sowohl der Alte als auch der Neue Bund teilweise falsch dargestellt. Wenn
unter dem Alten Bund der einzige Weg, eine echte Beziehung mit Gott zu haben so dargestellt würde, dass man
seine Regeln in allen Einzelheiten ausnahmslos einhalten müsste, dann ist klar, dass letztlich keiner eine solche Beziehung haben konnte, denn das ist einfach nicht möglich. In sämtlichen Schriften des Alten Bundes finden wir viele Menschen, die wahrhaft Gott nachfolgten und ihm dienten, obwohl sie alles andere als perfekt waren.


Im Hinblick auf den Neuen Bund sprach der Messias selbst von der engen
Pforte und von dem schmalen Weg, der zum Leben führt, wobei nur wenige Menschen ihn finden werden (siehe Matth. 7:14). Sha-ul und die anderen Schreiber des Neuen Bundes machen deutlich, dass jeder Mensch, der davon ausgeht, dass die Vergebung Gottes durch den Messias nun bedeutet, dass wir tun können, was wir wollen, am eigentlichen Kern dieses Problems vorbeigeht. (Siehe z.B. Römer 6).


Unser Torah- Abschnitt beschreibt die Einzelheiten des Mishkan (Deutsch: Stiftshütte). Der Mishkan war eine zeltmäßige, transportable Behausung, die der Hauptort des Opfers und der Anbetung für das Volk Yisrael sein sollte. Es war ein Vorgänger für den dauerhaften und nicht- ortsveränderlichen Tempel, den Salomon viele Jahre später bauen sollte. Viele Menschen, die versuchen, die Bibel ganz durchzulesen, verzetteln sich, wenn sie zu Schriftstellen wie dieser hier kommen, weil sie die vielen Details einfach langweilig finden. Es ist
verständlich, dass für die Menschen die erzählerisch gehaltenen und geschichtlichen Schriftstellen der Bibel mehr greifbar sind, als diese hier, aber das macht diese Stellen deshalb noch lange
nicht wichtiger. Gott nimmt es sehr genau und wichtig, wenn es darum geht, auf welche Weise wir mit ihm in Verbindung treten. Er gab Moshe nicht die Freiheit, irgendeine beliebige Struktur zu erschaffen, wie er es wollte oder sich vorstellte, oder dass das Volk etwa die Freiheit gehabt hätte, ihm zu opfern, wie sie mochten! Weit gefehlt! Sie sollten die Anweisungen Yahwes sehr genau befolgen. Jedes Detail des Mishkan wurde entworfen, um den Menschen zu helfen, damit sie erkennen, wer Gott wirklich ist und was er
wirklich von ihnen erwartete. Nicht ganz bewusst bei diesen Details zu bleiben würde letztlich bedeuten, dass die Menschen sich selbst einen Gott schaffen nach ihren eigenen Vorstellungen, anstatt den einen und wahren "Ich bin" zu erkennen, der sich gegenüber Moshe offenbarte: Da sprach Gott zu Moshe: Ich bin, der ich bin. Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Yisrael sagen: "Ich bin" hat mich zu euch gesandt. (Shemot / 2. Moshe 3:14).


Während es bedeutende Unterschiede zwischen dem Alten und Neuen Bund gibt, sind sie beide in
ihrem Festhalten klar, wenn es darum geht, bei den Details und Anweisungen Yahwes zu bleiben. Die ultimative
Bestimmung des Mishkan war es, Israel auf das Kommen des Messias vorzubereiten. Um daraus nun zu folgern,
wir könnten heute Gemeinschaft mit dem Messias haben auf jede uns erdenkliche Weise, wie es uns gerade gefällt, würde den Kern der biblischen Lehre untergraben.


Im Gleichnis vom Weinstock und den Reben sagt Yeshua: "Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen."
(Yochanan 15:6).


Um in der rechten Beziehung mit Yahwe zu sein, ist es absolut notwendig, im Messias zu bleiben. Aber wie bleibt man in ihm? Yeshua selbst sagt es uns mit folgenden Worten: "Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe
und in seiner Liebe bleibe
." (Yochanan 15:10).


Was viele anscheinend nicht verstehen wollen, ist die Tatsache, dass sowohl im Alten als auch im Neuen Bund der einzige Weg, in Verbindung mit Yahwe zu treten darin besteht, dass wir Ihm ganz vertrauen. Das richtige Verhältnis zu Gott könnte allein durch unsere eigene moralische und geistliche Aufrichtigkeit niemals erreicht werden. Wir alle sind hinter den Forderungen und Weisungen Yahwes zurückgeblieben und verdienen das Gericht. Es ist nur das Ergebnis Seiner Gnade, dass die Menschen zu allen Zeiten in der Geschichte Ihn wirklich erkennen und Gemeinschaft mit Ihm haben konnten.

Gleichzeitig hat aber das Vertrauen und der Glaube an Ihn Folgen in unserem Leben bzw. unserem Verhalten, und die Art und Weise, wie wir die Beziehung mit Ihm aufrechterhalten, hat auch immer mit speziellen Details zu tun, ob diese nun basieren auf der Stiftshütte und dem Opfersystem des Alten Bundes, oder auf dem Messias Yeshua unter dem Neuen Bund.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Schwertlilie am Di 16 Feb 2010, 17:35

Schalom Reinhard,

das ist ein schöner Beitrag. Moses erhält ja nicht nur für den Bau der Stiftshütte genaueste Anweisungen. Auch als der Tempel gebaut wird, liegen solche Anweisungen vor. Moses wird auch angehalten seinem Bruder Aron eine Tafel zu fertigen, die er vor der Brust tragen soll. Neun Edelsteine sind darauf befestigt. Auch hier findet sich die Art, der Bestimmung von Größe und Material wieder. Wenn man diese Anweisungen durchliest erkennt man ein Muster. Einige Materialien, z. B. Gold, wiederholen sich.

Liebe Grüße

Schwertlilie

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Re: Torahbytes

Beitrag von Eaglesword am Di 16 Feb 2010, 19:17

Elishua hat in http://messianischestimme.forumieren.com/die-stiftshutte-f118/ zum Zelt der Begegnung ein paar lesenswerte Dinge im Angebot.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am So 21 Feb 2010, 13:31

Tetzaveh “Du sollst gebieten”
Shemot (2. Moshe) 27:20 - 30:10


13. von Adar, 5770 – 27. Februar 2010



Das Ziel von Anbetung ist, in die heilige Gegenwart von HaShem zu kommen. Jedoch ist das Erreichen dieses Zieles oftmals schwierig. Das Kommen in die Gegenwart von HaShem kann nur geschehen, wenn wir eine Anbetung praktizieren, die für Ihn annehmbar ist. Anbetung, die vor Ihm angenehm und annehmbar
ist setzt voraus, dass wir die Anweisungen von HaShem für die Anbetung befolgen.

Dazu heißt es in Yochanan (Johannes) 4:23-24: “Doch die Zeit kommt- wahrhaftig, sie ist bereits da-, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden, denn das sind die Menschen, von denen der Vater angebetet werden will. Gott ist Geist; und die Ihn anbeten,
sollen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“


Yeshua beschreibt annehmbare Anbetung als die Anbetung, die im Geist und in der Wahrheit praktiziert wird. Die meisten Gläubigen sind mit dem Gebet im Geist vertraut. Leider sind jedoch viele Gläubige nicht
vertraut mit der Anbetung in der Wahrheit. Um zu verstehen, warum die Anbetung in der Wahrheit ebenso wichtig ist, wie die Anbetung im Geist, müssen wir verstehen, was die Bibel als die Wahrheit definiert.


In Tehillim (Psalm) 119:142 heißt es dazu: „Gerecht ist deine Rechtlichkeit für ewig, und
deine Torah ist die Wahrheit.“
Die Schrift definiert die Torah als die Wahrheit. Deshalb ist die Anbetung von HaShem im Geist
und gemäß der Torah dasselbe, wie die Anbetung von HaShem im Geist und in der Wahrheit.


Die Anbetung von HaShem in der Wahrheit gründet sich also in der Torah. Nur durch die Torah können wir
erfahren und erkennen, was für HaShem annehmbare Anbetung ist. Ohne das Fundament der Torah wird der Mensch eine Art und Weise von Anbetung praktizieren, die
auf seinem eigenen individuellen Verständnis von Anbetung basiert.


In Vayikra (3. Moshe) 10:1-2 heißt es: “Und sie nahmen die Söhne Aharons, Nadab und Abihu, ein jeder seine
Pfanne, taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf, und brachten
so vor dem Ewigen fremdes Feuer, das er ihnen nicht geboten hatte. Da
ging ein Feuer aus von dem Ewigen und verzehrte sie, und sie starben vor dem Ewigen.”

Nadab und Abihu versuchten, das angenehme Aroma des Räucherwerks auf einem Feuer
darzubieten, das HaShem nicht geboten hatte. Das Vergehen von Nadab und von Abihu bestand
darin, dass sie versuchten, HaShem anzubeten, indem sie Feuer verwendeten, das sie sich
selbst erschaffen hatten, und nicht das Feuer, welches HaShem geboten hatte.


1.Chronik 13:9-10: „Als sie an die Tenne Kidons gekommen waren, da streckte Usa seine Hand aus, die Lade zu fassen, weil die Rinder sich losgemacht hatten. Da flammte des Ewigen Angesicht auf wider Usa, und
er schlug ihn dafür, dass er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte, und er starb dort vor Gott.“


Vom Ruach (Geist) inspiriert möchte König David die Bundeslade nach Yerushalayim bringen. Jedoch
befolgte König David nicht die ausführlichen Anweisungen der Torah im Hinblick darauf, wie man die
Bundeslade zu transportieren hatte. Infolgedessen verlor Usa sein Leben. Wenn
Nadab, Abihu und König David die Torah beachtet hätten, um ihre
durchaus geistlichen Anliegen umzusetzen, dann hätten sie den Heiligen Geist nicht betrübt. Die Torah gibt den Menschen Unterweisung von HaShem, was annehmbar ist, und was nicht annehmbar ist. Das Priestertum von Aaron und seinen Söhnen ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Torah uns trainieren kann, HaShem
recht anzubeten. HaShem gab Aaron und seinen Söhnen ganz konkrete
Anweisungen. Die Abweichung von diesen Anweisungen war nicht akzeptabel.


Im Torahabschnitt Tetzaveh können wir unter anderem erkennen, wie
diese Anweisungen, die Aaron und seinen Söhnen gegeben wurden, dazu
bestimmt waren, Aaron und seine Söhne zu erziehen und zu trainieren,
HaShem im Geist anzubeten.


In Shemot (2. Moshe) 29:15-18 lesen wir dazu: „Den einen Widder aber sollst du nehmen, und Aharon und seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Widders stützen. Und du sollst den Widder schlachten und
sein Blut nehmen und es ringsum an den Altar sprengen. Den Widder aber sollst du in seine Teile zerlegen; und du sollst seine Eingeweide und Fußstücke waschen und zu seinen Teilen und zu seinem
Kopf legen. Und lass den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen; ein
Hochopfer ist es dem Ewigen, ein Geruch der Befriedigung, ein Feueropfer ist es dem Ewigen.“


Durch das Legen ihrer Hände auf das Haupt des Widder, wie HaShem Aharon und seinen Söhnen geboten hatte, anerkannten sie den Anteil von HaShem an diesem Heiligungsopfers. Der Widder wurde dann gewaschen, zerlegt und völlig ohne Ausnahme HaShem dargebracht. Das vollständige Verzehren dieses Widders
durch das Feuer machte deutlich, dass dieses Opfertier ganz für HaShem bestimmt war.


Das Heiligungsopfer verlangte auch, dass Aharon und seine Söhne einen zweiten Widder
opferten. Der zweite Widder war von derselben Qualität. Dieser Widder sollte jedoch nicht im
Feuer für HaShem völlig verzehrt werden, sondern wurde zu Gunsten Aharons und seiner
Söhne abgesondert.


Shemot 29:19: "Dann sollst du den zweiten Widder nehmen, und es sollen Aharon und seine Söhne ihre Hände
auf den Kopf des Widders stützen.“


Aharon und seine Söhne legten ihre Hände auf das Haupt des zweiten Widders, um den Widder als
ihren Anteil am Opfer anzunehmen.


Shemot 29:20: „Dann schlachte den Widder und nimm von seinem Blut und tue an den rechten Ohrknorpel Aharons und seiner Söhne, und an den Daumen ihrer rechten Hand und an die Großzehe ihres
rechten Fußes und sprenge das Blut ringsum an den Altar.“


Das Aufbringen des Blutes an das Ohr, den Daumen und an der großen Zehe machte deutlich, dass Aharon
und seine Söhne bereit waren, HaShem zu folgen, indem sie hören, handeln und wandeln als Priester.

Shemot 29:21: „Dann nimm von dem Blut, das auf dem Altar ist, und von dem Salböl und sprenge es
auf Aharon und seine Kleider und auf seine Söhne und auf die Kleider
seiner Söhne mit ihm, auf dass er geweiht sei, er und seine Kleider und seine Söhne und die Kleider seiner Söhne mit ihm.“


Das mit dem Blut vermischte Salböl gab die Gewissheit, dass Aharon und seine Söhne geheiligt wurden und
HaShem mit Leib, Seele und Geist dienen würden.


Shemot 29:28: „Und es soll Aharon und seinen Söhnen als ewiger Schatz von den Kindern Yisrael zustehen, denn eine Hebegabe ist es, und eine Hebegabe soll es sein von den Kindern
Yisrael, von ihren Mahlopfern, ihre Hebegabe an den Ewigen.“


Das Darbringen der Hebegabe oder des Hebeopfers an HaShem gab die Versicherung, dass
Aharon und seine Söhne dazu berufen waren, Frieden und Einheit zwischen HaShem und Seinem Volk zu gründen.


Shemot 29:31-32: „Den Einsetzungswidder aber nimm und koche sein Fleisch an heiliger Stätte. Und
Aharon esse mit seinen Söhnen das Fleisch des Widders und das Brot, das im Korb ist, am Eingang der Stiftshütte.“

Das Verspeisen des Widders gab die Gewissheit, dass Aharon und seine Söhne einen absoluten
Glauben an HaShem hatten im Hinblick auf die Versorgung mit Nahrung und Opfertieren.


Aharon und seine Söhne bauten auf zwei identische Widder, um sie für das Priestertum zu
weihen. Der erste Widder wurde vollständig HaShem dargebracht.
Der zweite Widder war bestimmt für die Versorgung und zum Zeugnis für Aharon und seine Söhne. Auf ähnliche
Weise sind der Geist und die Wahrheit beide für uns notwendig, um als Priester geweiht zu werden! So ist zum Beispiel der Geist das annehmbare Opfer, das es uns erlaubt, uns in der Anbetung ganz darzubringen.
Die Torah hingegen ist das annehmbare Opfer, das uns auf die rechte Weise erzieht und prägt, um
HaShem recht anzubeten. Als Priester nach der Ordnung von Melchisedec sollten wir von diesem Beispiel lernen und uns bemühen, Ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten. Das Beten im Geist und in der Wahrheit gestaltet uns um eine neue und Ihm geweihte Schöpfung, die im Angesicht von Yeshua geschaffen ist,
um HaShem in der Gerechtigkeit und Heiligkeit zu dienen.


Von Rabbi Yaakov ben Yosef

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 01 März 2010, 17:43

Ki Tisa “Wenn du zählst” -
Shemot (2. Moshe) 30:11- 34:35
20 Adar 5770 – 6. März 2010

Das Wandeln in Gerechtigkeit gemäß der Torah ist nicht möglich, wenn wir versuchen, mit
unseren eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten diese Gerechtigkeit zu erreichen.



In Römer 8:4-5 heißt es dazu: Auf dass die Gerechtigkeit, von der Torah gefordert, in uns erfüllt
würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn
die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt.“


Das Wandeln in Gerechtigkeit gemäß der Torah kann nur gelingen, wenn wir im Geist wandeln bzw. wie es hier heißt, geistlich
gesinnt sind. Um also in Gerechtigkeit der Torah gemäß zu wandeln, muss der Ruach HaKodesh Wohnung in uns nehmen. Nur
durch die Kraft des Ruach HaKodesh können wir wirklich in Gerechtigkeit wandeln.
Mit anderen Worten, die Gerechtigkeit von HaShem, die durch den Ruach HaKodesh (Heiliger Geist) wirkt,
versetzt uns in die Lage, in Gerechtigkeit zu wandeln. Moshe ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Zusammenhang
funktioniert.



Shemot (2. Moshe) 34:29: “….und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichtes glänzte, weil er mit Adonai geredet hatte.”

In der Gegenwart der Herrlichkeit von HaShem wurde Moshe verwandelt, und die
Gerechtigkeit von HaShem strahlte durch ihn aus. Jeder, der Moshe ansah, nachdem dieser in der Gegenwart von HaShem war, konnte es erkennen, wie sich die Gerechtigkeit von Hashem durch Moshe zeigte.


Yeshua gibt uns ein Gleichnis dafür, wie dieser Zusammenhang bei den Menschen wirkt, die heute in unseren Tagen erfüllt
werden mit dem Ruch HaKodesh.
Dazu heißt es in Yochanan15:5 – 10:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in
ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in
mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt
sie und wirft sie ins Feuer, und müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in
euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringet und werdet
meine Jünger. Gleichwie mein Vater mich liebt, so liebe ich euch, Bleibet in
meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe,
gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in Seiner Liebe!“


Wenn wir in Yeshua bleiben, dann wirkt der Ruach HaKodesh in uns, und die Gerechtigkeit von HaShem
wird durch uns sichtbar. Die Gerechtigkeit von HaShem zeigt sich unter anderem auch
dadurch, dass wir in der Lage sind, ein Leben der Torah gemäß zu führen. Im Torahabschnitt Ki Tisa finden wir fünf
wichtige Schritte, die aufzeigen, wie man erreicht, dass der Ruach HaKodesh die Gerechtigkeit von HaShem durch uns
sichtbar werden lässt. Diese fünf Schritte kann man zusammenfassen mit Berufung, Verantwortung, Verpflichtung,
Liebe und Geduld (Ausharren). Wenn wir all diese fünf Punkte in der Praxis umsetzen, dann verstärkt dies unsere Beziehung zu HaShem und bewirkt, dass der Ruach HaKodesh uns zu einem Leben in Gerechtigkeit führt. Nur dann sind wir in der Lage, in der Gerechtigkeit gemäß der Torah zu wandeln, bewirkt durch den Ruach HaKodesh und eben nicht durch unsere
eigenen Fähigkeiten und Leistungen.


In der Torah wie auch in den Schriften den Neuen Bundes (Brit Hadashah) kennt man so etwas wie Laien oder unmündige
Personen nicht.
Jede Person hat eine Berufung.

Shemot 31:2-3: “Siehe, ich habe Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Judah, mit Namen
berufen, und habe ihn mit dem Geiste Gottes erfüllt, in Weisheit und in Verstand und in Erkenntnis und in jeglichem Werk
.”


Bezaleel war namentlich berufen und gesalbt mit Weisheit und Erkenntnis. Die Weisheit und die Erkenntnis, die HaShem
dem Bezaleel verliehen hatte, entsprachen ganz konkret seiner ganz persönlichen
Berufung. Bezaleels Berufung bestand in der Beaufsichtigung beim Bau der Stiftshütte. Um die
Gerechtigkeit von HaShem nach außen sichtbar zu machen, wurde Bezaleel gesalbt, um die Stiftshütte
zu planen und umzusetzen.


Übertragen in unsere Zeit möchte man meinen, dass die Konstruktion und der Bau einer Stätte
der Anbetung keiner speziellen Berufung bedarf. Die Torah macht jedoch deutlich, dass es eine
ganz spezielle Berufung für Bezaleel gab, um den Bau der Stiftshütte zu planen und umzusetzen. Ohne
die Gaben, die HaShem dem Bezaleel gegeben hatte, wäre die Vollendung der Stiftshütte nicht so ohne weiteres
möglich gewesen. Bezaleels Berufung verlieh ihm eine spezielle Erkenntnis, und der Ruach HaKodesh konnte durch ihn hindurch
wirken. Folglich wurde die Stiftshütte geplant, so als ob HaShem selbst sie konstruiert hätte.


Bezaleel gebrauchte seine Berufung dazu, einerseits die Gerechtigkeit von HaShem sichtbar zu
machen, und andererseits die Stiftshütte für die Anbetung von HaShem zu planen
und zu bauen. Wir lernen daraus, dass das Handeln entsprechend unserer persönlichen Berufung
notwendig ist als Voraussetzung dafür, dass der Ruach HaKodesh unsere von Yahwe gegeben Gaben dazu gebrauchen kann, um Ihn zu verherrlichen und Ihm die Ehre zu geben. Von daher ist das rechte Verständnis unserer
Berufung sowie unseres Dienstes innerhalb dieser Berufung ein entscheidender erster Schritt, um das Maß
der Beziehung zu HaShem aufzubauen und zu bewahren, das geeignet ist, die
Gerechtigkeit der Torah durch unser Leben widerspiegeln zu lassen.



Shemot 32:23-24: Und sie sprachen zu mir: Mache uns einen Gott, der vor uns hergehe;
denn dieser Moshe, der Mann, der uns aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat,
wir wissen nicht, was ihm geschehen ist. Und ich sprach zu ihnen: Wer hat Gold?
Sie rissen es sich ab und gaben es mir, und ich warf es ins Feuer, und dieses
Kalb ging hervor.”


Aaron handelte in diesem Sinne unverantwortlich, indem er sogar mithalf, das goldene Kalb herzustellen. Infolgedessen wurde Aaron ein götzendienerischer Priester. Als götzendienerischer Priester war Aaron nicht mehr vor HaShem annehmbar.
Aarons Sünde stand im Widerspruch zu seiner Berufung. Mit anderen Worten, Aarons
Beteiligung am Bau des goldenen Kalbes entweihte seine priesterliche Heiligkeit. Als Ergebnis davon verlor das Amt des Hohepriesters an Glaubwürdigkeit und die Beziehung von Aaron zu HaShem war gestört.


Solange wir leben fordert die Verantwortung, die auf unserem Leben liegt, dass wir würdige Zeugen für HaShem bleiben. Von daher ist das Handeln in Verantwortung ein entscheidender zweiter Schritt, wenn der Ruach HaKodesh
die Gerechtigkeit der Torah in unserem Leben widerspiegeln soll. Unverantwortliches handeln macht uns zu unwürdigen Zeugen für HaShem. Als Folge davon wird der Ruach HaKodesh betrübt und unser Verhältnis zu HaShem nimmt Schaden.


Shemot 32:26: Und Moshe stellte sich auf im Tore des Lagers und sprach: Her zu mir, wer für Yahwe
ist! Und es versammelten sich zu ihm alle Söhne Levis.”


Aarons Bereitwilligkeit, an der Seite von Moshe zu stehen deutet an, dass sich bei ihm ein Sinneswandel
vollzogen hatte. Aaron übergab sein Leben wieder neu an HaShem. Aarons Rückkehr zur Gemeinschaft mit HaShem half ihm selbst, aber auch den anderen Leviten und dem Rest des Volkes Yisrael, ihre Beziehung zu HaShem wieder herzustellen. Infolgedessen zerstörte die Götzenanbetung des goldenen Kalbes nicht die gesamte Nation Yisrael. Indem er sein Leben wieder neu auslieferte, stellte Aaron seine Glaubwürdigkeit wieder her und bewahrte andere vor der Plage, die darauf folgte. Also ist die Verbindlichkeit und Rückkehr zu HaShem, wenn wir gesündigt haben, ein ganz entscheidender dritter Schritt, wenn der Ruach HaKodesh die Gerechtigkeit der Torah in unserem Leben widerspiegeln soll.


Shemot 32:32-33: “Und nun, wenn du ihre Sünde vergeben wolltest! ...Wenn aber nicht, so lösche mich doch aus deinem Buche, das du geschrieben hast. Und Yahwe sprach zu Moshe: Wer gegen mich gesündigt hat, den werde ich aus meinem Buche auslöschen.”

Moshes Liebe für das Volk Yisrael drängte ihn, sein Leben für seine Brüder preiszugeben. Tatsächlich ist diese Liebe die größte Form von Liebe überhaupt, wie es auch in Yochanan 15:13 heißt: Größere
Liebe hat niemand, als diese, daß jemand sein Leben läßt für seine Freunde.


Moshes Liebe für das Volk Yisrael bewirkte in ihm das tiefe Verlangen, Yisrael zu retten, dasselbe Verlangen, das
auch HaShem hat. Infolgedessen war Moshe gezwungen, sich selbst als Opfer preiszugeben für die gleiche Strafe, die eigentlich nur das Volk Yisrael verdient hatte. Der Ruach HaKodesh war in der Lage, die Gerechtigkeit von
HaShem durch die Liebe von Moshe zu zeigen und zu praktizieren. Andere zu lieben bis zu dem Punkt, das eigene Leben zu opfern, ist ein entscheidender vierter Schritt, wodurch der Ruach HaKodesh die Gerechtigkeit der Torah in
unserem Leben zeigen kann.


Shemot 34:15:Dass du nicht einen Bund machest mit den Bewohnern des Landes und, wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern, man dich einlade, und du von ihrem Schlachtopfer essest

Sich mit weniger zufriedenzugeben als das, was HaShem befohlen hat, bedeutet letztlich einen Kompromiss einzugehen. Als Yisrael nicht an dem Gebot festhielt, keine Bündnisse mit den Bewohnern des Landes zu schließen, relativierte Yisrael die Worte von HaShem und ging einen Kompromiss ein. Dieser Kompromiss gab den anderen Nationen die Möglichkeit, Yisrael irrezuführen. Infolgedessen wurden sie zu einem Stolperstein für die Kinder Yisrael und unweigerlich begann Yisrael, dieselben Formen des Götzenkults wie die Nationen zu praktizieren, mit denen sie Bündnisse geschlossen hatten. Deshalb ist das kompromisslose Festhalten an den Geboten von HaShem ein entscheidender fünfter Schritt, der es dem Ruach
HaKodesh erlaubt, die Gerechtigkeit der Torah in unserem Leben zu manifestieren.

Alle Nachfolger von Yeshua sind wir alle aufgerufen, in der Gerechtigkeit der Torah zu wandeln.
Um in der Gerechtigkeit der Torah zu wandeln, müssen wir lernen, uns ganz auf die Kraft des Ruach HaKodesh zu verlassen.
HaShem gibt uns den Ruach HaKodesh, um uns die Vollmacht zu geben, im Geist und nicht im Fleisch zu wandeln. Infolgedessen können wir in der Gerechtigkeit der Torah wandeln, ohne uns dabei auf unsere eigenen Fähigkeit und Leistungen
zu verlassen.

Um die Kraft des Ruach HaKodesh in unseren Leben freizusetzen, müssen wir auf unsere Berufung antworten, verantwortlich handeln, begangene Sünde überwinden, den Nächsten lieben und ausharren. Wenn wir diese fünf Schritte in unser Leben integrieren, dann kann der Ruach HaKodesh die Gerechtigkeit von HaShem in jedem Bereich unseres Lebens manifestieren. Infolgedessen wird der Rest der Welt die Gegenwart von HaShem in uns wahrnehmen und erkennen, dass
Er Seinen Kindern die Vollmacht gibt, rechtschaffen zu leben.

Von Rabbi Yaakov benYosef – ABOUT Torah

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 08 März 2010, 18:09

Va-Yakhel (Und er versammelte) & Pekudei (Kostenberechnung)
Für die Woche vom 13. März 2010 / 27 Adar 5770
Torah: Shemot / 2. Moshe 35:1 - 40:38 &
Shemot / 2. Moshe 12:1-20
Haftarah: Hesekiel 45:16-46

Die verloren gegangene Art der Vorbereitung und Zurüstung

„Sechs Tage sollt ihr arbeiten, den siebenten Tag aber sollt ihr heilig halten, als einen Shabbat völliger Ruhe, heilig vor dem Ewigen. Wer an diesem Tag arbeitet, soll sterben. Ihr sollt kein Feuer anzünden am Tag des Shabbat in allen euren Wohnungen". (Shemot / 2. Moshe 35: 2,3)

Eine der wichtigen Bestandteile der Shabbatgesetze Gottes ist die Notwendigkeit der Zubereitung und Vorbereitung. Das Verbot, am Shabbat kein Feuer zu entzünden, sollte das Volk Israel nicht etwa dazu
zwingen, während der kalten Jahreszeit zu frieren. Es war nicht untersagt, dass sie sich am Shabbat am Feuer aufhielten; vielmehr ging es darum, ganz aktiv am Shabbat das Feuer zu entzünden. Wenn eine Familie das Erhalten eines bestehenden Feuers vor dem Beginn des Shabbat begonnen hatte, und es dann vernachlässigte, dann riskierten
sie, unnötigerweise für einen Tag im Kalten zu sitzen. Die wöchentliche Befolgung des Shabbatgebotes sollte dabei helfen, eine Form der Zubereitung und Vorbereitung im Leben der Menschen zu entwickeln.
Wirkungsvolle Zubereitung verlangt von uns auch ein genaues Verständnis über die vor uns liegende Zeit und die Weisheit zu erkennen und zu bedenken, was genau zu tun ist im Angesicht dessen, was in der nächsten
Zukunft auf uns zukommt.

In der heutigen hektischen und sehr schnelllebigen Gesellschaft geht das Thema Zubereitung und Vorbereitung schnell verloren. Unsere Ansprüche steigen immer mehr und damit auch unsere Wünsche und unser
Verlangen, es auch wirklich zu bekommen. Das gründet sich nicht nur auf Informationen über vorhandene Waren bzw. die Werbung, die wir mit dem Druck eines Kopfes verfügbar haben, sondern unser ganzes
Wirtschaftssystem ist so aufgebaut, dass es uns dazu motiviert, Dinge zu erwerben, die wir uns eigentlich gar nicht leisten können oder vielleicht auch gar nicht brauchen. Wir können kaufen, was auch immer
wir wollen, wann immer wir es wünschen und was auch immer es kostet.

Unsere materialistisch ausgerichtete schnelllebige Kultur suggeriert uns, dass es nicht notwendig sei, vorausschauend zu denken, weil wir gar keinen Bedarf mehr haben, uns vorzubereiten und vorzusorgen.
Tatsächlich möchten natürlich jene, die diese Lebensart offerieren, dass wir auch wirklich so handeln. Der Grund ist, dass sie fürchten, was geschehen würde, wenn wir irgendwann feststellen, dass wir all
diese Dinge im Moment eigentlich gar nicht brauchen. Was würde geschehen, wenn wir wirklich ernsthaft über die Hintergründe und Auswirkungen unserer Handlungen nachdenken würden, bevor wir aktiv
werden, bevor wir kaufen, bevor wir sprechen, bevor wir Entscheidungen über unsere Beziehungen fällen?


Dennoch sind wir in unserer modernen Gesellschaft so gelenkt worden zu glauben, dass es angeblich keine Notwendigkeit gibt, über die Auswirkungen unserer Handlungen ernsthaft nachzudenken. Wir meinen
immer, dass wir uns irgendwann später damit beschäftigen können und erwarten, dass die Probleme, die wir heute verursachen auch sofort geregelt werden. Aber wir täuschen uns, wenn wir meinen, dass solche
Auswirkungen wie Scheidung, Abtreibung, Drogenabhängigkeit und Zusammenbruch nur Zufälle sind. Möglicherweise geschehen in ihrem Leben nicht solche Extreme, aber ich wundere mich, wie viele von uns im
sprichwörtlichen Sinne in der Kälte leben, weil sie es versäumt haben, das Feuer vorausschauend vorzubereiten.

Während wir natürlich nicht voller Angst und sorgenvoll in die Zukunft blicken sollen, so verlangt ein verantwortungsvolles
Leben doch eine kluge Vorbereitung und Zubereitung. Quälende Sorge und Angst befällt uns normalerweise nur in Bereichen unseres Lebens, die wir selbst nicht steuern können. Sinnvolle Vorbereitung und Zurüstung
ist jedoch bei jenen Sachen gefordert, für die wir auch verantwortlich sind. Ein Landwirt muss sein Feld für die Ernte vorbereiten; ein Chef bereitet eine Präsentation vor und stellt sicher, dass auch wirklich
alle notwendigen Teile vorhanden sind; ein Athlet verbringt viel Zeit beim Training, um im Wettkampf vorbereitet und fit zu sein. Ebenso ruft Yahwe auch uns auf, heute unser Leben zu ordnen im Lichte dessen, was von uns in der Zukunft gefordert wird.

Wenn wir auf Gott schauen, dann werden wir ganz automatisch auch konfrontiert mit unserer hektischen, schnelllebigen Gesellschaft. Es ist Yahwe, der seinem Volk sagt, dass es besser ist, vorausschauend zu
denken und zu planen, wenn sie es am Shabbat warm haben möchten. Es ist besser, wenn wir vorbereitet sind.


In der Nachfolge Gottes zu stehen bedeutet, Gott in Seinem Tempo zu folgen, um Zeit zu haben für das Hören auf Sein Wort, um Zeit zu haben für die Schwerpunkte im Leben, basierend auf Seinen Schwerpunkten,
damit wir unser Leben ordnen können, basierend auf Seinen Worten und Seinem Willen, wie das Leben geführt werden sollte. Wenn unsere hektische Gesellschaft uns hindert, richtig vorbereitet zu sein, dann ist es letztlich diese Gesellschaft, die nachgeben muss.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 15 März 2010, 12:34

Vayikra (Und er rief)
Für die Woche vom 20. März 2010 / 5 Nisan 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 1:1 - 5:26
Haftarah: Jesaja 43:21 - 44:23

Umkehr

"Gedenke daran, Yakov, und du, Yisrael, denn du bist mein Knecht. Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seiest. Yisrael, ich vergesse dich nicht. Ich tilge deine Übertretungen wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich!" (Jesaja 44:21,22)

Mit diesen Worten fasst Jesaja das Wesentliche und den Kern der Botschaft der hebräischen Propheten zusammen. Das Volk Yisrael - das Volk G_ttes, errettet aus der Sklaverei in Ägypten, ausgerüstet mit der Offenbarung G_ttes, der Torah, und eingesetzt in das Land, das Avraham, Isaac und Yacov verheißen war - hatte sich entfremdet von G_tt. Ursprünglich dazu berufen und auserwählt, eine Widerspiegelung der Realität des Schöpfers und des Herrn des ganzen Universums zu sein, sowie dazu bestimmt, ein Licht und ein Segen für die ganze Welt zu sein, hatten sie es sich inzwischen selbst verdorben, indem sie die Lebensart der benachbarten Kulturen und Völker annahmen. Zeitweise ignorierten sie G_tt vollkommen, alle miteinander, sie praktizierten fremde Religionen, während sie ein anderes Mal wiederum versuchten, den einen wahren G_tt irgendwie an diese falschen Religionen anzupassen. Bei all dem entfernten sie sich immer mehr von G_tt und von Seinen Wegen und Bestimmungen.

Und so sendete G_tt seine Sprecher, die Propheten. Jahr für Jahr sollten diese heiligen Männer und Frauen die Mitglieder ihres Volkes mit den Fehlern ihrer Lebensweise konfrontieren und die Konsequenzen ihres sündhaften Verhaltens prophezeien. Ihre Missachtung G_ttes sowie ihre Entfremdung von ihm sollten unweigerlich die feindliche Eroberung und die Verbannung zur Folge haben. Die Entfernung aus dem verheißenen Land symbolisierte gleichzeitig ihre Entfremdung von G_tt.

Yisraels Entfremdung von G_tt geschah auch als Demonstration vor der übrigen Welt, dass sich letztlich alle Nationen in einem ähnlichen Zustand befinden. Die Konsequenz des Abfalls unserer Urahnen, den ersten Menschen im Garten Eden, bedeutete den Abfall und die Trennung von G_tt für alle Menschen zu allen Zeiten. Yisraels Unfähigkeit, gemäß seiner Berufung und Bestimmung zu leben, war gleichsam ein Zeichen gegenüber allen Völkern für die Tiefe unserer Sünde.


Die ganze Menschheit, ebenso wie Yisrael, hat versucht, sich unsere Art und Weise der Bewältigung der Sünde zueigen zu machen. Wenn unsere religiösen Sichtweisen sich als nicht wirkungsvoll erwiesen haben, dann mögen wir vielleicht dazu neigen, noch religiöser zu werden mit einer noch stärkeren Intensität. Andere wiederum folgern vielleicht daraus, dass letztlich alle Religionen falsch sein müssen, und dass man folglich versuchen müsse, sich von allen geistlichen und religiösen Dingen fernzuhalten. Jeder dieser Wege führt uns letztlich in die Selbstzerstörung, während wir eigentlich nach Frieden und Sicherheit in uns selbst suchen, jedoch mit dem Ergebnis, dass sich ein selbst- zerstörerisches Verhalten in uns festsetzt, das noch weit schlimmer ist als die Knechtschaft von Yisrael in Ägypten.


Währenddessen hat G_tt uns berufen, genau, wie Er damals das Volk Yisrael in den Tagen Jesajas berufen hat. Was wir aus eigener Kraft nicht tun können, um das rechte Verhältnis und die Beziehung zu G_tt wieder herzustellen, das hat er bereits für uns getan. Es gibt nichts, was wir selbst tun können, um uns von unserer Sünde zu reinigen. Unsere allergrößten Anstrengungen können die Kluft zwischen uns und G_tt nicht ausfüllen. Jedoch durch den Tod und die Auferstehung des Messias ist alles vollbracht, das erforderlich ist, um uns vor Yahwe wieder herzustellen. Es gibt keinen Grund mehr, weiterhin getrennt und entfremdet von G_tt zu leben, weiterhin verloren zu sein in unserer Sünde und bestimmt für das Gericht.

Einige mögen diese Tatsache für sich vielleicht so auslegen, dass weil G_tt dies alles für uns getan hat, unser Teil nur noch darin besteht, dies lediglich zur Kenntnis zu nehmen und anzuerkennen, was er getan hat. Sie gehen davon aus, dass weil G_tt bereits alle Vorkehrungen für unsere Wiederherstellung getroffen hat, seien wir nun auch bereits wieder hergestellt. Unser Problem sei angeblich nur, dass wir diese Tatsache nun noch nicht realisiert und anerkannt haben.

Aber das ist eben nicht die ganze Wahrheit dessen, was G_tt dem Volk Yisrael in den Tagen Jesajas und uns heute gesagt hat. Vielmehr, weil G_tt die Vorraussetzungen geschaffen hat, dass wir in die Gemeinschaft mit ihm zurückkehren können, ruft er uns jetzt zu: Kehre dich zu mir. Umkehr ist nicht nur eine Sache der Gedanken und unserer Erkenntnis. Es ist vielmehr ein Lebensstil. Umkehr bzw. Rückkehr zu Gott schließt selbstverständlich eine Veränderung in unserem Denken ein, aber eben auch eine Veränderung in unserem Verhalten. Unsere eigenen Anstrengungen können die Kluft zwischen uns und G_tt niemals füllen. Nur G_tt kann dies tun. Aber weil G_tt durch Yeshua bereits alles getan hat, sind wir in der Lage, zurückzukehren zu ihm. Was also hindert uns daran, umzukehren?

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 22 März 2010, 09:06

Zav (Befiel)
Für die Woche vom 27. März 2010 / 12 Nisan 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 6:1 - 8:36
Haftarah: Maleachi 3:4-24 (Deutsch: 3:4 - 4:6)

Nur mit dem Judentum kann man das Christentum erklären

"Das ist das Gesetz des Brandopfers, des Speisopfers, des Sündopfers, des Schuldopfers, des Einsetzungsopfers und des Dankopfers, wie der Herr es Moshe gebot auf dem Berge Sinai an dem Tage, da er dem Volk Yisrael befahl, ihre Opfer dem Herrn zu opfern in der Wüste Sinai." (Vayikra / 3. Moshe 7:37,38)

Wenn Sie einiges über das Christentum wissen, dann ist ihnen bewusst, dass es dabei zentral um den Tod der Hauptperson geht. Sein Tod war jedoch kein typischer Märtyrer- Tod. Er starb nicht für eine bestimmte Sache oder gar für eine Revolution.

Die Führer damals unternahmen alles, um den Aufstieg gewöhnlicher einfacher Menschen zu verhindern. Die Juden im Land Israel hatten ein gespaltenes Verhältnis zur weltlichen Macht der damaligen Zeit. Sie genossen zwar grundlegend religiöse Freiheit, jedoch nur, solange diese religiöse Betätigung nicht das damalige politische System beeinflusste oder gefährdete. Während es einige unter ihnen gab, die an einen bewaffneten Aufstand glaubten, schaute die Mehrheit alleine auf zu G_tt, dass er sie von der Fremdherrschaft und Besatzung befreien möge, genauso wie damals zur Zeit von Moshe.

Unter diesem Hintergrund war es für die Führung damals beunruhigend zu sehen, wie der junge Rabbi aus Galiläa die Massen ansprach und beeinflusste mit seinen Reden über des Reich G_ttes und durch die Zeichen und Wunder, die ihn begleiteten. Sich wirklich ernsthaft mit der Frage zu beschäftigen, ob er wirklich der Messias war oder nicht, war zu viel für die damaligen religiösen Führer. Aus Furcht davor, wie die Römer reagieren könnten, entschieden sie, dass er gestoppt werden müsse. Nach seiner Verhaftung und unrechtmäßigen Verurteilung und Kreuzigung wurden seine Nachfolger zerstreut und vollständig entmutigt. Daran sollte sich nichts ändern bis zu Yeshuas Auferstehung und der Ausgießung des Ruach Hakodesh (Heiliger Geist), der seinen Nachfolgern den Mut und die Ausrüstung geben sollte, um den Auftrag zu erfüllen, zu dem Yahwe sie berufen hatte.

Es war also nicht der Tod von Yeshua, der seine Nachfolger motivierte. Dennoch sollten sie an den Punkt kommen zu verstehen, dass es sein Tod war, der die entscheidende Wende brachte. Man bedenke, es war keineswegs so, dass sein Tod sie zur Aktivität motivierte. Weit gefehlt. Vielmehr wurden sie dadurch absolut entmutigt. Sein Tod führte natürlich auch zu keinem Sinneswandel bei seinen Verleumdern. Erst viel später sollten seine Jünger an den Punkt kommen zu verstehen, dass es durch seinen Tod geschehen war, dass diejenigen, die an ihn glauben, Vergebung von allen ihren Sünden haben.


Heute nach zweitausend Jahren ist die Vergebung der Sünden durch den Tod von Yeshua immer noch die zentrale Botschaft des Christentums. Aber was ist die Grundlage dieses Konzeptes? Von woher kommt ein solcher Plan? Wie kann es sein, dass das Vergießen des Blutes solch einen entscheidenden Durchbruch brachte? Um in der Lage zu sein, auf diese Frage zu antworten, müssen wir einfach erkennen, dass dies alles nicht aus dem Nichts heraus geschehen ist. Es ist nicht so, als ob G_tt einfach nur dieses unerwartete Geschehen vollbrachte und dann erwartete oder voraussetzte, dass die Menschen wohl irgendwie verstehen würden, dass sie durch den Opfer-Tod von Yeshua Vergebung in ihrem Leben erfahren können.


Yeshuas Tod war ein jüdisches Opfer. Während Opfer in der damaligen Welt allgemein üblich waren, war ein jüdisches Opfer ganz speziell von Yahwe vorgeschrieben worden, um seinem Volk die Realität der Sünde und der Notwendigkeit der Vergebung vor Augen zu führen. Durch das jüdische Opfersystem konnte das Volk Yisrael lernen und erkennen, was heilig war und was nicht. Sie begriffen dadurch, wie ernst die Frage von Gehorsam, Rechtschaffenheit und Moral war. Ihnen wurde die Heiligkeit des Blutes, die Bedeutung der Reinheit und die Bedeutung der Wiederherstellung vor Augen geführt. Bis zum Kommen von Yeshua auf die Erde wusste das Volk Yisrael bereits, dass G_tt Opfer dazu gebrauchte, um Sünde zu bereinigen und die Beziehung zu Ihm wieder herzustellen. Gleichzeitig erinnerten die vielen Opfer die Menschen an ihre Sünden und an die unverzichtbare Notwendigkeit von Vergebung.

Als Yeshua von den Toten auferstand, begannen seine Jünger, die Bedeutung Seines Todes zu verstehen. Alles, was sie in der Vergangenheit durch das jüdische Opfersystem gelernt hatten, war als Vorbereitung bestimmt, um die Vergebung von aller Schuld in seinem Namen in allen Nationen zu verkündigen.

Somit können auch die heutigen Gläubigen in Yeshua zurückblicken auf Torahabschnitte wie diesen aktuellen Abschnitt, und sie können dadurch die ganze Tiefe der Bedeutung des Todes des Messias an unserer statt ermessen. Alles, was die Menschen davon abgehalten hat, G_tt ganz persönlich zu erkennen und zu vertrauen - unsere Sünde, unsere Übertretung, unsere Unreinheit, unsere Unmoral, unsere Ignoranz, unsere Eigenliebe, unser Unglaube - das ist alles durch den Tod von Yeshua bereinigt worden.

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Re: Torahbytes

Beitrag von LöwenZahn4you am Sa 27 März 2010, 07:27

Bitte mal nach dem LINK schauen-stimmt er ???
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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Sa 27 März 2010, 07:31

@LöwenZahn4you schrieb:Bitte mal nach dem LINK schauen-stimmt er ???

Hallo, es hat sich wohl eine Leerstelle eingeschlichen, die da nicht hin gehört. Jetzt sollte es stimmen.


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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 29 März 2010, 17:18

Pessach
Für die Woche vom 3. April 2010 / 19 Nisan 5770
Torah: Shemot / 2. Moshe 33:12 - 34:26 & Bemidbar / 3. Moshe 28:19-25
Haftarah: Hesekiel 36:37 - 37:14

Gott sehen

"Da kam der Allmächtige hernieder in einer Wolke, und Moshe trat
daselbst zu ihm und rief den Namen des Allmächtigen an. Und der Herr
ging vor seinem Angesicht vorüber, und rief aus: Der Herr, der Herr,
ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam im Zorn und überfließend von
großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt
Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand,
sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern
bis ins dritte und vierte Glied."
(Shemot / Exodus 34:5-7)

Die Torahlesung für den kommenden Shabbat ist ganz speziell, denn
dieser Shabbat ist einer der Festtage von Pessach (Deutsch:
Passahfest). Die Verse, die ich an den Anfang gestellt habe, sind die
Antwort von Yahwe auf das Gebet des Moshe und seine Bitte: „Lass mich
deine Herrlichkeit sehen!" (Shemot/ 2. Moshe 33:18). Vom
Gesamtzusammenhang her scheint es so zu sein, dass es lediglich die
Bitte des Moshe war, Gott zu sehen. Dies würde erklären, warum die
Antwort von Yahwe in dieser Weise erging:

„Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte
vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des Herrn: Wem,
ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen
erbarme ich mich. Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht
sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Und der Herr sprach
weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Felsen
stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die
Felsenkluft stellen, und meine Hand über dir halten, bis ich
vorüber gegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun, und du
darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen".



Es ist sehr aufschlussreich zu sehen, dass, wenn Gott sich selbst
offenbart, dass er dies hauptsächlich durch sein Wort tut. Hier gab es
kein Feuer oder ein Erdbeben oder sonst irgendeine wundersame
Erscheinung. Er offenbarte sich gegenüber Moshe durch Worte. Es sind
Worte, die wir auch noch heute hören bzw. lesen können.

Gott zu sehen bedeutet, sein Wesen zu erkennen. Vielleicht mögen wir
aus dem Text heraus annehmen, dass es erstrebenswert wäre, irgendeine
Form der physischen Begegnung mit Gott zu haben, aber möglicherweise
ist das, was Moshe erstrebt, einfach nur, ein rechtes Verständnis über
Sein Wesen zu bekommen, und das ist es auch, was wir wirklich
benötigen. So möchte ich einen kurzen Überblick geben über das, was
Gott an diesem Tag zu Moshe sagte. Mit Hilfe dieser Worte können auch
wir Gott sehen bzw. sein Wesen erkennen.

Der Herr, der Herr….". Dieser Gebrauch der Bezeichnung für Gott in
diesem Zusammenhang besagt, dass Er als der Ewige sich selbst definiert
und beschreibt. Gott möchte nicht, dass Er durch unsere menschlichen
Vorstellungen definiert wird. Vielmehr stehen sein Wesen und seine
Eigenschaften absolut im Zusammenhang und im Einklang mit Ihm selbst.

"…..ein Gott, barmherzig und gnädig… ". Gott behandelt uns nicht
danach, wie wir es verdient hätten. Fakt ist, Er ist derjenige, der uns
die Kraft zum Leben verleiht.

"Langsam im Zorn". Yahwe reagiert nicht sofort auf unsere Missetaten. Er hat Geduld mit uns.

„….überfließend von großer Gnade und Treue". Gott ist absolut und
immerwährend zuverlässig. Wir können immer auf ihn zählen, dass Er das
tut, was recht und gut ist.

"….der da Tausenden Gnade bewahrt". Seine Gnade und Liebe gilt nicht
nur wenigen Auserwählten, sondern sie ist für alle Menschen bestimmt.


"….und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde". Yahwe vergibt Sünde.
Wir brauchen nicht in einem Zustand der Entfremdung und Trennung von
ihm zu bleiben. Egal, was wir getan haben, so kann unsere Beziehung zu
Ihm wieder hergestellt werden.

„….aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der
Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte
Glied.
" Diejenigen, die nicht Sein Erbarmen, Seine Gnade, Liebe und
Vergebung in Anspruch nehmen, übertragen die Konsequenzen ihrer Taten
auf Generationen. Nicht bereinigtes Unrecht setzt einen Kreislauf in
Gang, der nur schwer zu durchbrechen ist. Glücklicherweise kann dieser
Teufelskreis durchbrochen werden, wenn unsere Beziehung zu Ihm wieder
hergestellt ist.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 05 Apr 2010, 09:56

Shemini (Acht)
Für die Woche vom 10. April 2010 / 26 Nisan 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 9:1 - 11:47
Haftarah: 2. Samuel 6:1 - 7:17

Die Grundlage der Annahme

„Und Moshe sprach: Dies ist es, was Yahwe geboten hat, dass ihr es tun
sollt; und die Herrlichkeit Yahwes wird euch erscheinen. Und Moshe sprach zu
Aaron: Nahe dich zum Altar, und opfere dein Sündopfer und dein Brandopfer, und
tue Buße für dich und für das Volk; und opfere die Opfergabe des Volkes und tue
Buße für sie, so wie Yahwe geboten hat." (Vayikra / 3. Moshe 9:6,7)


Dieser Abschnitt der Torah-Lesung dieser Woche beschreibt die Handlungen, die als ein Teil des Beginns des
Dienstes an der Stiftshütte (Mishkan) durchgeführt werden sollten. Der Mishkan
war ein großes Zelt, das der alleinige Ort sein sollte, wo die Opfer dargebracht werden sollten. Moshe sagte dem Volk, was zu tun war als Vorbereitung auf eine außergewöhnliche Manifestation G_ttes. Nachdem alles wie vorgeschrieben ausgeführt war, lesen wir:


„Und Moshe und Aaron gingen hinein in die Stiftshütte; und als sie
wieder heraus kamen, segneten sie das Volk. Und die Herrlichkeit Yahwes
erschien dem ganzen Volke; und es ging Feuer aus von Yahwe und verzehrte auf
dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke; und das ganze Volk sah es, und sie
jauchzten und fielen auf ihr Angesicht.
“ (Vayikra / 3. Moshe 9:23,24)

Einer der bemerkenswerten Aspekte der Vorbereitungen auf dieses Ereignis ist die Person, die diese ausführt – Aaron. Wir wissen, warum Aaron eine Führungsrolle hatte; G_tt hatte ihn dafür auserwählt und berufen.
Allerdings ist es auch noch nicht sehr lange her, dass er ganz aktiv daran beteiligt war, das Volk zu verführen zur Anbetung eines goldenen Kalbes, von dem er sagte, dies sei der Gott, der sie aus Ägypten befreite. Sollte ein solches Verhalten ihn nicht untauglich gemacht haben, das Amt des Hohepriesters auszufüllen? Es konnte doch nicht sein, dass G_tt einfach darüber hinwegsah. Viele Menschen starben infolge dieser Sünde.
Bekam Aaron deshalb den Vorrang, weil er der Bruder von Moshe war? Es gibt keine Hinweise darauf, dass dies der Fall war. G_tt hat sehr deutlich gemacht, dass er Menschen nicht auf diese Weise behandelt und beruft. Wie konnte es dann also sein, dass diese Person weiterhin eine solch entscheidende Rolle im Dienst für G_tt spielen konnte?


Uns wird berichtet, wie das geschehen konnte. Aaron musste Buße tun, sowohl für sich selbst als auch für das Volk durch verschiedene Opfergaben. Die Annahme durch G_tt war abhängig vom vergossenen Blut dieser Opfergaben.

Wann immer ich mich auf biblische Opfergaben beziehe, bin ich mir durchaus bewusst, wie fremd eine
solche Vorstellung für die meisten Menschen der heutigen Zeit ist. Viele Menschen empfinden das Schlachten von Tieren, aus welchem Grund auch immer, als unangenehm, ganz zu schweigen von einer
solchen Handlung zu religiösen Zwecken. Aber ausschlaggebend dafür ist doch, dass wir die Bedeutung und die Auswirkung der Sünde oftmals nicht richtig verstehen. Wenn wir doch nur die ursprüngliche
Absicht G_ttes für die Welt und im Gegensatz dazu die verheerende Auswirkung der
Sünde begreifen könnten, dann wären wir auch noch besser in der Lage zu akzeptieren,
was es kostet, sich mit Sünde zu befassen. Der Tod von unschuldigen, hilflosen
Tieren dient letztlich dazu, G_ttes eigenes Opfer auf drastische Weise deutlich
zu machen. Das Vergießen des Blutes von Tieren, wie es in der Torah vorgeschrieben
ist, ist ja bereits ein Hinweis auf das vergossene Blut des Messias, durch den wir vor G_tt Gerechtigkeit erlangen.

Wir sollten erkennen, dass Aarons Annahme durch G_tt von Aarons persönlicher Beteiligung an
der Darbringung des Opfers abhängig war. Aaron konnte nicht nur das Opfer für das Volk darbringen, ohne genauso auch für sich selbst zu handeln. Wahre Opfer verlangen ein persönliches Eins werden mit
dem dargebrachten Opfer. Das ist der Grund, warum Gott später das Volk strafte, weil sie inhaltsleere, sinnlose Opfer darbrachten. Dieses Ritual hatte nur dann einen Wert, wenn der Mensch den Ernst
seiner Sünde erkannte, auf G_tt schaute und Ihn um Gnade und Erbarmen bat, und wenn er sich gleichzeitig bewusst machte, dass das Opfertier an seiner Statt sterben musste.


Dieselbe Wahrheit gilt natürlich auch im Hinblick auf das Opfer des Messias. Ich habe den Eindruck, dass einige Menschen meinen, dass seitdem Yeshua den Preis für unsere Sünden bezahlte, G_tt nun alle Menschen annimmt, und dass unsere Entfremdung von Gott nur mit unserer Unkenntnis bezüglich
seiner Annahme zu tun hat. Gemäß dieser Sichtweise beschränkt sich die Verkündigung der Frohen Botschaft über das Kommen des Messias oftmals nur auf die Information der Menschen darüber, dass ihnen bereits
vergeben wurde und sie bereits angenommen sind. Aber die Bibel lehrt eine solche Sichtweise
nicht. Selbstverständlich ist das, was Yeshua tat, für alle Menschen zu allen Zeiten ausreichend, um Vergebung für ihre Sünden zu empfangen und in die rechte Beziehung mit G_tt wieder hergestellt zu werden, aber um die Auswirkungen dieses einmaligen, herausragenden Opfers zu empfangen, bedarf es der Anerkennung unserer Sünde und der Buße, sowie einer persönliche Annahme des Todes von Yeshua an unserer statt.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 12 Apr 2010, 18:23

Tazri'a & Mezora
Für die Woche vom 17. April 2010 / 3 Iyar 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 12:1 - 15:33
Haftarah: 2 Melachim / 2. Könige 7:3-20

Die Bedeutung der Überprüfung

"Da nahmen sie zwei Wagen mit Rossen, und der König sandte sie dem Heer
der Aramäer (Syrer) nach und sprach: Zieht hin und seht nach!" (2
Melachim / 2. Könige 7:14)

Die Haftarah- Lesung dieser Woche ist Teil einer etwas längeren
Geschichte, die im vorhergehenden Kapitel beginnt. Damals wurde das
Land Israel in zwei Königreiche geteilt. Das Nordreich wurde Israel
oder Ephraim genannt mit der Hauptstadt Samaria; das Südreich wurde
Judah genannt mit der Hauptstadt Jerusalem. Samaria befand sich
inmitten einer großen Hungersnot, weil sie belagert wurden durch die
syrische Armee. Die Belagerung und der Hunger gingen auf übernatürliche
Weise zu Ende, weil Gott die Syrier veranlasste zu glauben, dass sie
angegriffen würden und sie daraufhin veranlasste, zu fliehen. Dabei
ließen sie alle ihre Vorräte zurück.

Diese überraschende Wende wurde von vier Ausgestoßenen vor dem Tor
entdeckt. Sie waren vor das Tor verbannt, weil sie Aussatz hatten. Sie
hatten sich dazu entschieden, sich dem Heer der Syrier zu ergeben und
überlegt, dass es das Risiko wert wäre, diese Möglichkeit wahrzunehmen,
weil die Situation in der Stadt so hoffnungslos war. Als sie in das
syrische Heerlager kamen, fanden sie es verlassen vor. So begannen sie,
die Vorräte zu genießen und sich selbst zu helfen mit den Vorräten, die
zurückgelassen worden waren. Schließlich erkannten sie, dass es nicht
recht war von ihnen, diese ganzen Güter alle selbst zu behalten.
Deshalb berichteten sie diese gute Nachricht von ihrer Entdeckung den
Wächtern an der Stadtmauer. Als die Botschaft vor den König kam, war
seine Reaktion sofort, davon auszugehen, dass die Syrier versuchten,
sie zu täuschen, um sie in einen Hinterhalt zu locken. Ein Diener des
Königs machte den Vorschlag, dass einige Männer ausgesandt werden
sollten, um nachzuforschen. Als sie den Bereich überblicken konnten,
wurde ihnen klar, dass es tatsächlich alles so war, wie die Aussätzigen
es gesagt hatten, und so nahmen die Menschen von Samaria das syrische
Lager ein.

Es war natürlich richtig für den König, vorsichtig zu sein. Es war
seine Verantwortung gegenüber seinem Volk. Es wäre aus seiner Sicht
nicht weise gewesen, sein Volk hinaus zu senden in eine Situation, die
durchaus auch ein Hinterhalt hätte sein können. Gleichzeitig war auch
das Ansinnen der Aussätzigen durchaus vernünftig, und in dieser
Situation war es vertretbar, mindestens eine Überprüfung der
tatsächlichen Lage vorzunehmen. Sobald der Bericht kam, der die
Behauptung der Aussätzigen bestätige, lief das Volk los, um diese
wunderbare Versorgung durch Gott in Anspruch zu nehmen.


Manchmal sind gute Nachrichten einfach zu gut, um in unserem Augen wahr
zu sein. Wenn wir mit außerordentlichen Gaben für wenig oder gar kein
Geld beschenkt werden, ohne dafür Mühe oder Zeit aufgebracht zu haben,
dann ist es sicher weise, vorsichtig zu sein. Damit ist nicht gesagt,
dass solche Dinge nicht geschehen, aber man sollte sie sorgfältig
überprüfen, bevor man sie annimmt.

Die gute Botschaft von Jeshua, dem Messias, kann, genau wie damals die
Botschaft der Aussätzigen, vielleicht manchmal zu schön sein, um wahr
zu sein. Durch Jeshua bietet Gott Vergebung aller Schuld und aller
Vergehen an, die wir jemals getan haben. Er bietet uns den dauerhaften
Zugang und die Gemeinschaft mit ihm an, und er gibt uns Seine Zusage,
dass er alles tut, was zu unserem Besten ist. Er bietet uns die
Ausrüstung und Vollmacht durch seinen Geist an, damit wir ein
gesegnetes Leben führen können, das eine Ausstrahlung hat, erfüllt von
seiner Freude, seinem Frieden und für immer freigesetzt von inneren
Schmerzen und Sorge. All dies können wir erlangen durch unsere Abkehr
von unseren Sünden und das Vertrauen auf Jeshua den Messiah und Herrn.

Die Menschen finden immer wieder viele Gründe, um dieses Angebot Gottes
zurückzuweisen. Sie mögen vielleicht, wie damals der König von Israel,
denken, dass es vermutlich nicht wirklich so ist, wie es zu sein
scheint. Sie könnten annehmen, dass jene Menschen, welche die Wahrheit
über Jeshua verkünden, irgendwelche undurchsichtigen Motive haben, oder
dass man sie nur täuschen möchte. Und letztlich sind einige Dinge ja
auch tatsächlich zu schön um wahr zu sein.

Aber ist das Angebot von Jeshua nicht einer Untersuchung oder
Überprüfung wert? Was viele Menschen nicht erkennen ist die Tatsache,
dass man es überprüfen kann. Was die Kundschafter in unserer Geschichte
überzeugte war die Tatsache, dass sie alle möglichen Arten von Gütern
und Vorräten über ein großes Gebiet verstreut vorfanden, entsprechend
der Schilderung der Aussätzigen. Genauso wird auch die Botschaft von
der Realität Jeshuas überall ausgebreitet. Die meisten guten Dinge in
der Welt in den vergangenen zweitausend Jahren sind geschehen durch das
umgewandelte Leben der Nachfolger von Jeshua. Dennoch lehnen die
meisten Menschen es ab, die Mauern ihrer festgelegten Gedanken zu
verlassen und sich die Zeit zu nehmen, das reiche Maß an Beweisen zu
überprüfen. Es gibt keinen Grund, in der Verzweiflung des geistlichen
Hungers zu verharren, wenn die reichlich vorhandene Versorgung Gottes
eigentlich für alle vorhanden ist, die ihr Vertrauen auf den Messias
Jeshua setzen.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Reinhard am Mo 19 Apr 2010, 11:46

Aharei & Kedoshim
Für die Woche vom 24. April 2010 / 10 Iyar 5770
Torah: Vayikra / 3. Moshe 16:1 - 20:27
Haftarah: Amos 9:7-15

Liebe deinen Nächsten

"Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich ladest. Du sollst nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volkes. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr." (Vayikra / 3. Moshe 19:17,18)

Dem Messias wurde die Frage gestellt: „Was ist das vornehmste Gebot?" (Siehe Matth. 22:35 - 40; Markus 12:28 - 34; Lukas 10:25 - 37). Es war unter jüdischen religiösen Führern weit verbreitet, zu versuchen, die Torah auf einen Punkt zu bringen und zusammenzufassen. Nachfolgend die Antwort, die Jeschua darauf gab:

„Das vornehmste Gebot ist das: Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist allein Herr, und du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und von allen deinen Kräften. Das andere ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als dies." (Markus 12:29-31)

Einige Menschen nehmen dieses Wort zum Anlass, es so auszulegen, dass im Gegensatz zu den Menschen, die im Alten Bund lebten, die Nachfolger von Jeschua nur diese eine minimale Forderung zu befolgen hätten. Aber das geht absolut am Kern dieser Aussage vorbei. Jeschuas zusammenfassende Aussage war als Überblick und Hinführung gedacht, um die Anweisungen Gottes zu erkennen und zu verstehen, und nicht etwa als ein Vorwand, sie zu ignorieren. Jeschua konfrontiert jene Menschen mit dieser Aussage, für die die Torah zum Selbstzweck geworden ist, und er macht ihnen deutlich, dass die Gebote als eine Möglichkeit geschaffen wurden, Gott selbst und den Nächsten zu lieben. Die verloren gegangene Sichtweise dieser Hauptbotschaft der Torah führt zu der mangelnden Fähigkeit, sich dem anderen gegenüber recht zu verhalten. Das Gebot, Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben steht über allen anderen.

Wenn wir diese Kernaussage von Jeschua hören: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", dann sollte uns das hinführen zu der Bibelstelle, aus der er zitiert hat, und die ich an den Beginn dieser Auslegung gestellt habe. Unseren Nächsten zu lieben ist kein schwammiges sentimentales Konzept, das auf irgendwelchen Gefühlen basiert. Es hat vielmehr ganz praktische und sehr weit reichende Auswirkungen.

Nehmen wir zum Beispiel diese Aussage: „Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich ladest." Dieses Wort sagt uns, dass, wenn im zwischenmenschliche n Bereich irgendwelche Probleme und Schwierigkeiten auftreten, wir den Betreffenden niemals hassen dürfen. Hass ist nicht einfach nur ein negativer und verärgerter Gedanke in Richtung zu der betreffenden Person. Es ist vielmehr die Tendenz und der Beginn, die Person zu missachten und keine Verantwortung gegenüber ihm/ihr mehr zu zeigen. Dies kann durchaus mit sehr wenig Gefühl einhergehen. Gott gibt uns die Anweisung, anstatt den Problemen auszuweichen oder sie zu ignorieren, die wir mit anderen haben, sollen wir sie offen und ehrlich ansprechen, um dadurch zu vermeiden, dass noch viel größere Probleme in der Beziehung zu dem betreffenden Menschen entstehen. Das bedeutet es, wenn es heißt, "liebe deinen Nächsten", oder es ist zumindest ein Beispiel dafür.

Es könnte sein, dass die Aussage „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" eine Zusammenfassung ist für den ganzen Abschnitt in der Torah (siehe Vayikra/ 3. Moshe 19:9 - 18). Das schließt also die Beachtung der Armen unter uns ein, es schließt weiterhin ein, dass wir unseren Nächsten nicht berauben, dass wir eine faire Geschäftsbeziehung mit ihm haben, dass wir den Anderen nicht belügen, dass wir nicht falsch schwören beim Namen Gottes und den Namen Gottes nicht entheiligen, dass wir den Nächsten nicht unterdrücken, dass wir rechtzeitig den Lohn zahlen, dass wir dem körperlich Behinderten Respekt und Achtung entgegenbringen, dass wir vor Gericht nicht unrecht handeln, ohne Parteilichkeit, dass wir nicht verleumden und keine Rachegelüste oder Missgunst gegenüber dem Nächsten haben usw. Das ist keine komplette Liste, obwohl die Aufzählung natürlich deutlich macht, dass die Liebe gegenüber unserem Nächsten weit mehr ist und sehr viel weit reichender und tiefer ist, als wir das normalerweise annehmen.

Die Liebe gegenüber unserem Nächsten besteht nicht einfach nur darin, dass wir ihm herzliche Zuneigung oder Freundlichkeit entgegenbringen, obwohl es natürlich diese Punkte einschließen kann. Gottes Vorstellung von der Liebe gegenüber dem Nächsten bezieht sich auf ein tiefes Verständnis seiner Art und Weise zu lieben, einschließlich des Hinweises an uns, wie auch wir entsprechend mit unserem Nächsten umgehen sollen. Zu lieben bedeutet, dass wir die uns von Gott gegebene Verantwortung gegenüber unserem Nächsten weitergeben, gegenüber denen, mit denen wir persönliche oder geschäftliche Beziehungen haben, sowie gegenüber den Schwachen und Hilfsbedürftigen in unserem Umfeld. Wir sollten das Wort Gottes hier nicht abwerten, indem wir es reduzieren auf sehr viel weniger, als es eigentlich beinhaltet.

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Re: Torahbytes

Beitrag von Eaglesword am Mo 19 Apr 2010, 12:56

This week's portion is
Acharei Mot/Kedoshim | אחרי מות/קדושים | "After the death/Holy"

* Torah: Leviticus 16:1-20:27
* Prophets: Ezekiel 22:1-19
* Gospel: Luke 14-17


"und du sollst nicht eine Frau zu ihrer Schwester nehmen, sie zu kränken, wobei du ihre Blöße neben ihr aufdeckst bei ihrem Leben"
3. Mo 18:18
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